Ehrgeiz bis zum Schluss - GWD-Profis verlieren Fußballspiel 4:5 in Dützen Sebastian Külbel Minden. Denkwürdige Daten hängen im Sport meistens mit den beteiligten Athleten zusammen. Gestern Abend ging es jedoch nicht um die insgesamt 28 aktiven Spieler auf dem Platz, sondern um ein Symbol: 127 Tage nach der letzten Partie vor der Corona-Krise wurde in Minden wieder Fußball gespielt. Bezirksligist FT Dützen empfing die Handball-Profis von GWD Minden, die mit dem Freundschaftskick in ihre Saison-Vorbereitung starteten und bei der 4:5 (1:3)-Niederlage nicht nur sportlich ordentlich gefordert wurden. Trainer Frank Carstens zog jedenfalls einige Erkenntnisse aus dem lockeren Auftakt gegen die Bezirksliga-Fußballer, denn auch hier war Mentalität gefragt: „Es ist schon interessant zu sehen, wie sich das Team verändert und wer welche Rollen einnimmt. Vor allem sieht man, wer sich beim 1:4-Rückstand hängen lässt und abschaltet. Da habe ich aber keinen gesehen.“ Dabei hätten die ehrgeizigen Profisportler durchaus Anlass für Frust gehabt. Während die Handballer in der ersten Halbzeit die Chancen in fast zweistelliger Zahl vergaben, schlug Dützen dreimal durch Cedric Camacho (4.), Maurice Hergott (26.) und Sherzad Girgo (37.) eiskalt zu. Letzterer erhöhte nach dem zwischenzeitlichen Anschlusstreffer von Christoffer Rambo (27.) sogar zum 4:1 (50.) und erwischte somit nach seinem Wechsel von der SV Kutenhausen-Todtenhausen einen perfekten Einstand. Dass GWD dann noch einmal heran kam, lag nicht nur am Willen der Profis, sondern auch in ihrer besseren körperlichen Verfassung. Zudem stach Juri Knorr, der in seiner Jugend auch Fußball-Auswahlspieler in Schleswig-Holstein war, mit starker Technik und Spielübersicht heraus. Der 20-Jährige traf selbst zum 4:2 (54.), war an jedem Angriff beteiligt und hatte auch großen Anteil an den weiteren GWD-Treffern von Kevin Gulliksen (63.) und Rambo (74.). Weil jedoch Hergott davor schon auf 5:2 für Dützen erhöht hatte (57.), reichte es am Ende nicht mehr zum Unentschieden, was die Mindener durchaus ärgerte. Als Schiedsrichter Jörg Manteuffel in der 90. Minute das Handspiel eines Dützers für nicht elfmeterwürdig befand, stand er noch nach dem Schlusspfiff einem hitzig argumentierenden Christoffer Rambo gegenüber, der die Entscheidung nicht nachvollziehen konnte. Dessen Trainer ordnete auch das positiv ein: Zum Wesen eines Profisportler gehöre es eben auch, Niederlagen nur schwer akzeptieren zu können. Schon am heutigen Samstag wird das Tennis-Mannschaftsevent beim Mindener TK den Ehrgeiz der Handballer erneut herausfordern. Die Dützer hingegen konnten ihren Sieg nicht nur deshalb genießen, weil GWD seine Fußball-Testspiele in der Vorbereitung meistens gewinnt. Denn die Gastgeber zeigten trotz ihrer langen Pause viele gute Ansätze, die auch Frank Carstens positiv erwähnte: „Sie wirkten sehr stabil und waren besser als die Teams, gegen die wir in den letzten Jahren gespielt haben.“ Dützens Coach Patrick Zweck nahm dieses Kompliment gerne mit, zumal neun Spieler seines neuen Kaders fehlten. Bewerten mochte er die Partie aber nicht weiter: „Wir wollten uns bewegen, das Spiel sollte für beide Mannschaften eine schöne Einheit und für die Zuschauer eine gelungene Veranstaltung sein.“ Dieses Vorhaben gelang auch in Bezug auf den Ausrichter. Denn der erste Test für Fußball unter Corona-Bedingungen verlief reibungslos. Die etwa 200 Zuschauer trugen sich an den Eingängen in die ausliegenden Listen ein und freuten sich, dass sie bei der Freiluftveranstaltung zwar Abstand halten, aber doch keine Masken tragen mussten. Das war vor dem Spiel auch im MT missverständlich kommuniziert worden. Darüber hinaus waren Zuschauer und Sportler bemüht, sich innerhalb der geltenden Hygieneregeln zu bewegen. Den Spaß an dem unterhaltsamen Spiel hat es keinem verdorben. FT Dützen - GWD Minden 5:4 FT Dützen: M. Sander - Bajrami, Camacho, Antal, Girgo, Avetyan, Voth, Möller, Galatas, Wlotzka, Hergott; eingewechselt: Witte, Bohn, Bugdoll, P. Sander. GWD Minden: Pusica - Brand, Strakeljahn, Meister, Reißky, Korte, Padshyvalau, Knorr, Ritterbach, Gulliksen, Rambo; eingewechselt: Lichtlein - Kranzmann, Pehlivan, Thiele. Tore: 1:0 Camacho (4.), 2:0 Hergott (26.), 2:1 Rambo (27.), 3:1 Girgo (37.), 4:1 Girgo (50.), 4:2 Knorr (54.), 5:2 Hergott (57.), 5:3 Gulliksen (63.), 5:4 Rambo (74.). Schiedsrichter: Manteuffel. Zuschauer: 200.

