Paukenschlag bei GWD Minden: Bundesligist trennt sich von Sportgeschäftsführer Frank von Behren Marcus Riechmann Minden. Der Profiklub GWD Minden hat auf die sportliche Talfahrt der Handballmannschaft in der Bundesliga reagiert. Nach dem schlechtesten Saisonstart der Vereinsgeschichte mit neun Niederlage in Folge und einem aktuellen Punktestand von 2:20 haben die Gesellschafter der GWD Bundesliga GmbH und Co. KG Sportgeschäftsführer Frank von Behren mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben entbunden. Die Reise zum nächsten Auswärtsspiel, das am Donnerstagabend bei den Rhein-Neckar Löwen ansteht, tritt das Team bereits ohne den langjährigen Sportchef an. Bei einer am Montagabend einberufenen Sondersitzung der Gesellschafter habe man „die Zukunft der sportlichen Leitung kritisch hinterfragt", teilte GWD mit. Bei der Sitzung stellte von Behren zunächst die sportliche Lage des Teams dar. Im Anschluss tagte das Gremium ohne die beiden Geschäftsführer von Behren und Markus Kalusche. Nach einer kritischen Debatte über die aktuelle Verfassung des Bundesligisten fiel die Entscheidung zur Trennung vom Sportchef einstimmig. Als Begründung nannte GWD „die aktuelle sportliche Situation mit dem daraus resultierenden letzten Tabellenplatz." Die Beurlaubung wurde von Behren dann am Dienstagmorgen mitgeteilt. Die Mannschaft wurde gestern um kurz vor 16 Uhr vor dem Nachmittagstraining über die Entscheidung in Kenntnis gesetzt. Die Gesellschafter – aktuell ein Kreis von rund 20 GWD-Förderern – teilten weiterhin mit: „Wir stehen auch in dieser sportlich herausfordernden Situation uneingeschränkt hinter Trainer und Mannschaft. Es ist ein starkes Zeichen, dass alle Beteiligten ihre Bereitschaft signalisiert haben, den Verein bei den nun anstehenden Herausforderungen weiterhin zu unterstützen." Über die schriftliche Stellungnahme hinaus gab es keine persönlichen Erklärungen aus dem Gesellschafterkreis. Auch Frank von Behren wollte sich gestern nicht zur Situation äußern. Trainer Frank Carstens, der bei der Zusammenkunft der Entscheidungsträger die sportliche Situation der Mannschaft analysierte, wurde das Vertrauen ausgesprochen. Der seit Februar 2016 bei GWD angestellte Trainer hat den Auftrag und die Freigabe erhalten, kurzfristig Verstärkungen für die Mannschaft zu ermitteln. Dem 50-jährigen Mastercoach, der bereits am Donnerstagabend mit GWD das nächste Bundesligaspiel bei den Rhein-Neckar Löwen bestreiten wird, soll zusätzlich zu seiner Tätigkeit als Trainer übergangsweise auch die Aufgabe der sportlichen Gestaltung zukommen. Eine Doppelbelastung, die der Coach in der aktuellen Situation kaum stemmen kann, denn sein Fokus gilt ganz und gar der sportlichen Entwicklung der akut vom Abstieg bedrohten Mannschaft. Doch genau jetzt ist die Zeit der Personalplanung, die bei GWD pikanterweise sogar zweigleisig für 1. und 2. Liga betrieben werden muss. Während andere Klubs Vertragsverlängerungen oder Neuverpflichtungen für die neue Saison melden, steht bei GWD für den kommenden Sommer exakt eine Personalie fest: Der Abschied von Kreisläufer Lucas Meister zum SC Magdeburg. Die Personalplanung, bislang Hoheitsgebiet von Behrens, schwebt vorerst im luftleeren Raum. Von Behren ist seit seiner Jugend eng mit GWD Minden verbunden. Der 45 Jahre alte Hiller debütierte 1996 im Mindener Bundesliga-Team und spielte bis 2003 in Grün-Weiß. Nach Stationen beim VfL Gummersbach und der SG Flensburg-Handewitt kehrte der 168-malige Nationalspieler im Frühjahr 2008 als „Retter" zu GWD Minden zurück und feierte mit der Mannschaft den Klassenerhalt. Im Januar 2017 kam von Behren ein drittes Mal zu seinem Stammverein: Er übernahm die sportliche Leitung der Bundesliga-Mannschaft: zunächst als Sportchef, dann als Geschäftsführer Sport. Als Finanzgeschäftsführer stand ihm der im Sommer 2017 berufene Markus Kalusche zur Seite. Gemeinsam hatten die beiden Männer die Nachfolge und das Erbe des langjährigen GWD-Managers Horst Bredemeier übernommen. Beide besitzen Verträge mit GWD mit Laufzeit bis zum 30. Juni 2022. Platz 12, Platz 12, Platz 14, Platz 15, Platz 16 und aktuell Platz 18 als Schlusslicht der Liga. Diese Entwicklung der vergangenen Jahre verknüpften die Gesellschafter offenbar mit dem Wirken von Behrens. Gestern zogen sie einen Schlussstrich unter die Verbindung.

