Nach Knie-OP: Christoph Reißky arbeitet bereits an seinem Comeback Astrid Plaßhenrich Minden/Berlin. Christoph Reißky hatte wieder Vertrauen in seinem Körper. Endlich. Nach seiner Schulterverletzung und acht langen Monaten in der Reha befand sich der Handball-Profi von GWD Minden auf der Zielgeraden zu seinem Comeback. Der 25-Jährige hinterließ im Training einen so guten und stabilen Eindruck, dass GWD-Trainer Frank Carstens den Linkshänder fest für die richtungsweisende Bundesligapartie bei der HSG Nordhorn-Lingen Ende April einplante. Die Mindener gewannen – allerdings ohne Reißky. Denn der riss sich vier Tage vor seinem ersten Saisonspiel das vordere Kreuzband im linken Knie. Vergangenen Montag operierte Kniespezialist Dr. Sven Scheffler den Rückraumspieler im Sporthopaedicum in Berlin. „Ich habe noch Schmerzen, aber es ist alles nach Plan verlaufen“, sagt der Handballer. Es passierte bei einer harmlosen Szene, die in jedem Training hundertfach vorkommt. „Beim Abstoppen habe ich einen leichten Körperkontakt gespürt. Dabei überstreckte sich dann mein Knie“, erzählt Reißky. Er habe sofort gespürt, dass es sich wieder um eine schwere Verletzung handelt: „Ich glaube zwar nicht, dass meine Mitspieler es gehört haben, aber es hat extrem laut geknackt.“ Es folgten ungewisse Stunden. Mannschaftsarzt Dr. Jörg Pöhlmann stellte unmittelbar danach fest, dass das Knie instabil war. Aber erst das MRT gab genauen Aufschluss. „Ich habe bis zum Schluss gehofft, dass es nicht so schlimm ist, aber mich gleichzeitig auch schon mit einem Kreuzbandriss beschäftigt“, sagt der 25-Jährige. Nach der Diagnose war seine Enttäuschung riesig. „Ich bin in ein tiefes Loch gefallen“, gibt Reißky zu. Doch daraus versuchte er sich schnell herauszuziehen. Der Linkshänder richtete seinen Blick nach vorne und sprach mit Pöhlmann und GWD-Physiotherapeut Philipp Roessler über die für ihn bestmögliche Therapie. Die Entscheidung, sich in Berlin operieren zu lassen, war dann schnell gefallen. „Ich hatte bei den Gesprächen mit Dr. Scheffler ein sehr gutes Gefühl. Er hat mich sofort überzeugt“, sagt der Handballer. Reißky schätzt an dem Kniespezialisten, dass dieser ihn auch nach der Operation betreut. Die beiden telefonieren tagtäglich. Zudem ist es ein Vorteil, dass im Sporthopaedicums auch ein Reha-Zentrum angeschlossen ist. „Das gehört Fabian Kittmann, der lange Zeit Physiotherapeut bei den Füchse Berlin war. Ich kenne ihn seit mehr als zehn Jahren“, sagt der Rückraumspieler, der mit 15 Jahren zu dem Hauptstadtklub gewechselt war und dort auch seine ersten Bundesligaspiele machte. Nur einen Tag nach der Operation ging es mit der Reha los. „Ich musste das Knie direkt wieder bewegen. Zwar habe ich noch eine Schwellung, aber erste Fortschritte sind zu erkennen“, erzählt Reißky. Nur nachts muss er eine Schiene tragen. Scheffler sagte ihm, dass die ersten drei Wochen nach der OP die wichtigsten seien. Mindestens so lange wird der Mindener auch in Berlin bleiben. Wie Reha geht, weiß der GWD-Profi nur zugut. Erst Mitte September musste er sich an seiner Wurfschulter operieren lassen. Damals war die Supraspinatussehne angerissen. „Ich werde mir auch jetzt immer wieder kleine Ziele setzen“, erklärt der 25-Jährige seine Strategie, „im Moment habe ich auch richtig gut zutun.“ Neben den Einheiten im Reha-Zentrum macht er zusätzliche Übungen in seinem Zimmer. Daneben treibt er auch sein Studium der Kommunikationswissenschaften und BWL voran. Wann der Rückraumspieler wieder auf dem Spielfeld stehen wird, ist allerdings ungewiss. „Dieses Jahr wird das nichts mehr. Darüber bin ich mir im Klaren, und ich werde mich auch nicht unter Druck setzen. Das bringt eh nichts“, erklärt er. Reißky weiß, dass er die Rückkehr in den GWD-Kader schaffen kann. Das hat er schließlich schon einmal. „Ich bin da sehr zuversichtlich. Zudem habe ich in den letzten anderthalb Wochen vor der Knieverletzung noch einmal einen richtigen Schub bekommen. Mein Wurf wurde wieder härter, ich habe mich getraut in die Lücken und in die Zweikämpfe zu gehen.“ Der Handballer wusste, dass seine Schulter hält. Das Knie tat es nicht. Vor den beiden Verletzungen fiel Reißky nie längere Zeit aus. Jetzt traf ihn das Pech mit voller Wucht. „Klar ist das bitter. Aber ich kann es auch nicht ändern“, sagt er. Christoph Reißky ist kein Typ, der sich in seinem Schicksal ergibt. Er will es selbst in die Hand nehmen. Deshalb wird er genauso akribisch auf sein Comeback hinarbeiten, wie er es bei der Schulterverletzung getan hat: mit Mut, Entschlossenheit und Fleiß. Aber auch mit dem Wissen, dass er mit Rückschlägen umgehen muss. Aber auch die werden ihn nicht von seinem Weg abbringen.

