GWD hält zusammen: Frank von Behren und ein Team liefert Sportgeräte aus Fabian Terwey,Astrid Plaßhenrich Minden. Wer glaubt, dass Quarantäne gleich Stillstand bedeutet, ist bei GWD Minden an der falschen Stelle. Nachdem am Donnerstag die Covid-19-Erkrankung von Nationalspieler Juri Knorr bekannt und die Profis des Handball-Bundesligisten samt Trainer Frank Carstens in Quarantäne geschickt worden waren, trainieren sie seit Samstag im „Home-Office“. Ein Team um Sportgeschäftsführer Frank von Behren setzte sich kurzerhand in einen Lkw und belieferte die Mannschaft zu Hause mit Sportgeräten. „Als am Donnerstag die Nachricht von der Infizierung kam, habe ich mir natürlich erstmal Sorgen um Juri gemacht“, berichtet GWD-Trainer Frank Carstens: „Gerade wenn ein so junger Mann wie er deutliche Symptome wie Fieber zeigt, macht man sich seine Gedanken.“ Frank von Behren berichtete gestern, dass Knorr auf dem Weg der Besserung sei: „Das Fieber ist abgeklungen. Auch die anderen Symptome lassen nach.“ Die GWD-Profis mussten sich nun schon wieder auf eine neue Situation einstellen. Nach den vielen Umzügen an verschiedene Trainingsorte, die sich nach der Kampa-Hallen-Schließung wie widerliches Kaugummi durch dieses Jahr zogen, sollte das für die Profis kein Problem sein. Carstens gab jedem Spieler einen Trainingsplan an die Hand. Ausdauer- und Krafttraining stehen auf dem Programm. „Mit dem Ball kann man zu Hause ja schlecht trainieren. Denn bei Wurfübungen an der Wohnzimmerwand bekommt man schnell Ärger mit Nachbarn und mit dem Vermieter“, sagt Carstens und lacht. Stattdessen trainieren die Profis mit Spinningbikes und sogenannten Kettlebells – Kugelhanteln. Die stellte das GWD-Fitnessstudio Premium Sport-Centrum zur Verfügung. „Die Übungen sind den Spielern bekannt“, erklärt Carstens. Jeder kann sich nun den Tag frei einteilen und sein individuelles Programm abspulen. Regelmäßigen Austausch gibt es laut Trainer über die WhatsApp-Gruppe. Darüber hinaus sucht Frank Carstens den telefonischen Kontakt, wenn es sich anbietet. Auf eine Trainingskontrolle verzichtet er bewusst: „Wir haben in der ersten Corona-Phase sehr gute Erfahrung mit dieser Art von Training gemacht. Die Mannschaft geht pflichtbewusst damit um. Das hat man damals bei jedem einzelnen am guten körperlichen Zustand gemerkt.“ Um die Auslieferung der Sportgeräte kümmerten sich neben Frank von Behren, Jugendkoordinator Lars Halstenberg, Betreuer Tobias Golombek sowie Franziska Göttsch, normalerweise bei GWD für die Sparten Marketing und Event zuständig. Zudem waren die beiden Spieler Christoph Reißky und Leon Grabenstein dabei. „Wir sind zwei Touren gefahren. Insgesamt hat das vier Stunden gedauert“, sagt von Behren, der die Spinning-Bikes ab und zu mal in ein höheres Stockwerk bringen musste. Um die Kontakte so gering wie möglich zu halten, sind alle Helfer mit ihrem eigenen Auto gefahren. „Jetzt weiß ich wenigstens, wo all meine Spieler wohnen“, sagt der GWD-Manager mit einem Augenzwinkern. Reißky und Grabenstein boten ihren Teamkollegen, die alleine wohnen, gleichzeitig an, für sie einzukaufen. „Bisher ist das aber noch nicht passiert. Sie halten sich noch mit Vorräten von vor der Quarantäne über Wasser. Aber diese Woche ruft bestimmt der ein oder andere an“, sagt Reißky, der sich nach seiner Schulter-OP in der Reha befindet. „Die größte Sorge von Lucas Meister war, dass sein Hund Gassi geführt wird. Meine beiden Töchter Finja und Franka waren gleich begeistert und machen das jetzt für ihn“, erzählt Frank Carstens. Die Quarantäne endet für die GWD-Profis am Mittwoch, 25. November – einen Tag vor dem ursprünglich terminierten Auswärtsspiel bei den Eulen Ludwigshafen. Das wird allerdings verlegt. Frank von Behren hat das bereits mit Andreas Wäschebach, zuständig für Spielorganisation, Terminplanung und Spielplanerstellung bei der HBL, geklärt: „Das Spiel wird wahrscheinlich am Sonntag darauf stattfinden. Auch danach werden einige Englische Wochen für uns anfallen.“ Aus sportlicher Sicht wäre es nicht zu vertreten gewesen, für dieses wichtige Spiel vom Sofa in den Bus nach Friesenheim zu steigen, kommentiert Carstens: „Ich bin über jeden zusätzlichen Tag, den wir für die Vorbereitung haben, dankbar.“ Die nächsten Corona-Tests stehen für die GWD-Profis im Klinikum am heutigen Dienstagmorgen an. Die Ergebnisse sollen laut Frank Carstens im Lauf des Tages kommen.

