Ein Typ wie Doder als Knorr-Ersatz: GWD Minden verpflichtet den Tunesier Amine Darmoul Marcus Riechmann Minden. GWD Minden wagt ein spannendes Experiment: Zur neuen Saison wird Mohamed Amine Darmoul für den Handball-Bundesligisten spielen. Mit der Verpflichtung betreten die Mindener Neuland: Mit dem tunesischen Nationalspieler kommt erstmals ein Handballer aus Afrika zu GWD. Bereits im vergangenen Sommer wagten sich Sportgeschäftsführer Frank von Behren und Trainer Frank Carstens auf unbekanntes Terrain, als sie mit Doruk Pehlivan einen türkischen Spieler verpflichteten. Mit Pehlivan landeten sie einen Volltreffer: Der Rückraumspieler erwuchs im Laufe der Saison zu einer wichtigen Stütze des Spiels. Wie Pehlivan ist auch Darmoul 23 Jahre alt und längst Stammkraft in seiner Nationalmannschaft. Bei der letzten Weltmeisterschaft hat er als einer der besten Torschützen auf sich aufmerksam gemacht. Darmoul spielt vor allem auf Rückraum Mitte und im linken Rückraum. Er ist beweglich, schnell auf den Beinen und sucht den Weg an den Torkreis. Als dynamischer Abschlussspieler, der aus dem Zweikampf kommt, erinnert der 1,83 Meter große Tunesier in seiner Spielanlage an den langjährigen GWD-Spielmacher Dalibor Doder. „Ja, da kann man durchaus Ähnlichkeiten erkennen", stimmt Trainer Frank Carstens zu. Der im Februar 1998 geborene Darmoul gilt als echter Torjäger: 23 Treffer erzielte er für Tunesien bei der WM im Januar allein in den ersten drei Gruppenspielen, auf 40 Tore kam er insgesamt. Er spielt in seiner Heimat in der Stadt Sousse beim Klub Étoile Sportive du Sahel. Minden wird seine erste Auslandsstation sein. Darmoul, der Arabisch, Französisch und auch Englisch spricht, unterschrieb bei GWD einen Zwei-Jahres-Vertrag bis 2023. „Ich bin sehr froh, dass wir Amine Darmoul überzeugen konnten, zu GWD zu wechseln. Es macht mich stolz, dass wir uns im Wettbewerb gegen andere Klubs durchgesetzt haben und sich unsere Philosophie, auf Top-Talente zu setzen, auszahlt", kommentiert GWD-Sportgeschäftsführer Frank von Behren die in der Liga Aufmerksamkeit erregende Personalie. Von Behren sagt über den neuen Spielmacher: „Er hat eine grandiose WM gespielt und gehörte zu den effektivsten Rückraumspielern. 40 Tore aus 49 Versuchen sprechen eine deutliche Sprache. Mit Darmoul bekommen wir einen legitimen Nachfolger für Juri Knorr." Knorr, der sich aktuell mit der deutschen Nationalmannschaft auf die Olympischen Spiele in Tokio vorbereitet, hat GWD mit Abschluss der Saison verlassen und sich den Rhein-Neckar Löwen angeschlossen. Darmoul hat die Teilnahme am Olympischen Handballturnier knapp verpasst: Tunesien belegte in der Afrika-Qualifikation Platz zwei hinter dem letzten WM-Gastgeber Ägypten. Amine Darmoul äußert sich in der Klubmitteilung : „Ich freue mich riesig auf die neue Aufgabe bei GWD Minden. Es ist eine große Herausforderung für mich, für GWD in der Bundesliga aufzulaufen und ich verspreche, alles dafür zu tun, dass ich die in mich gesetzten Erwartungen erfüllen werde." „Es ist unglaublich schwierig, einen Spieler aus Tunesien zu verpflichten. Da gibt es viele Hürden, das zieht sich bei uns ja schon ein halbes Jahr. Da hat sich Frank sehr eingesetzt", lobte Trainer Carstens die Arbeit seines Sportgeschäftsführers. Der Coach weiß, dass die Verpflichtung eine Menge Integrationsarbeit nach sich ziehen wird, nicht nur sprachlich: „Wir haben zum ersten Mal einen Tunesier im Team. Da können Probleme auftauchen, mit denen man heute noch gar nicht rechnet. Hier sind vielleicht die Abläufe, die Werte, das Leben einfach in manchen Bereichen anders. Das muss Darmoul sicher erst lernen", sagt Carstens und nennt eine wichtige Voraussetzung: „Da brauchen wir einen guten Dolmetscher. Ich spreche kein Wort Französisch." Eine kleine Hilfe könnten im Team der Schweizer Lucas Meister und der frisch aus Frankreich verpflichtete Kroate Nikola Jukic sein.  Und daneben bleibt ja auch immer noch Englisch. Trotz der Unwägbarkeiten freut sich der Trainer sehr über die Verpflichtung: „Das ist für uns eine große Chance. Darmoul ist ein Spieler mit besonderen Fähigkeiten, das kann für uns zu einem Extra-Faktor werden." Der Trainer sieht den Tunesier als spannende Ergänzung zum neuen Mittelmann Niclas Pieczkowski, der in seiner Spielanlage weniger Torjäger als vielmehr den Angriff leitender Regisseur ist. Weitere Kandidaten für die Position als Spielmacher sind Max Janke und das von der SG Flensburg-Handewitt gekommene Talent Magnus Holpert. Darmouls Einsatzgebiet könnte sich zunächst eher im linken Rückraum bewegen. Denn dort ist der junge Miro Schluroff auf absehbare Zeit Alleinunterhalter. Doruk Pehlivan steht nämlich eine längere Pause bevor. Der Türke wird wegen eines Knorpelschadens erneut am Knie operiert. Wie lange er danach ausfallen wird, ist unklar.

