GWD-Gegner: Arnor Gunnarsson über isländische Stärken und den Bruder mit dem "Huh" Stefan Rüter Minden. Island ist eine schroffe Insel weit draußen im Norden. Sie ist bekannt für Vulkane mit unaussprechlichen Namen, Trolle, Elfen, Wasserfälle und Sport auf Weltklasse-Niveau. Einer dieser Spitzenathleten ist Arnor Thor Gunnarsson und der spielt heute mit dem Bergischen HC gegen GWD Minden. Auf Island leben rund 350.000 Menschen, so viele wie zum Beispiel in Wuppertal. Und jetzt stelle man sich mal vor, die Handball-Stadtauswahl aus Wuppertal holt eine olympische Medaille im Handball. Oder die besten Fußballer aus Wuppertal besiegen die englische Nationalmannschaft. Eigentlich unglaublich, aber die Isländer haben genau das geschafft: Mit Herz, Wille und Leidenschaft. „Wir haben einfach super Trainer auf Island. Und dieser unbändige Wille niemals aufzugeben, gehört zu unserer DNA“, sagt der 33-jährige Gunnarsson und freut sich über die guten Gene: „Unsere Vorfahren hatten es nicht immer leicht auf Island. Vielleicht sind wir deshalb so geworden. Entspannt und stark.“ Der Rechtsaußen ist früh zum Handball gegangen, weil sein Papa Gunnar Jugendtrainer war. Schon mit fünf Jahren ist Gunnarsson durch die Halle geflitzt. Als Jugendlicher malte er sich aus, wie es wäre, mal in der Bundesliga zu spielen. „Das ist ein Traum, den ich mir hier erfülle. Bisher waren meine zehn Jahre in Deutschland eine überragende Zeit.“ Mit dem BHC ist er in den vergangenen Jahren extrem erfolgreich. Die Mannschaft spielt im Kern seit Jahren zusammen, was der Isländer als großes Plus sieht. „Gute Abwehr, schnelles Spiel nach vorne. Eigentlich wie bei GWD. Bei denen denke ich auch immer zuerst an die Gegenstöße“, erzählt der BHC-Handballer. Vor Minden hat er wirklich Respekt. Gunnarsson erwartet ein enges Spiel und gewinnen werde die Mannschaft, die am Ende weniger Fehler mache. Die Zahl der Isländer in der Bundesliga hat in den vergangenen Jahren wieder zugenommen. Das freut Gunnarsson sehr und er kündigt an: „In ein, zwei Jahren können wir wieder zu den Top fünf der Welt gehören.“ Zuhause haben die Fußballer den Handballern ein wenig den Rang abgelaufen. Aber der Ruhm bleibt in der Familie. Denn Gunnarssons Bruder Aron ist Kapitän der Fußball-Nationalmannschaft. Der Typ mit dem Rauschebart war bei der EM 2016 der Mann mit dem „Huh“. Er und sein Team lieferten mit ihrem eindrücklichen Ritual Bilder, die um die Welt gingen. „Wir haben jeden Tag Kontakt und sind fast wie Zwillinge“, erklärt Arnor Thor Gunnarsson. Sein Bruder spielt mittlerweile in Katar. Wegen der Entfernung und der Corona-Pandemie haben sich die beiden seit fast eineinhalb Jahren nicht gesehen. Aber einen Isländer bringt das nicht aus der Ruhe: „Wir denken immer, dass schon alles gut wird. Und das glaube ich dieses Mal auch“, sagt der Handballer. Arnor Gunnarsson wird bald zum zweiten Mal Papa. „Wir bekommen einen Sohn“, sagt der 33-Jährige. Wahrscheinlich wieder ein Spitzensportler, der sich nur noch aussuchen muss, wie er die Inseltradition fortsetzt: als Fußballer oder Handballer.

