Mr. Cool kann auch anders: Christian Zeitz ließ dramatische Schlussphase im Hinspiel gegen Essen kalt Astrid Plaßhenrich Minden. Christian Zeitz verzog keine Miene. Wie fast immer. Seine Teamkollegen des Bundesligisten GWD Minden rasteten dagegen völlig aus, als ihr Torwart Carsten Lichtlein Anfang Dezember den entscheidenden Siebenmeter gegen Noah Beyer in allerletzter Sekunde abwehrte und damit den knappen 30:29-Sieg gegen TuSEM Essen festhielt. Anscheinend hat Zeitz in seiner langen Karriere so viel miterlebt, dass ihn ein Handball-Krimi nicht mehr aus der Ruhe bringt. Mit dieser Ausgeglichenheit wird der 40-Jährige auch heute Abend (19 Uhr) das Auswärtsspiel beim Aufsteiger angehen. Aber: Zeitz kann auch anders. Das hat der Linkshänder in dieser Saison bereits gezeigt. Stefan Kretzschmar postete die Siebenmeter-Szene mit dem süffisanten Satz „Geil, wie Zeitzi völlig ausflippt“ auf seinem Facebook-Account. Es folgte eine Flut von Kommentaren. „Ich glaube mein Gefrierfach ist lauwarm im Gegensatz zu diesem Typen“, schrieb einer. Und einer anderer meinte: „Zeitz’ Ruhepuls liegt bei 60, wenn er aufgeregt ist, steigt er auf 63. Hier waren wir bei einer klaren 61.“ Der Routinier befindet sich im Aufwind und hat bei der jüngsten 27:29-Niederlage gegen die Rhein-Neckar Löwen am Samstagabend sein bisher bestes Spiel im GWD-Trikot gemacht. „Christian hat eine starke Leistung abgeliefert“, sagt auch Mindens Trainer Frank Carstens, „in der Abwehr ist eh immer auf ihn Verlass, aber auch im Angriff war er eine richtig gute Hilfe.“ Zeitz ermöglichte Rambo nach dem kräftezehrenden Spiel bei FA Göppingen die so wichtigen Pausen. Neben ihm nannte Carstens in einem Atemzug aber auch Miro Schluroff: „Beide haben Druck auf das gegnerische Tor erzeugt. Wir hatten in Mannheim zwei Spieler mehr.“ Während die Formkurve bei dem Wetlmeister von 2007 und dem halb so alten Schluroff ansteigt, spielt Aliaksandr Padshyvalau im Mindener Spiel aktuell keine Rolle. „Natürlich ist Aliaksandr sehr unzufrieden. Aber das hängt vor allem mit der Leistung von Juri Knorr zusammen. Er ist in sehr guter Verfassung, so dass es für andere Spieler wenig Gelegenheit gibt, auf der Position zum Zuge zu kommen. Das gilt auch für Simon Strakeljahn.“ Auf persönliche Befindlichkeiten kann im Kampf um den Klassenerhalt sowieso keine Rücksicht genommen werden. GWD braucht die zwei Punkte gegen Essen, um den Abstand zur Abstiegszone zu wahren und einen direkten Konkurrenten zu distanzieren. Dafür müssen die Mindener in der Sporthalle „Am Hallo“ eine sowohl couragierte als auch konzentrierte Leistung hinlegen. Die Essener haben nach der jüngsten 19:22-Niederlage gegen Nordhorn vier Punkte Rückstand auf das rettende Ufer. Die Luft wird dünner – und somit muss TuSEM gegen GWD viel riskieren. Den nötigen Respekt hat sich der Aufsteiger im Hinspiel bereits verschafft. Bis zehn Minuten vor Spielschluss lagen die Essener mit drei Toren in Front, um dann doch noch zu verlieren. Die Mindener wissen also, was auf sie zukommt. „Essen ist die Mannschaft aus dem Tabellenkeller, die am konsequentesten auf das Tempospiel setzt“, sagt Frank Carstens, „das Team geht 60 Minuten Vollgas. Deswegen sind wir gezwungen, schnellstmöglich an den eigenen Kreis zurückzukehren.“ Im Hinspiel habe das vernünftig geklappt. „Wir haben eine Menge Bälle abgefangen und Fehler provoziert, die wir für unser Tempospiel wieder nutzen konnten“, erklärt Carstens. Der GWD-Trainer schätzt aber auch die Flexibilität der Essener Abwehr. „Die Organisation ist gut.“ Deshalb rechnet der der Mindener Coach erneut mit einem sehr engen Spielverlauf. Übrigens: Zeitz kann durchaus seine Ruhe verlieren. Offensichtlich war das Mitte Februar beim 27:27 gegen die HSG Nordhorn-Lingen. Sekunden vor der Halbzeitpause geriet der 40-Jährige nach einer für ihn unverständlichen Zwei-Minuten-Strafe derart in Rage, dass er sich gegenüber den Schiedsrichtern zu verbalen Entgleisungen hinreißen ließ. Es folgte erst die Rote, dann die Blaue Karte. Mr. Cool kann also auch anders.

