Kampa-Halle wieder geschlossen: Stadt entzieht die Betriebserlaubnis – was wird aus dem Derby? Marcus Riechmann Minden. Die Geschichte der Kampa-Halle ist ein Theaterstück voll unerwarteter Wendungen, sie ist reich an Elementen aus Komödie und Tragödie. Dazu addiert sich nun eine neue Posse: Am 7. September war die Kampa-Halle nach mehr als eineinhalbjähriger Schließung wieder ans Netz gegangen. Nun, nicht einmal einen Monat später, ist die 51 Jahre alte Arena an der Hahler Straße schon wieder geschlossen. Bereits am Freitagnachmittag hat die Baubehörde der Stadt Minden die Betriebserlaubnis entzogen. Die im Eigentum des Kreises stehende Sporthalle wurde daraufhin umgehend gesperrt. Die Stadt Minden teilte am Montagnachmittag kurz vor Beginn der Ratssitzung zunächst auf Nachfrage des Mindener Tageblatts mit, man habe mit der Schließung auf eine Aussage reagiert, dass die Halle nicht betriebssicher sei. MT-Informationen zufolge handelt es sich dabei um Inhalte eines Schriftverkehrs, den die Kreisverwaltung selbst verfasst hat und der der Stadt Minden zugespielt wurde.  „Wir standen und stehen hier in Gesprächen mit dem Kreis und haben um schriftliche Aufklärung gebeten, die uns heute oder morgen noch zugehen soll, so dass wir zuversichtlich sind, dass die Nutzungsuntersagung in Kürze wieder aufgehoben werden kann", schrieb die Stadt Minden in einer Stellungnahme.  Kurz darauf konkretisierte der Beigeordnete Lars Bursian in der Ratssitzung die Situation. Der Stadt sei von Dritten eine E-Mail des Kreises zugesendet worden. In dieser E-Mail wurde dargestellt, dass die Halle nicht betriebssicher sei. „Wir konnten, weil es Freitagmittag war, niemanden mehr erreichen und die Dinge schriftlich ausreichend klären", erläuterte Bursian, so dass ihm nach Abwägung aller Belange „nichts anderes übrig blieb, als die Nutzung der Kampa-Halle vorläufig zu untersagen." Die Handball-Profis von GWD Minden mussten jedenfalls am Freitag abrupt das Training beenden, berichtete GWD-Geschäftsführer Markus Kalusche am Montagnachmittag auf Nachfrage und bestätigte: „Die Halle ist für uns aktuell verschlossen." Er hat den Bundesliga-Verband HBL über den vorläufigen Entzug der Betriebserlaubnis informiert. „Ich bin froh, dass wir am Wochenende kein Heimspiel hatten", sagte der GWD-Manager. Am kommenden Samstagabend soll in der Kampa-Halle der Bundesligist GWD Minden um 20.30 Uhr gegen den Kreisrivalen TuS N-Lübbecke antreten. „Ich gehe davon aus, dass das Derby stattfinden kann", sagt Kalusche. 1.800 Karten sind bislang verkauft worden, 2.500 sollen es werden. Doch klar ist: Gespielt werden darf erst, wenn die Betriebserlaubnis wieder erteilt wurde. Irritiert von der Entwicklung ist man auch beim samstäglichen Gast: „Muss man sich Sorgen machen?", fragte man von Seiten des Bundesligisten aus Lübbecke, der offenbar von der Entwicklung überrascht worden war.  Die Verwaltungsspitze des Kreises Minden-Lübbecke bezog gestern am späten Nachmittag in der Sitzung des Kreisausschusses Stellung, als die Meldung über die Schließung auf MT.de die Runde machte. Landrätin Anna Bölling (CDU) sprach von einem „Missverständnis in der Lesart des Schreibens." Sie erläuterte: Es war eine Veranstaltung mit großer Bühne angefragt worden. Für diese Sorte Veranstaltungen sei die Betriebssicherheit der Halle nicht gegeben, deshalb habe man die Vermietung abgelehnt. Diese Antwort an den Veranstalter war der Stadt weitergeleitet worden und hatte die beschriebenen Folgen. „Wir werden das klarstellen", machte die Landrätin deutlich. Sie gehe davon aus, dass das Handball-Derby stattfinden werde. Auch Kreisbaudezernent Lutz Freiberg äußerte sich im Kreisausschuss zur Schließung, die am Freitag die Kreisverwaltung überrascht hatte. „Die Betriebssicherheit ist und bleibt gewährleistet", sagte Freiberg und kündigte eine Klärung mit der Stadt Minden an, um die Ordnungsverfügung wieder vom Tisch zu bringen. Freiberg geht davon aus, dass bereits am Dienstag oder jedenfalls am Mittwoch die Kampa-Halle wieder geöffnet werden kann. Auch Bursian geht davon aus, dass die Sache kurzfristig aus dem Weg geräumt wird.

Kampa-Halle wieder geschlossen: Stadt entzieht die Betriebserlaubnis – was wird aus dem Derby?

