Noch ein Foto vor dem Umzug - GWD-Profis trotzen den Trainingsumständen Sebastian Külbel Minden. Vor dem Mannschaftsbild erledigten einige Spieler von GWD Minden die letzten Handgriffe für den nächsten Umzug. Die Hanteln und Trainingsgeräte mussten raus aus der Kreissporthalle II, um dann nach der neuntägigen Pause für den zweiten Teil der Vorbereitung in der Sporthalle Minden-Süd zur Verfügung zu stehen. Umstände, die beim Handball-Bundesligisten schon lange keinen mehr aus der Bahn werfen. „Murphy's Law ist bei uns ja quasi der Normalzustand. Wir sind erstmal darauf eingestellt, dass alles schief geht“, sagt Trainer Frank Carstens über die Widrigkeiten des Trainingsbetriebs in den vergangenen Monaten. Erst mussten die Profis raus aus der Kampa-Halle, dann wurden sie von der Corona-Krise komplett ausgebremst, und danach musste GWD auch aus der Sporthalle Stemmer wegen Umbauarbeiten wieder weichen. Wenn es jetzt am 17. August aller Voraussicht nach in Häverstädt weitergeht, ist das die vierte Trainingshalle in nicht mal einem Jahr. „Das ist einfach nervig“, sagt Carstens, sieht aber auch einen positiven Effekt: „So etwas schweißt zusammen, es entsteht eine Wagenburgmentalität.“ Dass die Stimmung im Team passt, zeigten nicht nur die Eindrücke vom Fototermin am Freitag, sondern auch die Aussagen der Spieler. „Alle haben Bock, sind fleißig und ziehen mit“, sagte etwa Linksaußen Mats Korte. Der erfahrene Zugang Carsten Lichtlein klang fast euphorisch: „Ich bin begeistert von der Mannschaft, sie hat von der ersten Einheit an Gas gegeben.“ Etwas anderes können sich die Mindener aber auch kaum erlauben, wenn sie ihre Spielidee durchbringen wollen. „Wir werden vor allem über eine aggressive Abwehr und das Tempospiel kommen müssen, im Positionsangriff sind wir noch nicht so eingespielt“, vermutet Mats Korte, und auch Lichtlein betont: „Wenn man nicht die überragenden Einzelspieler hat, muss man über die Mannschaft kommen.“ So weit denkt Coach Carstens noch nicht, er schaut auf die kleinen Schritte: „Man sieht einfach noch die Lücke zwischen den Spielern, die wir im Corona-Training hatten, und denen, die nichts oder nur sehr wenig gemacht haben. Wir können in manchen Spielformen schon wieder dynamisch aufs Tor werfen, aber von unserem Zielspiel sind wir noch weit entfernt.“ In der einwöchigen Trainingspause gilt es nun vor allem für die Spieler, die noch hinten dran sind, aufzuholen. „Die, die schon ein gutes Level haben, können es etwas ruhiger angehen lassen“, sagt Carstens. Das galt gestern auch zum Abschluss, als der Trainer und die GWD-Profis noch einmal zu einer Orientierungsfahrt in Richtung Petershagen aufs Rad stiegen. Mehr als ein kurzes Durchatmen auf dem langen Weg zum geplanten Bundesliga-Start Anfang Oktober bei der TSV Hannover-Burgdorf war das aber nicht. Zum Start der zweiten Vorbereitungsphase sollen alle Spieler auf dem gleichen Level sein, um handballtaktisch zu arbeiten. Auf dem Programm stehen dann auch insgesamt sieben Testspiele, die allesamt gegen Erst- und Zweitligisten ausgetragen werden (siehe Übersicht). Und auch die Hanteln werden nach dem erneuten Umzug sicher wieder benutzt. Die Transfers Abgänge: Espen Christensen (IFK Kristianstad), Marian Michalczik (Füchse Berlin), Maximilian Nowatzki (Ahlener SG/TV Emsdetten), Magnus Gullerud (SC Magdeburg). Zugänge: Tim Brand (VfL Eintracht Hagen), Carsten Lichtlein (HC Erlangen), Doruk Pehlivan (KS Vive Kielce), Joshua Thiele (TSV Hannover-Burgdorf). Der Kader Tor: Carsten Lichtlein, Malte Semisch, Leon Grabenstein. Rückraum Mitte: Juri Knorr, Aliaksandr Padshyvalau, Tim Brand, Simon Strakeljahn. Rückraum links: Doruk Pehlivan, Miljan Pusica, Jonas Molz. Rückraum rechts: Christoffer Rambo, Christoph Reißky. Linksaußen: Mats Korte, Joscha Ritterbach. Rechtsaußen: Kevin Gulliksen, Max Staar. Kreis: Lucas Meister, Joshua Thiele, Justus Richtzenhain. Trainer: Frank Carstens (seit Februar 2015). GWD-Testspiele HSG Nordhorn-Lingen - GWD Minden (29.8., 19.00) Turnier in Wilhelmshaven mit GWD Minden - TBV Lemgo (5.9.), GWD Minden - Wilhelmshavener HV/TSV Hannover-Burgdorf (6.9.) GWD Minden - ASV Hamm-Westfalen (9.9., Sporthalle Minden-Süd) Spielo-Cup in Lübbecke mit GWD Minden - Bergischer HC (18.9., 17.00), GWD Minden - TuS N-Lübbecke/DHfK Leipzig (19.9., 17.00 oder 19.00) GWD Minden - TV Emsdetten (25.9., Sporthalle Minden Süd)

Noch ein Foto vor dem Umzug - GWD-Profis trotzen den Trainingsumständen

Wer steht wo?: GWD-Mitarbeiter Dirk Kutschan (links) zeigt den Mindener Handball-Profis ein Mannschaftsbild aus der vergangenen Saison, das als Vorlage für die Aufstellung für das aktuelle Foto dient. MT- © Foto: Sebastian Külbel

Minden. Vor dem Mannschaftsbild erledigten einige Spieler von GWD Minden die letzten Handgriffe für den nächsten Umzug. Die Hanteln und Trainingsgeräte mussten raus aus der Kreissporthalle II, um dann nach der neuntägigen Pause für den zweiten Teil der Vorbereitung in der Sporthalle Minden-Süd zur Verfügung zu stehen. Umstände, die beim Handball-Bundesligisten schon lange keinen mehr aus der Bahn werfen.