Ein Typ wie Doder als Knorr-Ersatz: GWD Minden verpflichtet den Tunesier Amine Darmoul

Mohamed Amine Darmoul im Einsatz: Im Spiel der tunesischen Nationalmannschaft gegen Kroatien geht er im Frühjahr seiner Lieblingsbeschäftigung nach: Gegen den kroatsichen Doppelblock wirft der 23-Jährige auf das Tor. Foto: Kevin Domas/imago-images © imago images/PanoramiC

Minden. GWD Minden wagt ein spannendes Experiment: Zur neuen Saison wird Mohamed Amine Darmoul für den Handball-Bundesligisten spielen. Mit der Verpflichtung betreten die Mindener Neuland: Mit dem tunesischen Nationalspieler kommt erstmals ein Handballer aus Afrika zu GWD. Bereits im vergangenen Sommer wagten sich Sportgeschäftsführer Frank von Behren und Trainer Frank Carstens auf unbekanntes Terrain, als sie mit Doruk Pehlivan einen türkischen Spieler verpflichteten. Mit Pehlivan landeten sie einen Volltreffer: Der Rückraumspieler erwuchs im Laufe der Saison zu einer wichtigen Stütze des Spiels.

Wie Pehlivan ist auch Darmoul 23 Jahre alt und längst Stammkraft in seiner Nationalmannschaft. Bei der letzten Weltmeisterschaft hat er als einer der besten Torschützen auf sich aufmerksam gemacht. Darmoul spielt vor allem auf Rückraum Mitte und im linken Rückraum. Er ist beweglich, schnell auf den Beinen und sucht den Weg an den Torkreis. Als dynamischer Abschlussspieler, der aus dem Zweikampf kommt, erinnert der 1,83 Meter große Tunesier in seiner Spielanlage an den langjährigen GWD-Spielmacher Dalibor Doder. „Ja, da kann man durchaus Ähnlichkeiten erkennen", stimmt Trainer Frank Carstens zu.

