Gut, aber nicht gut genug: GWD verliert in Flensburg - lange Zeit treffen nur Rambo und Pehlivan aus dem Feld Astrid Plaßhenrich Flensburg. Die Protagonisten waren zwei Norweger. Christoffer Rambo und Torbjörn Bergerud waren die auffälligsten Akteure ihrer Teams, drückten dem Spiel ihren persönlichen Stempel auf. Dabei trafen der Rückraumrechte des Handball-Bundesligisten GWD Minden und der Torwart der SG Flensburg-Handewitt im direkten Duell immer wieder aufeinander. Und obwohl Rambo zehn Tore für Minden warf, mussten er und seine GWD-Kollegen am Ende dem stark haltenden Bergerud und den Flensburgern gratulieren. Die Mindener verloren bei den favorisierten Nordlichtern mit 24:29 (12:15). Zehn Treffer sind eine sehr ordentliche Quote. Rambo relativierte diese aber direkt nach Spielschluss selbst. „Ich habe mir insgesamt zu viele Fehlwürfe erlaubt“, sagte der 30-Jährige im Interview mit dem TV-Sender Sky. Vor allem scheiterte der Mindener in entscheidenden Phasen. Als GWD direkt nach der Halbzeitpause in Überzahl spielte und die Chance bestand, den Drei-Tore-Rückstand zu verkürzen, fanden sowohl er als auch Doruk Pehlivan ihren Meister in Bergerud. Stattdessen stellte Magnus Röd mit seinen beiden Toren auf 17:12 (33.). Die Mindener bissen sich noch einmal zurück ins Spiel. Justus Richtzenhain und Miljan Pusica verkürzten mit ihren schnellen Toren innerhalb weniger Sekunden auf 20:24 (48.). Doch kurz danach landete der Ball nach einem Rambo-Wurf hinter dem Flensburger Tor. Auf der Gegenseite trafen erneut Röd, Lasse Svan und Hampus Wanne zum 27:20 (51.). Damit war der Sieg den zusehends routiniert agierenden SG-Akteuren nicht mehr zu nehmen. Die Mindener hatten es Rambo aber überhaupt zu verdanken, dass er mit seinen Toren dafür sorgte, dass das Spiel lange Zeit offen blieb. Er traf auch zum 11:11 (24.). Das sollte allerdings das letzte Mal sein, dass Minden ausglich. Neben Rambo fiel auch Doruk Pehlivan auf. Der 22-Jährige Türke scheint endgültig in der Bundesliga angekommen zu sein. Der Zugang von PGE Vive Kielce traf sechsmal und übte vor allem in den ersten 30 Minuten immer wieder Druck auf die Flensburger Abwehr aus. „Er hat uns überrascht“, gab auch SG-Trainer Maik Machulla zu. Allerdings war es auch bezeichnend, dass die beiden Rückraumspieler bis zur 45. Minute die einzigen Feldtorschützen für die Grün-Weißen waren. Dann erst traf Mats Korte zum 18:23. Der Linksaußen hatte zuvor immerhin einen Siebenmeter sicher zum 8:9 verwandelt (19.). „Wir haben in der ersten Halbzeit nicht ein Tor über den Kreis oder über einen Tempogegenstoß erzielt. Das hat uns natürlich gefehlt“, kritisierte denn auch GWD-Trainer Frank Carstens: „Einsatz und Kampf haben gestimmt, aber wir müssen schnellstens präziser und zum Teil auch disziplinierter werden. Uns fehlt in vielen Situationen die Abgeklärtheit.“ Das sieht auch Christoffer Rambo so: „Wir müssen an den Details arbeiten, die sind entscheidend.“ Die Mindener waren bei dem dreimaligen deutschen Meister selbstbewusst in die Partie gestartet. Pehlivan brachte GWD in Führung (2.). Rambo erzielte per herrlichen Kempa-Trick nach Pass von Juri Knorr das 2:0 (5.). Nach zwei weiteren Treffern des Norwegers stand es 4:2 für GWD (8.). SG-Torwart Benjamin Buric, der zunächst den Vorzug vor Torbjörn Bergerud erhalten hatte, kam an keinen Ball. Nach dem holprigen Start aus Flensburger Sicht stellte Maik Machulla seine Abwehr um, und die SG drehte mit einem 5:0-Lauf das Ergebnis auf 7:4 (14.). Überhaupt konnten sich die Gastgeber trotz Personalsorgen immer im Stile einer Spitzenmannschaft befreien, sobald es brenzlig für sie wurde und GWD herankam. Zudem brachte Machulla ab der 18. Minute Bergerud. „Torbjörn hat uns extrem geholfen, er hat sich mit wahnsinnig guten Paraden heute ausgezeichnet“, urteilte der Flensburger Coach. Sein Torwart, dessen Vertrag nach dieser Saison ausläuft und dann die SG verlassen wird, blieb bescheiden. „Vielleicht habe ich der Abwehr neue Energie verliehen“, mutmaßt der norwegische Nationaltorwart, „aber wir hatten in der zweiten Halbzeit ab der 40. Minute eine schlechte Phase. Da hätten wir das Spiel schneller entscheiden müssen.“ Sein Trainer gab ihm Recht. „Wir haben zu früh das Gas rausgenommen, so dass wir nicht mehr den Druck Richtung Tor machen konnten, den wir wollten. Aber man hat gesehen, wenn wir führen und der Ball läuft, welche Qualität wir haben“, erklärte Machulla. Auch Frank Carstens nimmt trotz der Pleite positive Aspekte mit. „Wir sind auf einem vernünftigen Weg, und auch heute war es ein Schritt in die richtige Richtung“, sagt der GWD-Trainer: „Aber Fakt ist auch: Wir haben 0:6-Punkte.“

