GWD muss in Flensburg kühlen Kopf in heißen Phasen behalten Astrid Plaßhenrich Minden. Zeit zum Nachdenken bleibt kaum. Der eng getaktete Spielplan der Handball-Bundesliga lässt es aktuell einfach nicht zu, sich lange mit einzelnen Partien zu beschäftigen. Somit war für GWD Minden die 24:29-Niederlage gegen die HSG Wetzlar am Mittwochabend auch recht schnell abgehakt. Der Blick richtete sich nach vorne. Denn bereits am Sonntag müssen die Grün-Weißen bei der SG Flensburg-Handewitt antreten. „Wir haben in den vergangenen Jahren dort immer gute Leistungen abgeliefert“, sagt GWD-Trainer Frank Carstens und sieht deshalb der Partie optimistisch entgegen: „Ich habe das Gefühl, dass Flensburg nicht gerne gegen unsere Deckung spielt.“ Auch wenn zwischen den Spielen wenig Zeit bleibt, nehmen die Mindener ihre Erkenntnisse aus dem Wetzlar-Spiel mit nach Schleswig-Holstein. Zum einen gilt es, in Flensburg die Chancen effektiver zu nutzen. Das war gegen Wetzlar ein großes Manko, als Minden mehr als ein Dutzend hervorragender Möglichkeiten verstreichen ließ. „Zum anderen müssen wir bis zum Schluss an unserem Plan festhalten – auch in kritischen Situation. Das wird am Sonntag noch wichtiger sein, ansonsten wird uns die Tempogegenstoß-Maschine aus Flensburg einige Tore einschenken“, sagt Frank Carstens. Sowohl in Hannover als auch gegen Wetzlar sei sein Team zu früh zu einem Kamikaze-Stil übergegangen. Deshalb wird der GWD-Trainer seit einigen Wochen auch nicht müde, immer wieder das Wort „Geduld“ zu bemühen, wenn er von dem Angriffsspiel spricht: „Wir müssen geduldig unsere Angriffe vorbereiten. Wir können nur als Kollektiv bestehen.“ Wie alle 20 Bundesligamannschaften befinden sich auch die Flensburger nach der Corona-Pause noch in der Findungsphase. Zudem ist die SG personell arg gebeutelt. Nach dem Ausfall der beiden Kreisläufer Jacob Heinl (Innenbandriss im Knie) und Johannes Golla (Mittelfußbruch) muss nun auch der treffsichere Rückraumspieler Lasse Möller mehrere Monate mit einer Handverletzung pausieren. Am Freitag setzte Simon Hald ebenfalls mit dem Training aus. Der Einsatz des Kreisläufers entscheidet sich erst kurzfristig. Sollte Hald fehlen, wird wohl Magnus Röd in die Rolle des Abwehrchefs rutschen. Trotz des dezimierten Kaders sind die Flensburger mit zwei Siegen in die Saison gestartet. Doch vor allem beim 29:27-Erfolg gegen Wetzlar am ersten Spieltag taten sich die Flensburger lange Zeit schwer. Der 33:26-Sieg gegen Nordhorn war da schon wesentlich souveräner. Deshalb gehen die Nordlichter mit Selbstbewusstsein, aber auch Respekt in die Partie gegen Minden. „Das wird ein echtes Kampfspiel. GWD entwickelt sich nicht nur spielerisch jedes Jahr weiter, sondern bringt auch immer sehr viel Leidenschaft und Aggressivität ein. Das sind Kennzeichen der Arbeit von Frank Carstens“, meint der SG-Coach Maik Machulla. Mit dieser attestierten Aggressivität muss GWD auch am Sonntag in der Defensive agieren. Dass sie das können, haben die Mindener gegen Wetzlar und auch in weiten Teilen gegen Hannover gezeigt. „Allerdings müssen wir routinierter, cleverer, abgeklärter im Zweikampfverhalten sein als zuletzt. Daran müssen wir arbeiten, ohne die Wirkung zu verlieren“, erklärt Carstens, „wir sind in manchen Situationen einfach über das Ziel hinausgeschossen.“ Der Beleg dafür: die 16 Zeitstrafen gegen Wetzlar. „Das ist mir aber zehnmal lieber als wenn wir das Spiel lethargisch gestalten“, sagt Carstens. Das Duell Minden gegen Flensburg ist eins mit langer Tradition. Die Bilanz spricht allerdings gegen GWD. Die beiden Teams spielten in der Bundesliga bislang 48-mal gegeneinander. Flensburg fuhr 40 Siege ein, Minden gewann nur fünfmal. Ein weiterer soll jetzt dazukommen. Das will GWD mit maximalen Aufwand erreichen.

