Ein Sieg wie ein kleines Glück: GWD Minden bezwingt den Bergischen HC 29:28 und zieht ins Finale ein Marcus Riechmann Lübbecke. Die Verlängerung lag in der Luft als Alexander Weck zum finalen Freiwurf ausholte. Der Rückraumspieler des Bergischen HC fand sogar die sich zwischen Aliaksandr Padshyvalau und Mats Korte öffnende Lücke in der GWD-Abwehr. Doch Schlussmann Carstens Lichtlein hielt mit der letzten seiner zahlreichen Paraden den Sieg für GWD Minden fest. Den Ball in den Händen haltend löste sich die Anspannung beim Keeper wie auch bei seinen Mitspielern. Routinier Lichtlein holte mit einem breiten Grinsen seine Teamkameraden zusammen, durchaus in der Stimmung für einen kleinen Jubelkreis in der Lübbecker Merkur-Arena. Soweit waren die meisten Männer in Grün gestern zwar noch nicht, doch das 29:28 (14:11) im Halbfinale des Spielo-Cups gegen den Bundesliga-Konkurrenten Bergischer HC ließ Lasten von ihren Schultern fallen und zauberte fast allen ein Lächeln ins Gesicht. „Als Bestätigung unserer Arbeit war das Ergebnis heute nicht ganz unwichtig. Der Sieg tut der Mannschaft gut“, war Trainer Frank Carstens erleichtert, dass sich sein Team nach einer durchwachsen verlaufenden Vorbereitung ausgerechnet gegen den bislang stärksten Gegner das ersehnte Erfolgserlebnis geholt hatte. Mit dem knappen Sieg hat GWD zum ersten Mal nach 2015 wieder das Endspiel des Spielo-Cups erreicht. Doch zum Traumfinale, dem Mühlenkreisderby gegen den TuS N-Lübbecke, kommt es nicht. Im zweiten Halbfinale forderte der Zweitligist dem klassenhöheren Team des SC DHfK Leipzig zwar viel ab. Doch letztlich unterlagen die Gastgeber den Sachsen – die sie im Vorjahr an gleicher Stelle noch bezwungen hatten – mit 24:25 hauchdünn. Damit kommt es im Endspiel des 31. Spielo-Cups nicht zum Duell der Nachbarn, das es beim Turnier zuletzt vor neun Jahren gegeben hatte. Stattdessen kämpfen am heutigen Samstag um 19 Uhr GWD Minden und der SC Leipzig um den Pokal – beide Teams hatten sich im letzten Jahr noch im Spiel um Platz drei gegenüber gestanden. Den dritten Platz spielen diesmal der Vorjahressieger TuS N-Lübbecke und der Turnierneuling Bergischer HC aus. Anpfiff in der Merkur Arena ist um 17 Uhr. Beide Spiele werden im Internet live auf Sportdeutschland.tv übertragen. In der Halle sind keine Zuschauer zugelassen. Frank Carstens weiß, dass im Finale heute gegen den SC Leipzig um Torjäger Philipp Weber und den in der GWD-Jugend ausgebildeten Torwart Joel Birlehm auch ohne Fan-Unterstützung eine weitere Energieleistung für den Erfolg nötig sein wird. So soll aus der Böe des gestrigen Sieges ein stabiler Rückenwind bis zum Saisonauftakt am 1. Oktober bei der TSV Hannover-Burgdorf werden. Gegen den BHC zeigten die Mindener, von Beginn an mit dem genesenen Abwehrchef Miljan Pusica, eine starke Leistung. Wie von Carstens gefordert arbeiteten seine Spieler gemeinsam für den Sieg. „Das war ein deutlich kollektiverer Auftritt als bei einigen anderen Spielen. Wir haben an das angeknüpft, was wir schon in Melsungen gezeigt haben“, freute sich der Trainer über die Entwicklung. GWD überzeugte mit engagierter und auf Ballgewinne ausgerichteter Abwehrarbeit. Auch im Angriff zeigten Juri Knorr und Co. gute Ansätze: Immer, wenn es gelang, Ball und Gegner laufen zu lassen, wurde es gefährlich. Regelmäßig war Kreisläufer Lucas Meister Endpunkt der Spielzüge und deren sicherer Vollstrecker. Nur in den Anfangsminuten lag Minden vor den orange glänzenden leeren Stuhlreihen der Lübbecker Kreissporthalle zurück. Rückraumspieler Christoffer Rambo, sichtlich bemüht wieder in Tritt zu kommen, warf Minden nach einer Viertelstunde zum 7:6 nach vorn. Die teilweise vier Tore betragende Führung gaben die Männer in Grün danach nicht mehr ab. Nur ein Mal gelang den Gästen noch der Ausgleich: Der junge Yannick Fraatz schloss in den Schlussminuten einen Konter zum 27:27 ab. Doch die Mindener blieben stabil. Rambo krönte seine gute Leistung mit dem Tor zum 28:27, Lichtlein wehrte danach gegen BHC-Nationalspieler David Schmidt ab und Doruk Pehlivan machte mit dem Treffer zum 29:27 den Sack zu. Mehr als der Anschlusstreffer gelang dem BHC nicht mehr. Carstens stellte fest: „Das Team hat sich belohnt.“ Heute könnte es mit dem sechsten Turniersieg der Spielo-Cup-Historie nachlegen. Halbfinale GWD Minden - Bergischer HC 29:28 (14:11). GWD Minden: Lichtlein, Grabitz - Pehlivan 1, Pusica 1, Knorr 6, Padshyvalau 2, Strakeljahn, Rambo 6, Korte 5/5, Ritterbach, Gulliksen , Staar 2, Meister 6, Thiele. Bergischer HC: Mrkva, Klama, - Stutzke 3, Gutbrod 2, Weck, Arnesson 1, Babak 1, Johansson, Majdzinski 5, Schmidt 3, Boomhouwer 4/1, Damm 1, Fraatz 3, Gunnarsson 5/2, Bergner, Darj, Nikolaisen. Spiele heute Spiel um Platz 3 TuS N-Lübbecke - Bergischer HC?Sa. 17.00 Finale GWD Minden- SC DHfK Leipzig?Sa. 19.00