Der im Februar 1998 geborene Darmoul gilt als echter Torjäger: 23 Treffer erzielte er für Tunesien bei der WM im Januar allein in den ersten drei Gruppenspielen, auf 40 Tore kam er insgesamt. Er spielt in seiner Heimat in der Stadt Sousse beim Klub Étoile Sportive du Sahel. Minden wird seine erste Auslandsstation sein. Darmoul, der Arabisch, Französisch und auch Englisch spricht, unterschrieb bei GWD einen Zwei-Jahres-Vertrag bis 2023.

„Ich bin sehr froh, dass wir Amine Darmoul überzeugen konnten, zu GWD zu wechseln. Es macht mich stolz, dass wir uns im Wettbewerb gegen andere Klubs durchgesetzt haben und sich unsere Philosophie, auf Top-Talente zu setzen, auszahlt", kommentiert GWD-Sportgeschäftsführer Frank von Behren die in der Liga Aufmerksamkeit erregende Personalie. Von Behren sagt über den neuen Spielmacher: „Er hat eine grandiose WM gespielt und gehörte zu den effektivsten Rückraumspielern. 40 Tore aus 49 Versuchen sprechen eine deutliche Sprache. Mit Darmoul bekommen wir einen legitimen Nachfolger für Juri Knorr." Knorr, der sich aktuell mit der deutschen Nationalmannschaft auf die Olympischen Spiele in Tokio vorbereitet, hat GWD mit Abschluss der Saison verlassen und sich den Rhein-Neckar Löwen angeschlossen. Darmoul hat die Teilnahme am Olympischen Handballturnier knapp verpasst: Tunesien belegte in der Afrika-Qualifikation Platz zwei hinter dem letzten WM-Gastgeber Ägypten.

Amine Darmoul äußert sich in der Klubmitteilung : „Ich freue mich riesig auf die neue Aufgabe bei GWD Minden. Es ist eine große Herausforderung für mich, für GWD in der Bundesliga aufzulaufen und ich verspreche, alles dafür zu tun, dass ich die in mich gesetzten Erwartungen erfüllen werde."

„Es ist unglaublich schwierig, einen Spieler aus Tunesien zu verpflichten. Da gibt es viele Hürden, das zieht sich bei uns ja schon ein halbes Jahr. Da hat sich Frank sehr eingesetzt", lobte Trainer Carstens die Arbeit seines Sportgeschäftsführers. Der Coach weiß, dass die Verpflichtung eine Menge Integrationsarbeit nach sich ziehen wird, nicht nur sprachlich: „Wir haben zum ersten Mal einen Tunesier im Team. Da können Probleme auftauchen, mit denen man heute noch gar nicht rechnet. Hier sind vielleicht die Abläufe, die Werte, das Leben einfach in manchen Bereichen anders. Das muss Darmoul sicher erst lernen", sagt Carstens und nennt eine wichtige Voraussetzung: „Da brauchen wir einen guten Dolmetscher. Ich spreche kein Wort Französisch." Eine kleine Hilfe könnten im Team der Schweizer Lucas Meister und der frisch aus Frankreich verpflichtete Kroate Nikola Jukic sein.  Und daneben bleibt ja auch immer noch Englisch.

Trotz der Unwägbarkeiten freut sich der Trainer sehr über die Verpflichtung: „Das ist für uns eine große Chance. Darmoul ist ein Spieler mit besonderen Fähigkeiten, das kann für uns zu einem Extra-Faktor werden." Der Trainer sieht den Tunesier als spannende Ergänzung zum neuen Mittelmann Niclas Pieczkowski, der in seiner Spielanlage weniger Torjäger als vielmehr den Angriff leitender Regisseur ist. Weitere Kandidaten für die Position als Spielmacher sind Max Janke und das von der SG Flensburg-Handewitt gekommene Talent Magnus Holpert. Darmouls Einsatzgebiet könnte sich zunächst eher im linken Rückraum bewegen. Denn dort ist der junge Miro Schluroff auf absehbare Zeit Alleinunterhalter. Doruk Pehlivan steht nämlich eine längere Pause bevor. Der Türke wird wegen eines Knorpelschadens erneut am Knie operiert. Wie lange er danach ausfallen wird, ist unklar.

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