GWD Minden wagt den Neustart nach dem Umbruch Sebastian Külbel Minden. Hinter GWD Minden liegt die härteste Saison seit dem Abstieg im Jahr 2015. Bis zum letzten Spieltag mussten Trainer Frank Carstens und seine Mannschaft um den Klassenerhalt kämpfen. Das könnte auch in dieser Spielzeit passieren, denn GWD hat einen großen Umbruch im Kader hinter sich und musste sich auf zentralen Positionen neu aufstellen. Die ersten Schritte des neuen Teams machen aber auch Hoffnung. Rückblick: Stolz nur auf das Ende Einen ähnlich zittrigen Endspurt wie im vergangenen Frühjahr braucht bei GWD keiner so schnell wieder. Erst mit einem 24:24 gegen den direkten Verfolger Eulen Ludwigshafen am vorletzten Spieltag sicherte Minden die Klasse. „Ich bin ziemlich stolz auf das, was wir am Ende geleistet haben“, sagt Coach Carstens: „Trotzdem bin ich mit Platz 16 natürlich überhaupt nicht zufrieden, und es wäre auch mehr möglich gewesen.“ Die schweren Verletzungen von Lucas Meister, Doruk Pehlivan, Miljan Pusica und Christoph Reißky brachten GWD jedoch in Bedrängnis und führten dazu, dass in der Rückrunde immer wieder neue Konstellationen eingespielt werden mussten. Personal: Wechsel im Zentrum des Spiels Das immerhin klappte erstaunlich gut. Der im Februar aus Leipzig geholte Maximilian Janke übernahm sogleich die Rolle des Abwehrchefs, Youngster Miro Schluroff fügte sich als zweiter Winter-Zugang ebenfalls gut ein und zeigte als Pehlivan-Ersatz sein Potenzial. Dass zwei der Zugänge bereits akklimatisiert sind, ändert jedoch nichts an den gravierenden Veränderungen im Mindener Spiel. Denn im Tunesier Mohamed Amine Darmoul und Niclas Pieczkowski stoßen zwei neue Mittelmänner dazu, als Rückraumschütze soll der Kroate Nikola Jukic den langjährigen Haupttorjäger Christoffer Rambo ablösen. Auch Janke soll sich nach seiner Schulteroperation als Spielmacher mehr in den Angriff einbringen. „Wir fangen offensiv also bei null an“, erklärt Frank Carstens. Erst im Verlauf der Vorbereitung stießen Jan Grebenc als Partner von Schluroff im linken Rückraum sowie Tomas Urban zum Team. Ihn verpflichtete Sport-Geschäftsführer Frank von Behren als letzten Spieler, nachdem Max Staar sich eine kleinere Verletzung zugezogen hatte. Alle Zugänge haben in den Testspielen gute Ansätze gezeigt und können dem Team weiterhelfen. Vor allem die beiden späten Nachverpflichtungen bringen den nötigen Schuss Erfahrung mit. Keine Rolle in den Saisonplanungen spielen Pehlivan, Pusica und Reißky, die alle mit Knieverletzungen lange ausfallen. Struktur: Neue Anführer müssen her Die personellen Bewegungen führen dazu, dass eine neue Hierarchie gefunden werden muss. Kapitän Pusica ist in der Reha, der zentrale Angreifer Rambo ist weg und auch Nationalspieler Juri Knorr fällt nach seinem Wechsel als möglicher Frontmann aus. Neue Anführer müssen also her, und da hat der Trainer vor allem den erfahrenen Niclas Pieczkowski im Auge: „Von ihm erwarte ich Leadership. Er weiß, wie man eine junge Mannschaft an die Bundesliga gewöhnt.“ Denn auch wenn die alten Haudegen Carsten Lichtlein und Christian Zeitz den Altersschnitt nach oben ziehen und die externen Zugänge schon länger dabei sind, hat GWD weiterhin viele unerfahrene Spieler im Team. Der Anschlusskader wurde zudem komplett neu besetzt. Die beiden Ü40-Akteure sollen laut Carstens „in der Hierarchie eine Rolle spielen“. Als Führungsspieler erwartet er aber Pieczkowski, Janke als Abwehrchef – und auch Zugang Darmoul, der bei seinen ersten Einsätzen unterstrichen hat, was sein Coach von ihm erwartet: „Er kann unser X-Faktor werden.“ Taktik: Angriff wird neu ausgerichtet Nach dem kompletten Austausch in der Rückraummitte muss GWD den Angriff neu ausrichten. Eine mühsame Arbeit für den Trainer, wie er zum Start der Vorbereitung erklärte: „Es gibt natürlich ein paar Basics, die immer gehen. Aber im Grunde müssen wir uns das komplette Angriffsspiel neu erarbeiten.“ Das kann dauern und wird die Mindener Profis auch in der Saison noch lange beschäftigen. Weniger Sorgen macht sich der Coach um die Abwehr. „Sie war der Kern für alles“, sagt Carstens über die Schlussphase der vorigen Saison. Auf die 6:0-Deckung der Mindener war unabhängig von ihrer Besetzung immer Verlass, und dahinter stand Malte Semisch, der mit einer ganz starken Saison in die Riege der Top-Torhüter aufstieg. Saisonziel: Nur der Klassenerhalt zählt Während die Profis heiß auf den Saisonstart sind, hätte Coach Carstens gerne mehr Zeit, um die Abläufe mit insgesamt 14 Zugängen besser einzuspielen. Zwar ist GWD den Ansprüchen von Sport-Geschäftsführer Frank von Behren, der sich „einen sicheren Mittelfeldplatz“ wünscht, mit den jüngsten Nachverpflichtungen näher gekommen. Auch das Spielmacher-Duo Pieczkowski/Darmoul ist vielversprechend. Dennoch bleibt der Trainer zurückhaltend: „Wir machen nicht den nächsten Schritt, sondern einen Neustart. Es ist der größte Umbruch in meiner Zeit bei GWD. Und da kann das Ziel nur Klassenerhalt heißen.“

