GWD nimmt nach der Pleite gegen müde Kieler viel Positives mit Astrid Plaßhenrich Lübbecke. Es war ein Auftritt der Mut macht. Der Selbstvertrauen für den Saisonendspurt gibt. Zwar verlor Handball-Bundesligist GWD Minden gegen den THW Kiel mit 30:35 (13:17), aber die couragierte Leistung, das fortwährende Aufbäumen gegen die Niederlage und das stark verbesserte Angriffsspiel zeigen, dass die Mindener für den Kampf um den Klassenerhalt gewappnet sind. Das sieht auch Kevin Gulliksen so. „Die Punkte gegen Kiel wären ein Bonus gewesen. Jetzt stehen die Spiele an, in denen es darauf ankommt“, sagt Mindens Rechtsaußen. Gulliksen erwischte gegen den THW Kiel einen schwachen Start. Der norwegische Nationalspieler verballerte gleich mehrere Chancen in der Anfangsphase. Aber der 24-Jährige war nicht der einzige. Auch Lucas Meister oder Juri Knorr scheiterten aus aussichtsreichen Positionen. „Das war schlecht von uns, das war schlecht von mir“, gab Gulliksen einen Tag nach der Niederlage, an dem für die GWD-Profis lediglich die selbstständige Regeneration anstand, zu. „Aber das ist im Sport manchmal so. Als Profi muss man dann immer weiterarbeiten und sich auf den nächsten Wurf konzentrieren.“ Die Kieler nutzten ihre Möglichkeiten konsequenter, so dass sie nach zehn Minuten mit 5:1 in Führung lagen. Für Frank von Behren war das bereits ein Knackpunkt: „So einen schnellen Rückstand gegen eine Mannschaft wie den THW aufzuholen, ist fast unmöglich“, sagt der GWD-Geschäftsführer. Die Zeitspanne von neun Minuten zwischen dem 1:1 von Juri Knorr (2.) und dem 2:5 von Lucas Meister (11.) waren zu lang. Trotzdem gelang den Grün-Weißen beinahe die Aufholjagd: Christoffer Rambo brachte mit zwei von seinen insgesamt acht Treffern innerhalb von 30 Sekunden GWD auf 4:5 heran (12.). „Die Jungs haben sich frei gespielt. Insgesamt war das dann eine deutliche Steigerung im Vergleich zu dem Spiel in Leipzig“, erkannte von Behren an. Die Mindener waren im Angriff schnell auf den Beinen, sehr beweglich, und so fanden sie immer wieder die Lücken in der Kieler Abwehr. Auch für Kevin Gulliksen lief es jetzt besser. Der Linkshänder erzielte vier seiner sechs Treffer zwischen der 18. und 28. Minute. „Nach meinen ersten Fehlwürfen hat mir der THW mehr Freiraum gelassen. Das hat sich dann aber wieder schnell geändert“, sagt der Norweger. GWD profitierte sicherlich auch davon, dass die Kieler Innenblocker Patrick Wiencek nach seinem Wadenbeinbruch und Hendrik Pekeler nach seiner am Dienstag in Magdeburg zugezogenen Fußverletzung angeschlagen waren. „Ich zolle Patrick meinen größten Respekt, wie er auf die Zähne beißt“, erklärt THW-Trainer Filip Jicha, „aber auch die anderen Jungs haben alles, was sie hatten, reingeworfen.“ Jicha betonte, dass sich seine Spieler auf der letzten Rille quälen: „Alle sind enorm überspielt. Ich glaube, die Körper von Handballprofis sind nicht darauf eingestellt, dass sie ab dem 12. Juni noch fünf Bundesligapartien vor sich haben.“ Auch wenn die Mindener in Halbzeit zwei maximal noch auf drei Tore herankamen und der Sieg des THW nie gefährdet war, blieben sie ihrer Linie treu und gingen sowohl in der Abwehr als auch im Angriff volles Risiko. Auch deshalb zeigte sich GWD-Trainer Frank Carstens mit dem Auftritt seines Teams grundsätzlich einverstanden: „Wir haben über weite Strecken eine vernünftige Abwehr gestellt, auch wenn wir 35 Gegentore kassiert haben. Mit der Offensive bin ich sehr zufrieden. Vor allem mit den wechselnden Deckungsformationen des THWs sind wir gut klargekommen.“ Doch am Ende fehlte sowohl vorne als auch hinten die Effizienz. Erneut ein Pluspunkt war die Mindener Moral. GWD gab sich nie auf. Auch die zeitweise doppelte Unterzahl Mitte der zweiten Halbzeit brachte die Grün-Weißen nicht aus dem Konzept. „Wir haben als Mannschaft 60 Minuten gekämpft. Das müssen wir in den letzten Spielen beibehalten“, sagt auch Gulliksen.

