Nicht nur Nachteile: GWD vor dem Neustart nach der Quarantäne Marcus Riechmann Minden. Raus aus dem Wohnzimmer, zurück in die Sporthalle. Und am Samstag dann endlich wieder ein richtiges Handballspiel: Knapp einen Monat nach der 26:41-Pleite beim THW Kiel startet das Team von GWD Minden wieder in die Saison der Bundesliga. Am Samstag steht um 18.30 Uhr das Auswärtsspiel bei den Eulen Ludwigshafen auf dem Programm. Es geht wieder los. Erst Länderspielwoche, dann Quarantäne – hinter den GWD-Profis liegt eine ungewohnt lange und in ihrer Art ungewöhnliche Pause. Ausdauertraining beim Spinning, Gewichte stemmen, Laub harken – die Tage der Isolation haben einen neuen Ablauf in den üblichen Rhythmus des Handballprofis gebracht. Keinen, an den sich die Sportler gewöhnen wollen. Erleichtert haben die Spieler die Lockerung zur Arbeitsquarantäne aufgenommen, die ihnen am vergangenen Samstag die Rückkehr ins Teamteamtraining ermöglichte. „Es hat allen gut getan, wieder zu trainieren. Es ist nicht das gleiche, ob man im Wohnzimmer rumturnt oder in der Halle Gas gibt“, beschrieb Kreisläufer Lucas Meister im Live-Talk, einem neuen GWD-Format einen Unterschied. Die Isolation hatte auch in anderer Hinsicht Spuren hinterlassen: „Alle haben sich ein bisschen mehr Zeit nach dem Training gelassen“, hatte Torhüter Malte Semisch besonderen Gesprächsbedarf festgestellt. Für Coach Frank Carstens war der Neustart nach zehn Tagen Home-Training eine Herausforderung. „Wir haben uns drei Tage Zeit genommen, um uns wieder reinzufühlen“, berichtet der GWD-Übungsleiter, der zufrieden mit dem Leistungsstand seiner Spieler war: „Die Jungs haben zuhause was gemacht.“ Trotz allem fehlt seinen Spielern eine Menge Vorbereitung und vor allem Wettkampfhärte. Während Ludwigshafen voll im Training steht, muss Minden den Rückstand aufarbeiten und das so wichtige Timing wiederfinden. „Chancengleichheit ist in diesem Jahr ein Unwort“, wischt Carstens das Thema bestimmt vom Tisch: „Wir wollen und werden uns sicher nicht hinter der Situation verstecken“, kündigt der Coach an und verweist auf die Füchse Berlin, die bereits am vergangenen Samstag nach lediglich einem vollen Trainingstag nach der Quarantäne beim Bergischen HC gewonnen haben. Im übrigen sei die Zwangspause nicht nur von Nachteil gewesen: „Das war nicht nur negativ“ sagt Carstens. Einige Spieler hätten ihre Blessuren auskurieren können. Malte Semisch hat seine Wadenverletzung überwunden, Kreisläufer Joschua Thiele hat die letzten Beschwerden seiner Fußverletzung überwunden und ist wieder fit. Der Kreisläufer, der sich gleich im Auftaktspiel am 1. Oktober am Syndesmoseband verletzt hatte, steht vor seinem zweiten Einsatz für GWD. Für einen Profi war die Pause nicht lang genug: Juri Knorr, der sich bei der Nationalmannschaft eine Corona-Infektion zugezogen hatte, wird gegen Ludwigshafen und mindestens auch im folgenden Heimspiel gegen Tusem Essen fehlen. Am kommenden Mittwoch werde Knorr im Herz- und Diabeteszentrum in Bad Oeynhausen eingehend untersucht, kündigte GWD-Sportgeschäftsführer Frank von Behren an. Er hebt wie auch Carstens hervor: Es fehlen Erfahrungswerte, wie sich die Rückkehr in den Leistungssport nach einer Corona-Erkrankung vollzieht. „Klar ist: Wir wollen nichts riskieren“, sagt der Trainer. Nach Symptomfreiheit noch zwei Wochen Trainingspause, dann der große Gesundheitscheck und dann sehe man weiter, sagte von Behren: „An diesen Fahrplan halten wir uns.“ Knorr gehe es gut, berichtet von Behren: „Er will unbedingt wieder loslegen, man muss ihn schon bremsen.“ Für Knorr gilt weiter absolute Schonung, für seine Teamkollegen das Gegenteil: „In Ludwigshafen muss man bereit sein für maximalen Kampf und maximale Härte“, sagt Carstens und kündigt an: „Wir werden für die Punkte kämpfen.“

