GWD unter enormen Druck: Nach Mindener Niederlage in Leipzig rücken die Teams im Tabellenkeller zusammen Astrid Plaßhenrich Leipzig. Jetzt ist es wieder richtig eng: Handball-Bundesligist GWD Minden verlor beim SC DHfK Leipzig verdient mit 21:24 (10:12). Gleichzeitig gewann Abstiegskonkurrent HBW Balingen-Weilstetten zu Hause gegen die Rhein-Neckar Löwen mit 32:30 (12:15). Damit schließen die Balinger auf einen Punkt zu den Mindenern auf. Vier Spiele bleiben GWD, um den Klassenerhalt perfekt zu machen. Vor dem Anpfiff stand zunächst ein Mindener in der Leipziger Quaterback Arena im Mittelpunkt. Max Janke war im Februar aus Sachsen nach Ostwestfalen gewechselt. Bei seiner jetzigen Rückkehr in die Messestadt verabschiedete sein ehemaliger Verein unter warmen Applaus der 1.000 Zuschauer den Abwehrspezialisten. Janke freute das sichtlich. Nach diesem Vorgeplänkel entwickelte sich auf der Platte ein hochemotionales Spiel. Bestes Beispiel: Als Mindens Kreisläufer Lucas Meister auf Leipzigs Martin Larsen prallte, bildete sich ein Rudel. Das Schiedsrichtergespann Julian Koppl und Denis Regner schickte die beiden Streithähne für zwei Minuten auf die Bank. Der SC DHfK schien anfangs mit der Zuschauerkulisse nach mehr als einem halben Jahr überfordert, GWD mit der angespannten Situation im Tabellenkeller. Torreiche Spiele waren es zwischen den beiden Mannschaften in der jüngsten Vergangenheit nie. Aber was sich in den ersten Minuten in Leipzig abspielte, war schon ungewöhnlich. Beide Teams hatten in ihrem Angriffsspiel eine extrem hohe Fehlerquote, produzierten Fehlpässe en masse und scheiterten immer wieder frei vor. In den ersten 15 Minuten fielen insgesamt nur neun Tore. Die Mindener führten zu dem Zeitpunkt mit 5:4. Daran hatte vor allem Malte Semisch seinen Anteil. Der GWD-Torwart hielt in den Anfangsminuten alles - wirklich alles. Die Experten zählten in den ersten fünfeinhalb Minuten bereits fünf Paraden für den 2,08-Meter-Hünen, und Minden führte nach Treffern von Christoffer Rambo (2.), Kevin Gulliksen (2.) und Juri Knorr (4.) mit 3:0. Dem SC DHfK gelang erst gut zwei Minuten später mit einem Tor von Luca Witzke das 1:3. Doch während die Leipziger ihr Spiel in der Folgezeit stabilisierten, wurde das der Mindener immer gruseliger. Die Anspiele an den Kreis gelangen überhaupt nicht. Trotzdem versuchte GWD es immer wieder. Zudem scheiterten nun auch Rambo, Pehlivan & Co. aus dem Rückraum, und der jungen Mittelmann Juri Knorr schaffte es nicht, das Spiel zu steuern und zu beruhigen. Nichts lief mehr zusammen. Die Gastgeber agierten ebenfalls alles andere als fehlerfrei, glichen aber erstmals nach einem Treffer von Philipp Weber zum 7:7 aus (20.). Wenige Sekunden später brachte Lukas Binder Leipzig erstmals in Führung. Das GWD bereits zur Pause nicht aussichtslos, sondern nur mit zwei Toren (10:12) zurücklag, verdankte es Malte Semisch. Der hatte nach acht Paraden sogar noch zur zwischenzeitlichen 9:8-Führung getroffen (25.). Doch mit der Leistung seiner Vorderleute war Mindens Trainer Frank Carstens sehr unzufrieden. "John, jetzt halt die Scheiß-Pocke fest, und pass drauf auf", pflaumte der Coach in der zweiten Auszeit Christoffer Rambo an (29.). Den Anranzer hätte zu dem Zeitpunkt bis auf Semisch jeden seiner Spieler treffen können. In der Pause müssen in der GWD-Kabine deutliche Worte gefallen sein. Die Mindener zeigten nun Moral. Spielerisch blieben die Gäste zwar weiterhin Vieles schuldig, aber sie kämpften. Wenn die Mindener ins Tempospiel kamen, war das meist von Erfolg gekrönt. Im Positionsspiel taten sie sich weiterhin schwer. Aber auch nach dem 15:20-Rückstand gab GWD nicht auf. Rambo, Simon Strakeljahn - er erhielt in der zweiten Halbzeit den Vorzug vor dem unglücklich agierenden Juri Knorr - und Gulliksen verkürzten auf 18:20 (50.). Sollte doch noch etwas gehen? Nein! Die Leipziger ließen sich ihren Vorsprung nicht mehr nehmen. Vor allem der ehemalige Mindener Keeper Joel Birlehm überragte zwischen den Leipziger Pfosten und hatte am Ende sogar mehr Paraden in der Statistik stehen als Semisch. Jetzt schauen die Mindener ganz genau auf das Samstagsspiel. Wenn die Eulen Ludwigshafen bei TuSEM Essen gewinnen sollten, schmilzt der Abstand zu den Abstiegsrängen. Es scheint, als wenn alles auf ein Herzschlagfinale hinausläuft.

