Nach „Easy Lover“ geht die Leichtigkeit verloren - doch zum Saisonstart ist bei GWD nicht alles schlecht Marcus Riechmann Minden. Bei der Rückkehr in die Kampa-Halle gab der Gegner den Ton an und die Musik in der Halle die Richtung vor. „Easy Lover“ von Phil Collins dudelte unmittelbar vor dem Anpfiff aus den Boxen und der faden Radio-Frühstücksmusik folgte lauwarmer Handball. Das Team von GWD Minden kam am ersten Spieltag der Bundesliga nicht recht in die Gänge. Zur Halbzeit donnerte mit „Galvanize“ der 15 Jahre alte Elektro-Sound der Chemical Brothers aus dem Boxen. „It’s time to push the button“ heißt die immer wiederkehrende Liedzeile. Doch die Mindener Handballer konnten den Schalter nicht umlegen. Sie waren am Mittwochabend nicht in der Lage, sich ernsthaft gegen den mit dünnem Kader angetreten Vize-Meister der SG Flensburg-Handewitt zu wehren. Und als dann beim 15:21-Rückstand zunächst Flensburgs Kreisläufer Johannes Golla bei einem Konter gleich zwei GWD-Spieler abschüttelte, den Ball noch mit einem trockenen Flachwurf ins Tor beförderte und hernach „Ordinary day“ durch die Halle plätscherte, mochte man nur leise hoffen, dass es sich um einen gebrauchten, aber bitte nicht um einen ganz gewöhnlichen Tag des Mindener Teams handeln sollte. An einem Abend, an dem GWD Minden mit 18:31 eine 13-Tore-Klatsche kassierte, war die Stimmung in Moll gerutscht. Ein Blick auf Sportgeschäftsführer Frank von Behren, der allein im noch leeren Kraftraum an der Wand hockte und seine Gedanken sammelte, genügte, um die Ernüchterung bei den Gastgebern zu spüren. Zwei Tage vor dem schweren und wichtigen Auswärtsspiel bei HBW Balingen-Weilstetten am Samstagabend (18.30 Uhr) war vieles im runderneuerten GWD-Team schlecht, aber nicht alles. Der neue Mittelmann Niclas Pieczkowski beispielsweise setzte positive Akzente. „Er hat sich gegen die Niederlage gestemmt“, befand Trainer Frank Carstens und lobte den neuen Kapitän als „bester Mann.“ Mats Korte zeigte auf Linksaußen eine ansprechende Partie, Routinier Christian Zeitz hatte gute Momente. Und auch im Tor leisteten Malte Semisch und Carsten Lichtlein verlässlich ihren Dienst. Semisch beispielsweise nahm Gäste-Linksaußen Emil Jakobsen einen ganzen Schwung guter Würfe ab. Amine Darmoul gelangen zauberhafte Aktionen, wenn er vom Team in 1:1-Situationen gebracht wurde und seine Gegenspieler austanzte. „Ein gutes Mittel“, meinte der Trainer, „aber keines, das unser Spiel über 60 Minuten trägt.“ Die solitären guten Aktionen gaben dem zaudernden Team keine Sicherheit, es blieb – wenig überraschend – vor allem im neu formierten Rückraum und im Tempospiel noch vieles Stückwerk gegen die robuste und erfahrene Gäste-Abwehr. Es passte ins Bild, dass der Überzahltreffer von Mats Korte zum 9:11 keine Anerkennung fand, weil Minden einen Spieler zuviel auf das Feld geschickt hatte. Die Folge: GWD kassierte eine Zeitstrafe und Flensburg löste sich in der Folge auf 13:8. „Das nehme ich auf meine Kappe“, meinte Frank Carstens zur unerlaubten Einwechslung. Auch er leistete damit seinen Beitrag zu den vielen kleinen Fehlern, die sich mitsamt einer Fülle vergebener guter Wurfchancen schließlich zu einer wuchtigen 13-Tore-Pleite addierten. Es war nicht alles schlecht. Und das galt auch für die wiedereröffnete Arena, die in ihrem 51. Jahr an historischem Charme nichts verloren hat. Zwar suchten etliche Zuschauer Orientierung, den gewohnten Platz, die vertrauten Wege und geöffnete WCs. Doch die Toiletten vor der Tür erfüllten ihren Zweck und auch an ein Kaltgetränk konnte man kommen – bisweilen mit einem kleinen Umweg, aber es ging. Der Behelf im Handball-Denkmal passte ganz gut zur sportlichen Darbietung. Gut kam der neue Vip-Raum im Nordfoyer an. So gut gefiel es manchen Gästen, dass sie noch in Scharen im Wohlfühlbereich verweilten, als die zweite Halbzeit längst angepfiffen war. Sie verpassten nicht viel und erlebten fraglos bessere Stimmung, als sie unter den restlichen der gerade mal 1.380 Zuschauer auf den Tribünen herrschte.

