Handball-Bundesligist GWD Minden holt bei der MT Melsungen den ersten Punkt der Saison Christian Bendig Minden/Kassel. Am vierten Spieltag der Handball-Bundesliga feiert GWD Minden seinen ersten Punktgewinn. Bei der MTMeslungen erkämpft sich das Team von Trainer Frank Carstens am späten Samstagabend vor leeren Rängen in der Kasseler Rothenbach-Halle ein 24:24 (14:14). Torwart Malte Semisch überragt mit 17 Paraden, Juri Knorr ist mit neun Toren bester GWD-Werfer. Mit 1:7 Punkten stehen die Weserstädter auf Tabellenrang 15, Melsungen verbessert sich auf Rang acht (5:3 Punkte). Die MT-Melsungen brannte nach der 21:31-Schlappe beim HC Erlangen auf Wiedergutmachung. Die deutliche Forderung des MT-Geschäftsführers Axel Geerken vor dem Spiel am Sky-Mikrophon lautete auch unmissverständlich: „Die Trainer haben die Fehler sehr deutlich angesprochen. Aber dann muss man den Schalter dann auch umlegen." GWD-Trainer Frank Carstens wies nochmals auf „noch fehlenden Routinen" im Spiel seiner Mannschaft hin. Davon war in den ersten zehn Spielminuten wenig zu erkennen. Die Mindener Angriffsreihe ließ den Ball gut durch die eigenen Reihen laufen und hätte Kevin Gulliksen ein besseres Händchen bei seinen Würfen bewiesen, wäre mehr möglich gewesen, als der 4:6-Rückstand. Dann hielt der für diesen Strafwurf eingewechselte Carsten Lichtlein eine „Marke" von Tobias Reichmann. Es war der erste Strafwurf, den der Europameister von 2016 in dieser Spielzeit nicht nutzen konnte. Eine Initialzündung war die Lichtlein-Parade zunächst nicht. Die Hausherren kamen durch den früheren GWD-Linksaußen Yves Kunkel zum 8:5 (14.), wenig später justierte Carstens in seiner ersten Auszeit nach und brachte Doruk Pehlivan im linken Rückraum für den bereits seit der achten Minute mit seiner ersten Zeitstrafe vorbelasteten Milan Pusica. Zudem sprach seinen Spielern Mut zu: „Wir haben das hier voll im Griff. Alles cool." Knorr leitet Mindener 4:0-Lauf ein Trotz der aufmunternden Worte schafften es die Grün-Weißen zunächst nicht, Tuchfühlung zum Gegner aufzunehmen. Kunkel erhöhte per Tempogegenstoß für den Tabellenelften auf 11:8 (19.), Christoffer Rambo blieb an den langen Armen von Melsungens Abwehrchef Finn Lemke hängen und Pehlivan zielte über das MT-Gehäuse, Julius Kühn erhöhte mit seinem vierten Treffer auf 12:8 für die Rothemden. Juri Knorr verkürzte mit seinem zweiten sicher verwandelten Strafwurf zum 9:12-Anschluss (20.), Rambo ließ das 10:12 und mit Urgewalt das 11:12 folgen. Im folgenden Angriff war Semisch gegen Kreisläufer Marino Mamic zur Stelle. Rambo gelang sogar der 12:12-Ausgleich. Diesen straken Mindener 4:0-Lauf stoppte Melsungen Julius Kühn mit einem knallharten Wurf ins linkere obere Eck (13:12, 26.), ehe in der 28. Minute Milan Pucica seine zweite Strafzeit absitzen musste. Eine schwere Hypothek für den zweiten Durchgang, in den die Gäste nach einer Leistungssteigerung nach dem 8:12 mit dem 14:14-Gleichstand starteten. Hätten die Unparteiischen bei Josha Ritterbachs Treffer zum vermeintlichen 15:14 nicht auf Stürmerfoul entschieden, hätte das Carstens-Team nicht nur den moralischen Vorteil sondern auch einen zahlenmäßigen in die zweiten 30 Minuten genommen. Und das, obwohl den Mindenern die Torgefahr aus dem linken Rückraum komplett fehlte. Das änderte Pehlivan mit seinem ersten Treffer des Spiels zum 15:14 im ersten Angriff des zweiten Durchgangs. Es war die erste GWD-Führung