GWD Minden greift gegen FA Göppingen knapp am nächsten Punkt vorbei - auch die Konkurrenz verliert Marcus Riechmann Minden. Die gute Erkenntnis: GWD Minden ist in der Handball-Bundesliga auch gegen die Top-Teams konkurrenzfähig. Die schlechte: Nach einem Spiel auf Augenhöhe reichte es am Samstagnachmittag nicht zum erhofften ersten Heimsieg. 30:33 (13:18) verlor das Tabellenschlusslicht in der Kampa-Halle gegen Frisch Auf Göppingen und konnte dem ersten Saisonsieg in Melsungen keinen weiteren Punktgewinn folgen lassen. Über 60 Minuten zeigte das Mindener Team zwar große Moral, erlaubte sich aber zu viele Fehler. Das wurde den Gastgebern letztlich zum Verhängnis. Zum Glück für GWD gingen auch die Konkurrenten im Tabellenkeller am Nachmittag leer aus. Der TuS N-Lübbecke verlor in der Merkur-Arena das OWL-Derby gegen den TBV Lemgo Lippe 26:28, und der TVB Stuttgart unterlag bei MT Melsungen 23:29. GWD kam überhaupt nicht gut in die Partie. Die Abwehr agierte nicht mit vollem Einsatz, sie gab den Gästen zu viel Raum. Ohne große Mühe spielte Göppingen ein ums andere Mal Linksaußen Marcel Schiller frei. Und der Nationalspieler vollstreckte nahezu fehlerfrei. Er erzielte die ersten fünf Treffer, ein einziges Mal nahm Mindens Torwart Semisch dem treffsicheren Schiller einen Wurf ab. Auch der Mindener Angriff kam nicht in die Pötte. Jan Grebenc und Nikola Jukic spielten auf den Halbpositionen ohne Druck, die gesamte Last lag zunächst auf den Schultern von Niclas Pieczkowski. Der Spielmacher erzielte zwar schnell zwei Tore, war aber allein überfordert. Und so lösten sich die Gäste aus Göppingen, bei denen der ehemalige GWD-Rechtsaußen Kevin Gulliksen von Beginn an spielte, leicht und locker nach zehn Minuten auf 6:3. GWD-Coach Frank Carstens reagierte, nahm eine Auszeit und tauschte Tomas Urban im rechten Rückraum für Jukic ein. Vor allem aber trieb er sein Team zu besserer Abwehrarbeit an. Das funktionierte zunächst nicht: Göppingen setzte den eingewechselten Kreisläufer Kresimir Kozina gut in Szene und profitierte weiterhin mit Gegenstößen von Mindener Abspielfehlern. Per Konter erhöhte Gulliksen, dem Schiller hier den Vortritt ließ, auf 9:5. Doch die Mindener Deckung stand nun etwas besser und vor allem spielte Minden mit mehr Aggressivität. Nun gelangen auch den Hausherren Ballgewinne und Tempospiel. Pieczkowski und Max Staar brachten GWD mit einem Doppelschlag auf 7:9 herab (14.), von 8:12 schaffte Minden zum 10:12 den Anschluss. Doch egal, wie sehr sich die Männer in Grün auch streckten: Sie machten alle Mühe mit einer Fülle von billigen Fehlern zunichte. Mit technischen Fehlern, aber vor allem mit Fehlpässen direkt in die Hände der Göppinger Abwehrspieler luden sie die Gäste immer wieder zu Kontern ein. Vor allem Schiler und Rückraumspieler Sebastian Heymann nahmen die Mindener Geschenke an und trafen gegen den zunehmend frustrierten Mindener Tormann Semisch. Die logische Folge war der 13:18-Rückstand zur Halbzeitpause. Die zweite Halbzeit begann mit schnellen Toren für Minden zum 16:19, aber auch mit einem herben Rückschlag. Nach einem Zweikampf gegen FAG-Kreisläufer Jacob Bagersted hielt sich Mindens Abwehrchef den rechten Arm und schied aus. Offenbar hatte Bagersted den Arm Jankes eingeklemmt. Der Mindener jedenfalls fand wütende Worte in Richtung seines Kontrahenten. Doch GWD machte auch ihne Janke weiter Druck, Semisch wehrte einige Würfe ab. Und als dann Amine Darmoul den jungen Göppinger Jon Lindenchrome Andersen nach allen Regeln der Kunst ausgetanzt und gegen Torwart Urh Kastelic getroffen hatte, war Minden beim 18:20 wieder dran. Zwar vergaben die Gastgeber ein paar sehr gute Wurfchancen, doch sie hatten sich in die Partie längst verbissen und kämpften gegen den Tabellensechsten auf Augenhöhe. Als Semisch Schiller einen Strafwurf abnahm, lag trotz einer Zeitstrafe gegen Christian Zeitz das Anschlusstor in der Luft. Doch ein nicht gepfiffenes Foul gegen GWD-Kreisläufer Lucas Meister nutzten die Gäste zu einem leichten Treffer ins leere GWD-Tor zum 21:24. Einen Fehlpass (natürlich!) von Tomas Urban nahmen die Gäste dankbar auf und trafen zum 25:21. Die schöne Aufholjagd der Mindener war ins Leere gelaufen, zumal sich Zeitz - kaum wieder auf dem Spielfeld - sogleich die nächste Strafzeit einfing. Doch GWD gab sich nicht auf. Das Team kämpfte und kam über die beiden starken Außen Mats Korte und Max Staar wieder heran. Als nach einem erneuten Ballgewinn Pieczkowski einen Gegenstoß zum 26:27 verwandelte, brandete nach 48 Spielminuten Stimmung in der Halle auf. Gäste-Trainer Hartmut Mayerhoffer nahm sofort eine Auszeit. In der Folge machte Göppingen nicht viel anders, aber warum auch: Schiller und Co. konnten sich auf die Mindener Fehler verlassen. GWD suchte mehrmals den Weg über Kreisläufer Lucas Meister, doch die Bälle kamen nicht an. Und man ahnt es bereits: Göppingen schob sich zum 29:26 nach vorn. Doch die Mindener ließen sich nicht hängen, bewiesen hohe Fehlertoleranz und verdauten diesen Rückschlag wie alle anderen zuvor. Darmoul brachte Minden mit einem starken Zweikampf zum 29:30 heran. Doch der Ausgleich wollte einfach nicht gelingen. Urbans Siebenmetertor zum 30:31 beantwortete Göppingen mit dem 30:32 durch Linksaußen Till Hermann. Das war in der Schlussminute die Entscheidung. GWD Minden: Lichtlein, Semisch - Meister, Janke 1, Kranzmann, Richtzenhain, Zeitz, Korte 5, Thiele, Pieczkowski 6, Jukic 3, Staar 6, Urban 5/2, Grebenc, Darmoul 4, Hermeling.