„Murphy's Law ist bei uns ja quasi der Normalzustand. Wir sind erstmal darauf eingestellt, dass alles schief geht“, sagt Trainer Frank Carstens über die Widrigkeiten des Trainingsbetriebs in den vergangenen Monaten. Erst mussten die Profis raus aus der Kampa-Halle, dann wurden sie von der Corona-Krise komplett ausgebremst, und danach musste GWD auch aus der Sporthalle Stemmer wegen Umbauarbeiten wieder weichen. Wenn es jetzt am 17. August aller Voraussicht nach in Häverstädt weitergeht, ist das die vierte Trainingshalle in nicht mal einem Jahr.

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„Das ist einfach nervig“, sagt Carstens, sieht aber auch einen positiven Effekt: „So etwas schweißt zusammen, es entsteht eine Wagenburgmentalität.“ Dass die Stimmung im Team passt, zeigten nicht nur die Eindrücke vom Fototermin am Freitag, sondern auch die Aussagen der Spieler. „Alle haben Bock, sind fleißig und ziehen mit“, sagte etwa Linksaußen Mats Korte. Der erfahrene Zugang Carsten Lichtlein klang fast euphorisch: „Ich bin begeistert von der Mannschaft, sie hat von der ersten Einheit an Gas gegeben.“

Etwas anderes können sich die Mindener aber auch kaum erlauben, wenn sie ihre Spielidee durchbringen wollen. „Wir werden vor allem über eine aggressive Abwehr und das Tempospiel kommen müssen, im Positionsangriff sind wir noch nicht so eingespielt“, vermutet Mats Korte, und auch Lichtlein betont: „Wenn man nicht die überragenden Einzelspieler hat, muss man über die Mannschaft kommen.“

So weit denkt Coach Carstens noch nicht, er schaut auf die kleinen Schritte: „Man sieht einfach noch die Lücke zwischen den Spielern, die wir im Corona-Training hatten, und denen, die nichts oder nur sehr wenig gemacht haben. Wir können in manchen Spielformen schon wieder dynamisch aufs Tor werfen, aber von unserem Zielspiel sind wir noch weit entfernt.“ In der einwöchigen Trainingspause gilt es nun vor allem für die Spieler, die noch hinten dran sind, aufzuholen. „Die, die schon ein gutes Level haben, können es etwas ruhiger angehen lassen“, sagt Carstens. Das galt gestern auch zum Abschluss, als der Trainer und die GWD-Profis noch einmal zu einer Orientierungsfahrt in Richtung Petershagen aufs Rad stiegen.

Mehr als ein kurzes Durchatmen auf dem langen Weg zum geplanten Bundesliga-Start Anfang Oktober bei der TSV Hannover-Burgdorf war das aber nicht. Zum Start der zweiten Vorbereitungsphase sollen alle Spieler auf dem gleichen Level sein, um handballtaktisch zu arbeiten. Auf dem Programm stehen dann auch insgesamt sieben Testspiele, die allesamt gegen Erst- und Zweitligisten ausgetragen werden (siehe Übersicht). Und auch die Hanteln werden nach dem erneuten Umzug sicher wieder benutzt.

Die Transfers

Abgänge: Espen Christensen (IFK Kristianstad), Marian Michalczik (Füchse Berlin), Maximilian Nowatzki (Ahlener SG/TV Emsdetten), Magnus Gullerud (SC Magdeburg).

Zugänge: Tim Brand (VfL Eintracht Hagen), Carsten Lichtlein (HC Erlangen), Doruk Pehlivan (KS Vive Kielce), Joshua Thiele (TSV Hannover-Burgdorf).

Der Kader

Tor: Carsten Lichtlein, Malte Semisch, Leon Grabenstein.

Rückraum Mitte: Juri Knorr, Aliaksandr Padshyvalau, Tim Brand, Simon Strakeljahn.

Rückraum links: Doruk Pehlivan, Miljan Pusica, Jonas Molz.

Rückraum rechts: Christoffer Rambo, Christoph Reißky.

Linksaußen: Mats Korte, Joscha Ritterbach.

Rechtsaußen: Kevin Gulliksen, Max Staar.

Kreis: Lucas Meister, Joshua Thiele, Justus Richtzenhain.

Trainer: Frank Carstens (seit Februar 2015).

GWD-Testspiele

HSG Nordhorn-Lingen - GWD Minden (29.8., 19.00)

Turnier in Wilhelmshaven mit GWD Minden - TBV Lemgo (5.9.), GWD Minden - Wilhelmshavener HV/TSV Hannover-Burgdorf (6.9.)

GWD Minden - ASV Hamm-Westfalen (9.9., Sporthalle Minden-Süd)

Spielo-Cup in Lübbecke mit GWD Minden - Bergischer HC (18.9., 17.00), GWD Minden - TuS N-Lübbecke/DHfK Leipzig (19.9., 17.00 oder 19.00)

GWD Minden - TV Emsdetten (25.9., Sporthalle Minden Süd)

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