"Heute Zutritt verboten" verkündet am Montagnachmittag ein Schild am Sportlereingang der Kampa-Halle. MT-Foto: Marcus Riechmann

Minden. Die Geschichte der Kampa-Halle ist ein Theaterstück voll unerwarteter Wendungen, sie ist reich an Elementen aus Komödie und Tragödie. Dazu addiert sich nun eine neue Posse: Am 7. September war die Kampa-Halle nach mehr als eineinhalbjähriger Schließung wieder ans Netz gegangen. Nun, nicht einmal einen Monat später, ist die 51 Jahre alte Arena an der Hahler Straße schon wieder geschlossen. Bereits am Freitagnachmittag hat die Baubehörde der Stadt Minden die Betriebserlaubnis entzogen. Die im Eigentum des Kreises stehende Sporthalle wurde daraufhin umgehend gesperrt.

Die Stadt Minden teilte am Montagnachmittag kurz vor Beginn der Ratssitzung zunächst auf Nachfrage des Mindener Tageblatts mit, man habe mit der Schließung auf eine Aussage reagiert, dass die Halle nicht betriebssicher sei. MT-Informationen zufolge handelt es sich dabei um Inhalte eines Schriftverkehrs, den die Kreisverwaltung selbst verfasst hat und der der Stadt Minden zugespielt wurde. 

„Wir standen und stehen hier in Gesprächen mit dem Kreis und haben um schriftliche Aufklärung gebeten, die uns heute oder morgen noch zugehen soll, so dass wir zuversichtlich sind, dass die Nutzungsuntersagung in Kürze wieder aufgehoben werden kann", schrieb die Stadt Minden in einer Stellungnahme. 

Kurz darauf konkretisierte der Beigeordnete Lars Bursian in der Ratssitzung die Situation. Der Stadt sei von Dritten eine E-Mail des Kreises zugesendet worden. In dieser E-Mail wurde dargestellt, dass die Halle nicht betriebssicher sei. „Wir konnten, weil es Freitagmittag war, niemanden mehr erreichen und die Dinge schriftlich ausreichend klären", erläuterte Bursian, so dass ihm nach Abwägung aller Belange „nichts anderes übrig blieb, als die Nutzung der Kampa-Halle vorläufig zu untersagen."

Die Handball-Profis von GWD Minden mussten jedenfalls am Freitag abrupt das Training beenden, berichtete GWD-Geschäftsführer Markus Kalusche am Montagnachmittag auf Nachfrage und bestätigte: „Die Halle ist für uns aktuell verschlossen." Er hat den Bundesliga-Verband HBL über den vorläufigen Entzug der Betriebserlaubnis informiert. „Ich bin froh, dass wir am Wochenende kein Heimspiel hatten", sagte der GWD-Manager. Am kommenden Samstagabend soll in der Kampa-Halle der Bundesligist GWD Minden um 20.30 Uhr gegen den Kreisrivalen TuS N-Lübbecke antreten. „Ich gehe davon aus, dass das Derby stattfinden kann", sagt Kalusche. 1.800 Karten sind bislang verkauft worden, 2.500 sollen es werden. Doch klar ist: Gespielt werden darf erst, wenn die Betriebserlaubnis wieder erteilt wurde. Irritiert von der Entwicklung ist man auch beim samstäglichen Gast: „Muss man sich Sorgen machen?", fragte man von Seiten des Bundesligisten aus Lübbecke, der offenbar von der Entwicklung überrascht worden war. 

Die Verwaltungsspitze des Kreises Minden-Lübbecke bezog gestern am späten Nachmittag in der Sitzung des Kreisausschusses Stellung, als die Meldung über die Schließung auf MT.de die Runde machte. Landrätin Anna Bölling (CDU) sprach von einem „Missverständnis in der Lesart des Schreibens." Sie erläuterte: Es war eine Veranstaltung mit großer Bühne angefragt worden. Für diese Sorte Veranstaltungen sei die Betriebssicherheit der Halle nicht gegeben, deshalb habe man die Vermietung abgelehnt. Diese Antwort an den Veranstalter war der Stadt weitergeleitet worden und hatte die beschriebenen Folgen. „Wir werden das klarstellen", machte die Landrätin deutlich. Sie gehe davon aus, dass das Handball-Derby stattfinden werde.

Auch Kreisbaudezernent Lutz Freiberg äußerte sich im Kreisausschuss zur Schließung, die am Freitag die Kreisverwaltung überrascht hatte. „Die Betriebssicherheit ist und bleibt gewährleistet", sagte Freiberg und kündigte eine Klärung mit der Stadt Minden an, um die Ordnungsverfügung wieder vom Tisch zu bringen. Freiberg geht davon aus, dass bereits am Dienstag oder jedenfalls am Mittwoch die Kampa-Halle wieder geöffnet werden kann. Auch Bursian geht davon aus, dass die Sache kurzfristig aus dem Weg geräumt wird.

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