„Einfach zu schlecht“ - die Pleite beim Kellerduell in Stuttgart hinterlässt GWD konsterniert Sebastian Külbel Stuttgart. Nach einem der ernüchterndsten Abende seiner fast siebenjährigen Amtszeit hatte Frank Carstens keinen Sinn mehr für nette Worte. „Es gibt nichts schön zu reden, wir waren einfach zu schlecht“, sagte GWD Mindens Trainer nach der 31:35 (15:20)-Niederlage im Kellerduell der Handball-Bundesliga beim TVB Stuttgart. Der Tabellenletzte musste damit vorerst einen seiner direkten Konkurrenten ziehen lassen. Und nicht nur für den Coach war das „ein Schlag in die Fresse“. Zum Beginn des ernüchternden Abends glitzerte eine überdimensionale Discokugel und dröhnten Techno-Bässe durch die Porsche Arena. Wenig später begann die große Party – allerdings ohne GWD. Während die Stuttgarter in der Heim-Arena ihr Revier markierten, schienen die Mindener noch vor der Tür in der Kälte auf den Einlass zu warten. Als Alexander Schulze nach genau sechs Minuten zum 5:0 traf, hatte der TVB alle seine Angriffe verwandelt, während der Gegner sechsmal gescheitert war. „Wir haben nicht das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben“, sagte Torwart Carsten Lichtlein nach dem Spiel am Fernsehmikrofon. Sein Trainer formulierte es etwas später im MT-Gespräch drastischer: „Wir haben wahnsinnig naiv gespielt.“ Sowohl die Wurfkraft aus dem Stuttgarter Rückraum als auch das Spiel über den Kreis hatte er im Training thematisiert. „Bis zum Anpfiff lief es gut in dieser Woche“, meinte Carstens: „Ich hatte nicht das Gefühl, dass wir nicht bereit sind – bis das Spiel losgegangen ist.“ Erst nach mehr als sechs Minuten gelang Nikola Jukic das erste Mindener Tor, bis zum 3:9 in der 14. Minute traf bei GWD einzig der Kroate, der danach aber nicht mehr groß in Erscheinung trat. Zwar bissen er und seine Kollegen sich irgendwann ins Spiel und kamen bis auf 9:13 heran. Dann jedoch passierten wieder diese Fehler, die Coach Carstens ratlos zurückließen: „Wir haben so viele Defensivprobleme, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll.“ Zwölf Stuttgarter Toren im Tempospielen standen vor der Pause nur sechs Mindener gegenüber – der entscheidende Faktor für die 20:15-Pausenführung der Gastgeber. „Das war für sie die Initialzündung – und für uns der Killer“, sagte Carstens. Dessen Mannschaft war auch im weiteren Verlauf des Spiels weit davon entfernt, dieses noch zu drehen. Zwar hielt GWD bei dem flotten Schlagabtausch jetzt besser mit, scheiterte aber immer dann an sich selbst oder auch am starken Torwart Ivan Pesic, wenn sich die Tür zur Aufholjagd öffnete. Beim Stand von 32:27 für den TVB hielt der kroatische Keeper vier Minuten vor Schluss freie Würfe von Justus Richtzenhain und Mats Korte. Doch am Ende waren es weder seine 14 Paraden noch die etwas bessere Abschlussquote seiner Vorderleute, die das Kellerduell zu einer klaren Sache werden ließen. Es war der mentale Faktor, der Stuttgart dem bedauernswerten Gegner voraus hatte. Bei den Gastgebern war die Brust nach drei Punkten aus den jüngsten zwei Spielen so breit, dass der 18-jährige Nico Schöttle gestern nicht nur sein erstes Bundesligator erzielte, sondern noch drei weitere Treffer folgen ließ.Auf der Gegenseite fanden derweil auch vermeintliche Stützen nicht ins Spiel. Regisseur Niclas Pieczkowski etwa erwischte einen schwachen Abend, blieb ohne Tor und wurde irgendwann durch Maximilian Janke ersetzt. Auch Amine Darmoul fiel als Leistungsträger aus und scheiterte vor der Pause mit vier Abschlüssen. Noch haarsträubender war ein Anfängerfehler, der den Mindenern in der Anfangsphase gleich dreimal passierte: Richtzenhain, Max Staar und Florian Kranzmann standen bei ihren Würfen aus bester Position jeweils im Kreis. „Ich muss von einem Bundesligaspieler erwarten, dass er weiß, wo der Kreis ist“, urteilte ihr Trainer mit deutlichen Worten. Doch irgendwie passten diese Patzer zur nächsten verschenkten Chance seines Teams.