GWD Minden greift gegen FA Göppingen knapp am nächsten Punkt vorbei - auch die Konkurrenz verliert

Niclas Pieczkowski war erneut ein Aktivposten im Mindener Team. Hier strebt der Spielmacher an Kevin Gulliksen (rechts) vorbei einem Treffer entgegen. Foto: Angela Metge ©Angela Metge

Minden. Die gute Erkenntnis: GWD Minden ist in der Handball-Bundesliga auch gegen die Top-Teams konkurrenzfähig. Die schlechte: Nach einem Spiel auf Augenhöhe reichte es am Samstagnachmittag nicht zum erhofften ersten Heimsieg. 30:33 (13:18) verlor das Tabellenschlusslicht in der Kampa-Halle gegen Frisch Auf Göppingen und konnte dem ersten Saisonsieg in Melsungen keinen weiteren Punktgewinn folgen lassen. Über 60 Minuten zeigte das Mindener Team zwar große Moral, erlaubte sich aber zu viele Fehler. Das wurde den Gastgebern letztlich zum Verhängnis.

Zum Glück für GWD gingen auch die Konkurrenten im Tabellenkeller am Nachmittag leer aus. Der TuS N-Lübbecke verlor in der Merkur-Arena das OWL-Derby gegen den TBV Lemgo Lippe 26:28, und der TVB Stuttgart unterlag bei MT Melsungen 23:29.

GWD kam überhaupt nicht gut in die Partie. Die Abwehr agierte nicht mit vollem Einsatz, sie gab den Gästen zu viel Raum. Ohne große Mühe spielte Göppingen ein ums andere Mal Linksaußen Marcel Schiller frei. Und der Nationalspieler vollstreckte nahezu fehlerfrei. Er erzielte die ersten fünf Treffer, ein einziges Mal nahm Mindens Torwart Semisch dem treffsicheren Schiller einen Wurf ab.

Eins, zwei, drei - wer hat den Ball? Göppingens Kevin Gulliksen (links) und Mindens Jan Grebenc streiten sich um das Spielgerät. Foto: Angela Metge - ©Angela Metge
Eins, zwei, drei - wer hat den Ball? Göppingens Kevin Gulliksen (links) und Mindens Jan Grebenc streiten sich um das Spielgerät. Foto: Angela Metge - ©Angela Metge

Auch der Mindener Angriff kam nicht in die Pötte. Jan Grebenc und Nikola Jukic spielten auf den Halbpositionen ohne Druck, die gesamte Last lag zunächst auf den Schultern von Niclas Pieczkowski. Der Spielmacher erzielte zwar schnell zwei Tore, war aber allein überfordert. Und so lösten sich die Gäste aus Göppingen, bei denen der ehemalige GWD-Rechtsaußen Kevin Gulliksen von Beginn an spielte, leicht und locker nach zehn Minuten auf 6:3.