GWD muss in Flensburg kühlen Kopf in heißen Phasen behalten

Wo ist die Lücke? GWD-Kapitän Miljan Pusica (Mitte) sucht trotz der Bedrängnis der Hannoveraner Hannes Feise (links) und Ivan Martinovic den Abschluss. © MT-Foto: Marcus Riechmann

Minden. Zeit zum Nachdenken bleibt kaum. Der eng getaktete Spielplan der Handball-Bundesliga lässt es aktuell einfach nicht zu, sich lange mit einzelnen Partien zu beschäftigen. Somit war für GWD Minden die 24:29-Niederlage gegen die HSG Wetzlar am Mittwochabend auch recht schnell abgehakt. Der Blick richtete sich nach vorne. Denn bereits am Sonntag müssen die Grün-Weißen bei der SG Flensburg-Handewitt antreten. „Wir haben in den vergangenen Jahren dort immer gute Leistungen abgeliefert“, sagt GWD-Trainer Frank Carstens und sieht deshalb der Partie optimistisch entgegen: „Ich habe das Gefühl, dass Flensburg nicht gerne gegen unsere Deckung spielt.“

Auch wenn zwischen den Spielen wenig Zeit bleibt, nehmen die Mindener ihre Erkenntnisse aus dem Wetzlar-Spiel mit nach Schleswig-Holstein. Zum einen gilt es, in Flensburg die Chancen effektiver zu nutzen. Das war gegen Wetzlar ein großes Manko, als Minden mehr als ein Dutzend hervorragender Möglichkeiten verstreichen ließ. „Zum anderen müssen wir bis zum Schluss an unserem Plan festhalten – auch in kritischen Situation. Das wird am Sonntag noch wichtiger sein, ansonsten wird uns die Tempogegenstoß-Maschine aus Flensburg einige Tore einschenken“, sagt Frank Carstens. Sowohl in Hannover als auch gegen Wetzlar sei sein Team zu früh zu einem Kamikaze-Stil übergegangen. Deshalb wird der GWD-Trainer seit einigen Wochen auch nicht müde, immer wieder das Wort „Geduld“ zu bemühen, wenn er von dem Angriffsspiel spricht: „Wir müssen geduldig unsere Angriffe vorbereiten. Wir können nur als Kollektiv bestehen.“

Wie alle 20 Bundesligamannschaften befinden sich auch die Flensburger nach der Corona-Pause noch in der Findungsphase. Zudem ist die SG personell arg gebeutelt. Nach dem Ausfall der beiden Kreisläufer Jacob Heinl (Innenbandriss im Knie) und Johannes Golla (Mittelfußbruch) muss nun auch der treffsichere Rückraumspieler Lasse Möller mehrere Monate mit einer Handverletzung pausieren. Am Freitag setzte Simon Hald ebenfalls mit dem Training aus. Der Einsatz des Kreisläufers entscheidet sich erst kurzfristig. Sollte Hald fehlen, wird wohl Magnus Röd in die Rolle des Abwehrchefs rutschen.

Trotz des dezimierten Kaders sind die Flensburger mit zwei Siegen in die Saison gestartet. Doch vor allem beim 29:27-Erfolg gegen Wetzlar am ersten Spieltag taten sich die Flensburger lange Zeit schwer. Der 33:26-Sieg gegen Nordhorn war da schon wesentlich souveräner. Deshalb gehen die Nordlichter mit Selbstbewusstsein, aber auch Respekt in die Partie gegen Minden. „Das wird ein echtes Kampfspiel. GWD entwickelt sich nicht nur spielerisch jedes Jahr weiter, sondern bringt auch immer sehr viel Leidenschaft und Aggressivität ein. Das sind Kennzeichen der Arbeit von Frank Carstens“, meint der SG-Coach Maik Machulla.

Mit dieser attestierten Aggressivität muss GWD auch am Sonntag in der Defensive agieren. Dass sie das können, haben die Mindener gegen Wetzlar und auch in weiten Teilen gegen Hannover gezeigt. „Allerdings müssen wir routinierter, cleverer, abgeklärter im Zweikampfverhalten sein als zuletzt. Daran müssen wir arbeiten, ohne die Wirkung zu verlieren“, erklärt Carstens, „wir sind in manchen Situationen einfach über das Ziel hinausgeschossen.“ Der Beleg dafür: die 16 Zeitstrafen gegen Wetzlar. „Das ist mir aber zehnmal lieber als wenn wir das Spiel lethargisch gestalten“, sagt Carstens.

Das Duell Minden gegen Flensburg ist eins mit langer Tradition. Die Bilanz spricht allerdings gegen GWD. Die beiden Teams spielten in der Bundesliga bislang 48-mal gegeneinander. Flensburg fuhr 40 Siege ein, Minden gewann nur fünfmal. Ein weiterer soll jetzt dazukommen. Das will GWD mit maximalen Aufwand erreichen.

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