GWD-Abschied zum Saisonende: Juris nächster Schritt führt nach Mannheim Jörg Wehling Minden. Ein wenig gehofft hatte Frank von Behren, Sportgeschäftsführer bei GWD Minden schon, dass Juri Knorr dem heimischen Handball-Bundesligisten noch über die laufende Spielzeit hinaus erhalten bleiben würde. Seit gestern herrscht auf beiden Seiten Planungssicherheit. Der 20-jährige Ausnahme-Handballer gab gestern bekannt, dass er in der kommenden Saison für die Rhein-Neckar Löwen auflaufen wird. Und für die Mindener gilt es ab sofort, sich einen neuen Spielmacher zu suchen. „Wir hätten ihn gerne noch ein Jahr behalten. Wir haben frühzeitig versucht, den Vertrag zu verbesserten Konditionen zu verlängern", berichtet Frank von Behren von ersten Gesprächen aus dem Herbst vergangenen Jahres. Knorr wollte sich da noch nicht festlegen und die Entwicklung abwarten und vertagte so die Entscheidung auf diesen Winter. „Am Geld", so betont von Behren „hat es nicht gelegen. Juri ging es vor allem um die Perspektive." Das sagte Knorr auch gestern bei der Vorstellung in Mannheim. „Die Rhein-Neckar Löwen zählen zu den besten Klubs in Deutschland. Hier möchte ich den nächsten Schritt in meiner Karriere machen und freue mich auf eine hungrige Mannschaft mit hohen Ansprüchen und großen Zielen. Für mich stimmt hier einfach das Gesamtpaket", sagt Knorr. Er unterschrieb einen Drei-Jahres-Vertrag. Mächtig stolz ist man natürlich bei den Löwen, dass sie eines der größten deutschen Handball-Talente für sich gewinnen konnten. „Mit der Verpflichtung von Juri Knorr treiben wir den Umbruch unserer Mannschaft weiter voran. Es ist sicher kein Geheimnis, dass er aufgrund seiner außergewöhnlichen Fähigkeiten bei zahlreichen Spitzenklubs auf der Liste stand. Deshalb sind wir besonders stolz, dass Juri ab Sommer das Trikot der Rhein-Neckar Löwen trägt, und freuen uns auf einen weiteren deutschen Nationalspieler in unseren Reihen", sagt Löwen-Geschäftsführerin Jennifer Kettemann. „Es war klar, dass Spieler wie Juri schnell die Begehrlichkeiten anderer Vereine wecken würden. Er hat in den vergangenen eineinhalb Jahren sehr viel für uns und unser Spiel getan", sagt Frank von Behren, der nun seinerseits tätig werden muss. „Natürlich haben wir uns schon umgeschaut und erste Kontakte geknüpft. Mehr lässt sich dazu aber im Moment nicht sagen", erklärt von Behren. Bei GWD Minden arbeitet man mit Hochdruck daran, auch für die kommende Saison eine konkurrenzfähige Bundesliga-Mannschaft zusammenzustellen. Angesichts der offenen Vertragssituationen im GWD-Kader wartet viel Arbeit auf von Behren. Und so verspürt der Geschäftsführer Sport auch einen gewissen Handlungsdruck. So hat er Stand jetzt erst sieben Spieler plus zwei A-Junioren unter Vertrag. Ersatz braucht er dabei nicht nur auf der Mittelposition. Eine Hängepartie ist die Vertragssituation bei Rechtsaußen Kevin Gulliksen. „Sehr gerne würden wir mit ihm verlängern. Aber da gibt es keinen neuen Stand", sagt von Behren beim norwegischen Nationalspieler. Es deutet sich an, dass die Zeichen auf Abschied stehen. Die halbrechte Position ist nach dem feststehenden Abschied von Christoffer Rambo mit Christoph Reißky und Christian Zeitz gut besetzt. Optimistisch ist der Geschäftsführer Sport dagegen, dass Mats Korte auch in der kommenden Saison auf der Linksaußen-Position auflaufen wird. Entsprechende Signale sind da beidseitig ausgesendet. Grundsätzlich ist Frank von Behren sehr guter Dinge, auch in der kommenden Saison eine schlagkräftige Mannschaft zusammenzubekommen, auch wenn dies coronabedingt etwas schwieriger werden dürfte. „Wir haben uns als Ausbildungsverein einen guten Namen gemacht, auch wenn ich mir wünschen würde, dass wir uns nicht alle zwei Jahre wieder auf der Suche nach Spielern für die Schnittstellenpositionen machen müssen. Unser Ziel muss es sein, konstanter in der Planung zu werden", sagt von Behren. Wie gut das gelingt, liegt nun in den Händen des GWD-Geschäftsführers Sport. Fluch und Segen zugleich Ein Kommentar von Jörg Wehling Der Mindener Weg funktioniert", sagte GWD-Sportgeschäftsführer Frank von Behren jüngst nach dem Heimsieg gegen Leipzig. Ein Erfolg, der auch deshalb gelang, weil ihn eine Mannschaft holte, die mit bei GWD ausgebildeten Talenten gespickt war: Simon Strakeljahn, Justus Richtzenhain, Mats Korte und Max Staar hatten ihren Anteil an dem Erfolg. Der Mindener Weg bedeutet auch, dass aufstrebende Talente an die Weser kommen, um auf Bundesliga-Niveau Fuß zu fassen. Zu diesem System gehörte auch die Verpflichtung von Ausnahmetalent Juri Knorr, der bei GWD binnen eineinhalb Jahren zum Leistungsträger und Nationalspieler reifte. Nun geht er den nächsten Karriereschritt. So wie es im vergangenen Sommer Marian Michalczik tat, der nach Jahren der steten Entwicklung unter Trainer Frank Carstens als Nationalspieler zu den Füchsen Berlin wechselte. Überraschend kommt Knorrs Absage an GWD nicht. Sein Karriereplan war bekannt. Gern hätte man den Spielmacher als Säule des Teams noch ein wenig gehalten, und auch Knorr wäre weitere Reifezeit bei GWD sicher zu Gute gekommen. Doch nun muss der Verein schneller als erhofft eine zentrale Position neu besetzen. Wahrgenommen wird die GWD-Arbeit auch international. Sofern Corona dem Duo Knorr/Michalczik keinen Strich durch die Rechnung macht, werden die Zuschauer in der deutschen Nationalmannschaft bei der WM eine Achse mit Mindener Prägung bestaunen dürfen. Von Knorr bis Korte – GWD ist eine attraktive Adresse für Talente. Ein Ausbildungsverein mit traditionell starker Jugendarbeit und etabliertem Unterbau in der 3. Liga. Das macht es für die Grün-Weißen vielleicht bei Neuverpflichtungen etwas einfacher. Aber was ein Segen für den Handballstandort Minden ist, ist gleichzeitig ein Fluch. „Aufbauarbeit gehört für uns fast zum Tagesgeschäft", sagte Trainer Frank Carstens vor kurzem, und dass impliziert sportliche Rückschläge. Mit dem Mindener Weg besetzt GWD aber eine Nische, die zum arbeitsintensiven Erfolgsmodell geworden ist.

