GWD Mindens Abwehrspezialist Max Janke spielt Schlüsselrolle bei Rückkehr nach Leipzig Marcus Riechmann Minden. Mehr als fünf Jahre lang war Max Janke in Leipzig zuhause, etablierte den SC DHfK seit dem Aufstieg im Jahre 2015 in der Handball-Bundesliga. Heute betritt er zum ersten Mal als Gast und Gegner die Arena in der Messestadt. Es ist eine Heimkehr an den Ort, an dem er als Profi reifte und zum Nationalspieler wurde. Viele langjährige Kumpel spielen beim SC, so wie der derzeit verletzte Niclas Pieczkowski, der im Sommer zu GWD Minden wechseln wird. Die Rückkehr könnte für den 28-jährigen Janke, der seit Anfang Februar für GWD spielt, eine emotionale Angelegenheit sein, zumal bis zu 1.000 Zuschauer in der Halle sein werden. Doch der Abwehrexperte verspürte gestern auf der Anreise keine Sentimentalitäten. „Es fühlt sich im Moment so an, wie vor jedem anderen Auswärtsspiel aus“, meldete Janke aus dem Mannschaftsbus und sinnierte: „Das mag in der Halle dann anders sein. Ich freue mich darauf, die Jungs wiederzusehen. Es könnte eigentlich nett werden, aber wir haben momentan einfach andere Dinge im Kopf.“ Das Thema, das bei GWD alles andere an die Seite schiebt, heißt Klassenerhalt. Mit vier Punkten Vorsprung liegt Minden im Rennen, in dem sich an jedem Spieltag die Vorzeichen ändern können. Zeitgleich mit GWD spielt heute Abend um 19 Uhr HBW Balingen/Weilstetten gegen die Rhein-Neckar Löwen, am Wochenende treten die Eulen Ludwigshafen dann beim bereits als Absteiger feststehenden Team von Tusem Essen an. „Es würde eine Menge Druck rausnehmen, wenn wir aus Leipzig was mitnehmen“, weiß Sportgeschäftsführer Frank von Behren um die psychische Belastung seiner Spieler, die von der Konkurrenz gejagt werden. „Wir werden am Ende wohl mindestens 28 Punkte brauchen“, vermutet von Behren. Ludwigshafen – mit 21 Zählern derzeit auf einem Abstiegsplatz – hat nichts zu verlieren, GWD (25 Punkte) hingegen schon. Das weiß auch Janke, der vor vier Monaten nach Minden gekommen ist. Statt mit Leipzig um Mittelfeldplatzierungen und die „Goldene Ananas“ zu spielen ist Janke nun dort zu Hause, wo es zur Sache geht: Im beinharten Kampf um den Klassenerhalt. „Das zehrt schon ein wenig an den Nerven“, sagt der Mann mit der Nummer 14 über den Umstand, dass er mit GWD die Konkurrenten im Mai einfach nicht losgeworden ist. Das nach der Magdeburg-Pleite zerknirschte Team hat an den vergangenen Tagen gegen den Frust antrainiert. „Arbeit ist der beste Weg, um da wieder raus zu kommen“, sagt Trainer Frank Carstens und meldet: „Nach dem Training war die Stimmung schon wieder besser.“ Der Coach erwartet heute Abend ein schweres Spiel. „Leipzig ist gut drauf“, meint Carstens über den Sportclub, der mit vier Siegen aus den vergangenen fünf Spielen erfolgreiche Wochen erlebte und lediglich dem THW Kiel unterlag. Ausgeglichen besetzt, kampfstark, variabel in der Abwehr, diszipliniert – seit Jahren beschreibt Carstens die Sachsen mit denselben Attributen. Und seit Jahren liefert sich GWD mit dem SC harte und meist torarme Schlachten. Zuletzt am 22. Dezember mit dem besseren Ende für Minden, das angeführt vom treffsicheren Duo Justus Richtzenhain (5 Tore) und Mats Korte (8/2 Tore) sowie gestützt auf die bärenstarke Abwehr um den Innenblock Doruk Pehlivan und Joshua Thiele 23:20 gewann. „Das war der Schlüssel, wir haben überragend verteidigt“, erinnert sich Carstens und wünscht sich eine sattelfeste Deckungsreihe auch heute: „Dann braucht man vorne nicht mehr so viele Lösungen.“ Damit liegt der Ball bei Janke, der sich um die ehemaligen Teamkollegen kümmern soll. Vor allem mit Philipp Weber und Maciej Gebala wird es Janke zu tun bekommen. Vor beiden besitzt Janke Respekt. „Gebala mit seinen 115 Kilos ist schon eine Aufgabe“, sagt der 20 Kilogramm leichtere Mindener über den zwei Meter großen polnischen Nationalkreisläufer: „Der ist wie ein Baum, wenn er steht“, berichtet Janke: „Man darf nicht hinter ihm stehen, sonst hat man den ersten Fehler schon gemacht.“ Ebenso anspruchsvoll, wenngleich völlig anders, sei die Arbeit gegen Spielmacher Weber. „Der ist sauschnell und extrem clever“, sagt Janke über seinen ehemaligen Kollegen, der heute gemeinsam mit Mindens Juri Knorr unter besonderer Beobachtung von Bundestrainer Alfred Gislason stehen wird, schließlich könnten sie im deutschen Team gemeinsam bei den Olympischen Spielen das Duo auf der Mittelposition bilden.