nach dem 1:0, das 17:15 durch Knorr per Strafwurf bedeutete die erste Zwei-Tore-Führung für die Dankerser, die das Starensemble nachhaltig aus dem Konzept gebracht hatten. Ein Faktor war die Abwehr, in der Christian Zeitz Christoffer Rambo viele Pausen ermöglichte. Melsunger Konter lässt nicht lange auf sich warten Hatte das Carstens-Team das Spiel mit dem 4:0-Lauf in der ersten Halbzeit auf seine Seite gezogen, konterte nach dem Rückstand die Melsunger Turngemeinde zwischen der 33. und 42. Minute ihrerseits mit einem 5:0-Lauf zum 20:17. Die Chance auf das 21:17 vergab Lasse Mikkelsen von der Strafwurflinie gegen Semisch. Semischs elfte Parade und Knorrs 18:20 stoppten den Melsunger Höhenflug und beendeten Mindens zwölfminütige Angriffsflaute. Knorr verkürzte noch schnörkellos von der Strafwurflinie zum 19:20. Häfner hatte Knorr gefoult und bekam eine Zeitstrafe. Minden beraubte sich dieses Vorteils durch ein ungestümes Einsteigen von Aliaksandr Padshyvalau gegen MT-Rechtsaußen Timo Kastening, der auch den fälligen Strafwurf zum 22:20 an Semisch vorbeibrachte (50.). In dieser Phase hielten vor allem Semisch und der bis dahin achtmal erfolgreiche Knorr GWD im Spiel. In der 53. Minute hatte Ritterbach von Linksaußen das 22:22 auf der Hand, scheiterte aber an Silvio Heinevetter. Melsungen blieb aufgrund seiner individuellen Klasse auf Kurs. Häfner traf mit einem satten Hüftwurf zum 23:21, Meister konterte zum 22:23. Plötzlich steht die Tür zum Sieg sperrangelweit offen Melsungens isländischer Trainer Gudmundsson reagierte mit seiner dritten und letzten Auszeit (56.). Häfners Notwurf wurde eine sichere Beute von Semisch, Knorr schaffte mit Treffer Nummer neun den 23:23-Gleichstand (57.), Pehlivan schockte Melsungen mit seinem Kracher zum 24:23 (59.). Und als Häfner seinen Wurf eine Minute vor Schluss neben das Tor setzte, stand die Tür zum ersten Saisonsieg sperrangelweit offen. 34 Sekunden vor Schluss besprach Carstens mit seinen Männern den letzten Angriffszug und gab ihnen mit auf den Weg: „Jungs, wir haben uns das verdient." Aber Knorr scheiterte aus der zweiten Reihe an Heinevetter, Häfner tankte sich auf der Gegenseite durch und konnte nur auf Kosten eines Strafwurfes gestoppt werden. Kastening bewies Nervenstärke und sorgte für 24:24-Endstand. Der letzte GWD-Angriff verpuffte. Das von Knorr versuchte Kempa-Anspiel auf Kevin Gulliksen fand sein Ziel nicht. "Obwohl wir zweimal mit vier Toren zurückliegen, kämpfen wir uns zurück und haben das Momentum auf unserer Seite", sagte Knorr nach der Partie. "Zufrieden", so der Spielmacher weiter, "dürfen wir aber nicht sein. Es ist ein verlorener Punkt." GWD-Trainer Frank Carstens äußerte bei der Pressekonferenz: "Zum Glück betrug der Rückstand nach den zwölf torlosen Minuten nur drei Tore. Das hat uns am Leben gehalten. Meine Spieler haben dann wieder viel besser abgeschlossen. Es war eine tolle Deckungsleistung mit einem überragenden Malte Semisch dahinter. Insgesamt haben wir wieder einen Schritt in die richtige Richtung gemacht." Am kommenden Sonntag steht für GWD Minden das nächste Spiel auf dem Programm. Um 16 Uhr gastieren die Füchse Berlin mit dem Ex-Mindener Marian Michalczik in der Kreissporthalle Lübbecke. GWD Minden: Lichtlein (bei drei Siebenmetern), Semisch (17 Paraden) – Meister 3, Ritterbach, Richtzenhain, Zeitz, Korte, Padshyvalau, Rambo 5, Knorr 9/5, Pusica, Pehlivan 2, Staar, Gulliksen 5.

