Fehlstart für GWD: Bittere Heimpleite gegen Balingen Marcus Riechmann Minden. Während sich über dem Mindener Land der Wintersturm anbahnte, wurde GWD Minden kalt erwischt. Der Handball-Bundesligist verlor Samstagabend das erste Spiel des neuen Jahres 20:27 (10:15) gegen HBW Balingen-Weilstetten. Die Gastgeber zeigten eine erschreckend schwache Leistung und setzten damit die schwarze Serie fort. Wie zum Saisonauftakt und beim ersten Spiel nach der November-Quarantäne konnte das Team von Trainer Frank Carstens auch beim Liga-Neustart nach der WM-Pause nicht gewinnen. Damit schmolz der Vorsprung im Tabellenkeller auf die Gäste auf einen mageren Zähler zusammen. Kein guter Start in den Februar, der noch fünf weitere Aufgaben für GWD bereithält. Bereits am kommenden Donnerstag steht die nächste Heimpartie an, wenn das im November ausgefallene Spiel gegen den Bergischen HC nachgeholt wird. In Halbzeit eins wurde Minden trocken von den Gästen ausgespielt. Rund zehn Minuten beschnupperten sich die beiden Teams bis zum 6:6, das Justus Richtzenhain nach Zuspiel von Juri Knorr für GWD erzielte. Dann fanden die „Gallier von der Alb" allmählich den Zugang zum Spiel. Sie lösten sich zum 8:6, 9:7 und 10:8. GWD tat sich in der Offensive schwer, das Tor zum 9:10 von Christoffer Rambo in der 17. Minute sollte für eine Weile das letzte sein. Jona Schoch warf die Gäste zum 11:9 und dann zum 12:9 (19.) erstmals mit drei Toren nach vorn. GWD-Coach Frank Carstens versuchte es mit wechselnden Formationen im Angriff, doch es wurde eher schlechter als besser. Während sich die Mindener festrannten und fest wurden, spielten die Gäste ihren Stiefel konsequent runter. Beim 15:9 durch Rechtsaußen Gregor Thomann hatte sich der HBW erstmals ein Sechs-Tore-Polster erspielt. Der bereits mit zwei Zeitstrafen belastete Knorr brach dann die neunminütige GWD-Torblockade mit dem Treffer zum 10:15 in der 26. Minute. Dabei blieb es bis zur Pause, weil der für Malte Semisch eingewechselte GWD-Torwart Carsten Lichtlein einige Balinger Würfe abwehrte, darunter auch einen Siebenmeter des bis dahin sicheren Vollstreckers Oddur Gretarsson in der 30. Minute. Über harte Arbeit in der Abwehr versuchten die Mindener, endlich ins Spiel zu finden. Das gelang zunächst, die Abwehr forcierte Fehler der Gäste. Zudem trafen nun auch Spieler, die in der ersten Hälfte blass geblieben waren: Kevin Gulliksen, Christian Zeitz und Doruk Pehlivan brachten GWD zum 13:16 ein bisschen näher heran. Minden lief warm und profitierte zudem von einer strittigen Roten Karte gegen den neu verpflichteten HBW-Kreisläufer Kristian Beciri in der 34. Minute. Doch die Gäste hatten die weite Reise offenbar nicht gemacht, um sich nun abkochen zu lassen. Im Gegenteil: Das Team von Trainer Jens Bürkle behielt den Kopf oben. Minden hingegen geriet nach ein paar Fehlwürfen wieder aus dem Tritt. Ob HBW-Keeper Mike Jensen so überragend hielt, oder ob die GWD-Würfe halbherzig waren? Es spielte keine Rolle: Fakt war: Jensen machte den Laden dicht, die GWD-Angreifer trafen nix mehr und die Gäste entschwanden von 18:15 auf 26:17, erzielt von Tim Nothdurft. Das war bereits neun Minuten vor dem Abpfiff die Entscheidung. Außer einer Fülle weiterer Fehlwürfe, darunter insgesamt auch vier Siebenmeter, brachte Minden nicht mehr viel zustande während es die Gäste im Gefühl des Sieges deutlich lockerer angehen ließen und auf Genuss-Modus schalteten. Erste Einsatzzeit bei GWD erhielt Neuzugang Max Janke, der in den letzten zwölf Minuten in der Deckungsmitte agierte. Auch der zweite Winterzugang, Miro Schluroff, durfte Erstliga-Luft schnuppern. Frank Carstens brachte den 20-Jährigen in der 57. Minute. "Wir sind cool geblieben und nicht ins Flattern geraten. Wir haben weiter klaren Handball gespielt, und wir hatten einige Torwartparaden, die haben uns geholfen", sagte Gästetrainer Bürkle über die einzige kritische Phase seines Teams zu Beginn der zweiten Halbzeit. Er lobte seine Mannschaft: "Ich bin super zufrieden und total stolz." Bei GWD-Trainer Carstens war die Laune im Keller: "Das war viel viel zu wenig. Ich bin sehr enttäuscht davon, wie wir uns heute präsentiert haben." Torschützen bei GWD waren Knorr 7/4, Rambo 6, Richtzenhain 2, Pehlivan 2, Ritterbach 1, Zeitz 1 und Gulliksen 1. Torschützen für Balingen: Nothdurft 6, Lipovina 5, Thomann 5, Schoch 4, Gretarsson 4/4, Wiederstein 2 und Scott 1.