GWD Mindens Abwehrspezialist Max Janke spielt Schlüsselrolle bei Rückkehr nach Leipzig

Frust und Freude liegen oft nur Sekunden auseinander: Hier hebt Max Janke im Heimspiel gegen TSV Hannover-Burgdorf bedauernd die Arme, kurz darauf sorgte Mats Korte mit einem Weitwurf für den Siegtreffer. Ein solches Finale wäre Janke auch heute bei der Rückkehr nach Leipzig recht. Foto: Noah Wedel © Noah Wedel

Minden. Mehr als fünf Jahre lang war Max Janke in Leipzig zuhause, etablierte den SC DHfK seit dem Aufstieg im Jahre 2015 in der Handball-Bundesliga. Heute betritt er zum ersten Mal als Gast und Gegner die Arena in der Messestadt. Es ist eine Heimkehr an den Ort, an dem er als Profi reifte und zum Nationalspieler wurde. Viele langjährige Kumpel spielen beim SC, so wie der derzeit verletzte Niclas Pieczkowski, der im Sommer zu GWD Minden wechseln wird.

Die Rückkehr könnte für den 28-jährigen Janke, der seit Anfang Februar für GWD spielt, eine emotionale Angelegenheit sein, zumal bis zu 1.000 Zuschauer in der Halle sein werden. Doch der Abwehrexperte verspürte gestern auf der Anreise keine Sentimentalitäten. „Es fühlt sich im Moment so an, wie vor jedem anderen Auswärtsspiel aus“, meldete Janke aus dem Mannschaftsbus und sinnierte: „Das mag in der Halle dann anders sein. Ich freue mich darauf, die Jungs wiederzusehen. Es könnte eigentlich nett werden, aber wir haben momentan einfach andere Dinge im Kopf.“

Das Thema, das bei GWD alles andere an die Seite schiebt, heißt Klassenerhalt. Mit vier Punkten Vorsprung liegt Minden im Rennen, in dem sich an jedem Spieltag die Vorzeichen ändern können. Zeitgleich mit GWD spielt heute Abend um 19 Uhr HBW Balingen/Weilstetten gegen die Rhein-Neckar Löwen, am Wochenende treten die Eulen Ludwigshafen dann beim bereits als Absteiger feststehenden Team von Tusem Essen an.

„Es würde eine Menge Druck rausnehmen, wenn wir aus Leipzig was mitnehmen“, weiß Sportgeschäftsführer Frank von Behren um die psychische Belastung seiner Spieler, die von der Konkurrenz gejagt werden. „Wir werden am Ende wohl mindestens 28 Punkte brauchen“, vermutet von Behren. Ludwigshafen – mit 21 Zählern derzeit auf einem Abstiegsplatz – hat nichts zu verlieren, GWD (25 Punkte) hingegen schon.

Das weiß auch Janke, der vor vier Monaten nach Minden gekommen ist. Statt mit Leipzig um Mittelfeldplatzierungen und die „Goldene Ananas“ zu spielen ist Janke nun dort zu Hause, wo es zur Sache geht: Im beinharten Kampf um den Klassenerhalt. „Das zehrt schon ein wenig an den Nerven“, sagt der Mann mit der Nummer 14 über den Umstand, dass er mit GWD die Konkurrenten im Mai einfach nicht losgeworden ist. Das nach der Magdeburg-Pleite zerknirschte Team hat an den vergangenen Tagen gegen den Frust antrainiert. „Arbeit ist der beste Weg, um da wieder raus zu kommen“, sagt Trainer Frank Carstens und meldet: „Nach dem Training war die Stimmung schon wieder besser.“

Der Coach erwartet heute Abend ein schweres Spiel. „Leipzig ist gut drauf“, meint Carstens über den Sportclub, der mit vier Siegen aus den vergangenen fünf Spielen erfolgreiche Wochen erlebte und lediglich dem THW Kiel unterlag. Ausgeglichen besetzt, kampfstark, variabel in der Abwehr, diszipliniert – seit Jahren beschreibt Carstens die Sachsen mit denselben Attributen. Und seit Jahren liefert sich GWD mit dem SC harte und meist torarme Schlachten. Zuletzt am 22. Dezember mit dem besseren Ende für Minden, das angeführt vom treffsicheren Duo Justus Richtzenhain (5 Tore) und Mats Korte (8/2 Tore) sowie gestützt auf die bärenstarke Abwehr um den Innenblock Doruk Pehlivan und Joshua Thiele 23:20 gewann. „Das war der Schlüssel, wir haben überragend verteidigt“, erinnert sich Carstens und wünscht sich eine sattelfeste Deckungsreihe auch heute: „Dann braucht man vorne nicht mehr so viele Lösungen.“

Damit liegt der Ball bei Janke, der sich um die ehemaligen Teamkollegen kümmern soll. Vor allem mit Philipp Weber und Maciej Gebala wird es Janke zu tun bekommen. Vor beiden besitzt Janke Respekt. „Gebala mit seinen 115 Kilos ist schon eine Aufgabe“, sagt der 20 Kilogramm leichtere Mindener über den zwei Meter großen polnischen Nationalkreisläufer: „Der ist wie ein Baum, wenn er steht“, berichtet Janke: „Man darf nicht hinter ihm stehen, sonst hat man den ersten Fehler schon gemacht.“ Ebenso anspruchsvoll, wenngleich völlig anders, sei die Arbeit gegen Spielmacher Weber. „Der ist sauschnell und extrem clever“, sagt Janke über seinen ehemaligen Kollegen, der heute gemeinsam mit Mindens Juri Knorr unter besonderer Beobachtung von Bundestrainer Alfred Gislason stehen wird, schließlich könnten sie im deutschen Team gemeinsam bei den Olympischen Spielen das Duo auf der Mittelposition bilden.

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