Nach Knie-OP: Christoph Reißky arbeitet bereits an seinem Comeback

Mit der Entschlossenheit, mit der Christoph Reißky hier zum Abschluss kommt, will der GWD-Profi an seine sportliche Rückkehr arbeiten. Foto: Noah Wedel © Noah Wedel

Minden/Berlin. Christoph Reißky hatte wieder Vertrauen in seinem Körper. Endlich. Nach seiner Schulterverletzung und acht langen Monaten in der Reha befand sich der Handball-Profi von GWD Minden auf der Zielgeraden zu seinem Comeback. Der 25-Jährige hinterließ im Training einen so guten und stabilen Eindruck, dass GWD-Trainer Frank Carstens den Linkshänder fest für die richtungsweisende Bundesligapartie bei der HSG Nordhorn-Lingen Ende April einplante. Die Mindener gewannen – allerdings ohne Reißky. Denn der riss sich vier Tage vor seinem ersten Saisonspiel das vordere Kreuzband im linken Knie. Vergangenen Montag operierte Kniespezialist Dr. Sven Scheffler den Rückraumspieler im Sporthopaedicum in Berlin. „Ich habe noch Schmerzen, aber es ist alles nach Plan verlaufen“, sagt der Handballer.

Es passierte bei einer harmlosen Szene, die in jedem Training hundertfach vorkommt. „Beim Abstoppen habe ich einen leichten Körperkontakt gespürt. Dabei überstreckte sich dann mein Knie“, erzählt Reißky. Er habe sofort gespürt, dass es sich wieder um eine schwere Verletzung handelt: „Ich glaube zwar nicht, dass meine Mitspieler es gehört haben, aber es hat extrem laut geknackt.“ Es folgten ungewisse Stunden. Mannschaftsarzt Dr. Jörg Pöhlmann stellte unmittelbar danach fest, dass das Knie instabil war. Aber erst das MRT gab genauen Aufschluss. „Ich habe bis zum Schluss gehofft, dass es nicht so schlimm ist, aber mich gleichzeitig auch schon mit einem Kreuzbandriss beschäftigt“, sagt der 25-Jährige.

Nach der Diagnose war seine Enttäuschung riesig. „Ich bin in ein tiefes Loch gefallen“, gibt Reißky zu. Doch daraus versuchte er sich schnell herauszuziehen. Der Linkshänder richtete seinen Blick nach vorne und sprach mit Pöhlmann und GWD-Physiotherapeut Philipp Roessler über die für ihn bestmögliche Therapie. Die Entscheidung, sich in Berlin operieren zu lassen, war dann schnell gefallen. „Ich hatte bei den Gesprächen mit Dr. Scheffler ein sehr gutes Gefühl. Er hat mich sofort überzeugt“, sagt der Handballer.

Reißky schätzt an dem Kniespezialisten, dass dieser ihn auch nach der Operation betreut. Die beiden telefonieren tagtäglich. Zudem ist es ein Vorteil, dass im Sporthopaedicums auch ein Reha-Zentrum angeschlossen ist. „Das gehört Fabian Kittmann, der lange Zeit Physiotherapeut bei den Füchse Berlin war. Ich kenne ihn seit mehr als zehn Jahren“, sagt der Rückraumspieler, der mit 15 Jahren zu dem Hauptstadtklub gewechselt war und dort auch seine ersten Bundesligaspiele machte. Nur einen Tag nach der Operation ging es mit der Reha los. „Ich musste das Knie direkt wieder bewegen. Zwar habe ich noch eine Schwellung, aber erste Fortschritte sind zu erkennen“, erzählt Reißky. Nur nachts muss er eine Schiene tragen. Scheffler sagte ihm, dass die ersten drei Wochen nach der OP die wichtigsten seien. Mindestens so lange wird der Mindener auch in Berlin bleiben.

Wie Reha geht, weiß der GWD-Profi nur zugut. Erst Mitte September musste er sich an seiner Wurfschulter operieren lassen. Damals war die Supraspinatussehne angerissen. „Ich werde mir auch jetzt immer wieder kleine Ziele setzen“, erklärt der 25-Jährige seine Strategie, „im Moment habe ich auch richtig gut zutun.“ Neben den Einheiten im Reha-Zentrum macht er zusätzliche Übungen in seinem Zimmer. Daneben treibt er auch sein Studium der Kommunikationswissenschaften und BWL voran.

Wann der Rückraumspieler wieder auf dem Spielfeld stehen wird, ist allerdings ungewiss. „Dieses Jahr wird das nichts mehr. Darüber bin ich mir im Klaren, und ich werde mich auch nicht unter Druck setzen. Das bringt eh nichts“, erklärt er. Reißky weiß, dass er die Rückkehr in den GWD-Kader schaffen kann. Das hat er schließlich schon einmal. „Ich bin da sehr zuversichtlich. Zudem habe ich in den letzten anderthalb Wochen vor der Knieverletzung noch einmal einen richtigen Schub bekommen. Mein Wurf wurde wieder härter, ich habe mich getraut in die Lücken und in die Zweikämpfe zu gehen.“ Der Handballer wusste, dass seine Schulter hält. Das Knie tat es nicht. Vor den beiden Verletzungen fiel Reißky nie längere Zeit aus. Jetzt traf ihn das Pech mit voller Wucht. „Klar ist das bitter. Aber ich kann es auch nicht ändern“, sagt er.

Christoph Reißky ist kein Typ, der sich in seinem Schicksal ergibt. Er will es selbst in die Hand nehmen. Deshalb wird er genauso akribisch auf sein Comeback hinarbeiten, wie er es bei der Schulterverletzung getan hat: mit Mut, Entschlossenheit und Fleiß. Aber auch mit dem Wissen, dass er mit Rückschlägen umgehen muss. Aber auch die werden ihn nicht von seinem Weg abbringen.

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