Nicht nur Nachteile: GWD vor dem Neustart nach der Quarantäne

Joschua Thiele, hier im Testspiel gegen Lübbecke in Erwartung des Zuspiels von Simon Strakeljahn, war ein Verlierer des ersten Saisonabschnitts und ist ein Gewinner der Quarantäne-Pause. Der neue GWD-Kreisläufer hat die Verletzung des Syndesmosebandes, die er sich im Auftaktspiel in Hannover zugezogen hatte, auskuriert. MT-Foto: Riechmann © Marcus Riechmann

Minden. Raus aus dem Wohnzimmer, zurück in die Sporthalle. Und am Samstag dann endlich wieder ein richtiges Handballspiel: Knapp einen Monat nach der 26:41-Pleite beim THW Kiel startet das Team von GWD Minden wieder in die Saison der Bundesliga. Am Samstag steht um 18.30 Uhr das Auswärtsspiel bei den Eulen Ludwigshafen auf dem Programm. Es geht wieder los.

Erst Länderspielwoche, dann Quarantäne – hinter den GWD-Profis liegt eine ungewohnt lange und in ihrer Art ungewöhnliche Pause. Ausdauertraining beim Spinning, Gewichte stemmen, Laub harken – die Tage der Isolation haben einen neuen Ablauf in den üblichen Rhythmus des Handballprofis gebracht. Keinen, an den sich die Sportler gewöhnen wollen. Erleichtert haben die Spieler die Lockerung zur Arbeitsquarantäne aufgenommen, die ihnen am vergangenen Samstag die Rückkehr ins Teamteamtraining ermöglichte. „Es hat allen gut getan, wieder zu trainieren. Es ist nicht das gleiche, ob man im Wohnzimmer rumturnt oder in der Halle Gas gibt“, beschrieb Kreisläufer Lucas Meister im Live-Talk, einem neuen GWD-Format einen Unterschied. Die Isolation hatte auch in anderer Hinsicht Spuren hinterlassen: „Alle haben sich ein bisschen mehr Zeit nach dem Training gelassen“, hatte Torhüter Malte Semisch besonderen Gesprächsbedarf festgestellt.

Für Coach Frank Carstens war der Neustart nach zehn Tagen Home-Training eine Herausforderung. „Wir haben uns drei Tage Zeit genommen, um uns wieder reinzufühlen“, berichtet der GWD-Übungsleiter, der zufrieden mit dem Leistungsstand seiner Spieler war: „Die Jungs haben zuhause was gemacht.“ Trotz allem fehlt seinen Spielern eine Menge Vorbereitung und vor allem Wettkampfhärte. Während Ludwigshafen voll im Training steht, muss Minden den Rückstand aufarbeiten und das so wichtige Timing wiederfinden.

„Chancengleichheit ist in diesem Jahr ein Unwort“, wischt Carstens das Thema bestimmt vom Tisch: „Wir wollen und werden uns sicher nicht hinter der Situation verstecken“, kündigt der Coach an und verweist auf die Füchse Berlin, die bereits am vergangenen Samstag nach lediglich einem vollen Trainingstag nach der Quarantäne beim Bergischen HC gewonnen haben.

Im übrigen sei die Zwangspause nicht nur von Nachteil gewesen: „Das war nicht nur negativ“ sagt Carstens. Einige Spieler hätten ihre Blessuren auskurieren können. Malte Semisch hat seine Wadenverletzung überwunden, Kreisläufer Joschua Thiele hat die letzten Beschwerden seiner Fußverletzung überwunden und ist wieder fit. Der Kreisläufer, der sich gleich im Auftaktspiel am 1. Oktober am Syndesmoseband verletzt hatte, steht vor seinem zweiten Einsatz für GWD.

Für einen Profi war die Pause nicht lang genug: Juri Knorr, der sich bei der Nationalmannschaft eine Corona-Infektion zugezogen hatte, wird gegen Ludwigshafen und mindestens auch im folgenden Heimspiel gegen Tusem Essen fehlen. Am kommenden Mittwoch werde Knorr im Herz- und Diabeteszentrum in Bad Oeynhausen eingehend untersucht, kündigte GWD-Sportgeschäftsführer Frank von Behren an. Er hebt wie auch Carstens hervor: Es fehlen Erfahrungswerte, wie sich die Rückkehr in den Leistungssport nach einer Corona-Erkrankung vollzieht. „Klar ist: Wir wollen nichts riskieren“, sagt der Trainer. Nach Symptomfreiheit noch zwei Wochen Trainingspause, dann der große Gesundheitscheck und dann sehe man weiter, sagte von Behren: „An diesen Fahrplan halten wir uns.“ Knorr gehe es gut, berichtet von Behren: „Er will unbedingt wieder loslegen, man muss ihn schon bremsen.“

Für Knorr gilt weiter absolute Schonung, für seine Teamkollegen das Gegenteil: „In Ludwigshafen muss man bereit sein für maximalen Kampf und maximale Härte“, sagt Carstens und kündigt an: „Wir werden für die Punkte kämpfen.“

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