Mr. Cool kann auch anders: Christian Zeitz ließ dramatische Schlussphase im Hinspiel gegen Essen kalt

Christian Zeitz (links) hatte zuletzt im Mindener Angriffsspiel positive Akzente gesetzt. Daran soll der 40-Jährige beim heutigen Auswärtsspiel in Essen anknüpfen. Foto: Noah Wedel © Noah Wedel

Minden. Christian Zeitz verzog keine Miene. Wie fast immer. Seine Teamkollegen des Bundesligisten GWD Minden rasteten dagegen völlig aus, als ihr Torwart Carsten Lichtlein Anfang Dezember den entscheidenden Siebenmeter gegen Noah Beyer in allerletzter Sekunde abwehrte und damit den knappen 30:29-Sieg gegen TuSEM Essen festhielt. Anscheinend hat Zeitz in seiner langen Karriere so viel miterlebt, dass ihn ein Handball-Krimi nicht mehr aus der Ruhe bringt. Mit dieser Ausgeglichenheit wird der 40-Jährige auch heute Abend (19 Uhr) das Auswärtsspiel beim Aufsteiger angehen. Aber: Zeitz kann auch anders. Das hat der Linkshänder in dieser Saison bereits gezeigt.

Stefan Kretzschmar postete die Siebenmeter-Szene mit dem süffisanten Satz „Geil, wie Zeitzi völlig ausflippt“ auf seinem Facebook-Account. Es folgte eine Flut von Kommentaren. „Ich glaube mein Gefrierfach ist lauwarm im Gegensatz zu diesem Typen“, schrieb einer. Und einer anderer meinte: „Zeitz’ Ruhepuls liegt bei 60, wenn er aufgeregt ist, steigt er auf 63. Hier waren wir bei einer klaren 61.“

Der Routinier befindet sich im Aufwind und hat bei der jüngsten 27:29-Niederlage gegen die Rhein-Neckar Löwen am Samstagabend sein bisher bestes Spiel im GWD-Trikot gemacht. „Christian hat eine starke Leistung abgeliefert“, sagt auch Mindens Trainer Frank Carstens, „in der Abwehr ist eh immer auf ihn Verlass, aber auch im Angriff war er eine richtig gute Hilfe.“ Zeitz ermöglichte Rambo nach dem kräftezehrenden Spiel bei FA Göppingen die so wichtigen Pausen. Neben ihm nannte Carstens in einem Atemzug aber auch Miro Schluroff: „Beide haben Druck auf das gegnerische Tor erzeugt. Wir hatten in Mannheim zwei Spieler mehr.“

Während die Formkurve bei dem Wetlmeister von 2007 und dem halb so alten Schluroff ansteigt, spielt Aliaksandr Padshyvalau im Mindener Spiel aktuell keine Rolle. „Natürlich ist Aliaksandr sehr unzufrieden. Aber das hängt vor allem mit der Leistung von Juri Knorr zusammen. Er ist in sehr guter Verfassung, so dass es für andere Spieler wenig Gelegenheit gibt, auf der Position zum Zuge zu kommen. Das gilt auch für Simon Strakeljahn.“

Auf persönliche Befindlichkeiten kann im Kampf um den Klassenerhalt sowieso keine Rücksicht genommen werden. GWD braucht die zwei Punkte gegen Essen, um den Abstand zur Abstiegszone zu wahren und einen direkten Konkurrenten zu distanzieren. Dafür müssen die Mindener in der Sporthalle „Am Hallo“ eine sowohl couragierte als auch konzentrierte Leistung hinlegen. Die Essener haben nach der jüngsten 19:22-Niederlage gegen Nordhorn vier Punkte Rückstand auf das rettende Ufer. Die Luft wird dünner – und somit muss TuSEM gegen GWD viel riskieren.

Den nötigen Respekt hat sich der Aufsteiger im Hinspiel bereits verschafft. Bis zehn Minuten vor Spielschluss lagen die Essener mit drei Toren in Front, um dann doch noch zu verlieren. Die Mindener wissen also, was auf sie zukommt. „Essen ist die Mannschaft aus dem Tabellenkeller, die am konsequentesten auf das Tempospiel setzt“, sagt Frank Carstens, „das Team geht 60 Minuten Vollgas. Deswegen sind wir gezwungen, schnellstmöglich an den eigenen Kreis zurückzukehren.“ Im Hinspiel habe das vernünftig geklappt. „Wir haben eine Menge Bälle abgefangen und Fehler provoziert, die wir für unser Tempospiel wieder nutzen konnten“, erklärt Carstens. Der GWD-Trainer schätzt aber auch die Flexibilität der Essener Abwehr. „Die Organisation ist gut.“ Deshalb rechnet der der Mindener Coach erneut mit einem sehr engen Spielverlauf.

Übrigens: Zeitz kann durchaus seine Ruhe verlieren. Offensichtlich war das Mitte Februar beim 27:27 gegen die HSG Nordhorn-Lingen. Sekunden vor der Halbzeitpause geriet der 40-Jährige nach einer für ihn unverständlichen Zwei-Minuten-Strafe derart in Rage, dass er sich gegenüber den Schiedsrichtern zu verbalen Entgleisungen hinreißen ließ. Es folgte erst die Rote, dann die Blaue Karte. Mr. Cool kann also auch anders.

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