Nur ein kurzes Durchatmen - GWD bleibt nach Sieg gegen Göppingen im Endspielmodus Sebastian Külbel Lübbecke. Nur wenige Sekunden lang gönnten sich die Handballprofis von GWD Minden die unbeschwerte Freude eines hart erkämpften Zittersieges, dann schalteten sie schnell wieder in den Endspielmodus. Ein verdienter Applaus für die tollen Fans in der Lübbecker Kreissporthalle, dann wurden die lächelnden Gesichter wieder ernst und zeigten: Der Tabellen-15. der Handball-Bundesliga ist nach dem 24:23 (11:12)-Heimsieg gegen Frisch Auf Göppingen zwar in einer blendenden Ausgangslage, aber noch lange nicht am Ziel. „Eigentlich ist nichts passiert“, dämpfte etwa der gestrige Top-Torschütze Juri Knorr die kurzzeitige Euphorie bei Fans und Mannschaft. Drei Punkte liegt GWD bei noch zwei ausstehenden Spielen vor den Eulen Ludwigshafen auf dem ersten Abstiegsplatz. Und genau die kommen am kommenden Donnerstag zum entscheidenden Duell nach Lübbecke. „Wir haben uns auf drei Endspiele eingestellt, dabei bleibt es“, sagte Trainer Frank Carstens. Nicht mal einen kurzen Moment des Aufatmens gönnte sich der Coach: „Atmen tue ich wieder am Freitag.“ Dennoch hat seine Mannschaft mit dem Sieg eine wichtige Voraussetzung geschaffen: Nach Ludwigshafens erwarteter Niederlage gegen den THW Kiel geht GWD mit einem psychologischen Vorteil ins direkte Duell mit dem Angstgegner. Zudem nehmen die Mindener eine wichtige Erkenntnis aus ihrem zehnten Saisonsieg mit, wie Torwart Malte Semisch verdeutlichte: „Wenn wir so kämpfen und so eng zusammenrücken, ist es schwer, uns zu schlagen.“ Denn der knappe Erfolg gegen die in den vorigen Wochen zunehmend nachlassenden Göppinger war vor allem das Produkt einer großen Willensleistung. „Die Mannschaft ist mit dem Druck hervorragend umgegangen, das war einzigartig“, betonte Frank Carstens, der auf Doruk Pehlivan verzichten musste: Der Rückraum-Rechtshänder hat sich erneut an seinem operierten Knie verletzt, eine genaue Diagnose steht noch aus. Auch ohne den kantigen Türken zeigten die Gastgeber vor allem in der Abwehr eine ganz starke Leistung, und zwar auf allen Ebenen. Der flinke Rückzug führte dazu, dass GWD das Tempospiel 7:2 gewann. Und der gefürchtete Kreisläufer Kresimir Kozina kam gegen Lucas Meister und Maximilian Janke im Innenblock kaum zur Entfaltung. Beides waren wichtige Schlüssel zum Sieg. Im Angriff warfen die Mindener zwar erneut die eine oder andere Großchance weg, zwangen jedoch das Spiel im entscheidenden Moment mit entschlossenen Aktionen auf ihre Seite. Ein norwegischer Adrenalinstoß nach 40 Minuten brachte den Umschwung: Mit zwei Gegenstößen schafften Christoffer Rambo und Kevin Gulliksen den 16:16-Ausgleich, wenig später wuchtete Rambo den Ball aus dem Rückraum zum 17:16 ins Netz, bevor Miro Schluroff nach einem Durchbruch erhöhte (44.). „Dieser 4:0-Lauf dreht das Spiel“, befand Carstens hinterher. Denn seine Mannschaft hatte in vier Minuten so viel Energie freigesetzt, dass diese sie auch durch die enge Schlussphase trug. Das galt ebenso für die 535 Zuschauer, die mit ihren Klatschpappen wie 5.000 lärmten und GWD nach der Wende in der zweiten Hälfte immer lauter anspornten. „Wir haben zwar gelernt, uns selbst zu motivieren, aber heute hat man gesehen, was gefehlt hat. Dieses Spiel hat fast allein acht Monate ohne Fans wettgemacht“, meinte Carstens. Dessen Team ließ sich auch vom erneuten Ausgleich in den letzten Minuten nicht beirren. Vom 22:22 zog Minden dank des sicheren Siebenmeterschützen Knorr und mit dem nächsten Gegenstoß des bald nach Göppingen wechselnden Gulliksen wieder auf 24:22 davon. Den Sieg sicherten die Grün-Weißen dann mit ihrer großen Stärke: Die Abwehr warf sich den Angriffen des aufrichtig kämpfenden Gegners entgegen, und Keeper Semisch hielt trotz seiner insgesamt nur acht Paraden am Ende die wichtigen Bälle. Beim letzten Wurf von Sebastian Heymann musste der Keeper aber gar nicht mehr eingreifen: Göppingens Rückraumschütze, der in Hälfte eins mit dem letzten Wurf noch zur Pausenführung getroffen hatte, knallte den finalen Versuch an die Latte.