Ein Sieg wie ein kleines Glück: GWD Minden bezwingt den Bergischen HC 29:28 und zieht ins Finale ein

Als Torschütze, Anspieler und geschickter Balleroberer in der Abwehr glänzte gestern Mindens Linkshänder Christoffer Rambo. Hier setzt der Norweger seinen Kreisläufer Lucas Meister in Szene. Foto: Oliver Krato © Oliver Krato

Lübbecke. Die Verlängerung lag in der Luft als Alexander Weck zum finalen Freiwurf ausholte. Der Rückraumspieler des Bergischen HC fand sogar die sich zwischen Aliaksandr Padshyvalau und Mats Korte öffnende Lücke in der GWD-Abwehr. Doch Schlussmann Carstens Lichtlein hielt mit der letzten seiner zahlreichen Paraden den Sieg für GWD Minden fest.

Den Ball in den Händen haltend löste sich die Anspannung beim Keeper wie auch bei seinen Mitspielern. Routinier Lichtlein holte mit einem breiten Grinsen seine Teamkameraden zusammen, durchaus in der Stimmung für einen kleinen Jubelkreis in der Lübbecker Merkur-Arena. Soweit waren die meisten Männer in Grün gestern zwar noch nicht, doch das 29:28 (14:11) im Halbfinale des Spielo-Cups gegen den Bundesliga-Konkurrenten Bergischer HC ließ Lasten von ihren Schultern fallen und zauberte fast allen ein Lächeln ins Gesicht.

Mindens Kreisläufer Lucas Meister ballt die Faust nach einem GWD-Tor. Foto: Krato - © Oliver Krato
Mindens Kreisläufer Lucas Meister ballt die Faust nach einem GWD-Tor. Foto: Krato - © Oliver Krato

„Als Bestätigung unserer Arbeit war das Ergebnis heute nicht ganz unwichtig. Der Sieg tut der Mannschaft gut“, war Trainer Frank Carstens erleichtert, dass sich sein Team nach einer durchwachsen verlaufenden Vorbereitung ausgerechnet gegen den bislang stärksten Gegner das ersehnte Erfolgserlebnis geholt hatte.

Mit dem knappen Sieg hat GWD zum ersten Mal nach 2015 wieder das Endspiel des Spielo-Cups erreicht. Doch zum Traumfinale, dem Mühlenkreisderby gegen den TuS N-Lübbecke, kommt es nicht. Im zweiten Halbfinale forderte der Zweitligist dem klassenhöheren Team des SC DHfK Leipzig zwar viel ab. Doch letztlich unterlagen die Gastgeber den Sachsen – die sie im Vorjahr an gleicher Stelle noch bezwungen hatten – mit 24:25 hauchdünn.