Fehlstart für GWD: Bittere Heimpleite gegen Balingen

Beste Chancen, kaum Tore: So wie hier Kreisläufer Joshua Thiele kamen die GWD-Angreifer oft frei zum Wurf, doch sie scheiterten oft am Balinger Torhüter Mike Jensen. Foto: Noah Wedel © Marcus Riechmann

Minden. Während sich über dem Mindener Land der Wintersturm anbahnte, wurde GWD Minden kalt erwischt. Der Handball-Bundesligist verlor Samstagabend das erste Spiel des neuen Jahres 20:27 (10:15) gegen HBW Balingen-Weilstetten. Die Gastgeber zeigten eine erschreckend schwache Leistung und setzten damit die schwarze Serie fort. Wie zum Saisonauftakt und beim ersten Spiel nach der November-Quarantäne konnte das Team von Trainer Frank Carstens auch beim Liga-Neustart nach der WM-Pause nicht gewinnen. Damit schmolz der Vorsprung im Tabellenkeller auf die Gäste auf einen mageren Zähler zusammen. Kein guter Start in den Februar, der noch fünf weitere Aufgaben für GWD bereithält. Bereits am kommenden Donnerstag steht die nächste Heimpartie an, wenn das im November ausgefallene Spiel gegen den Bergischen HC nachgeholt wird.

In Halbzeit eins wurde Minden trocken von den Gästen ausgespielt. Rund zehn Minuten beschnupperten sich die beiden Teams bis zum 6:6, das Justus Richtzenhain nach Zuspiel von Juri Knorr für GWD erzielte. Dann fanden die „Gallier von der Alb" allmählich den Zugang zum Spiel. Sie lösten sich zum 8:6, 9:7 und 10:8. GWD tat sich in der Offensive schwer, das Tor zum 9:10 von Christoffer Rambo in der 17. Minute sollte für eine Weile das letzte sein. Jona Schoch warf die Gäste zum 11:9 und dann zum 12:9 (19.) erstmals mit drei Toren nach vorn. GWD-Coach Frank Carstens versuchte es mit wechselnden Formationen im Angriff, doch es wurde eher schlechter als besser. Während sich die Mindener festrannten und fest wurden, spielten die Gäste ihren Stiefel konsequent runter. Beim 15:9 durch Rechtsaußen Gregor Thomann hatte sich der HBW erstmals ein Sechs-Tore-Polster erspielt. Der bereits mit zwei Zeitstrafen belastete Knorr brach dann die neunminütige GWD-Torblockade mit dem Treffer zum 10:15 in der 26. Minute. Dabei blieb es bis zur Pause, weil der für Malte Semisch eingewechselte GWD-Torwart Carsten Lichtlein einige Balinger Würfe abwehrte, darunter auch einen Siebenmeter des bis dahin sicheren Vollstreckers Oddur Gretarsson in der 30. Minute.

Über harte Arbeit in der Abwehr versuchten die Mindener, endlich ins Spiel zu finden. Das gelang zunächst, die Abwehr forcierte Fehler der Gäste. Zudem trafen nun auch Spieler, die in der ersten Hälfte blass geblieben waren: Kevin Gulliksen, Christian Zeitz und Doruk Pehlivan brachten GWD zum 13:16 ein bisschen näher heran. Minden lief warm und profitierte zudem von einer strittigen Roten Karte gegen den neu verpflichteten HBW-Kreisläufer Kristian Beciri in der 34. Minute.

Doch die Gäste hatten die weite Reise offenbar nicht gemacht, um sich nun abkochen zu lassen. Im Gegenteil: Das Team von Trainer Jens Bürkle behielt den Kopf oben. Minden hingegen geriet nach ein paar Fehlwürfen wieder aus dem Tritt. Ob HBW-Keeper Mike Jensen so überragend hielt, oder ob die GWD-Würfe halbherzig waren? Es spielte keine Rolle: Fakt war: Jensen machte den Laden dicht, die GWD-Angreifer trafen nix mehr und die Gäste entschwanden von 18:15 auf 26:17, erzielt von Tim Nothdurft. Das war bereits neun Minuten vor dem Abpfiff die Entscheidung. Außer einer Fülle weiterer Fehlwürfe, darunter insgesamt auch vier Siebenmeter, brachte Minden nicht mehr viel zustande während es die Gäste im Gefühl des Sieges deutlich lockerer angehen ließen und auf Genuss-Modus schalteten.

Erste Einsatzzeit bei GWD erhielt Neuzugang Max Janke, der in den letzten zwölf Minuten in der Deckungsmitte agierte. Auch der zweite Winterzugang, Miro Schluroff, durfte Erstliga-Luft schnuppern. Frank Carstens brachte den 20-Jährigen in der 57. Minute.

"Wir sind cool geblieben und nicht ins Flattern geraten. Wir haben weiter klaren Handball gespielt, und wir hatten einige Torwartparaden, die haben uns geholfen", sagte Gästetrainer Bürkle über die einzige kritische Phase seines Teams zu Beginn der zweiten Halbzeit. Er lobte seine Mannschaft: "Ich bin super zufrieden und total stolz."

Bei GWD-Trainer Carstens war die Laune im Keller: "Das war viel viel zu wenig. Ich bin sehr enttäuscht davon, wie wir uns heute präsentiert haben."

Torschützen bei GWD waren Knorr 7/4, Rambo 6, Richtzenhain 2, Pehlivan 2, Ritterbach 1, Zeitz 1 und Gulliksen 1.

Torschützen für Balingen: Nothdurft 6, Lipovina 5, Thomann 5, Schoch 4, Gretarsson 4/4, Wiederstein 2 und Scott 1.

Copyright © Mindener Tageblatt 2021
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in GWD Minden