Nach vier Niederlagen in Folge: GWD reist zum Abstiegskrimi Astrid Plaßhenrich Minden. Es ist ein Schlüsselspiel. Wenn Handball-Bundesligist GWD Minden in der Emsland Arena bei der HSG Nordhorn-Lingen aufläuft, geht es um viel. Sehr viel sogar. Es geht um mehr als nur um zwei Punkte. Es geht um das Verteidigen des Nichtabstiegsplatzes, das Abwenden der Ergebniskrise und darum, ein klares Zeichen an die direkte Konkurrenz zu senden. Die Mindener stehen am heutigen Donnerstagabend (19 Uhr) unter immensem Druck und müssen beweisen, dass sie damit umgehen können. „Dem Spiel kommt einer ordentlichen Bedeutung zu“, sagt auch Frank Carstens. Der GWD-Coach denkt dabei auch an die Pandemielage, die einen Saisonabschluss unter regulären Bedingungen mit allen absolvierten Partien aller Mannschaften kaum noch zulässt. „Jedes Spiel, das jetzt angepfiffen wird, ist enorm wichtig“, sagt Carstens. Und wenn es gegen einen direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt gehe, nimmt der Druck noch einmal zu – ganz klar. Die aktuell auf Platz 18 stehenden Nordhorner können mit einem Sieg bis auf einen Punkt an die auf Rang 15 platzierten Mindener heranrücken. Zeitgleich kann im zweiten Kellerduell des Abends Balingen GWD überholen, wenn es zu Hause Essen schlägt. Sicherlich mussten die Grün-Weißen zuletzt mit erschwerten Bedingungen kämpfen: Zum einen bestreiten die Mindener heute ihr fünftes Auswärtsspiel in Folge. Die seit dem 25. März angesetzten Heimspiele gegen Hannover und Erlangen fielen coronabedingt aus. Zum anderen verschärft die angespannten Personallage die Situation. Christoph Reißky sollte gegen Nordhorn nach einer achtmonatigen Verletzungspause sein Comeback geben – dann riss sich der 25-Jährige am Sonntag im Training das vordere Kreuzband des rechten Knies. Die beiden Mittelmänner Aliaksandr Padshyvalau (Fußverletzung) und Simon Strakeljahn (Rippenprellung) drohen ebenfalls auszufallen. Bei Doruk Pehlivan rechnen die GWD-Verantwortlichen nach dessen Meniskus-Operation mit einer sechswöchigen Verletzungspause bis Ende Mai. Kapitän und Abwehrchef Miljan Pusica wird nach seinem Kreuzbandriss erst in der neuen Saison wieder spielen können. Immerhin gibt es einen Lichtblick: Lucas Meister wird nach seinem Abriss der Bizepssehne, die er sich Mitte Dezember zugezogen hatte, in Lingen zum Kader gehören. „Zwar fehlt ihm die Wettkampfpraxis, aber wir hoffen bei ihm auf Kurzeinsätze“, sagt Frank Carstens: „Dadurch haben wir vor allem in der Deckung mehr Möglichkeiten.“ Allen Widrigkeiten zum Trotz – jedem im GWD-Kollektiv ist klar: Nach den jüngsten vier Niederlagen muss nun endlich wieder gepunktet werden, um den Abstand zur Abstiegszone zu wahren. Zudem stehen die Nordhorner unter ähnlichem Druck wie Minden, auch wenn sie zuletzt nach drei Pleiten einen überraschenden Teilerfolg feierten. In Göppingern trotzten sie Frisch Auf ein 26:26 ab und vermiesten den Baden-Württembergern einen vereinseigenen Bundesligarekord mit zehn Siegen in Folge. 26:26 lautete Mitte Februar auch das Resultat im Hinspiel zwischen GWD und der HSG. „Das Ergebnis war noch das beste an dem Spiel“, denkt Carstens zurück: „Wir müssen vor allem das Kreisspiel der Nordhorner unterbinden. Dort haben sie mit ihren großen, schweren Leuten eine große Durchsetzungskraft.“ Im Hinspiel sei das nicht über die volle Distanz gelungen. „Da haben wir vor allem in der ersten Halbzeit viele Tore über den Kreis kassiert“, erklärt Carstens. Die zweite Stärke der HSG sei die robuste 6:0-Deckung. „Vor allem innerhalb der neun Meter sind die Nordhorner sehr präsent, sehr zweikampfbereit“, sagt Carstens. Er mahnt seine Mannschaft deshalb zu einer hohen Passqualität und einem guten Entscheidungsverhalten. „Und wir müssen die vielen freien Bälle, die wir im Hinspiel liegengelassen haben, viel besser nutzen“, erklärt der Coach. Im Februar vergaben die Mindener in der Schlussphase mit zwei leichtfertig vergebenen Angriffen den möglichen Sieg. Das soll kein zweites Mal passieren. Denn es gilt auch, mit zwei weiteren Pluspunkten und einem guten Gefühl in die zweiwöchige Länderspielpause zu gehen.