Damit kommt es im Endspiel des 31. Spielo-Cups nicht zum Duell der Nachbarn, das es beim Turnier zuletzt vor neun Jahren gegeben hatte. Stattdessen kämpfen am heutigen Samstag um 19 Uhr GWD Minden und der SC Leipzig um den Pokal – beide Teams hatten sich im letzten Jahr noch im Spiel um Platz drei gegenüber gestanden. Den dritten Platz spielen diesmal der Vorjahressieger TuS N-Lübbecke und der Turnierneuling Bergischer HC aus. Anpfiff in der Merkur Arena ist um 17 Uhr. Beide Spiele werden im Internet live auf Sportdeutschland.tv übertragen. In der Halle sind keine Zuschauer zugelassen.

Frank Carstens weiß, dass im Finale heute gegen den SC Leipzig um Torjäger Philipp Weber und den in der GWD-Jugend ausgebildeten Torwart Joel Birlehm auch ohne Fan-Unterstützung eine weitere Energieleistung für den Erfolg nötig sein wird. So soll aus der Böe des gestrigen Sieges ein stabiler Rückenwind bis zum Saisonauftakt am 1. Oktober bei der TSV Hannover-Burgdorf werden.

Gegen den BHC zeigten die Mindener, von Beginn an mit dem genesenen Abwehrchef Miljan Pusica, eine starke Leistung. Wie von Carstens gefordert arbeiteten seine Spieler gemeinsam für den Sieg. „Das war ein deutlich kollektiverer Auftritt als bei einigen anderen Spielen. Wir haben an das angeknüpft, was wir schon in Melsungen gezeigt haben“, freute sich der Trainer über die Entwicklung. GWD überzeugte mit engagierter und auf Ballgewinne ausgerichteter Abwehrarbeit. Auch im Angriff zeigten Juri Knorr und Co. gute Ansätze: Immer, wenn es gelang, Ball und Gegner laufen zu lassen, wurde es gefährlich. Regelmäßig war Kreisläufer Lucas Meister Endpunkt der Spielzüge und deren sicherer Vollstrecker.

Nur in den Anfangsminuten lag Minden vor den orange glänzenden leeren Stuhlreihen der Lübbecker Kreissporthalle zurück. Rückraumspieler Christoffer Rambo, sichtlich bemüht wieder in Tritt zu kommen, warf Minden nach einer Viertelstunde zum 7:6 nach vorn. Die teilweise vier Tore betragende Führung gaben die Männer in Grün danach nicht mehr ab. Nur ein Mal gelang den Gästen noch der Ausgleich: Der junge Yannick Fraatz schloss in den Schlussminuten einen Konter zum 27:27 ab. Doch die Mindener blieben stabil. Rambo krönte seine gute Leistung mit dem Tor zum 28:27, Lichtlein wehrte danach gegen BHC-Nationalspieler David Schmidt ab und Doruk Pehlivan machte mit dem Treffer zum 29:27 den Sack zu. Mehr als der Anschlusstreffer gelang dem BHC nicht mehr. Carstens stellte fest: „Das Team hat sich belohnt.“ Heute könnte es mit dem sechsten Turniersieg der Spielo-Cup-Historie nachlegen.

Halbfinale

GWD Minden - Bergischer HC 29:28 (14:11).

GWD Minden: Lichtlein, Grabitz - Pehlivan 1, Pusica 1, Knorr 6, Padshyvalau 2, Strakeljahn, Rambo 6, Korte 5/5, Ritterbach, Gulliksen , Staar 2, Meister 6, Thiele.

Bergischer HC: Mrkva, Klama, - Stutzke 3, Gutbrod 2, Weck, Arnesson 1, Babak 1, Johansson, Majdzinski 5, Schmidt 3, Boomhouwer 4/1, Damm 1, Fraatz 3, Gunnarsson 5/2, Bergner, Darj, Nikolaisen.

Spiele heute

Spiel um Platz 3

TuS N-Lübbecke - Bergischer HC?Sa. 17.00

Finale

GWD Minden- SC DHfK Leipzig?Sa. 19.00

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