Ehrgeiz bis zum Schluss - GWD-Profis verlieren Fußballspiel 4:5 in Dützen

Wieder nichts: GWD-Profi Kevin Gulliksen (links) spitzelt den Ball an Dützens Torwart Tim Witte und Cedric Camacho, aber auch am Tor vorbei. Wenig später gelang ihm doch noch sein Treffer. MT- © Foto: Sebastian Külbel

Minden. Denkwürdige Daten hängen im Sport meistens mit den beteiligten Athleten zusammen. Gestern Abend ging es jedoch nicht um die insgesamt 28 aktiven Spieler auf dem Platz, sondern um ein Symbol: 127 Tage nach der letzten Partie vor der Corona-Krise wurde in Minden wieder Fußball gespielt. Bezirksligist FT Dützen empfing die Handball-Profis von GWD Minden, die mit dem Freundschaftskick in ihre Saison-Vorbereitung starteten und bei der 4:5 (1:3)-Niederlage nicht nur sportlich ordentlich gefordert wurden.

Trainer Frank Carstens zog jedenfalls einige Erkenntnisse aus dem lockeren Auftakt gegen die Bezirksliga-Fußballer, denn auch hier war Mentalität gefragt: „Es ist schon interessant zu sehen, wie sich das Team verändert und wer welche Rollen einnimmt. Vor allem sieht man, wer sich beim 1:4-Rückstand hängen lässt und abschaltet. Da habe ich aber keinen gesehen.“

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Dabei hätten die ehrgeizigen Profisportler durchaus Anlass für Frust gehabt. Während die Handballer in der ersten Halbzeit die Chancen in fast zweistelliger Zahl vergaben, schlug Dützen dreimal durch Cedric Camacho (4.), Maurice Hergott (26.) und Sherzad Girgo (37.) eiskalt zu. Letzterer erhöhte nach dem zwischenzeitlichen Anschlusstreffer von Christoffer Rambo (27.) sogar zum 4:1 (50.) und erwischte somit nach seinem Wechsel von der SV Kutenhausen-Todtenhausen einen perfekten Einstand.