Nach „Easy Lover“ geht die Leichtigkeit verloren - doch zum Saisonstart ist bei GWD nicht alles schlecht

Erstes Spiel in der Bundesliga: Amine Darmoul ist mit GWD Minden zum Saisonstart hart gelandet. Foto: Noah Wedel © Noah Wedel

Minden. Bei der Rückkehr in die Kampa-Halle gab der Gegner den Ton an und die Musik in der Halle die Richtung vor. „Easy Lover“ von Phil Collins dudelte unmittelbar vor dem Anpfiff aus den Boxen und der faden Radio-Frühstücksmusik folgte lauwarmer Handball. Das Team von GWD Minden kam am ersten Spieltag der Bundesliga nicht recht in die Gänge.

Zur Halbzeit donnerte mit „Galvanize“ der 15 Jahre alte Elektro-Sound der Chemical Brothers aus dem Boxen. „It’s time to push the button“ heißt die immer wiederkehrende Liedzeile. Doch die Mindener Handballer konnten den Schalter nicht umlegen. Sie waren am Mittwochabend nicht in der Lage, sich ernsthaft gegen den mit dünnem Kader angetreten Vize-Meister der SG Flensburg-Handewitt zu wehren. Und als dann beim 15:21-Rückstand zunächst Flensburgs Kreisläufer Johannes Golla bei einem Konter gleich zwei GWD-Spieler abschüttelte, den Ball noch mit einem trockenen Flachwurf ins Tor beförderte und hernach „Ordinary day“ durch die Halle plätscherte, mochte man nur leise hoffen, dass es sich um einen gebrauchten, aber bitte nicht um einen ganz gewöhnlichen Tag des Mindener Teams handeln sollte.

An einem Abend, an dem GWD Minden mit 18:31 eine 13-Tore-Klatsche kassierte, war die Stimmung in Moll gerutscht. Ein Blick auf Sportgeschäftsführer Frank von Behren, der allein im noch leeren Kraftraum an der Wand hockte und seine Gedanken sammelte, genügte, um die Ernüchterung bei den Gastgebern zu spüren. Zwei Tage vor dem schweren und wichtigen Auswärtsspiel bei HBW Balingen-Weilstetten am Samstagabend (18.30 Uhr) war vieles im runderneuerten GWD-Team schlecht, aber nicht alles.

Der neue Mittelmann Niclas Pieczkowski beispielsweise setzte positive Akzente. „Er hat sich gegen die Niederlage gestemmt“, befand Trainer Frank Carstens und lobte den neuen Kapitän als „bester Mann.“ Mats Korte zeigte auf Linksaußen eine ansprechende Partie, Routinier Christian Zeitz hatte gute Momente. Und auch im Tor leisteten Malte Semisch und Carsten Lichtlein verlässlich ihren Dienst. Semisch beispielsweise nahm Gäste-Linksaußen Emil Jakobsen einen ganzen Schwung guter Würfe ab. Amine Darmoul gelangen zauberhafte Aktionen, wenn er vom Team in 1:1-Situationen gebracht wurde und seine Gegenspieler austanzte. „Ein gutes Mittel“, meinte der Trainer, „aber keines, das unser Spiel über 60 Minuten trägt.“

Die solitären guten Aktionen gaben dem zaudernden Team keine Sicherheit, es blieb – wenig überraschend – vor allem im neu formierten Rückraum und im Tempospiel noch vieles Stückwerk gegen die robuste und erfahrene Gäste-Abwehr. Es passte ins Bild, dass der Überzahltreffer von Mats Korte zum 9:11 keine Anerkennung fand, weil Minden einen Spieler zuviel auf das Feld geschickt hatte. Die Folge: GWD kassierte eine Zeitstrafe und Flensburg löste sich in der Folge auf 13:8. „Das nehme ich auf meine Kappe“, meinte Frank Carstens zur unerlaubten Einwechslung. Auch er leistete damit seinen Beitrag zu den vielen kleinen Fehlern, die sich mitsamt einer Fülle vergebener guter Wurfchancen schließlich zu einer wuchtigen 13-Tore-Pleite addierten.

Es war nicht alles schlecht. Und das galt auch für die wiedereröffnete Arena, die in ihrem 51. Jahr an historischem Charme nichts verloren hat. Zwar suchten etliche Zuschauer Orientierung, den gewohnten Platz, die vertrauten Wege und geöffnete WCs. Doch die Toiletten vor der Tür erfüllten ihren Zweck und auch an ein Kaltgetränk konnte man kommen – bisweilen mit einem kleinen Umweg, aber es ging. Der Behelf im Handball-Denkmal passte ganz gut zur sportlichen Darbietung.

Gut kam der neue Vip-Raum im Nordfoyer an. So gut gefiel es manchen Gästen, dass sie noch in Scharen im Wohlfühlbereich verweilten, als die zweite Halbzeit längst angepfiffen war. Sie verpassten nicht viel und erlebten fraglos bessere Stimmung, als sie unter den restlichen der gerade mal 1.380 Zuschauer auf den Tribünen herrschte.

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