Nur ein kurzes Durchatmen - GWD bleibt nach Sieg gegen Göppingen im Endspielmodus

Freude für ein paar Sekunden: GWD Mindens Handballprofis fallen sich nach dem Sieg gegen Göppingen erleichtert in die Arme. Foto: Noah Wedel © Noah Wedel

Lübbecke. Nur wenige Sekunden lang gönnten sich die Handballprofis von GWD Minden die unbeschwerte Freude eines hart erkämpften Zittersieges, dann schalteten sie schnell wieder in den Endspielmodus. Ein verdienter Applaus für die tollen Fans in der Lübbecker Kreissporthalle, dann wurden die lächelnden Gesichter wieder ernst und zeigten: Der Tabellen-15. der Handball-Bundesliga ist nach dem 24:23 (11:12)-Heimsieg gegen Frisch Auf Göppingen zwar in einer blendenden Ausgangslage, aber noch lange nicht am Ziel.

„Eigentlich ist nichts passiert“, dämpfte etwa der gestrige Top-Torschütze Juri Knorr die kurzzeitige Euphorie bei Fans und Mannschaft. Drei Punkte liegt GWD bei noch zwei ausstehenden Spielen vor den Eulen Ludwigshafen auf dem ersten Abstiegsplatz. Und genau die kommen am kommenden Donnerstag zum entscheidenden Duell nach Lübbecke. „Wir haben uns auf drei Endspiele eingestellt, dabei bleibt es“, sagte Trainer Frank Carstens. Nicht mal einen kurzen Moment des Aufatmens gönnte sich der Coach: „Atmen tue ich wieder am Freitag.“

Dennoch hat seine Mannschaft mit dem Sieg eine wichtige Voraussetzung geschaffen: Nach Ludwigshafens erwarteter Niederlage gegen den THW Kiel geht GWD mit einem psychologischen Vorteil ins direkte Duell mit dem Angstgegner. Zudem nehmen die Mindener eine wichtige Erkenntnis aus ihrem zehnten Saisonsieg mit, wie Torwart Malte Semisch verdeutlichte: „Wenn wir so kämpfen und so eng zusammenrücken, ist es schwer, uns zu schlagen.“

Denn der knappe Erfolg gegen die in den vorigen Wochen zunehmend nachlassenden Göppinger war vor allem das Produkt einer großen Willensleistung. „Die Mannschaft ist mit dem Druck hervorragend umgegangen, das war einzigartig“, betonte Frank Carstens, der auf Doruk Pehlivan verzichten musste: Der Rückraum-Rechtshänder hat sich erneut an seinem operierten Knie verletzt, eine genaue Diagnose steht noch aus.

Auch ohne den kantigen Türken zeigten die Gastgeber vor allem in der Abwehr eine ganz starke Leistung, und zwar auf allen Ebenen. Der flinke Rückzug führte dazu, dass GWD das Tempospiel 7:2 gewann. Und der gefürchtete Kreisläufer Kresimir Kozina kam gegen Lucas Meister und Maximilian Janke im Innenblock kaum zur Entfaltung. Beides waren wichtige Schlüssel zum Sieg.

Im Angriff warfen die Mindener zwar erneut die eine oder andere Großchance weg, zwangen jedoch das Spiel im entscheidenden Moment mit entschlossenen Aktionen auf ihre Seite. Ein norwegischer Adrenalinstoß nach 40 Minuten brachte den Umschwung: Mit zwei Gegenstößen schafften Christoffer Rambo und Kevin Gulliksen den 16:16-Ausgleich, wenig später wuchtete Rambo den Ball aus dem Rückraum zum 17:16 ins Netz, bevor Miro Schluroff nach einem Durchbruch erhöhte (44.). „Dieser 4:0-Lauf dreht das Spiel“, befand Carstens hinterher. Denn seine Mannschaft hatte in vier Minuten so viel Energie freigesetzt, dass diese sie auch durch die enge Schlussphase trug.

Das galt ebenso für die 535 Zuschauer, die mit ihren Klatschpappen wie 5.000 lärmten und GWD nach der Wende in der zweiten Hälfte immer lauter anspornten. „Wir haben zwar gelernt, uns selbst zu motivieren, aber heute hat man gesehen, was gefehlt hat. Dieses Spiel hat fast allein acht Monate ohne Fans wettgemacht“, meinte Carstens.

Dessen Team ließ sich auch vom erneuten Ausgleich in den letzten Minuten nicht beirren. Vom 22:22 zog Minden dank des sicheren Siebenmeterschützen Knorr und mit dem nächsten Gegenstoß des bald nach Göppingen wechselnden Gulliksen wieder auf 24:22 davon. Den Sieg sicherten die Grün-Weißen dann mit ihrer großen Stärke: Die Abwehr warf sich den Angriffen des aufrichtig kämpfenden Gegners entgegen, und Keeper Semisch hielt trotz seiner insgesamt nur acht Paraden am Ende die wichtigen Bälle. Beim letzten Wurf von Sebastian Heymann musste der Keeper aber gar nicht mehr eingreifen: Göppingens Rückraumschütze, der in Hälfte eins mit dem letzten Wurf noch zur Pausenführung getroffen hatte, knallte den finalen Versuch an die Latte.

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