Nach vier Niederlagen in Folge: GWD reist zum Abstiegskrimi

Rückkehrer: Lucas Meister wird gegen die HSG Nordhorn-Lingen in den GWD-Kader zurückkehren. Der Schweizer Kreisläufer soll vor allem Mindens Abwehr stabilisieren. © Noah Wedel

Minden. Es ist ein Schlüsselspiel. Wenn Handball-Bundesligist GWD Minden in der Emsland Arena bei der HSG Nordhorn-Lingen aufläuft, geht es um viel. Sehr viel sogar. Es geht um mehr als nur um zwei Punkte. Es geht um das Verteidigen des Nichtabstiegsplatzes, das Abwenden der Ergebniskrise und darum, ein klares Zeichen an die direkte Konkurrenz zu senden. Die Mindener stehen am heutigen Donnerstagabend (19 Uhr) unter immensem Druck und müssen beweisen, dass sie damit umgehen können.

„Dem Spiel kommt einer ordentlichen Bedeutung zu“, sagt auch Frank Carstens. Der GWD-Coach denkt dabei auch an die Pandemielage, die einen Saisonabschluss unter regulären Bedingungen mit allen absolvierten Partien aller Mannschaften kaum noch zulässt. „Jedes Spiel, das jetzt angepfiffen wird, ist enorm wichtig“, sagt Carstens. Und wenn es gegen einen direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt gehe, nimmt der Druck noch einmal zu – ganz klar. Die aktuell auf Platz 18 stehenden Nordhorner können mit einem Sieg bis auf einen Punkt an die auf Rang 15 platzierten Mindener heranrücken. Zeitgleich kann im zweiten Kellerduell des Abends Balingen GWD überholen, wenn es zu Hause Essen schlägt.

Sicherlich mussten die Grün-Weißen zuletzt mit erschwerten Bedingungen kämpfen: Zum einen bestreiten die Mindener heute ihr fünftes Auswärtsspiel in Folge. Die seit dem 25. März angesetzten Heimspiele gegen Hannover und Erlangen fielen coronabedingt aus. Zum anderen verschärft die angespannten Personallage die Situation. Christoph Reißky sollte gegen Nordhorn nach einer achtmonatigen Verletzungspause sein Comeback geben – dann riss sich der 25-Jährige am Sonntag im Training das vordere Kreuzband des rechten Knies. Die beiden Mittelmänner Aliaksandr Padshyvalau (Fußverletzung) und Simon Strakeljahn (Rippenprellung) drohen ebenfalls auszufallen. Bei Doruk Pehlivan rechnen die GWD-Verantwortlichen nach dessen Meniskus-Operation mit einer sechswöchigen Verletzungspause bis Ende Mai. Kapitän und Abwehrchef Miljan Pusica wird nach seinem Kreuzbandriss erst in der neuen Saison wieder spielen können.

Immerhin gibt es einen Lichtblick: Lucas Meister wird nach seinem Abriss der Bizepssehne, die er sich Mitte Dezember zugezogen hatte, in Lingen zum Kader gehören. „Zwar fehlt ihm die Wettkampfpraxis, aber wir hoffen bei ihm auf Kurzeinsätze“, sagt Frank Carstens: „Dadurch haben wir vor allem in der Deckung mehr Möglichkeiten.“

Allen Widrigkeiten zum Trotz – jedem im GWD-Kollektiv ist klar: Nach den jüngsten vier Niederlagen muss nun endlich wieder gepunktet werden, um den Abstand zur Abstiegszone zu wahren. Zudem stehen die Nordhorner unter ähnlichem Druck wie Minden, auch wenn sie zuletzt nach drei Pleiten einen überraschenden Teilerfolg feierten. In Göppingern trotzten sie Frisch Auf ein 26:26 ab und vermiesten den Baden-Württembergern einen vereinseigenen Bundesligarekord mit zehn Siegen in Folge.

26:26 lautete Mitte Februar auch das Resultat im Hinspiel zwischen GWD und der HSG. „Das Ergebnis war noch das beste an dem Spiel“, denkt Carstens zurück: „Wir müssen vor allem das Kreisspiel der Nordhorner unterbinden. Dort haben sie mit ihren großen, schweren Leuten eine große Durchsetzungskraft.“ Im Hinspiel sei das nicht über die volle Distanz gelungen. „Da haben wir vor allem in der ersten Halbzeit viele Tore über den Kreis kassiert“, erklärt Carstens.

Die zweite Stärke der HSG sei die robuste 6:0-Deckung. „Vor allem innerhalb der neun Meter sind die Nordhorner sehr präsent, sehr zweikampfbereit“, sagt Carstens. Er mahnt seine Mannschaft deshalb zu einer hohen Passqualität und einem guten Entscheidungsverhalten. „Und wir müssen die vielen freien Bälle, die wir im Hinspiel liegengelassen haben, viel besser nutzen“, erklärt der Coach. Im Februar vergaben die Mindener in der Schlussphase mit zwei leichtfertig vergebenen Angriffen den möglichen Sieg. Das soll kein zweites Mal passieren. Denn es gilt auch, mit zwei weiteren Pluspunkten und einem guten Gefühl in die zweiwöchige Länderspielpause zu gehen.

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