GWD-Torwart Carsten Lichtlein im MT-Interview: „Im Derby geht es zur Sache“ Sebastian Külbel Minden. Carsten Lichtlein spielt seine 22. Profisaison, ist mit 678 Einsätzen Rekordspieler der Handball-Bundesliga – und erlebt jetzt zum ersten Mal das Derby zwischen GWD Minden und TuS N-Lübbecke. Im MT-Interview spricht der frühere Nationaltorwart über seine Erwartungen an das Kreisduell in der Kampa-Halle und seine Sicht auf die schwere Situation bei Gastgeber GWD. Herr Lichtlein, hat das Mühlenkreis-Derby in Ihrer Sammlung noch gefehlt? Ich hatte ja schon einige OWL-Derbys mit Lemgo gegen Minden und Nettelstedt, auch das bergische Derby mit Gummersbach gegen den BHC. Das fränkische Derby habe ich leider nie erlebt, weil Coburg bei meinem Jahr in Erlangen Zweitligist war. Jetzt ist es schön, dass ich dieses Derby auch noch erlebe. Was erwarten Sie am Samstag? Es wird ein heißes Spiel, es wird ein sehr hartes Spiel. Ich denke, die Abwehrreihen werden das Geschehen prägen, es wird kein Offensivfeuerwerk abgebrannt. Wie wichtig die Abwehr ist, hat man bei unserem Pokalspiel in Ludwigshafen gesehen, das haben wir zum ersten Mal in dieser Saison kompakt im Verbund hinbekommen. Das war ein Schritt in die richtige Richtung. In der Vorbereitung haben wir auch gegen den TuS N-Lübbecke gewonnen. Aber das ist kein Vergleich. Hätten Sie nach der guten Vorbereitung gedacht, dass es so schwer wird? Nein. Wir wussten, dass wir viele neue Spieler haben, die die Bundesliga nicht kennen, sind aber mit positiven Gefühlen in die Runde gegangen. Wir wussten dass es schwer wird. Dass es so schwer wird, hätte ich aber nicht gedacht. Besonders erschreckt hat mich, dass wir bislang in keinem Spiel eine richtige Chance hatten, zu punkten. Das war in der letzten Saison eigentlich immer der Fall. Wir müssen zusehen, dass wir hinten stabiler stehen und vorne konzentrierter spielen. Sie haben in 21 Profijahren vielerlebt. Muss man sich um GWD Sorgen machen? Sorgen nicht unbedingt, aber uns muss klar sein, dass im Oktober wichtige Spiele kommen. Da geht es darum, zu punkten, da wird es richtungsweisend. Es geht ja auch darum, sich Selbstvertrauen zu holen, das fehlt im Moment. Vor allem die neuen Spieler merken, dass der Druck in der Bundesliga ein anderer ist. Ein Aufsteiger wie Hamburg zum Beispiel hatte einen guten Start, und dann läuft vieles befreiter. Das ist bei uns leider nicht so. Der Pokalsieg in Ludwigshafen sollte die Mannschaft aber voranbringen. Die Abwehrleistung gibt uns auf jeden Fall Auftrieb. Auch im Angriff war es größtenteils gut, da hatten wir nach dem Ausfall von Darmoul einen Knacks, haben den Sieg aber gerettet. Mental war der Sieg sehr wichtig. Trotzdem war es nur ein Pokalspiel bei einem Zweitligisten. Jetzt kommt das Derby und da sind die Vorzeichen anders. Da geht es zur Sache, die Halle ist voll, es wird hitzig und man muss einen kühlen Kopf bewahren. Dessen muss man sich bewusst sein, man darf in so einem Spiel nicht zehn Minuten brauchen, bis man drin ist. Sie selbst sind jetzt auch wieder voll drin, nachdem Stammtorwart Malte Semisch sich verletzt hat. Man möchte ja spielen, aber natürlich nicht unbedingt aus solchen Gründen. Als Torwarttrainer freue ich mich auch, wenn Malte fit ist und gut hält. Am Anfang konnte ich im Zusammenspiel mit der Abwehr noch nicht meine Leistung zeigen, aber mit der gemeinsamen Spielpraxis ist es besser geworden. In Ludwigshafen hat es dann wieder gepasst. Man braucht solche Spiele, um wieder reinzukommen. Gilt das auch für die Mannschaft? Wir sind auf dem richtigen Weg und hatten auch gegen Kiel schon gute Ansätze. In Ludwigshafen haben wir und dann wieder gesteigert, und jetzt hoffe ich, dass wir im Derby das i-Tüpfelchen setzen. Und wie geht das Derby aus? Wir gewinnen natürlich. Negative Gedanken bringen nichts, man muss positiv bleiben. Wir sind zu Hause, spielen vor eigenem Publikum und brauchen diesen Sieg. Ich habe mit Lemgo mal zehn Spiele in Folge nicht gewonnen, danach hatten wir einen 28:0-Lauf. Wenn man erstmal punktet, kommt das Selbstvertrauen und vielleicht auch ein Quäntchen Glück. Dann ist alles möglich.

