Matchball: GWD Minden ringt um Klassenerhalt Astrid Plaßhenrich Minden. Es ist das packendste Saisonfinale der vergangenen Jahre. GWD Minden ringt am vorletzten Spieltag der Handball-Bundesliga um den Klassenerhalt. Der Gegner aus Ludwigshafen klammert sich an den letzten Strohhalm, um dem Abstieg zu entkommen. Das direkte Duell der beiden Kellerkinder ist an Spannung kaum zu überbieten. Anpfiff: Heute um 19 Uhr in der Lübbecker Kreissporthalle. Status: Verlieren verboten! Ausgangslage GWD belegt Tabellenplatz 16 mit 27:45 Punkten. Die Eulen Ludwigshafen stehen mit 24:48 Zählern auf Rang 17, dem ersten Abstiegsplatz. Vier Punkte sind in zwei Spielen noch zu vergeben. GWD reicht ein Unentschieden, um den Klassenerhalt perfekt zu machen. Ein Vorteil: Auch bei einer Niederlage können die Mindener am letzten Spieltag den Klassenerhalt noch aus eigener Kraft schaffen. Am Sonntag sind die Grün-Weißen bei der HSG Wetzlar zu Gast. Pikant: Das ist der zukünftige Klub vom jetzigen Eulen-Trainer Ben Matschke. Der nimmt nach Information des Internet-Portals „Handball.leaks“ Hendrik Wagner mit nach Mittelhessen. Den 21-jährigen Rückraumspieler jagt die halbe Bundesliga. Hinspiel Daran sollten die Mindener keinen Gedanken verschwenden. GWD ging nach der Corona-Quarantäne mit 24:30 in der Friedrich-Ebert-Halle unter. „Wir müssen ganz, ganz viele Dinge besser machen als im Hinspiel. Das war einer der schlechtesten Leistungen der Saison“, blickt GWD-Trainer Frank Carstens zurück: „In erster Linie müssen wir besser verteidigen. Die Eulen haben es mit Tempowechseln immer wieder geschafft, ihre Eins-gegen-eins starken Spieler in Szene zu setzen.“ Mindens Trumpf: GWD hat sich in den vergangenen Monaten vor allem im Abwehrkollektiv enorm gesteigert. Ludwigshafens Stärken Frank Carstens hat vor allem Respekt vor dem Ludwigshafener Rückraum. Dominik Mappes ist ein sehr guter Taktgeber, der das Spiel liest und steuert. Der Spielmacher bedient vorzugsweise Hendrik Wagner – und der hat sich stark entwickelt. „Wenn er einen Lauf hat, trifft er aus allen Situationen“, sagt Carstens über das athletische 100-Kilogramm-Schwergewicht. Wagner warf bislang 168 Tore und trifft seit Wochen auch gerne zweistellig. Carstens warnt außerdem noch vor Azat Valiullin: „Er hat uns im Hinspiel große Probleme bereitet. Sein Wurf ist extrem variabel, unberechenbar.“ Zahlenspiele Dass Ludwigshafen überhaupt noch die Chance auf den Klassenerhalt hat, verdankt es einem Aufschwung nach der WM-Pause. Ein Grund: Ben Matschke lässt seine Mannschaft seitdem langsamer spielen. Mit durchschnittlich 37,7 Sekunden bis zum ersten Abschluss oder Ballverlust nehmen sich die Eulen im Angriff die meiste Zeit, analysierte Handball-Blogger Julian Rux. So lange kommt der Gegner eben auch nicht an den Ball und kann selbst kein Tor werfen. Dominik Mappes erklärte im Sky-Interview, dass die Spielanlage nun breiter sei und es weniger Kreuzbewegungen gebe. Diese hätten zu vielen Ballverlusten geführt. Rux’ mathematischer Beweis: Vor der WM verloren die Eulen so oft wie kein anderes Team den Ball (11,1 pro 50 Ballbesitze), seitdem sind sie bis auf Rang zehn (9,2) geklettert. Vorfreude Es ist ein Heimspiel. Die Hütte wird voll sein. Für Minden ist es ein Matchball. Für die Ludwigshafener ein Alles-oder-Nichts-Spiel. Ganz klar: Wer dieses Drehbuch geschrieben hat, hatte ein glückliches Händchen.

