Mit Mut zum Klassenerhalt: Joscha Ritterbach erklärt, worauf es im Saisonendspurt ankommt Astrid Plaßhenrich Minden. Die Schulterklopfer des Deutschen Meisters waren gut gemeint. Sie helfen Handball-Bundesligist GWD Minden im Kampf um den Klassenerhalt aber nicht weiter. Das hätten zwei Punkte getan. Doch die nahm der THW Kiel nach dessen 35:30 (17:13)-Sieg am Samstagabend in der Lübbecker Kreissporthalle mit in den Norden. Die Mindener blieben mit dem Gefühl zurück, die Partie gegen den Rekordmeister nach Startschwierigkeiten lange offen gehalten zu haben. „Wir konnten am nächsten Tag alle beruhigt in den Spiegel schauen“, sagt GWD-Linksaußen Joscha Richterbach, „aber wir haben mal wieder aufgezeigt bekommen, woran wir arbeiten müssen.“ Die Kieler trotteten abgekämpft aus der Halle. Das verdankten die THW-Profis der leidenschaftlichen Mindener Gegenwehr. So lobte auch Filip Jicha die aggressive grün-weiße Defensive. „Wir hatten vor allem in der Anfangsphase große Probleme im Angriff“, erklärte der THW-Trainer. Es sei Torwart Niklas Ladin zu verdanken gewesen, dass er mit seinen Paraden den Kielern die nötige Sicherheit gegeben hat. Der Weltklasse-Keeper vereitelte in den ersten Minuten reflexstark gleich eine Handvoll GWD-Chancen. Anstatt dass es 4:5 oder gar 5:5 stand, lagen die Mindener nach zehn Minuten mit 1:5 zurück. Bereits in den Spielen zuvor zeigten die Grün-Weißen vor dem gegnerischen Tor Nerven. Die Kritik will Joscha Ritterbach allerdings nicht so einfach stehen lassen. „Wir sind gut daran beraten, den Torabschluss nicht unnötig zum Thema zu machen“, meint der 27-Jährige, „ja, wir haben die ein oder andere Möglichkeit liegengelassen, es gibt aber auch andere Dinge zu verbessern.“ Vor allem müsse sein Team ins Tempospiel kommen und das konsequent durchdrücken. „Genau das macht uns stark. Wir müssen mutig und schnell hinten herausspielen, immer im Spielfluss bleiben“, sagt der Rechtshänder. Gegen Kiel gelang das phasenweise sehr gut. Schließlich kassiert der THW nicht regelmäßig 30 oder mehr Tore. Dass es trotzdem nicht zu einem Punktgewinn gereicht hat, fasste GWD-Trainer Frank Carstens wie folgt zusammen: „Es fehlten einige Zutaten. Zum einen eine andere Regelauslegung, zum anderen die Effizienz in der Verteidigung, und dazu braucht man Helden für einen Sieg gegen Kiel – idealerweise steht der im Tor. Das war heute nur phasenweise der Fall.“ Damit hat sich die Ausgangslage beider Mannschaften auf der Zielgeraden der Bundesliga nicht verändert. Der THW bleibt der SG Flensburg-Handewitt dicht auf den Fersen und träumt weiterhin von der Titelverteidigung. Die Grün-Weißen befinden sich als Tabellen-16. in akuter Abstiegsgefahr. Nur ein mickriger Punkt trennt GWD von dem ersten Abstiegsplatz. Den belegen aktuell die Eulen aus Ludwigshafen, und die empfangen die Mindener in neun Tagen zum direkten Duell in Lübbecke. Doch zunächst steht am Sonntag das Heimspiel gegen Frisch Auf Göppingen an. Ritterbach ist froh, „dass wir uns mit einer vernünftigen Trainingswoche darauf vorbereiten können.“ Das war in den vergangenen Wochen kaum der Fall gewesen. „Im Mai hatten wir zwischen den Spielen immer nur 48 Stunden Zeit“, sagt der Rechtshänder. In diesem Fall bleibt die kurze Zeitspanne dem Gegner. Denn FAG tritt am Donnerstag noch in Kiel an. Joscha Ritterbach wird am Sonntag auf seine alten Göppinger Teamkollegen treffen. Vor zwei Jahren war der in Lengerich aufgewachsene Handballprofi aus Baden-Württemberg nach Ostwestfalen gekommen. Jetzt neigt sich auch in Minden seine Zeit dem Ende zu. GWD hat seinen Vertrag nicht verlängert. Wohin es ihn dann verschlagen wird, weiß Ritterbach noch nicht konkret: „Ich befinde mich in Gesprächen. Und bis zum 30. Juni bin ich noch Spieler von GWD. Bis dahin gilt es, ein großes Ziel zu erreichen. Nur darauf konzentriere ich mich.“

Mit Mut zum Klassenerhalt: Joscha Ritterbach erklärt, worauf es im Saisonendspurt ankommt