GWD-Torwart Carsten Lichtlein im MT-Interview: „Im Derby geht es zur Sache“

Es passt wieder: GWD Mindens Torwart Carsten Lichtlein hält einen Siebenmeter von Jannik Hofmann und krönt seine starke Leistung beim Pokalspiel in Ludwigshafen. Foto: PIX-Sportfotos/Michael Ruffler © PIX-Sportfotos /Michael Ruffler

Minden. Carsten Lichtlein spielt seine 22. Profisaison, ist mit 678 Einsätzen Rekordspieler der Handball-Bundesliga – und erlebt jetzt zum ersten Mal das Derby zwischen GWD Minden und TuS N-Lübbecke. Im MT-Interview spricht der frühere Nationaltorwart über seine Erwartungen an das Kreisduell in der Kampa-Halle und seine Sicht auf die schwere Situation bei Gastgeber GWD.

Herr Lichtlein, hat das Mühlenkreis-Derby in Ihrer Sammlung noch gefehlt?

Ich hatte ja schon einige OWL-Derbys mit Lemgo gegen Minden und Nettelstedt, auch das bergische Derby mit Gummersbach gegen den BHC. Das fränkische Derby habe ich leider nie erlebt, weil Coburg bei meinem Jahr in Erlangen Zweitligist war. Jetzt ist es schön, dass ich dieses Derby auch noch erlebe.

Was erwarten Sie am Samstag?

Es wird ein heißes Spiel, es wird ein sehr hartes Spiel. Ich denke, die Abwehrreihen werden das Geschehen prägen, es wird kein Offensivfeuerwerk abgebrannt. Wie wichtig die Abwehr ist, hat man bei unserem Pokalspiel in Ludwigshafen gesehen, das haben wir zum ersten Mal in dieser Saison kompakt im Verbund hinbekommen. Das war ein Schritt in die richtige Richtung. In der Vorbereitung haben wir auch gegen den TuS N-Lübbecke gewonnen. Aber das ist kein Vergleich.

Hätten Sie nach der guten Vorbereitung gedacht, dass es so schwer wird?

Nein. Wir wussten, dass wir viele neue Spieler haben, die die Bundesliga nicht kennen, sind aber mit positiven Gefühlen in die Runde gegangen. Wir wussten dass es schwer wird. Dass es so schwer wird, hätte ich aber nicht gedacht. Besonders erschreckt hat mich, dass wir bislang in keinem Spiel eine richtige Chance hatten, zu punkten. Das war in der letzten Saison eigentlich immer der Fall. Wir müssen zusehen, dass wir hinten stabiler stehen und vorne konzentrierter spielen.

Sie haben in 21 Profijahren vielerlebt. Muss man sich um GWD Sorgen machen?

Sorgen nicht unbedingt, aber uns muss klar sein, dass im Oktober wichtige Spiele kommen. Da geht es darum, zu punkten, da wird es richtungsweisend. Es geht ja auch darum, sich Selbstvertrauen zu holen, das fehlt im Moment. Vor allem die neuen Spieler merken, dass der Druck in der Bundesliga ein anderer ist. Ein Aufsteiger wie Hamburg zum Beispiel hatte einen guten Start, und dann läuft vieles befreiter. Das ist bei uns leider nicht so.

Der Pokalsieg in Ludwigshafen sollte die Mannschaft aber voranbringen.

Die Abwehrleistung gibt uns auf jeden Fall Auftrieb. Auch im Angriff war es größtenteils gut, da hatten wir nach dem Ausfall von Darmoul einen Knacks, haben den Sieg aber gerettet. Mental war der Sieg sehr wichtig. Trotzdem war es nur ein Pokalspiel bei einem Zweitligisten. Jetzt kommt das Derby und da sind die Vorzeichen anders. Da geht es zur Sache, die Halle ist voll, es wird hitzig und man muss einen kühlen Kopf bewahren. Dessen muss man sich bewusst sein, man darf in so einem Spiel nicht zehn Minuten brauchen, bis man drin ist.

Sie selbst sind jetzt auch wieder voll drin, nachdem Stammtorwart Malte Semisch sich verletzt hat.

Man möchte ja spielen, aber natürlich nicht unbedingt aus solchen Gründen. Als Torwarttrainer freue ich mich auch, wenn Malte fit ist und gut hält. Am Anfang konnte ich im Zusammenspiel mit der Abwehr noch nicht meine Leistung zeigen, aber mit der gemeinsamen Spielpraxis ist es besser geworden. In Ludwigshafen hat es dann wieder gepasst. Man braucht solche Spiele, um wieder reinzukommen.

Gilt das auch für die Mannschaft?

Wir sind auf dem richtigen Weg und hatten auch gegen Kiel schon gute Ansätze. In Ludwigshafen haben wir und dann wieder gesteigert, und jetzt hoffe ich, dass wir im Derby das i-Tüpfelchen setzen.

Und wie geht das Derby aus?

Wir gewinnen natürlich. Negative Gedanken bringen nichts, man muss positiv bleiben. Wir sind zu Hause, spielen vor eigenem Publikum und brauchen diesen Sieg. Ich habe mit Lemgo mal zehn Spiele in Folge nicht gewonnen, danach hatten wir einen 28:0-Lauf. Wenn man erstmal punktet, kommt das Selbstvertrauen und vielleicht auch ein Quäntchen Glück. Dann ist alles möglich.

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