Neustart mit Restrisiko: GWD nimmt gegen Stuttgart einen neuen Anlauf Marcus Riechmann Minden. Die schlimmste Disziplin: Pause machen. Zum wiederholten Mal in dieser Saison müssen die Handballer von GWD Minden nach einer Auszeit mit der morgigen Begegnung gegen den TVB Stuttgart einen Neustart in die Bundesliga hinlegen. Mit Erfolg ist das den Männern um Torwart Malte Semisch in diesem Corona-Spieljahr noch nicht gelungen. Nach jeder Pause gab es mehr oder minder heftige Niederlagen. „Wir nehmen die Herausforderung an“, sagt Trainer Frank Carstens mit trotzigem Humor. Juri Knorr, Lucas Meister, Kevin Gulliksen und Aliaksandr Padshyvalau waren mit ihren Nationalteams unterwegs und fehlten rund zehn Tage im Mannschaftstraining, erst seit gestern sind die vier wieder zurück in Minden. „Zum Glück unverletzt“, sagt Carstens, dafür habe er „Kerzen aufgestellt.“ Der Trainer weiß: Auch andere Teams konnten in der Länderspielpause nur mit einem Teil des Kaders arbeiten, doch bei GWD sei die Lage fragiler als anderswo: „Wenn wir konstant trainieren, wenn wir im Schwung sind, dann geht es auch vorwärts“, sagt der Coach über seine junge Mannschaft, die bei Unterbrechungen leicht aus dem Takt gerät: „Für uns ist es offenbar schwerer als für andere, wenn wir uns wieder als Team neu aufstellen müssen. Wir haben da ja unsere Erfahrungen“, meint der Coach und schiebt kämpferisch nach: „Aber wir lernen dazu und wir geben die Hoffnung nicht auf.“ Immerhin: Man startet mit einem Heimspiel – dem ersten seit rund eineinhalb Monaten. Nach dem 30:21-Sieg gegen den HSC Coburg am 21. März sind die Mindener nicht mehr in der Lübbecker Kreissporthalle aufgelaufen. Zweimal fielen Heimspiele der Corona-Problematik der Gegner zum Opfer. „Wir werden Mittwoch noch mal in Lübbecke trainieren, damit die Spieler wieder wissen, in welche Kabine sie müssen“, nimmt Frank Carstens auch diesen Umstand mit Humor und stellt fest: „Ich merke, dass ich mich durchaus darauf freue, dass wir wieder zuhause spielen.“ Viel Zeit, um sich einzufinden, haben die Grün-Weißen nicht, denn der Mai-Marathon hat es in sich. Nach lediglich drei Spielen im April stehen in den kommenden gut drei Wochen sieben Begegnungen auf dem Plan: Im Durchschnitt alle 3,6 Tage muss GWD bis zum Heimspiel gegen den SC Magdeburg am 30. Mai spielen. Los geht es morgen gegen den TVB Stuttgart, am Sonntag folgt die Auswärtsfahrt zu HBW Balingen-Weilstetten. „Es ist eng“, sagt Frank von Behren, dessen große Sorge vor der Länderspielwoche sich im Nachgang bisher nicht erfüllte: „Noch ist kein Corona-Fall bekanntgeworden“, sagt der Sport-Geschäftsführer, vorsichtig erleichtert, dass sich die EM-Qualifikationsspiele noch nicht als Pandemietreiber erwiesen haben. Die PCR-Testungen der vier GWD-Profis waren negativ, vor dem ersten Trainingseinsatz folgte gestern noch ein Schnelltest. „Wir prüfen engmaschig“, sagt von Behren, doch er weiß, dass es absolute Gewissheit nicht gibt. Zeit für einwöchige Sicherheitspausen für Nationalspieler nach internationalen Reisen gibt es im eng gestrickten Spielplan mit noch zwölf Partien bis zum Saisonende am 27. Juni nicht mehr. Die Liga nimmt ein Restrisiko in Kauf. „Wir brauchen sie im Training und wir brauchen sie im Spiel“, beschreibt von Behren die sportlichen Zwänge, zumal Rückraumspieler Doruk Pehlivan weiterhin verletzt fehlen wird. Den größten Druck ist das Team mit dem Auswärtssieg in Nordhorn los geworden, doch am Klassenziel ist GWD bei aktuell fünf Punkten Vorsprung noch lange nicht angekommen.