GWD Minden wagt den Neustart nach dem Umbruch

Dass bei GWD Minden in der Vorbereitung viel passiert ist, zeigt sich auch am Mannschaftsfoto: Auf diesem fehlen die Nachverpflichtungen Jan Grebenc und Tomas Urban sowie Florian Kranzmann, der mit der U19-Nationalmannschaft unterwegs war. MT-Foto: Sebastian Külbel © Sebastian Külbel

Minden. Hinter GWD Minden liegt die härteste Saison seit dem Abstieg im Jahr 2015. Bis zum letzten Spieltag mussten Trainer Frank Carstens und seine Mannschaft um den Klassenerhalt kämpfen. Das könnte auch in dieser Spielzeit passieren, denn GWD hat einen großen Umbruch im Kader hinter sich und musste sich auf zentralen Positionen neu aufstellen. Die ersten Schritte des neuen Teams machen aber auch Hoffnung.

Rückblick: Stolz nur auf das Ende

Einen ähnlich zittrigen Endspurt wie im vergangenen Frühjahr braucht bei GWD keiner so schnell wieder. Erst mit einem 24:24 gegen den direkten Verfolger Eulen Ludwigshafen am vorletzten Spieltag sicherte Minden die Klasse. „Ich bin ziemlich stolz auf das, was wir am Ende geleistet haben“, sagt Coach Carstens: „Trotzdem bin ich mit Platz 16 natürlich überhaupt nicht zufrieden, und es wäre auch mehr möglich gewesen.“ Die schweren Verletzungen von Lucas Meister, Doruk Pehlivan, Miljan Pusica und Christoph Reißky brachten GWD jedoch in Bedrängnis und führten dazu, dass in der Rückrunde immer wieder neue Konstellationen eingespielt werden mussten.

Personal: Wechsel im Zentrum des Spiels

Das immerhin klappte erstaunlich gut. Der im Februar aus Leipzig geholte Maximilian Janke übernahm sogleich die Rolle des Abwehrchefs, Youngster Miro Schluroff fügte sich als zweiter Winter-Zugang ebenfalls gut ein und zeigte als Pehlivan-Ersatz sein Potenzial. Dass zwei der Zugänge bereits akklimatisiert sind, ändert jedoch nichts an den gravierenden Veränderungen im Mindener Spiel. Denn im Tunesier Mohamed Amine Darmoul und Niclas Pieczkowski stoßen zwei neue Mittelmänner dazu, als Rückraumschütze soll der Kroate Nikola Jukic den langjährigen Haupttorjäger Christoffer Rambo ablösen. Auch Janke soll sich nach seiner Schulteroperation als Spielmacher mehr in den Angriff einbringen. „Wir fangen offensiv also bei null an“, erklärt Frank Carstens.