Gut, aber nicht gut genug: GWD verliert in Flensburg - lange Zeit treffen nur Rambo und Pehlivan aus dem Feld

In die Mangel genommen: Die Flensburger Mads Mensah (links) und Magnus Röd (rechts) bearbeiten Lucas Meister. Der Mindener Kreisläufer hatte gegen die SG-Deckung einen schweren Stand. Foto: Holsteinoffice.de/Jörg Lühn © Jörg Lühn

Flensburg. Die Protagonisten waren zwei Norweger. Christoffer Rambo und Torbjörn Bergerud waren die auffälligsten Akteure ihrer Teams, drückten dem Spiel ihren persönlichen Stempel auf. Dabei trafen der Rückraumrechte des Handball-Bundesligisten GWD Minden und der Torwart der SG Flensburg-Handewitt im direkten Duell immer wieder aufeinander. Und obwohl Rambo zehn Tore für Minden warf, mussten er und seine GWD-Kollegen am Ende dem stark haltenden Bergerud und den Flensburgern gratulieren. Die Mindener verloren bei den favorisierten Nordlichtern mit 24:29 (12:15).

Zehn Treffer sind eine sehr ordentliche Quote. Rambo relativierte diese aber direkt nach Spielschluss selbst. „Ich habe mir insgesamt zu viele Fehlwürfe erlaubt“, sagte der 30-Jährige im Interview mit dem TV-Sender Sky. Vor allem scheiterte der Mindener in entscheidenden Phasen. Als GWD direkt nach der Halbzeitpause in Überzahl spielte und die Chance bestand, den Drei-Tore-Rückstand zu verkürzen, fanden sowohl er als auch Doruk Pehlivan ihren Meister in Bergerud. Stattdessen stellte Magnus Röd mit seinen beiden Toren auf 17:12 (33.).

Die Mindener bissen sich noch einmal zurück ins Spiel. Justus Richtzenhain und Miljan Pusica verkürzten mit ihren schnellen Toren innerhalb weniger Sekunden auf 20:24 (48.). Doch kurz danach landete der Ball nach einem Rambo-Wurf hinter dem Flensburger Tor. Auf der Gegenseite trafen erneut Röd, Lasse Svan und Hampus Wanne zum 27:20 (51.). Damit war der Sieg den zusehends routiniert agierenden SG-Akteuren nicht mehr zu nehmen.