„Einfach zu schlecht“ - die Pleite beim Kellerduell in Stuttgart hinterlässt GWD konsterniert

Leere Blicke: Nikola Jukic (von links), Maximilian, Justus Richtzenhain und Amine Darmoul nach der GWD-Niederlage in Stuttgart. Foto: PIX-Sportfotos/Dinkelacker © PIX-Sportfotos/Sandy Dinkelacker

Stuttgart. Nach einem der ernüchterndsten Abende seiner fast siebenjährigen Amtszeit hatte Frank Carstens keinen Sinn mehr für nette Worte. „Es gibt nichts schön zu reden, wir waren einfach zu schlecht“, sagte GWD Mindens Trainer nach der 31:35 (15:20)-Niederlage im Kellerduell der Handball-Bundesliga beim TVB Stuttgart. Der Tabellenletzte musste damit vorerst einen seiner direkten Konkurrenten ziehen lassen. Und nicht nur für den Coach war das „ein Schlag in die Fresse“.

Zum Beginn des ernüchternden Abends glitzerte eine überdimensionale Discokugel und dröhnten Techno-Bässe durch die Porsche Arena. Wenig später begann die große Party – allerdings ohne GWD. Während die Stuttgarter in der Heim-Arena ihr Revier markierten, schienen die Mindener noch vor der Tür in der Kälte auf den Einlass zu warten. Als Alexander Schulze nach genau sechs Minuten zum 5:0 traf, hatte der TVB alle seine Angriffe verwandelt, während der Gegner sechsmal gescheitert war.

Niclas Pieczkowski erwischte in Stuttgart einen schwachen Abend und fiel als Mindener Leistungsträger aus. - © PIX-Sportfotos/Sandy Dinkelacker
Niclas Pieczkowski erwischte in Stuttgart einen schwachen Abend und fiel als Mindener Leistungsträger aus. - © PIX-Sportfotos/Sandy Dinkelacker

„Wir haben nicht das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben“, sagte Torwart Carsten Lichtlein nach dem Spiel am Fernsehmikrofon. Sein Trainer formulierte es etwas später im MT-Gespräch drastischer: „Wir haben wahnsinnig naiv gespielt.“ Sowohl die Wurfkraft aus dem Stuttgarter Rückraum als auch das Spiel über den Kreis hatte er im Training thematisiert. „Bis zum Anpfiff lief es gut in dieser Woche“, meinte Carstens: „Ich hatte nicht das Gefühl, dass wir nicht bereit sind – bis das Spiel losgegangen ist.“

Erst nach mehr als sechs Minuten gelang Nikola Jukic das erste Mindener Tor, bis zum 3:9 in der 14. Minute traf bei GWD einzig der Kroate, der danach aber nicht mehr groß in Erscheinung trat. Zwar bissen er und seine Kollegen sich irgendwann ins Spiel und kamen bis auf 9:13 heran. Dann jedoch passierten wieder diese Fehler, die Coach Carstens ratlos zurückließen: „Wir haben so viele Defensivprobleme, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll.“

Zwölf Stuttgarter Toren im Tempospielen standen vor der Pause nur sechs Mindener gegenüber – der entscheidende Faktor für die 20:15-Pausenführung der Gastgeber. „Das war für sie die Initialzündung – und für uns der Killer“, sagte Carstens. Dessen Mannschaft war auch im weiteren Verlauf des Spiels weit davon entfernt, dieses noch zu drehen. Zwar hielt GWD bei dem flotten Schlagabtausch jetzt besser mit, scheiterte aber immer dann an sich selbst oder auch am starken Torwart Ivan Pesic, wenn sich die Tür zur Aufholjagd öffnete. Beim Stand von 32:27 für den TVB hielt der kroatische Keeper vier Minuten vor Schluss freie Würfe von Justus Richtzenhain und Mats Korte.

Doch am Ende waren es weder seine 14 Paraden noch die etwas bessere Abschlussquote seiner Vorderleute, die das Kellerduell zu einer klaren Sache werden ließen. Es war der mentale Faktor, der Stuttgart dem bedauernswerten Gegner voraus hatte. Bei den Gastgebern war die Brust nach drei Punkten aus den jüngsten zwei Spielen so breit, dass der 18-jährige Nico Schöttle gestern nicht nur sein erstes Bundesligator erzielte, sondern noch drei weitere Treffer folgen ließ.

Auf der Gegenseite fanden derweil auch vermeintliche Stützen nicht ins Spiel. Regisseur Niclas Pieczkowski etwa erwischte einen schwachen Abend, blieb ohne Tor und wurde irgendwann durch Maximilian Janke ersetzt. Auch Amine Darmoul fiel als Leistungsträger aus und scheiterte vor der Pause mit vier Abschlüssen. Noch haarsträubender war ein Anfängerfehler, der den Mindenern in der Anfangsphase gleich dreimal passierte: Richtzenhain, Max Staar und Florian Kranzmann standen bei ihren Würfen aus bester Position jeweils im Kreis. „Ich muss von einem Bundesligaspieler erwarten, dass er weiß, wo der Kreis ist“, urteilte ihr Trainer mit deutlichen Worten. Doch irgendwie passten diese Patzer zur nächsten verschenkten Chance seines Teams.

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