GWD hält zusammen: Frank von Behren und ein Team liefert Sportgeräte aus

Anschließend bringt das Trio zusammen mit Franziska Göttsch, Lars Halstenberg und Tobias Glombek zu den GWD-Spielern, die in Quarantäne sind. Fotos: GWD Minden © privat/GWD Minden

Minden. Wer glaubt, dass Quarantäne gleich Stillstand bedeutet, ist bei GWD Minden an der falschen Stelle. Nachdem am Donnerstag die Covid-19-Erkrankung von Nationalspieler Juri Knorr bekannt und die Profis des Handball-Bundesligisten samt Trainer Frank Carstens in Quarantäne geschickt worden waren, trainieren sie seit Samstag im „Home-Office“. Ein Team um Sportgeschäftsführer Frank von Behren setzte sich kurzerhand in einen Lkw und belieferte die Mannschaft zu Hause mit Sportgeräten.

„Als am Donnerstag die Nachricht von der Infizierung kam, habe ich mir natürlich erstmal Sorgen um Juri gemacht“, berichtet GWD-Trainer Frank Carstens: „Gerade wenn ein so junger Mann wie er deutliche Symptome wie Fieber zeigt, macht man sich seine Gedanken.“ Frank von Behren berichtete gestern, dass Knorr auf dem Weg der Besserung sei: „Das Fieber ist abgeklungen. Auch die anderen Symptome lassen nach.“

Bring- und Abholservice: Die GWD-Spieler Leon Grabenstein (von links), Christoph Reißky und Sportgeschäftsführer Frank von Behren beladen den 7,5 Tonner mit den Spinning-Bikes. - © privat/GWD Minden
Bring- und Abholservice: Die GWD-Spieler Leon Grabenstein (von links), Christoph Reißky und Sportgeschäftsführer Frank von Behren beladen den 7,5 Tonner mit den Spinning-Bikes. - © privat/GWD Minden

Die GWD-Profis mussten sich nun schon wieder auf eine neue Situation einstellen. Nach den vielen Umzügen an verschiedene Trainingsorte, die sich nach der Kampa-Hallen-Schließung wie widerliches Kaugummi durch dieses Jahr zogen, sollte das für die Profis kein Problem sein. Carstens gab jedem Spieler einen Trainingsplan an die Hand. Ausdauer- und Krafttraining stehen auf dem Programm. „Mit dem Ball kann man zu Hause ja schlecht trainieren. Denn bei Wurfübungen an der Wohnzimmerwand bekommt man schnell Ärger mit Nachbarn und mit dem Vermieter“, sagt Carstens und lacht. Stattdessen trainieren die Profis mit Spinningbikes und sogenannten Kettlebells – Kugelhanteln. Die stellte das GWD-Fitnessstudio Premium Sport-Centrum zur Verfügung.

„Die Übungen sind den Spielern bekannt“, erklärt Carstens. Jeder kann sich nun den Tag frei einteilen und sein individuelles Programm abspulen. Regelmäßigen Austausch gibt es laut Trainer über die WhatsApp-Gruppe. Darüber hinaus sucht Frank Carstens den telefonischen Kontakt, wenn es sich anbietet. Auf eine Trainingskontrolle verzichtet er bewusst: „Wir haben in der ersten Corona-Phase sehr gute Erfahrung mit dieser Art von Training gemacht. Die Mannschaft geht pflichtbewusst damit um. Das hat man damals bei jedem einzelnen am guten körperlichen Zustand gemerkt.“

Um die Auslieferung der Sportgeräte kümmerten sich neben Frank von Behren, Jugendkoordinator Lars Halstenberg, Betreuer Tobias Golombek sowie Franziska Göttsch, normalerweise bei GWD für die Sparten Marketing und Event zuständig. Zudem waren die beiden Spieler Christoph Reißky und Leon Grabenstein dabei. „Wir sind zwei Touren gefahren. Insgesamt hat das vier Stunden gedauert“, sagt von Behren, der die Spinning-Bikes ab und zu mal in ein höheres Stockwerk bringen musste. Um die Kontakte so gering wie möglich zu halten, sind alle Helfer mit ihrem eigenen Auto gefahren. „Jetzt weiß ich wenigstens, wo all meine Spieler wohnen“, sagt der GWD-Manager mit einem Augenzwinkern.

Reißky und Grabenstein boten ihren Teamkollegen, die alleine wohnen, gleichzeitig an, für sie einzukaufen. „Bisher ist das aber noch nicht passiert. Sie halten sich noch mit Vorräten von vor der Quarantäne über Wasser. Aber diese Woche ruft bestimmt der ein oder andere an“, sagt Reißky, der sich nach seiner Schulter-OP in der Reha befindet. „Die größte Sorge von Lucas Meister war, dass sein Hund Gassi geführt wird. Meine beiden Töchter Finja und Franka waren gleich begeistert und machen das jetzt für ihn“, erzählt Frank Carstens.

Die Quarantäne endet für die GWD-Profis am Mittwoch, 25. November – einen Tag vor dem ursprünglich terminierten Auswärtsspiel bei den Eulen Ludwigshafen. Das wird allerdings verlegt. Frank von Behren hat das bereits mit Andreas Wäschebach, zuständig für Spielorganisation, Terminplanung und Spielplanerstellung bei der HBL, geklärt: „Das Spiel wird wahrscheinlich am Sonntag darauf stattfinden. Auch danach werden einige Englische Wochen für uns anfallen.“ Aus sportlicher Sicht wäre es nicht zu vertreten gewesen, für dieses wichtige Spiel vom Sofa in den Bus nach Friesenheim zu steigen, kommentiert Carstens: „Ich bin über jeden zusätzlichen Tag, den wir für die Vorbereitung haben, dankbar.“

Die nächsten Corona-Tests stehen für die GWD-Profis im Klinikum am heutigen Dienstagmorgen an. Die Ergebnisse sollen laut Frank Carstens im Lauf des Tages kommen.

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