Neustart mit Restrisiko: GWD nimmt gegen Stuttgart einen neuen Anlauf

Emotionen in großer Vielfalt bot der Auswärtssieg in Nordhorn: Im Hintergrund jubeln die jungen GWD-Spieler, vorn reckt Torwart Carsten Lichtlein hadernd die Hände, daneben begleitet Trainer Frank Carstens das Geschehen mit kritisch-konzentriertem Blick. Foto: Noah Wedel © Noah Wedel

Minden. Die schlimmste Disziplin: Pause machen. Zum wiederholten Mal in dieser Saison müssen die Handballer von GWD Minden nach einer Auszeit mit der morgigen Begegnung gegen den TVB Stuttgart einen Neustart in die Bundesliga hinlegen. Mit Erfolg ist das den Männern um Torwart Malte Semisch in diesem Corona-Spieljahr noch nicht gelungen. Nach jeder Pause gab es mehr oder minder heftige Niederlagen.

„Wir nehmen die Herausforderung an“, sagt Trainer Frank Carstens mit trotzigem Humor. Juri Knorr, Lucas Meister, Kevin Gulliksen und Aliaksandr Padshyvalau waren mit ihren Nationalteams unterwegs und fehlten rund zehn Tage im Mannschaftstraining, erst seit gestern sind die vier wieder zurück in Minden. „Zum Glück unverletzt“, sagt Carstens, dafür habe er „Kerzen aufgestellt.“

Der Trainer weiß: Auch andere Teams konnten in der Länderspielpause nur mit einem Teil des Kaders arbeiten, doch bei GWD sei die Lage fragiler als anderswo: „Wenn wir konstant trainieren, wenn wir im Schwung sind, dann geht es auch vorwärts“, sagt der Coach über seine junge Mannschaft, die bei Unterbrechungen leicht aus dem Takt gerät: „Für uns ist es offenbar schwerer als für andere, wenn wir uns wieder als Team neu aufstellen müssen. Wir haben da ja unsere Erfahrungen“, meint der Coach und schiebt kämpferisch nach: „Aber wir lernen dazu und wir geben die Hoffnung nicht auf.“

Immerhin: Man startet mit einem Heimspiel – dem ersten seit rund eineinhalb Monaten. Nach dem 30:21-Sieg gegen den HSC Coburg am 21. März sind die Mindener nicht mehr in der Lübbecker Kreissporthalle aufgelaufen. Zweimal fielen Heimspiele der Corona-Problematik der Gegner zum Opfer. „Wir werden Mittwoch noch mal in Lübbecke trainieren, damit die Spieler wieder wissen, in welche Kabine sie müssen“, nimmt Frank Carstens auch diesen Umstand mit Humor und stellt fest: „Ich merke, dass ich mich durchaus darauf freue, dass wir wieder zuhause spielen.“

Viel Zeit, um sich einzufinden, haben die Grün-Weißen nicht, denn der Mai-Marathon hat es in sich. Nach lediglich drei Spielen im April stehen in den kommenden gut drei Wochen sieben Begegnungen auf dem Plan: Im Durchschnitt alle 3,6 Tage muss GWD bis zum Heimspiel gegen den SC Magdeburg am 30. Mai spielen. Los geht es morgen gegen den TVB Stuttgart, am Sonntag folgt die Auswärtsfahrt zu HBW Balingen-Weilstetten.

„Es ist eng“, sagt Frank von Behren, dessen große Sorge vor der Länderspielwoche sich im Nachgang bisher nicht erfüllte: „Noch ist kein Corona-Fall bekanntgeworden“, sagt der Sport-Geschäftsführer, vorsichtig erleichtert, dass sich die EM-Qualifikationsspiele noch nicht als Pandemietreiber erwiesen haben. Die PCR-Testungen der vier GWD-Profis waren negativ, vor dem ersten Trainingseinsatz folgte gestern noch ein Schnelltest. „Wir prüfen engmaschig“, sagt von Behren, doch er weiß, dass es absolute Gewissheit nicht gibt. Zeit für einwöchige Sicherheitspausen für Nationalspieler nach internationalen Reisen gibt es im eng gestrickten Spielplan mit noch zwölf Partien bis zum Saisonende am 27. Juni nicht mehr. Die Liga nimmt ein Restrisiko in Kauf. „Wir brauchen sie im Training und wir brauchen sie im Spiel“, beschreibt von Behren die sportlichen Zwänge, zumal Rückraumspieler Doruk Pehlivan weiterhin verletzt fehlen wird. Den größten Druck ist das Team mit dem Auswärtssieg in Nordhorn los geworden, doch am Klassenziel ist GWD bei aktuell fünf Punkten Vorsprung noch lange nicht angekommen.

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