Paukenschlag bei GWD Minden: Bundesligist trennt sich von Sportgeschäftsführer Frank von Behren

Seit Januar 2017 ist Frank von Behren für die sportliche Geschicke bei GWD Minden zuständig. Gestern trennten sich die Wege des Handball-Bundesligisten und seines Sport-Geschäftsführers. Von Behren wurde mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben enthoben. Foto: Angela Metge ©Angela Metge

Minden. Der Profiklub GWD Minden hat auf die sportliche Talfahrt der Handballmannschaft in der Bundesliga reagiert. Nach dem schlechtesten Saisonstart der Vereinsgeschichte mit neun Niederlage in Folge und einem aktuellen Punktestand von 2:20 haben die Gesellschafter der GWD Bundesliga GmbH und Co. KG Sportgeschäftsführer Frank von Behren mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben entbunden. Die Reise zum nächsten Auswärtsspiel, das am Donnerstagabend bei den Rhein-Neckar Löwen ansteht, tritt das Team bereits ohne den langjährigen Sportchef an.

Bei einer am Montagabend einberufenen Sondersitzung der Gesellschafter habe man „die Zukunft der sportlichen Leitung kritisch hinterfragt", teilte GWD mit. Bei der Sitzung stellte von Behren zunächst die sportliche Lage des Teams dar. Im Anschluss tagte das Gremium ohne die beiden Geschäftsführer von Behren und Markus Kalusche. Nach einer kritischen Debatte über die aktuelle Verfassung des Bundesligisten fiel die Entscheidung zur Trennung vom Sportchef einstimmig. Als Begründung nannte GWD „die aktuelle sportliche Situation mit dem daraus resultierenden letzten Tabellenplatz." Die Beurlaubung wurde von Behren dann am Dienstagmorgen mitgeteilt. Die Mannschaft wurde gestern um kurz vor 16 Uhr vor dem Nachmittagstraining über die Entscheidung in Kenntnis gesetzt.

Die Gesellschafter – aktuell ein Kreis von rund 20 GWD-Förderern – teilten weiterhin mit: „Wir stehen auch in dieser sportlich herausfordernden Situation uneingeschränkt hinter Trainer und Mannschaft. Es ist ein starkes Zeichen, dass alle Beteiligten ihre Bereitschaft signalisiert haben, den Verein bei den nun anstehenden Herausforderungen weiterhin zu unterstützen." Über die schriftliche Stellungnahme hinaus gab es keine persönlichen Erklärungen aus dem Gesellschafterkreis. Auch Frank von Behren wollte sich gestern nicht zur Situation äußern.

Trainer Frank Carstens, der bei der Zusammenkunft der Entscheidungsträger die sportliche Situation der Mannschaft analysierte, wurde das Vertrauen ausgesprochen. Der seit Februar 2016 bei GWD angestellte Trainer hat den Auftrag und die Freigabe erhalten, kurzfristig Verstärkungen für die Mannschaft zu ermitteln. Dem 50-jährigen Mastercoach, der bereits am Donnerstagabend mit GWD das nächste Bundesligaspiel bei den Rhein-Neckar Löwen bestreiten wird, soll zusätzlich zu seiner Tätigkeit als Trainer übergangsweise auch die Aufgabe der sportlichen Gestaltung zukommen. Eine Doppelbelastung, die der Coach in der aktuellen Situation kaum stemmen kann, denn sein Fokus gilt ganz und gar der sportlichen Entwicklung der akut vom Abstieg bedrohten Mannschaft.

Doch genau jetzt ist die Zeit der Personalplanung, die bei GWD pikanterweise sogar zweigleisig für 1. und 2. Liga betrieben werden muss. Während andere Klubs Vertragsverlängerungen oder Neuverpflichtungen für die neue Saison melden, steht bei GWD für den kommenden Sommer exakt eine Personalie fest: Der Abschied von Kreisläufer Lucas Meister zum SC Magdeburg. Die Personalplanung, bislang Hoheitsgebiet von Behrens, schwebt vorerst im luftleeren Raum.

Von Behren ist seit seiner Jugend eng mit GWD Minden verbunden. Der 45 Jahre alte Hiller debütierte 1996 im Mindener Bundesliga-Team und spielte bis 2003 in Grün-Weiß. Nach Stationen beim VfL Gummersbach und der SG Flensburg-Handewitt kehrte der 168-malige Nationalspieler im Frühjahr 2008 als „Retter" zu GWD Minden zurück und feierte mit der Mannschaft den Klassenerhalt. Im Januar 2017 kam von Behren ein drittes Mal zu seinem Stammverein: Er übernahm die sportliche Leitung der Bundesliga-Mannschaft: zunächst als Sportchef, dann als Geschäftsführer Sport. Als Finanzgeschäftsführer stand ihm der im Sommer 2017 berufene Markus Kalusche zur Seite. Gemeinsam hatten die beiden Männer die Nachfolge und das Erbe des langjährigen GWD-Managers Horst Bredemeier übernommen. Beide besitzen Verträge mit GWD mit Laufzeit bis zum 30. Juni 2022.

Platz 12, Platz 12, Platz 14, Platz 15, Platz 16 und aktuell Platz 18 als Schlusslicht der Liga. Diese Entwicklung der vergangenen Jahre verknüpften die Gesellschafter offenbar mit dem Wirken von Behrens. Gestern zogen sie einen Schlussstrich unter die Verbindung.

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