GWD-Linksaußen Joscha Ritterbach will mit seinen Toren zum Ziel „Klassenerhalt“ beitragen. © Noah Wedel

Minden. Die Schulterklopfer des Deutschen Meisters waren gut gemeint. Sie helfen Handball-Bundesligist GWD Minden im Kampf um den Klassenerhalt aber nicht weiter. Das hätten zwei Punkte getan. Doch die nahm der THW Kiel nach dessen 35:30 (17:13)-Sieg am Samstagabend in der Lübbecker Kreissporthalle mit in den Norden. Die Mindener blieben mit dem Gefühl zurück, die Partie gegen den Rekordmeister nach Startschwierigkeiten lange offen gehalten zu haben. „Wir konnten am nächsten Tag alle beruhigt in den Spiegel schauen“, sagt GWD-Linksaußen Joscha Richterbach, „aber wir haben mal wieder aufgezeigt bekommen, woran wir arbeiten müssen.“

Die Kieler trotteten abgekämpft aus der Halle. Das verdankten die THW-Profis der leidenschaftlichen Mindener Gegenwehr. So lobte auch Filip Jicha die aggressive grün-weiße Defensive. „Wir hatten vor allem in der Anfangsphase große Probleme im Angriff“, erklärte der THW-Trainer. Es sei Torwart Niklas Ladin zu verdanken gewesen, dass er mit seinen Paraden den Kielern die nötige Sicherheit gegeben hat. Der Weltklasse-Keeper vereitelte in den ersten Minuten reflexstark gleich eine Handvoll GWD-Chancen. Anstatt dass es 4:5 oder gar 5:5 stand, lagen die Mindener nach zehn Minuten mit 1:5 zurück. Bereits in den Spielen zuvor zeigten die Grün-Weißen vor dem gegnerischen Tor Nerven. Die Kritik will Joscha Ritterbach allerdings nicht so einfach stehen lassen. „Wir sind gut daran beraten, den Torabschluss nicht unnötig zum Thema zu machen“, meint der 27-Jährige, „ja, wir haben die ein oder andere Möglichkeit liegengelassen, es gibt aber auch andere Dinge zu verbessern.“

Vor allem müsse sein Team ins Tempospiel kommen und das konsequent durchdrücken. „Genau das macht uns stark. Wir müssen mutig und schnell hinten herausspielen, immer im Spielfluss bleiben“, sagt der Rechtshänder. Gegen Kiel gelang das phasenweise sehr gut. Schließlich kassiert der THW nicht regelmäßig 30 oder mehr Tore. Dass es trotzdem nicht zu einem Punktgewinn gereicht hat, fasste GWD-Trainer Frank Carstens wie folgt zusammen: „Es fehlten einige Zutaten. Zum einen eine andere Regelauslegung, zum anderen die Effizienz in der Verteidigung, und dazu braucht man Helden für einen Sieg gegen Kiel – idealerweise steht der im Tor. Das war heute nur phasenweise der Fall.“

Damit hat sich die Ausgangslage beider Mannschaften auf der Zielgeraden der Bundesliga nicht verändert. Der THW bleibt der SG Flensburg-Handewitt dicht auf den Fersen und träumt weiterhin von der Titelverteidigung. Die Grün-Weißen befinden sich als Tabellen-16. in akuter Abstiegsgefahr. Nur ein mickriger Punkt trennt GWD von dem ersten Abstiegsplatz. Den belegen aktuell die Eulen aus Ludwigshafen, und die empfangen die Mindener in neun Tagen zum direkten Duell in Lübbecke.

Doch zunächst steht am Sonntag das Heimspiel gegen Frisch Auf Göppingen an. Ritterbach ist froh, „dass wir uns mit einer vernünftigen Trainingswoche darauf vorbereiten können.“ Das war in den vergangenen Wochen kaum der Fall gewesen. „Im Mai hatten wir zwischen den Spielen immer nur 48 Stunden Zeit“, sagt der Rechtshänder. In diesem Fall bleibt die kurze Zeitspanne dem Gegner. Denn FAG tritt am Donnerstag noch in Kiel an.

Joscha Ritterbach wird am Sonntag auf seine alten Göppinger Teamkollegen treffen. Vor zwei Jahren war der in Lengerich aufgewachsene Handballprofi aus Baden-Württemberg nach Ostwestfalen gekommen. Jetzt neigt sich auch in Minden seine Zeit dem Ende zu. GWD hat seinen Vertrag nicht verlängert. Wohin es ihn dann verschlagen wird, weiß Ritterbach noch nicht konkret: „Ich befinde mich in Gesprächen. Und bis zum 30. Juni bin ich noch Spieler von GWD. Bis dahin gilt es, ein großes Ziel zu erreichen. Nur darauf konzentriere ich mich.“

Copyright © Mindener Tageblatt 2021
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in GWD Minden