GWD-Abschied zum Saisonende: Juris nächster Schritt führt nach Mannheim

Ab sofort auf Abschiedstournee im GWD-Trikot ist Spielmacher Juri Knorr. Der 20-Jährige wechselt zu den Rhein-Neckar Löwen. Foto: Noah Wedel © Noah Wedel

Minden. Ein wenig gehofft hatte Frank von Behren, Sportgeschäftsführer bei GWD Minden schon, dass Juri Knorr dem heimischen Handball-Bundesligisten noch über die laufende Spielzeit hinaus erhalten bleiben würde. Seit gestern herrscht auf beiden Seiten Planungssicherheit. Der 20-jährige Ausnahme-Handballer gab gestern bekannt, dass er in der kommenden Saison für die Rhein-Neckar Löwen auflaufen wird. Und für die Mindener gilt es ab sofort, sich einen neuen Spielmacher zu suchen.

„Wir hätten ihn gerne noch ein Jahr behalten. Wir haben frühzeitig versucht, den Vertrag zu verbesserten Konditionen zu verlängern", berichtet Frank von Behren von ersten Gesprächen aus dem Herbst vergangenen Jahres. Knorr wollte sich da noch nicht festlegen und die Entwicklung abwarten und vertagte so die Entscheidung auf diesen Winter. „Am Geld", so betont von Behren „hat es nicht gelegen. Juri ging es vor allem um die Perspektive."

Das sagte Knorr auch gestern bei der Vorstellung in Mannheim. „Die Rhein-Neckar Löwen zählen zu den besten Klubs in Deutschland. Hier möchte ich den nächsten Schritt in meiner Karriere machen und freue mich auf eine hungrige Mannschaft mit hohen Ansprüchen und großen Zielen. Für mich stimmt hier einfach das Gesamtpaket", sagt Knorr. Er unterschrieb einen Drei-Jahres-Vertrag.

Mächtig stolz ist man natürlich bei den Löwen, dass sie eines der größten deutschen Handball-Talente für sich gewinnen konnten. „Mit der Verpflichtung von Juri Knorr treiben wir den Umbruch unserer Mannschaft weiter voran. Es ist sicher kein Geheimnis, dass er aufgrund seiner außergewöhnlichen Fähigkeiten bei zahlreichen Spitzenklubs auf der Liste stand. Deshalb sind wir besonders stolz, dass Juri ab Sommer das Trikot der Rhein-Neckar Löwen trägt, und freuen uns auf einen weiteren deutschen Nationalspieler in unseren Reihen", sagt Löwen-Geschäftsführerin Jennifer Kettemann.