Erst im Verlauf der Vorbereitung stießen Jan Grebenc als Partner von Schluroff im linken Rückraum sowie Tomas Urban zum Team. Ihn verpflichtete Sport-Geschäftsführer Frank von Behren als letzten Spieler, nachdem Max Staar sich eine kleinere Verletzung zugezogen hatte. Alle Zugänge haben in den Testspielen gute Ansätze gezeigt und können dem Team weiterhelfen. Vor allem die beiden späten Nachverpflichtungen bringen den nötigen Schuss Erfahrung mit. Keine Rolle in den Saisonplanungen spielen Pehlivan, Pusica und Reißky, die alle mit Knieverletzungen lange ausfallen.

Struktur: Neue Anführer müssen her

Die personellen Bewegungen führen dazu, dass eine neue Hierarchie gefunden werden muss. Kapitän Pusica ist in der Reha, der zentrale Angreifer Rambo ist weg und auch Nationalspieler Juri Knorr fällt nach seinem Wechsel als möglicher Frontmann aus. Neue Anführer müssen also her, und da hat der Trainer vor allem den erfahrenen Niclas Pieczkowski im Auge: „Von ihm erwarte ich Leadership. Er weiß, wie man eine junge Mannschaft an die Bundesliga gewöhnt.“ Denn auch wenn die alten Haudegen Carsten Lichtlein und Christian Zeitz den Altersschnitt nach oben ziehen und die externen Zugänge schon länger dabei sind, hat GWD weiterhin viele unerfahrene Spieler im Team. Der Anschlusskader wurde zudem komplett neu besetzt. Die beiden Ü40-Akteure sollen laut Carstens „in der Hierarchie eine Rolle spielen“. Als Führungsspieler erwartet er aber Pieczkowski, Janke als Abwehrchef – und auch Zugang Darmoul, der bei seinen ersten Einsätzen unterstrichen hat, was sein Coach von ihm erwartet: „Er kann unser X-Faktor werden.“

Taktik: Angriff wird neu ausgerichtet

Nach dem kompletten Austausch in der Rückraummitte muss GWD den Angriff neu ausrichten. Eine mühsame Arbeit für den Trainer, wie er zum Start der Vorbereitung erklärte: „Es gibt natürlich ein paar Basics, die immer gehen. Aber im Grunde müssen wir uns das komplette Angriffsspiel neu erarbeiten.“ Das kann dauern und wird die Mindener Profis auch in der Saison noch lange beschäftigen.

Weniger Sorgen macht sich der Coach um die Abwehr. „Sie war der Kern für alles“, sagt Carstens über die Schlussphase der vorigen Saison. Auf die 6:0-Deckung der Mindener war unabhängig von ihrer Besetzung immer Verlass, und dahinter stand Malte Semisch, der mit einer ganz starken Saison in die Riege der Top-Torhüter aufstieg.

Saisonziel: Nur der Klassenerhalt zählt

Während die Profis heiß auf den Saisonstart sind, hätte Coach Carstens gerne mehr Zeit, um die Abläufe mit insgesamt 14 Zugängen besser einzuspielen. Zwar ist GWD den Ansprüchen von Sport-Geschäftsführer Frank von Behren, der sich „einen sicheren Mittelfeldplatz“ wünscht, mit den jüngsten Nachverpflichtungen näher gekommen. Auch das Spielmacher-Duo Pieczkowski/Darmoul ist vielversprechend. Dennoch bleibt der Trainer zurückhaltend: „Wir machen nicht den nächsten Schritt, sondern einen Neustart. Es ist der größte Umbruch in meiner Zeit bei GWD. Und da kann das Ziel nur Klassenerhalt heißen.“

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