Matchball: GWD Minden ringt um Klassenerhalt

Eine Szene aus dem Hinspiel: Mindens Christian Zeitz (Minden) findet gegen Azat Valiullin (links) und Gunnar Dietrich die Lücke. Die Mindener kamen bei dem 24:30 aber zu selten zum Abschluss. Foto: Michael Ruffler/imago © imago images/foto2press

Minden. Es ist das packendste Saisonfinale der vergangenen Jahre. GWD Minden ringt am vorletzten Spieltag der Handball-Bundesliga um den Klassenerhalt. Der Gegner aus Ludwigshafen klammert sich an den letzten Strohhalm, um dem Abstieg zu entkommen. Das direkte Duell der beiden Kellerkinder ist an Spannung kaum zu überbieten. Anpfiff: Heute um 19 Uhr in der Lübbecker Kreissporthalle. Status: Verlieren verboten!

Ausgangslage

GWD belegt Tabellenplatz 16 mit 27:45 Punkten. Die Eulen Ludwigshafen stehen mit 24:48 Zählern auf Rang 17, dem ersten Abstiegsplatz. Vier Punkte sind in zwei Spielen noch zu vergeben. GWD reicht ein Unentschieden, um den Klassenerhalt perfekt zu machen. Ein Vorteil: Auch bei einer Niederlage können die Mindener am letzten Spieltag den Klassenerhalt noch aus eigener Kraft schaffen. Am Sonntag sind die Grün-Weißen bei der HSG Wetzlar zu Gast. Pikant: Das ist der zukünftige Klub vom jetzigen Eulen-Trainer Ben Matschke. Der nimmt nach Information des Internet-Portals „Handball.leaks“ Hendrik Wagner mit nach Mittelhessen. Den 21-jährigen Rückraumspieler jagt die halbe Bundesliga.

Hinspiel

Daran sollten die Mindener keinen Gedanken verschwenden. GWD ging nach der Corona-Quarantäne mit 24:30 in der Friedrich-Ebert-Halle unter. „Wir müssen ganz, ganz viele Dinge besser machen als im Hinspiel. Das war einer der schlechtesten Leistungen der Saison“, blickt GWD-Trainer Frank Carstens zurück: „In erster Linie müssen wir besser verteidigen. Die Eulen haben es mit Tempowechseln immer wieder geschafft, ihre Eins-gegen-eins starken Spieler in Szene zu setzen.“ Mindens Trumpf: GWD hat sich in den vergangenen Monaten vor allem im Abwehrkollektiv enorm gesteigert.

Ludwigshafens Stärken

Frank Carstens hat vor allem Respekt vor dem Ludwigshafener Rückraum. Dominik Mappes ist ein sehr guter Taktgeber, der das Spiel liest und steuert. Der Spielmacher bedient vorzugsweise Hendrik Wagner – und der hat sich stark entwickelt. „Wenn er einen Lauf hat, trifft er aus allen Situationen“, sagt Carstens über das athletische 100-Kilogramm-Schwergewicht. Wagner warf bislang 168 Tore und trifft seit Wochen auch gerne zweistellig. Carstens warnt außerdem noch vor Azat Valiullin: „Er hat uns im Hinspiel große Probleme bereitet. Sein Wurf ist extrem variabel, unberechenbar.“

Zahlenspiele

Dass Ludwigshafen überhaupt noch die Chance auf den Klassenerhalt hat, verdankt es einem Aufschwung nach der WM-Pause. Ein Grund: Ben Matschke lässt seine Mannschaft seitdem langsamer spielen. Mit durchschnittlich 37,7 Sekunden bis zum ersten Abschluss oder Ballverlust nehmen sich die Eulen im Angriff die meiste Zeit, analysierte Handball-Blogger Julian Rux. So lange kommt der Gegner eben auch nicht an den Ball und kann selbst kein Tor werfen. Dominik Mappes erklärte im Sky-Interview, dass die Spielanlage nun breiter sei und es weniger Kreuzbewegungen gebe. Diese hätten zu vielen Ballverlusten geführt. Rux’ mathematischer Beweis: Vor der WM verloren die Eulen so oft wie kein anderes Team den Ball (11,1 pro 50 Ballbesitze), seitdem sind sie bis auf Rang zehn (9,2) geklettert.

Vorfreude

Es ist ein Heimspiel. Die Hütte wird voll sein. Für Minden ist es ein Matchball. Für die Ludwigshafener ein Alles-oder-Nichts-Spiel. Ganz klar: Wer dieses Drehbuch geschrieben hat, hatte ein glückliches Händchen.

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