GWD geht zum Saisonauftakt 18:31 gegen Flensburg unter Sebastian Külbel Minden. GWD Mindens Rückkehr in die Kampa-Halle wurde zu einem Abend voller Ernüchterung. Die 18:31 (9:14)-Niederlage gegen Vizemeister SG Flensburg-Handewitt fiel auch in dieser Höhe hochverdient aus und zeigte, dass die Gastgeber am ersten Spieltag der Handball-Bundesliga noch nicht wettbewerbstauglich waren. Das muss sich schnell ändern, denn schon am Samstag tritt GWD um 18.30 Uhr bei HBW Balingen-Weilstetten an - einem potenziellen Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt. Bis dahin muss sich Trainer Frank Carstens etwas für die Großbaustelle Angriff einfallen lassen, denn in Ballbesitz offenbarte seine Mannschaft phasenweise erschreckende Defizite, es fehlte an Abstimmung, Konsequenz, Emotion - oder schlicht an allem. Zu allem Überfluss fiel GWD in der Schlussphase auch noch in verloren geglaubte Muster zurück und ließ sich in der Schlussphase vom nicht locker lassenden Gegner überrollen. "Das war heute phasenweise wie eine A-Jugend gegen eine Bundesliga-Mannschaft", sagte ein bitter enttäuschter GWD-Trainer Frank Carstens: "Uns fehlte die Überzeugung, so können wir nicht bestehen. Wir müssen jetzt schnell lernen und in der Bundesliga ankommen." Die Gastgeber hielten das Spiel nur zwölf Minuten offen. Bis dahin hatte GWD eine vielversprechende Startphase erwischt, in der die Zugänge Nikola Jukic, Tomas Urban, Niclas Pieczkowski und Amine Darmoul sich in dieser Reihenfolge allesamt mit einem Tor einführten. Als Urban per Siebenmeter seinen zweiten Treffer zum 5:5 erzielt hatte, verlor seine Mannschaft jedoch den Faden. Fast wirkte es, als hätten sich die mit dünner Personaldecke angereisten Flensburger das Treiben des Gegners eine Zeit lang angesehen, die richtigen Schlüsse gezogen - und dann ernst gemacht. Mit einem 4:0-Lauf zogen die Gäste auf 9:5 davon, und Minden war sichtlich beeindruckt. Im grün-weißen Angriff häuften sich Fehlwürfe und Abspielfehler, im neu formierten Team griffen vor 1.380 Zuschauern zu viele Rädchen noch nicht ineinander. Auch spielte sich beim oft hektischen Anrennen zu Vieles im Rückraum ab, Kreisläufer und Außenspieler wurden kaum einbezogen. Am deutlichsten wurde das beim Tunesier Darmoul, der trotz einiger netter Wackler nicht effizient genug agierte und nach 15 Minuten im linken Rückraum von Jan Grebenc abgelöst wurde. Auch emotional fand GWD vor der Pause nicht recht ins Spiel, weil die Ansätze dazu im Keim erstickt wurden. Zum Beispiel, als SG-Torwart Kevin Möller in der 19. und 21. Minute zwei freie Würfe von Jukic und dem für diesen eingewechselten Christian Zeitz parierte. Zum Knackpunkt wurde die Szene, in der Mats Korte von linksaußen in Unterzahl mit einem Dreher vermeintlich auf 9:11 verkürzte (25.). Das Tor fand jedoch keine Anerkennung, weil Trainer Frank Carstens einen Wechselfehler begangen und auch ohne Torwart einen Spieler zu viel aufs Feld geschickt hatte. Flensburg zog derweil ungerührt weiter sein Spiel durch, das vom starken Mittelmann Jim Gottfriedsson geprägt und häufig von Rechtsaußen Lasse Svan oder Kreisläufer Johannes Golla vollendet wurde. Die 14:9-Pausenführung der Gäste fiel daher um kein Tor zu hoch aus. Auch danach bestimmte der Vizemeister souverän das Geschehen. Flensburg ließ GWD zwar munter mitspielen, dessen Angriffe landeten jetzt endlich auch mal am Kreis oder bei den Außenspielern. Doch trotz der Tore von Linksaußen Mats Korte oder Kreisläufer Lucas Meister kamen die Grün-Weißen nicht heran, weil der Gegner mit dem herausragenden Gottfridsson immer eine Antwort hatten. Das lag auch daran, dass die Mindener Abwehr viel zu selten die erhofften Ballgewinne schaffte, um über das Tempospiel heranzukommen. Im Gegenteil, die SG nutzte ihre Angriffe im Stile eines Spitzenteams, ließ auch mit der sicheren Führung im Rücken nicht locker und lag beim 25:17 (50.) erstmals mit acht Treffern vorne. Fünf Minuten später waren es beim 28:18 schon zehn, und der Gegner zeigte bis zum Schluss keine Gnade. Minden sammelte in der schwachen Schlussphase des Spiels dagegen vor allem eines: Anschauungsmaterial, wie man in der Bundesliga nicht bestehen kann.