Die Mindener hatten es Rambo aber überhaupt zu verdanken, dass er mit seinen Toren dafür sorgte, dass das Spiel lange Zeit offen blieb. Er traf auch zum 11:11 (24.). Das sollte allerdings das letzte Mal sein, dass Minden ausglich.

Neben Rambo fiel auch Doruk Pehlivan auf. Der 22-Jährige Türke scheint endgültig in der Bundesliga angekommen zu sein. Der Zugang von PGE Vive Kielce traf sechsmal und übte vor allem in den ersten 30 Minuten immer wieder Druck auf die Flensburger Abwehr aus. „Er hat uns überrascht“, gab auch SG-Trainer Maik Machulla zu.

Allerdings war es auch bezeichnend, dass die beiden Rückraumspieler bis zur 45. Minute die einzigen Feldtorschützen für die Grün-Weißen waren. Dann erst traf Mats Korte zum 18:23. Der Linksaußen hatte zuvor immerhin einen Siebenmeter sicher zum 8:9 verwandelt (19.). „Wir haben in der ersten Halbzeit nicht ein Tor über den Kreis oder über einen Tempogegenstoß erzielt. Das hat uns natürlich gefehlt“, kritisierte denn auch GWD-Trainer Frank Carstens: „Einsatz und Kampf haben gestimmt, aber wir müssen schnellstens präziser und zum Teil auch disziplinierter werden. Uns fehlt in vielen Situationen die Abgeklärtheit.“ Das sieht auch Christoffer Rambo so: „Wir müssen an den Details arbeiten, die sind entscheidend.“

Die Mindener waren bei dem dreimaligen deutschen Meister selbstbewusst in die Partie gestartet. Pehlivan brachte GWD in Führung (2.). Rambo erzielte per herrlichen Kempa-Trick nach Pass von Juri Knorr das 2:0 (5.). Nach zwei weiteren Treffern des Norwegers stand es 4:2 für GWD (8.). SG-Torwart Benjamin Buric, der zunächst den Vorzug vor Torbjörn Bergerud erhalten hatte, kam an keinen Ball.

Nach dem holprigen Start aus Flensburger Sicht stellte Maik Machulla seine Abwehr um, und die SG drehte mit einem 5:0-Lauf das Ergebnis auf 7:4 (14.). Überhaupt konnten sich die Gastgeber trotz Personalsorgen immer im Stile einer Spitzenmannschaft befreien, sobald es brenzlig für sie wurde und GWD herankam. Zudem brachte Machulla ab der 18. Minute Bergerud. „Torbjörn hat uns extrem geholfen, er hat sich mit wahnsinnig guten Paraden heute ausgezeichnet“, urteilte der Flensburger Coach.

Sein Torwart, dessen Vertrag nach dieser Saison ausläuft und dann die SG verlassen wird, blieb bescheiden. „Vielleicht habe ich der Abwehr neue Energie verliehen“, mutmaßt der norwegische Nationaltorwart, „aber wir hatten in der zweiten Halbzeit ab der 40. Minute eine schlechte Phase. Da hätten wir das Spiel schneller entscheiden müssen.“ Sein Trainer gab ihm Recht. „Wir haben zu früh das Gas rausgenommen, so dass wir nicht mehr den Druck Richtung Tor machen konnten, den wir wollten. Aber man hat gesehen, wenn wir führen und der Ball läuft, welche Qualität wir haben“, erklärte Machulla. Auch Frank Carstens nimmt trotz der Pleite positive Aspekte mit. „Wir sind auf einem vernünftigen Weg, und auch heute war es ein Schritt in die richtige Richtung“, sagt der GWD-Trainer: „Aber Fakt ist auch: Wir haben 0:6-Punkte.“

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