GWD nimmt nach der Pleite gegen müde Kieler viel Positives mit

Kevin Gulliksen kämpfte sich in die Partie. Zunächst lief es für den Mindener Rechtsaußen überhaupt nicht, dann aber immer besser. © Noah Wedel

Lübbecke. Es war ein Auftritt der Mut macht. Der Selbstvertrauen für den Saisonendspurt gibt. Zwar verlor Handball-Bundesligist GWD Minden gegen den THW Kiel mit 30:35 (13:17), aber die couragierte Leistung, das fortwährende Aufbäumen gegen die Niederlage und das stark verbesserte Angriffsspiel zeigen, dass die Mindener für den Kampf um den Klassenerhalt gewappnet sind. Das sieht auch Kevin Gulliksen so. „Die Punkte gegen Kiel wären ein Bonus gewesen. Jetzt stehen die Spiele an, in denen es darauf ankommt“, sagt Mindens Rechtsaußen.

Gulliksen erwischte gegen den THW Kiel einen schwachen Start. Der norwegische Nationalspieler verballerte gleich mehrere Chancen in der Anfangsphase. Aber der 24-Jährige war nicht der einzige. Auch Lucas Meister oder Juri Knorr scheiterten aus aussichtsreichen Positionen. „Das war schlecht von uns, das war schlecht von mir“, gab Gulliksen einen Tag nach der Niederlage, an dem für die GWD-Profis lediglich die selbstständige Regeneration anstand, zu. „Aber das ist im Sport manchmal so. Als Profi muss man dann immer weiterarbeiten und sich auf den nächsten Wurf konzentrieren.“

Normalität hält endlich wieder Einzug: Am Samstagabend kamen 557 Zuschauer in die Lübbecker Kreissporthalle. Fotos: Noah Wedel - © Noah Wedel
Normalität hält endlich wieder Einzug: Am Samstagabend kamen 557 Zuschauer in die Lübbecker Kreissporthalle. Fotos: Noah Wedel - © Noah Wedel

Die Kieler nutzten ihre Möglichkeiten konsequenter, so dass sie nach zehn Minuten mit 5:1 in Führung lagen. Für Frank von Behren war das bereits ein Knackpunkt: „So einen schnellen Rückstand gegen eine Mannschaft wie den THW aufzuholen, ist fast unmöglich“, sagt der GWD-Geschäftsführer. Die Zeitspanne von neun Minuten zwischen dem 1:1 von Juri Knorr (2.) und dem 2:5 von Lucas Meister (11.) waren zu lang. Trotzdem gelang den Grün-Weißen beinahe die Aufholjagd: Christoffer Rambo brachte mit zwei von seinen insgesamt acht Treffern innerhalb von 30 Sekunden GWD auf 4:5 heran (12.). „Die Jungs haben sich frei gespielt. Insgesamt war das dann eine deutliche Steigerung im Vergleich zu dem Spiel in Leipzig“, erkannte von Behren an.

Die Mindener waren im Angriff schnell auf den Beinen, sehr beweglich, und so fanden sie immer wieder die Lücken in der Kieler Abwehr. Auch für Kevin Gulliksen lief es jetzt besser. Der Linkshänder erzielte vier seiner sechs Treffer zwischen der 18. und 28. Minute. „Nach meinen ersten Fehlwürfen hat mir der THW mehr Freiraum gelassen. Das hat sich dann aber wieder schnell geändert“, sagt der Norweger. GWD profitierte sicherlich auch davon, dass die Kieler Innenblocker Patrick Wiencek nach seinem Wadenbeinbruch und Hendrik Pekeler nach seiner am Dienstag in Magdeburg zugezogenen Fußverletzung angeschlagen waren. „Ich zolle Patrick meinen größten Respekt, wie er auf die Zähne beißt“, erklärt THW-Trainer Filip Jicha, „aber auch die anderen Jungs haben alles, was sie hatten, reingeworfen.“ Jicha betonte, dass sich seine Spieler auf der letzten Rille quälen: „Alle sind enorm überspielt. Ich glaube, die Körper von Handballprofis sind nicht darauf eingestellt, dass sie ab dem 12. Juni noch fünf Bundesligapartien vor sich haben.“

Auch wenn die Mindener in Halbzeit zwei maximal noch auf drei Tore herankamen und der Sieg des THW nie gefährdet war, blieben sie ihrer Linie treu und gingen sowohl in der Abwehr als auch im Angriff volles Risiko. Auch deshalb zeigte sich GWD-Trainer Frank Carstens mit dem Auftritt seines Teams grundsätzlich einverstanden: „Wir haben über weite Strecken eine vernünftige Abwehr gestellt, auch wenn wir 35 Gegentore kassiert haben. Mit der Offensive bin ich sehr zufrieden. Vor allem mit den wechselnden Deckungsformationen des THWs sind wir gut klargekommen.“ Doch am Ende fehlte sowohl vorne als auch hinten die Effizienz.

Erneut ein Pluspunkt war die Mindener Moral. GWD gab sich nie auf. Auch die zeitweise doppelte Unterzahl Mitte der zweiten Halbzeit brachte die Grün-Weißen nicht aus dem Konzept. „Wir haben als Mannschaft 60 Minuten gekämpft. Das müssen wir in den letzten Spielen beibehalten“, sagt auch Gulliksen.

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