GWD unter enormen Druck: Nach Mindener Niederlage in Leipzig rücken die Teams im Tabellenkeller zusammen

Agierte im Angriff unglücklich: Mindens Rückraumschütze Doruk Pehlivan scheiterte mehrfach aus aussichtsreichen Positionen. © imago images/opokupix

Leipzig. Jetzt ist es wieder richtig eng: Handball-Bundesligist GWD Minden verlor beim SC DHfK Leipzig verdient mit 21:24 (10:12). Gleichzeitig gewann Abstiegskonkurrent HBW Balingen-Weilstetten zu Hause gegen die Rhein-Neckar Löwen mit 32:30 (12:15). Damit schließen die Balinger auf einen Punkt zu den Mindenern auf. Vier Spiele bleiben GWD, um den Klassenerhalt perfekt zu machen.

Vor dem Anpfiff stand zunächst ein Mindener in der Leipziger Quaterback Arena im Mittelpunkt. Max Janke war im Februar aus Sachsen nach Ostwestfalen gewechselt. Bei seiner jetzigen Rückkehr in die Messestadt verabschiedete sein ehemaliger Verein unter warmen Applaus der 1.000 Zuschauer den Abwehrspezialisten. Janke freute das sichtlich.

Nach diesem Vorgeplänkel entwickelte sich auf der Platte ein hochemotionales Spiel. Bestes Beispiel: Als Mindens Kreisläufer Lucas Meister auf Leipzigs Martin Larsen prallte, bildete sich ein Rudel. Das Schiedsrichtergespann Julian Koppl und Denis Regner schickte die beiden Streithähne für zwei Minuten auf die Bank. Der SC DHfK schien anfangs mit der Zuschauerkulisse nach mehr als einem halben Jahr überfordert, GWD mit der angespannten Situation im Tabellenkeller.

Torreiche Spiele waren es zwischen den beiden Mannschaften in der jüngsten Vergangenheit nie. Aber was sich in den ersten Minuten in Leipzig abspielte, war schon ungewöhnlich. Beide Teams hatten in ihrem Angriffsspiel eine extrem hohe Fehlerquote, produzierten Fehlpässe en masse und scheiterten immer wieder frei vor. In den ersten 15 Minuten fielen insgesamt nur neun Tore. Die Mindener führten zu dem Zeitpunkt mit 5:4.

Daran hatte vor allem Malte Semisch seinen Anteil. Der GWD-Torwart hielt in den Anfangsminuten alles - wirklich alles. Die Experten zählten in den ersten fünfeinhalb Minuten bereits fünf Paraden für den 2,08-Meter-Hünen, und Minden führte nach Treffern von Christoffer Rambo (2.), Kevin Gulliksen (2.) und Juri Knorr (4.) mit 3:0. Dem SC DHfK gelang erst gut zwei Minuten später mit einem Tor von Luca Witzke das 1:3.

Doch während die Leipziger ihr Spiel in der Folgezeit stabilisierten, wurde das der Mindener immer gruseliger. Die Anspiele an den Kreis gelangen überhaupt nicht. Trotzdem versuchte GWD es immer wieder. Zudem scheiterten nun auch Rambo, Pehlivan & Co. aus dem Rückraum, und der jungen Mittelmann Juri Knorr schaffte es nicht, das Spiel zu steuern und zu beruhigen. Nichts lief mehr zusammen. Die Gastgeber agierten ebenfalls alles andere als fehlerfrei, glichen aber erstmals nach einem Treffer von Philipp Weber zum 7:7 aus (20.). Wenige Sekunden später brachte Lukas Binder Leipzig erstmals in Führung.

Das GWD bereits zur Pause nicht aussichtslos, sondern nur mit zwei Toren (10:12) zurücklag, verdankte es Malte Semisch. Der hatte nach acht Paraden sogar noch zur zwischenzeitlichen 9:8-Führung getroffen (25.). Doch mit der Leistung seiner Vorderleute war Mindens Trainer Frank Carstens sehr unzufrieden. "John, jetzt halt die Scheiß-Pocke fest, und pass drauf auf", pflaumte der Coach in der zweiten Auszeit Christoffer Rambo an (29.). Den Anranzer hätte zu dem Zeitpunkt bis auf Semisch jeden seiner Spieler treffen können.

In der Pause müssen in der GWD-Kabine deutliche Worte gefallen sein. Die Mindener zeigten nun Moral. Spielerisch blieben die Gäste zwar weiterhin Vieles schuldig, aber sie kämpften. Wenn die Mindener ins Tempospiel kamen, war das meist von Erfolg gekrönt. Im Positionsspiel taten sie sich weiterhin schwer. Aber auch nach dem 15:20-Rückstand gab GWD nicht auf. Rambo, Simon Strakeljahn - er erhielt in der zweiten Halbzeit den Vorzug vor dem unglücklich agierenden Juri Knorr - und Gulliksen verkürzten auf 18:20 (50.). Sollte doch noch etwas gehen? Nein! Die Leipziger ließen sich ihren Vorsprung nicht mehr nehmen. Vor allem der ehemalige Mindener Keeper Joel Birlehm überragte zwischen den Leipziger Pfosten und hatte am Ende sogar mehr Paraden in der Statistik stehen als Semisch.

Jetzt schauen die Mindener ganz genau auf das Samstagsspiel. Wenn die Eulen Ludwigshafen bei TuSEM Essen gewinnen sollten, schmilzt der Abstand zu den Abstiegsrängen. Es scheint, als wenn alles auf ein Herzschlagfinale hinausläuft.

Copyright © Mindener Tageblatt 2021
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in GWD Minden