Gegnerporträt: Michael Haaß hat in Minden den Spaß wiedergefunden Stefan Rüter Minden. Eines hat Michael Haaß schnell gemerkt: Das Leben eines Handballspielers ist mit dem Leben eines Handballtrainers nicht zu vergleichen. „Ich habe die ganze Zeit so viel im Kopf, bin für so viele Dinge verantwortlich: Trainingsplanung, Videos schauen und vieles mehr. Es ist anstrengend, macht aber riesig Spaß“, sagt er über seine ersten 14 Monate als Chefcoach des HC Erlangen. Sein Team erlebt aktuell eine Achterbahnfahrt. Auf einen Sieg gegen Magdeburg folgte einige Tage später eine Heimniederlage gegen Ludwigshafen, am Samstag dann ein Sieg bei den Rhein-Neckar Löwen. „Wir sind viel zu unkonstant, haben schon gegen drei Mannschaften von unten Punkte liegen gelassen. Es kommen aber auch viele Kleinigkeiten zusammen. Wir haben viele Verletzte und sind nicht bei 100 Prozent“, sagt Haaß und spielt damit auch auf die Corona-Pause seiner Mannschaft Anfang April an. Mehrere Spieler im Team hatte es erwischt. Für Haaß ist es einfach „eine verrückte Saison“. Zeit zur Freude über Siege wie gegen Magdeburg oder in Löwen bleibt kaum. „Man kann dann einen Abend zufrieden sein. Aber nach der nächsten Niederlage ist so ein Coup sofort vergessen“, sagt er. Schon im fünften Jahr ist der frühere Mittelmann beim HC Erlangen. In der Stadt fühlt sich die ganze Familie mit zwei kleinen Kindern total wohl. Erlangen hat eine hübsche Innenstadt, drumherum lockt viel Natur und zum Shoppen geht es nach Nürnberg. Die Entscheidung, nach der Spielerkarriere als Trainer weiterzumachen, ist erst spät gefallen. „Ich wollte das gar nicht zwingend, aber mein Herz hängt am Handball und der Job macht richtig Spaß“, sagt der 37-Jährige. Als es ernst wurde in dieser Frage, telefonierte Michael Haaß auch mit Frank Carstens, seinem alten Trainer aus Magdeburger Zeiten. „Ich habe Riesen-Respekt vor ihm. Wir tauschen uns gerne mal aus. Frank ist ein akribischer Arbeiter“, lobt Haaß. Nach dem Telefonat mit Carstens sagte er in Erlangen als Trainer zu. Heute treffen sie sich beim GWD-Heimspiel wieder. Haaß spielte einst selbst eineinhalb Jahre für Grün-Weiß. Nach ein paar Monaten in Minden feierte er das legendäre Wunder von Flensburg, in der Saison danach spielte GWD mit Haaß als Anführer ein sorgenfreies Jahr. „In Minden hatte ich eine richtig coole Zeit, die wahnsinnig wichtig für mich war. Da habe ich den Spaß am Handball wiedergefunden“ erinnert sich der HCE-Coach. Doch jetzt bereitet ihm der Gedanke an GWD durchaus Kopfschmerzen. Als „gefährliche Beißertruppe“ bezeichnet er die aktuelle Mannschaft. Daher glaubt er nicht, dass das Spiel einen Schönheitspreis gewinnen wird: „Das wird ein Kampf und kein Leckerbissen. Mal sehen, wer sich durchbeißt.“

Gegnerporträt: Michael Haaß hat in Minden den Spaß wiedergefunden

Michael Haaß gibt beim HC Erlangen die Richtung vor. Foto: imago © imago images/foto2press

Minden. Eines hat Michael Haaß schnell gemerkt: Das Leben eines Handballspielers ist mit dem Leben eines Handballtrainers nicht zu vergleichen. „Ich habe die ganze Zeit so viel im Kopf, bin für so viele Dinge verantwortlich: Trainingsplanung, Videos schauen und vieles mehr. Es ist anstrengend, macht aber riesig Spaß“, sagt er über seine ersten 14 Monate als Chefcoach des HC Erlangen.

Sein Team erlebt aktuell eine Achterbahnfahrt. Auf einen Sieg gegen Magdeburg folgte einige Tage später eine Heimniederlage gegen Ludwigshafen, am Samstag dann ein Sieg bei den Rhein-Neckar Löwen. „Wir sind viel zu unkonstant, haben schon gegen drei Mannschaften von unten Punkte liegen gelassen. Es kommen aber auch viele Kleinigkeiten zusammen. Wir haben viele Verletzte und sind nicht bei 100 Prozent“, sagt Haaß und spielt damit auch auf die Corona-Pause seiner Mannschaft Anfang April an. Mehrere Spieler im Team hatte es erwischt.

Für Haaß ist es einfach „eine verrückte Saison“. Zeit zur Freude über Siege wie gegen Magdeburg oder in Löwen bleibt kaum. „Man kann dann einen Abend zufrieden sein. Aber nach der nächsten Niederlage ist so ein Coup sofort vergessen“, sagt er. Schon im fünften Jahr ist der frühere Mittelmann beim HC Erlangen. In der Stadt fühlt sich die ganze Familie mit zwei kleinen Kindern total wohl. Erlangen hat eine hübsche Innenstadt, drumherum lockt viel Natur und zum Shoppen geht es nach Nürnberg.

Die Entscheidung, nach der Spielerkarriere als Trainer weiterzumachen, ist erst spät gefallen. „Ich wollte das gar nicht zwingend, aber mein Herz hängt am Handball und der Job macht richtig Spaß“, sagt der 37-Jährige. Als es ernst wurde in dieser Frage, telefonierte Michael Haaß auch mit Frank Carstens, seinem alten Trainer aus Magdeburger Zeiten. „Ich habe Riesen-Respekt vor ihm. Wir tauschen uns gerne mal aus. Frank ist ein akribischer Arbeiter“, lobt Haaß. Nach dem Telefonat mit Carstens sagte er in Erlangen als Trainer zu.

Heute treffen sie sich beim GWD-Heimspiel wieder. Haaß spielte einst selbst eineinhalb Jahre für Grün-Weiß. Nach ein paar Monaten in Minden feierte er das legendäre Wunder von Flensburg, in der Saison danach spielte GWD mit Haaß als Anführer ein sorgenfreies Jahr. „In Minden hatte ich eine richtig coole Zeit, die wahnsinnig wichtig für mich war. Da habe ich den Spaß am Handball wiedergefunden“ erinnert sich der HCE-Coach.

Doch jetzt bereitet ihm der Gedanke an GWD durchaus Kopfschmerzen. Als „gefährliche Beißertruppe“ bezeichnet er die aktuelle Mannschaft. Daher glaubt er nicht, dass das Spiel einen Schönheitspreis gewinnen wird: „Das wird ein Kampf und kein Leckerbissen. Mal sehen, wer sich durchbeißt.“

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