Handball-Bundesligist GWD Minden holt bei der MT Melsungen den ersten Punkt der Saison

Juri Knorr (links) hatte den Nationalspieler Kai Häfner über die gesamte Spielzeit gut im Griff. Foto: Noah Wedel © Noah Wedel

Minden/Kassel. Am vierten Spieltag der Handball-Bundesliga feiert GWD Minden seinen ersten Punktgewinn. Bei der MTMeslungen erkämpft sich das Team von Trainer Frank Carstens am späten Samstagabend vor leeren Rängen in der Kasseler Rothenbach-Halle ein 24:24 (14:14). Torwart Malte Semisch überragt mit 17 Paraden, Juri Knorr ist mit neun Toren bester GWD-Werfer. Mit 1:7 Punkten stehen die Weserstädter auf Tabellenrang 15, Melsungen verbessert sich auf Rang acht (5:3 Punkte).

Die MT-Melsungen brannte nach der 21:31-Schlappe beim HC Erlangen auf Wiedergutmachung. Die deutliche Forderung des MT-Geschäftsführers Axel Geerken vor dem Spiel am Sky-Mikrophon lautete auch unmissverständlich: „Die Trainer haben die Fehler sehr deutlich angesprochen. Aber dann muss man den Schalter dann auch umlegen."

GWD-Trainer Frank Carstens wies nochmals auf „noch fehlenden Routinen" im Spiel seiner Mannschaft hin. Davon war in den ersten zehn Spielminuten wenig zu erkennen. Die Mindener Angriffsreihe ließ den Ball gut durch die eigenen Reihen laufen und hätte Kevin Gulliksen ein besseres Händchen bei seinen Würfen bewiesen, wäre mehr möglich gewesen, als der 4:6-Rückstand. Dann hielt der für diesen Strafwurf eingewechselte Carsten Lichtlein eine „Marke" von Tobias Reichmann. Es war der erste Strafwurf, den der Europameister von 2016 in dieser Spielzeit nicht nutzen konnte.

Eine Initialzündung war die Lichtlein-Parade zunächst nicht. Die Hausherren kamen durch den früheren GWD-Linksaußen Yves Kunkel zum 8:5 (14.), wenig später justierte Carstens in seiner ersten Auszeit nach und brachte Doruk Pehlivan im linken Rückraum für den bereits seit der achten Minute mit seiner ersten Zeitstrafe vorbelasteten Milan Pusica. Zudem sprach seinen Spielern Mut zu: „Wir haben das hier voll im Griff. Alles cool."

Knorr leitet Mindener 4:0-Lauf ein

Trotz der aufmunternden Worte schafften es die Grün-Weißen zunächst nicht, Tuchfühlung zum Gegner aufzunehmen. Kunkel erhöhte per Tempogegenstoß für den Tabellenelften auf 11:8 (19.), Christoffer Rambo blieb an den langen Armen von Melsungens Abwehrchef Finn Lemke hängen und Pehlivan zielte über das MT-Gehäuse, Julius Kühn erhöhte mit seinem vierten Treffer auf 12:8 für die Rothemden.

Juri Knorr verkürzte mit seinem zweiten sicher verwandelten Strafwurf zum 9:12-Anschluss (20.), Rambo ließ das 10:12 und mit Urgewalt das 11:12 folgen. Im folgenden Angriff war Semisch gegen Kreisläufer Marino Mamic zur Stelle. Rambo gelang sogar der 12:12-Ausgleich. Diesen straken Mindener 4:0-Lauf stoppte Melsungen Julius Kühn mit einem knallharten Wurf ins linkere obere Eck (13:12, 26.), ehe in der 28. Minute Milan Pucica seine zweite Strafzeit absitzen musste.

Eine schwere Hypothek für den zweiten Durchgang, in den die Gäste nach einer Leistungssteigerung nach dem 8:12 mit dem 14:14-Gleichstand starteten. Hätten die Unparteiischen bei Josha Ritterbachs Treffer zum vermeintlichen 15:14 nicht auf Stürmerfoul entschieden, hätte das Carstens-Team nicht nur den moralischen Vorteil sondern auch einen zahlenmäßigen in die zweiten 30 Minuten genommen.