„Es war klar, dass Spieler wie Juri schnell die Begehrlichkeiten anderer Vereine wecken würden. Er hat in den vergangenen eineinhalb Jahren sehr viel für uns und unser Spiel getan", sagt Frank von Behren, der nun seinerseits tätig werden muss. „Natürlich haben wir uns schon umgeschaut und erste Kontakte geknüpft. Mehr lässt sich dazu aber im Moment nicht sagen", erklärt von Behren.

Bei GWD Minden arbeitet man mit Hochdruck daran, auch für die kommende Saison eine konkurrenzfähige Bundesliga-Mannschaft zusammenzustellen. Angesichts der offenen Vertragssituationen im GWD-Kader wartet viel Arbeit auf von Behren.

Und so verspürt der Geschäftsführer Sport auch einen gewissen Handlungsdruck. So hat er Stand jetzt erst sieben Spieler plus zwei A-Junioren unter Vertrag. Ersatz braucht er dabei nicht nur auf der Mittelposition. Eine Hängepartie ist die Vertragssituation bei Rechtsaußen Kevin Gulliksen. „Sehr gerne würden wir mit ihm verlängern. Aber da gibt es keinen neuen Stand", sagt von Behren beim norwegischen Nationalspieler. Es deutet sich an, dass die Zeichen auf Abschied stehen.

Die halbrechte Position ist nach dem feststehenden Abschied von Christoffer Rambo mit Christoph Reißky und Christian Zeitz gut besetzt. Optimistisch ist der Geschäftsführer Sport dagegen, dass Mats Korte auch in der kommenden Saison auf der Linksaußen-Position auflaufen wird. Entsprechende Signale sind da beidseitig ausgesendet.

Grundsätzlich ist Frank von Behren sehr guter Dinge, auch in der kommenden Saison eine schlagkräftige Mannschaft zusammenzubekommen, auch wenn dies coronabedingt etwas schwieriger werden dürfte. „Wir haben uns als Ausbildungsverein einen guten Namen gemacht, auch wenn ich mir wünschen würde, dass wir uns nicht alle zwei Jahre wieder auf der Suche nach Spielern für die Schnittstellenpositionen machen müssen. Unser Ziel muss es sein, konstanter in der Planung zu werden", sagt von Behren. Wie gut das gelingt, liegt nun in den Händen des GWD-Geschäftsführers Sport.

Fluch und Segen zugleich

Ein Kommentar von Jörg Wehling

Der Mindener Weg funktioniert", sagte GWD-Sportgeschäftsführer Frank von Behren jüngst nach dem Heimsieg gegen Leipzig. Ein Erfolg, der auch deshalb gelang, weil ihn eine Mannschaft holte, die mit bei GWD ausgebildeten Talenten gespickt war: Simon Strakeljahn, Justus Richtzenhain, Mats Korte und Max Staar hatten ihren Anteil an dem Erfolg.

Der Mindener Weg bedeutet auch, dass aufstrebende Talente an die Weser kommen, um auf Bundesliga-Niveau Fuß zu fassen. Zu diesem System gehörte auch die Verpflichtung von Ausnahmetalent Juri Knorr, der bei GWD binnen eineinhalb Jahren zum Leistungsträger und Nationalspieler reifte. Nun geht er den nächsten Karriereschritt. So wie es im vergangenen Sommer Marian Michalczik tat, der nach Jahren der steten Entwicklung unter Trainer Frank Carstens als Nationalspieler zu den Füchsen Berlin wechselte.

Überraschend kommt Knorrs Absage an GWD nicht. Sein Karriereplan war bekannt. Gern hätte man den Spielmacher als Säule des Teams noch ein wenig gehalten, und auch Knorr wäre weitere Reifezeit bei GWD sicher zu Gute gekommen. Doch nun muss der Verein schneller als erhofft eine zentrale Position neu besetzen.

Wahrgenommen wird die GWD-Arbeit auch international. Sofern Corona dem Duo Knorr/Michalczik keinen Strich durch die Rechnung macht, werden die Zuschauer in der deutschen Nationalmannschaft bei der WM eine Achse mit Mindener Prägung bestaunen dürfen.

Von Knorr bis Korte – GWD ist eine attraktive Adresse für Talente. Ein Ausbildungsverein mit traditionell starker Jugendarbeit und etabliertem Unterbau in der 3. Liga. Das macht es für die Grün-Weißen vielleicht bei Neuverpflichtungen etwas einfacher. Aber was ein Segen für den Handballstandort Minden ist, ist gleichzeitig ein Fluch. „Aufbauarbeit gehört für uns fast zum Tagesgeschäft", sagte Trainer Frank Carstens vor kurzem, und dass impliziert sportliche Rückschläge. Mit dem Mindener Weg besetzt GWD aber eine Nische, die zum arbeitsintensiven Erfolgsmodell geworden ist.

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