GWD geht zum Saisonauftakt 18:31 gegen Flensburg unter

Kein Durchkommen: GWD Mindens Jan Grebenc findet trotz Unterstützung Joshua Thiele keine Lücke in der Flensburger Abwehr. Foto: Noah Wedel © Noah Wedel

Minden. GWD Mindens Rückkehr in die Kampa-Halle wurde zu einem Abend voller Ernüchterung. Die 18:31 (9:14)-Niederlage gegen Vizemeister SG Flensburg-Handewitt fiel auch in dieser Höhe hochverdient aus und zeigte, dass die Gastgeber am ersten Spieltag der Handball-Bundesliga noch nicht wettbewerbstauglich waren.

Das muss sich schnell ändern, denn schon am Samstag tritt GWD um 18.30 Uhr bei HBW Balingen-Weilstetten an - einem potenziellen Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt. Bis dahin muss sich Trainer Frank Carstens etwas für die Großbaustelle Angriff einfallen lassen, denn in Ballbesitz offenbarte seine Mannschaft phasenweise erschreckende Defizite, es fehlte an Abstimmung, Konsequenz, Emotion - oder schlicht an allem. Zu allem Überfluss fiel GWD in der Schlussphase auch noch in verloren geglaubte Muster zurück und ließ sich in der Schlussphase vom nicht locker lassenden Gegner überrollen. "Das war heute phasenweise wie eine A-Jugend gegen eine Bundesliga-Mannschaft", sagte ein bitter enttäuschter GWD-Trainer Frank Carstens: "Uns fehlte die Überzeugung, so können wir nicht bestehen. Wir müssen jetzt schnell lernen und in der Bundesliga ankommen."

GWD Mindens Christian Zeitz im Zweikampf mit dem herausragenden Flensburger Jim Gottfridsson. Foto: Noah Wedel - © Noah Wedel
GWD Mindens Christian Zeitz im Zweikampf mit dem herausragenden Flensburger Jim Gottfridsson. Foto: Noah Wedel - © Noah Wedel

Die Gastgeber hielten das Spiel nur zwölf Minuten offen. Bis dahin hatte GWD eine vielversprechende Startphase erwischt, in der die Zugänge Nikola Jukic, Tomas Urban, Niclas Pieczkowski und Amine Darmoul sich in dieser Reihenfolge allesamt mit einem Tor einführten. Als Urban per Siebenmeter seinen zweiten Treffer zum 5:5 erzielt hatte, verlor seine Mannschaft jedoch den Faden. Fast wirkte es, als hätten sich die mit dünner Personaldecke angereisten Flensburger das Treiben des Gegners eine Zeit lang angesehen, die richtigen Schlüsse gezogen - und dann ernst gemacht. Mit einem 4:0-Lauf zogen die Gäste auf 9:5 davon, und Minden war sichtlich beeindruckt.

Im grün-weißen Angriff häuften sich Fehlwürfe und Abspielfehler, im neu formierten Team griffen vor 1.380 Zuschauern zu viele Rädchen noch nicht ineinander. Auch spielte sich beim oft hektischen Anrennen zu Vieles im Rückraum ab, Kreisläufer und Außenspieler wurden kaum einbezogen. Am deutlichsten wurde das beim Tunesier Darmoul, der trotz einiger netter Wackler nicht effizient genug agierte und nach 15 Minuten im linken Rückraum von Jan Grebenc abgelöst wurde. Auch emotional fand GWD vor der Pause nicht recht ins Spiel, weil die Ansätze dazu im Keim erstickt wurden.

Zum Beispiel, als SG-Torwart Kevin Möller in der 19. und 21. Minute zwei freie Würfe von Jukic und dem für diesen eingewechselten Christian Zeitz parierte. Zum Knackpunkt wurde die Szene, in der Mats Korte von linksaußen in Unterzahl mit einem Dreher vermeintlich auf 9:11 verkürzte (25.). Das Tor fand jedoch keine Anerkennung, weil Trainer Frank Carstens einen Wechselfehler begangen und auch ohne Torwart einen Spieler zu viel aufs Feld geschickt hatte. Flensburg zog derweil ungerührt weiter sein Spiel durch, das vom starken Mittelmann Jim Gottfriedsson geprägt und häufig von Rechtsaußen Lasse Svan oder Kreisläufer Johannes Golla vollendet wurde. Die 14:9-Pausenführung der Gäste fiel daher um kein Tor zu hoch aus.

Auch danach bestimmte der Vizemeister souverän das Geschehen. Flensburg ließ GWD zwar munter mitspielen, dessen Angriffe landeten jetzt endlich auch mal am Kreis oder bei den Außenspielern. Doch trotz der Tore von Linksaußen Mats Korte oder Kreisläufer Lucas Meister kamen die Grün-Weißen nicht heran, weil der Gegner mit dem herausragenden Gottfridsson immer eine Antwort hatten. Das lag auch daran, dass die Mindener Abwehr viel zu selten die erhofften Ballgewinne schaffte, um über das Tempospiel heranzukommen. Im Gegenteil, die SG nutzte ihre Angriffe im Stile eines Spitzenteams, ließ auch mit der sicheren Führung im Rücken nicht locker und lag beim 25:17 (50.) erstmals mit acht Treffern vorne. Fünf Minuten später waren es beim 28:18 schon zehn, und der Gegner zeigte bis zum Schluss keine Gnade. Minden sammelte in der schwachen Schlussphase des Spiels dagegen vor allem eines: Anschauungsmaterial, wie man in der Bundesliga nicht bestehen kann.

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