GWD-Gegner: Arnor Gunnarsson über isländische Stärken und den Bruder mit dem "Huh"

Ein echter „Isi“: Arnor Thor Gunnarsson. Foto: Jan Strohdiek / Eibner © Eibner-Pressefoto / Jan Strohdiek

Minden. Island ist eine schroffe Insel weit draußen im Norden. Sie ist bekannt für Vulkane mit unaussprechlichen Namen, Trolle, Elfen, Wasserfälle und Sport auf Weltklasse-Niveau. Einer dieser Spitzenathleten ist Arnor Thor Gunnarsson und der spielt heute mit dem Bergischen HC gegen GWD Minden.

Auf Island leben rund 350.000 Menschen, so viele wie zum Beispiel in Wuppertal. Und jetzt stelle man sich mal vor, die Handball-Stadtauswahl aus Wuppertal holt eine olympische Medaille im Handball. Oder die besten Fußballer aus Wuppertal besiegen die englische Nationalmannschaft. Eigentlich unglaublich, aber die Isländer haben genau das geschafft: Mit Herz, Wille und Leidenschaft.

„Wir haben einfach super Trainer auf Island. Und dieser unbändige Wille niemals aufzugeben, gehört zu unserer DNA“, sagt der 33-jährige Gunnarsson und freut sich über die guten Gene: „Unsere Vorfahren hatten es nicht immer leicht auf Island. Vielleicht sind wir deshalb so geworden. Entspannt und stark.“

Der Rechtsaußen ist früh zum Handball gegangen, weil sein Papa Gunnar Jugendtrainer war. Schon mit fünf Jahren ist Gunnarsson durch die Halle geflitzt. Als Jugendlicher malte er sich aus, wie es wäre, mal in der Bundesliga zu spielen. „Das ist ein Traum, den ich mir hier erfülle. Bisher waren meine zehn Jahre in Deutschland eine überragende Zeit.“

Mit dem BHC ist er in den vergangenen Jahren extrem erfolgreich. Die Mannschaft spielt im Kern seit Jahren zusammen, was der Isländer als großes Plus sieht. „Gute Abwehr, schnelles Spiel nach vorne. Eigentlich wie bei GWD. Bei denen denke ich auch immer zuerst an die Gegenstöße“, erzählt der BHC-Handballer. Vor Minden hat er wirklich Respekt. Gunnarsson erwartet ein enges Spiel und gewinnen werde die Mannschaft, die am Ende weniger Fehler mache.

Die Zahl der Isländer in der Bundesliga hat in den vergangenen Jahren wieder zugenommen. Das freut Gunnarsson sehr und er kündigt an: „In ein, zwei Jahren können wir wieder zu den Top fünf der Welt gehören.“ Zuhause haben die Fußballer den Handballern ein wenig den Rang abgelaufen. Aber der Ruhm bleibt in der Familie. Denn Gunnarssons Bruder Aron ist Kapitän der Fußball-Nationalmannschaft. Der Typ mit dem Rauschebart war bei der EM 2016 der Mann mit dem „Huh“. Er und sein Team lieferten mit ihrem eindrücklichen Ritual Bilder, die um die Welt gingen.

„Wir haben jeden Tag Kontakt und sind fast wie Zwillinge“, erklärt Arnor Thor Gunnarsson. Sein Bruder spielt mittlerweile in Katar. Wegen der Entfernung und der Corona-Pandemie haben sich die beiden seit fast eineinhalb Jahren nicht gesehen. Aber einen Isländer bringt das nicht aus der Ruhe: „Wir denken immer, dass schon alles gut wird. Und das glaube ich dieses Mal auch“, sagt der Handballer.

Arnor Gunnarsson wird bald zum zweiten Mal Papa. „Wir bekommen einen Sohn“, sagt der 33-Jährige. Wahrscheinlich wieder ein Spitzensportler, der sich nur noch aussuchen muss, wie er die Inseltradition fortsetzt: als Fußballer oder Handballer.

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