Christoffer Rambo (links) diskutierte nach dem Schlusspfiff hitzig mit Schiedsrichter Jörg Manteuffel. MT- - © Foto: Sebastian Külbel
Christoffer Rambo (links) diskutierte nach dem Schlusspfiff hitzig mit Schiedsrichter Jörg Manteuffel. MT- - © Foto: Sebastian Külbel

Dass GWD dann noch einmal heran kam, lag nicht nur am Willen der Profis, sondern auch in ihrer besseren körperlichen Verfassung. Zudem stach Juri Knorr, der in seiner Jugend auch Fußball-Auswahlspieler in Schleswig-Holstein war, mit starker Technik und Spielübersicht heraus. Der 20-Jährige traf selbst zum 4:2 (54.), war an jedem Angriff beteiligt und hatte auch großen Anteil an den weiteren GWD-Treffern von Kevin Gulliksen (63.) und Rambo (74.).

Weil jedoch Hergott davor schon auf 5:2 für Dützen erhöht hatte (57.), reichte es am Ende nicht mehr zum Unentschieden, was die Mindener durchaus ärgerte. Als Schiedsrichter Jörg Manteuffel in der 90. Minute das Handspiel eines Dützers für nicht elfmeterwürdig befand, stand er noch nach dem Schlusspfiff einem hitzig argumentierenden Christoffer Rambo gegenüber, der die Entscheidung nicht nachvollziehen konnte. Dessen Trainer ordnete auch das positiv ein: Zum Wesen eines Profisportler gehöre es eben auch, Niederlagen nur schwer akzeptieren zu können. Schon am heutigen Samstag wird das Tennis-Mannschaftsevent beim Mindener TK den Ehrgeiz der Handballer erneut herausfordern.

Die Dützer hingegen konnten ihren Sieg nicht nur deshalb genießen, weil GWD seine Fußball-Testspiele in der Vorbereitung meistens gewinnt. Denn die Gastgeber zeigten trotz ihrer langen Pause viele gute Ansätze, die auch Frank Carstens positiv erwähnte: „Sie wirkten sehr stabil und waren besser als die Teams, gegen die wir in den letzten Jahren gespielt haben.“ Dützens Coach Patrick Zweck nahm dieses Kompliment gerne mit, zumal neun Spieler seines neuen Kaders fehlten. Bewerten mochte er die Partie aber nicht weiter: „Wir wollten uns bewegen, das Spiel sollte für beide Mannschaften eine schöne Einheit und für die Zuschauer eine gelungene Veranstaltung sein.“

Dieses Vorhaben gelang auch in Bezug auf den Ausrichter. Denn der erste Test für Fußball unter Corona-Bedingungen verlief reibungslos. Die etwa 200 Zuschauer trugen sich an den Eingängen in die ausliegenden Listen ein und freuten sich, dass sie bei der Freiluftveranstaltung zwar Abstand halten, aber doch keine Masken tragen mussten. Das war vor dem Spiel auch im MT missverständlich kommuniziert worden. Darüber hinaus waren Zuschauer und Sportler bemüht, sich innerhalb der geltenden Hygieneregeln zu bewegen. Den Spaß an dem unterhaltsamen Spiel hat es keinem verdorben.

FT Dützen - GWD Minden 5:4

FT Dützen: M. Sander - Bajrami, Camacho, Antal, Girgo, Avetyan, Voth, Möller, Galatas, Wlotzka, Hergott; eingewechselt: Witte, Bohn, Bugdoll, P. Sander.

GWD Minden: Pusica - Brand, Strakeljahn, Meister, Reißky, Korte, Padshyvalau, Knorr, Ritterbach, Gulliksen, Rambo; eingewechselt: Lichtlein - Kranzmann, Pehlivan, Thiele.

Tore: 1:0 Camacho (4.), 2:0 Hergott (26.), 2:1 Rambo (27.), 3:1 Girgo (37.), 4:1 Girgo (50.), 4:2 Knorr (54.), 5:2 Hergott (57.), 5:3 Gulliksen (63.), 5:4 Rambo (74.).

Schiedsrichter: Manteuffel.

Zuschauer: 200.

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