Und das, obwohl den Mindenern die Torgefahr aus dem linken Rückraum komplett fehlte. Das änderte Pehlivan mit seinem ersten Treffer des Spiels zum 15:14 im ersten Angriff des zweiten Durchgangs. Es war die erste GWD-Führung nach dem 1:0, das 17:15 durch Knorr per Strafwurf bedeutete die erste Zwei-Tore-Führung für die Dankerser, die das Starensemble nachhaltig aus dem Konzept gebracht hatten. Ein Faktor war die Abwehr, in der Christian Zeitz Christoffer Rambo viele Pausen ermöglichte.

Melsunger Konter lässt nicht lange auf sich warten

Hatte das Carstens-Team das Spiel mit dem 4:0-Lauf in der ersten Halbzeit auf seine Seite gezogen, konterte nach dem Rückstand die Melsunger Turngemeinde zwischen der 33. und 42. Minute ihrerseits mit einem 5:0-Lauf zum 20:17. Die Chance auf das 21:17 vergab Lasse Mikkelsen von der Strafwurflinie gegen Semisch. Semischs elfte Parade und Knorrs 18:20 stoppten den Melsunger Höhenflug und beendeten Mindens zwölfminütige Angriffsflaute. Knorr verkürzte noch schnörkellos von der Strafwurflinie zum 19:20. Häfner hatte Knorr gefoult und bekam eine Zeitstrafe. Minden beraubte sich dieses Vorteils durch ein ungestümes Einsteigen von Aliaksandr Padshyvalau gegen MT-Rechtsaußen Timo Kastening, der auch den fälligen Strafwurf zum 22:20 an Semisch vorbeibrachte (50.).

In dieser Phase hielten vor allem Semisch und der bis dahin achtmal erfolgreiche Knorr GWD im Spiel. In der 53. Minute hatte Ritterbach von Linksaußen das 22:22 auf der Hand, scheiterte aber an Silvio Heinevetter. Melsungen blieb aufgrund seiner individuellen Klasse auf Kurs. Häfner traf mit einem satten Hüftwurf zum 23:21, Meister konterte zum 22:23.

Plötzlich steht die Tür zum Sieg sperrangelweit offen

Melsungens isländischer Trainer Gudmundsson reagierte mit seiner dritten und letzten Auszeit (56.). Häfners Notwurf wurde eine sichere Beute von Semisch, Knorr schaffte mit Treffer Nummer neun den 23:23-Gleichstand (57.), Pehlivan schockte Melsungen mit seinem Kracher zum 24:23 (59.). Und als Häfner seinen Wurf eine Minute vor Schluss neben das Tor setzte, stand die Tür zum ersten Saisonsieg sperrangelweit offen. 34 Sekunden vor Schluss besprach Carstens mit seinen Männern den letzten Angriffszug und gab ihnen mit auf den Weg: „Jungs, wir haben uns das verdient."

Aber Knorr scheiterte aus der zweiten Reihe an Heinevetter, Häfner tankte sich auf der Gegenseite durch und konnte nur auf Kosten eines Strafwurfes gestoppt werden. Kastening bewies Nervenstärke und sorgte für 24:24-Endstand. Der letzte GWD-Angriff verpuffte. Das von Knorr versuchte Kempa-Anspiel auf Kevin Gulliksen fand sein Ziel nicht. "Obwohl wir zweimal mit vier Toren zurückliegen, kämpfen wir uns zurück und haben das Momentum auf unserer Seite", sagte Knorr nach der Partie. "Zufrieden", so der Spielmacher weiter, "dürfen wir aber nicht sein. Es ist ein verlorener Punkt."

GWD-Trainer Frank Carstens äußerte bei der Pressekonferenz: "Zum Glück betrug der Rückstand nach den zwölf torlosen Minuten nur drei Tore. Das hat uns am Leben gehalten. Meine Spieler haben dann wieder viel besser abgeschlossen. Es war eine tolle Deckungsleistung mit einem überragenden Malte Semisch dahinter. Insgesamt haben wir wieder einen Schritt in die richtige Richtung gemacht."

Am kommenden Sonntag steht für GWD Minden das nächste Spiel auf dem Programm. Um 16 Uhr gastieren die Füchse Berlin mit dem Ex-Mindener Marian Michalczik in der Kreissporthalle Lübbecke.

GWD Minden: Lichtlein (bei drei Siebenmetern), Semisch (17 Paraden) – Meister 3, Ritterbach, Richtzenhain, Zeitz, Korte, Padshyvalau, Rambo 5, Knorr 9/5, Pusica, Pehlivan 2, Staar, Gulliksen 5.

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