GWD-Coach Frank Carstens reagierte, nahm eine Auszeit und tauschte Tomas Urban im rechten Rückraum für Jukic ein. Vor allem aber trieb er sein Team zu besserer Abwehrarbeit an. Das funktionierte zunächst nicht: Göppingen setzte den eingewechselten Kreisläufer Kresimir Kozina gut in Szene und profitierte weiterhin mit Gegenstößen von Mindener Abspielfehlern. Per Konter erhöhte Gulliksen, dem Schiller hier den Vortritt ließ, auf 9:5.

Doch die Mindener Deckung stand nun etwas besser und vor allem spielte Minden mit mehr Aggressivität. Nun gelangen auch den Hausherren Ballgewinne und Tempospiel. Pieczkowski und Max Staar brachten GWD mit einem Doppelschlag auf 7:9 herab (14.), von 8:12 schaffte Minden zum 10:12 den Anschluss. Doch egal, wie sehr sich die Männer in Grün auch streckten: Sie machten alle Mühe mit einer Fülle von billigen Fehlern zunichte. Mit technischen Fehlern, aber vor allem mit Fehlpässen direkt in die Hände der Göppinger Abwehrspieler luden sie die Gäste immer wieder zu Kontern ein. Vor allem Schiler und Rückraumspieler Sebastian Heymann nahmen die Mindener Geschenke an und trafen gegen den zunehmend frustrierten Mindener Tormann Semisch. Die logische Folge war der 13:18-Rückstand zur Halbzeitpause.

Die zweite Halbzeit begann mit schnellen Toren für Minden zum 16:19, aber auch mit einem herben Rückschlag. Nach einem Zweikampf gegen FAG-Kreisläufer Jacob Bagersted hielt sich Mindens Abwehrchef den rechten Arm und schied aus. Offenbar hatte Bagersted den Arm Jankes eingeklemmt. Der Mindener jedenfalls fand wütende Worte in Richtung seines Kontrahenten. Doch GWD machte auch ihne Janke weiter Druck, Semisch wehrte einige Würfe ab. Und als dann Amine Darmoul den jungen Göppinger Jon Lindenchrome Andersen nach allen Regeln der Kunst ausgetanzt und gegen Torwart Urh Kastelic getroffen hatte, war Minden beim 18:20 wieder dran.

Zwar vergaben die Gastgeber ein paar sehr gute Wurfchancen, doch sie hatten sich in die Partie längst verbissen und kämpften gegen den Tabellensechsten auf Augenhöhe. Als Semisch Schiller einen Strafwurf abnahm, lag trotz einer Zeitstrafe gegen Christian Zeitz das Anschlusstor in der Luft. Doch ein nicht gepfiffenes Foul gegen GWD-Kreisläufer Lucas Meister nutzten die Gäste zu einem leichten Treffer ins leere GWD-Tor zum 21:24. Einen Fehlpass (natürlich!) von Tomas Urban nahmen die Gäste dankbar auf und trafen zum 25:21. Die schöne Aufholjagd der Mindener war ins Leere gelaufen, zumal sich Zeitz - kaum wieder auf dem Spielfeld - sogleich die nächste Strafzeit einfing.

Doch GWD gab sich nicht auf. Das Team kämpfte und kam über die beiden starken Außen Mats Korte und Max Staar wieder heran. Als nach einem erneuten Ballgewinn Pieczkowski einen Gegenstoß zum 26:27 verwandelte, brandete nach 48 Spielminuten Stimmung in der Halle auf. Gäste-Trainer Hartmut Mayerhoffer nahm sofort eine Auszeit.

In der Folge machte Göppingen nicht viel anders, aber warum auch: Schiller und Co. konnten sich auf die Mindener Fehler verlassen. GWD suchte mehrmals den Weg über Kreisläufer Lucas Meister, doch die Bälle kamen nicht an. Und man ahnt es bereits: Göppingen schob sich zum 29:26 nach vorn. Doch die Mindener ließen sich nicht hängen, bewiesen hohe Fehlertoleranz und verdauten diesen Rückschlag wie alle anderen zuvor. Darmoul brachte Minden mit einem starken Zweikampf zum 29:30 heran. Doch der Ausgleich wollte einfach nicht gelingen. Urbans Siebenmetertor zum 30:31 beantwortete Göppingen mit dem 30:32 durch Linksaußen Till Hermann. Das war in der Schlussminute die Entscheidung.

GWD Minden: Lichtlein, Semisch - Meister, Janke 1, Kranzmann, Richtzenhain, Zeitz, Korte 5, Thiele, Pieczkowski 6, Jukic 3, Staar 6, Urban 5/2, Grebenc, Darmoul 4, Hermeling.

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