Dreimal Knie-OP: GWD-Profis schuften für das Comeback Astrid Plaßhenrich,Sebastian Külbel Minden. Für die meisten Handballprofis ist die Sommerpause Urlaubszeit, für zwei Spieler von GWD Minden dagegen Operationszeit. Während Doruk Pehlivan noch auf die Behebung seines Knorpelschadens wartet, hat Miljan Pusica am vorigen Mittwoch zum zweiten Mal ein neues Kreuzband erhalten – und ist erleichtert. „Jetzt ist alles gut, ich hoffe, es war die letzte OP“, sagte der 30-jährige Serbe gestern im MT-Gespräch, das er passenderweise während einer Behandlung bei Physiotherapeut Philipp Roessler führte. In dessen Praxis arbeitet Pusica zurzeit täglich, um irgendwann wieder Handball spielen zu können. „Acht bis zehn Monate“ soll seiner Einschätzung nach die Reha dauern, dann will er wieder ins Training einsteigen. Ob er das dann bei GWD tut, ist jedoch offen. Sein Vertrag wurde zwar trotz Verletzung verlängert, nach Auskunft von Pusica aber nur bis Februar: „Dann gucke ich, was passiert.“ Vorerst ist er dankbar über das Entgegenkommen des Vereins: „Der Vertrag ist wichtig für mein Visum.“ GWD Mindens Sport-Geschäftsführer Frank von Behren sieht die Verlängerung auch als Zeichen an den verdienten Spieler: „Er hat viel für GWD geleistet, wir wollen ihn in dieser Situation nicht im Stich lassen.“ Dennoch ist Pusica aufgrund seiner schweren Verletzung in der aktuellen Kaderplanung nur eine Randfigur: „Wir gehen nicht davon aus, dass er in dieser Saison für uns spielen wird.“ Der serbische Abwehrspezialist ist nicht der einzige GWD-Angestellte, dessen Rückkehr ungewiss ist. Doruk Pehlivan erlitt in der Rückrunde einen Knorpelschaden im Knie, ist aber noch nicht operiert. Der türkische Nationalspieler hat sich in den vergangenen Wochen bei verschiedenen Spezialisten vorgestellt. „Es ging darum, die für mich beste Behandlungsmöglichkeit ausfindig zu machen“, sagt der 23-Jährige. Jetzt wird Pehlivan Anfang August bei Dr. Wolfgang Zinser in Dinslaken operiert. Der Orthopäde ist zertifizierter Knorpelspezialist. „Ich war in der vergangenen Woche dort, es wurden einige Untersuchungen vorgenommen“, erzählt der Rückraumlinke, „Knorpelschaden ist immer eine komplizierte Verletzung.“ Über eine Rückkehr in die Halle denkt er momentan nicht nach, er will einen Schritt nach dem anderen machen. Von Behren geht allerdings mindestens von einem halben Jahr Pause aus. Für sein Comeback verzichtete der Türke auch auf seinen Urlaub. „Ich war nur für ein paar Tage in der Türkei, um meinen Pass zu verlängern“, sagt Pehlivan: „Ich fokussiere mich darauf, wieder fit zu werden.“ Er weiß, dass die kommenden Wochen für ihn entscheidend sind. Etwas weiter ist da schon Christoph Reißky, der sich im ersten Training nach seiner acht Monate andauernden Schulterverletzung einen Kreuzbandriss im rechten Knie zuzog und ebenfalls in der Reha für seine Rückkehr ins Mannschaftstraining schuftet. „Bei ihm haben wir die Hoffnung, dass er im Februar wieder dabei ist“, sagt von Behren. Reißky selbst will sich allerdings nicht unter Druck setzen: „Ich lasse es auf mich zukommen.“ Der Linkshänder freut sich erst einmal, dass er im Alltag beschwerdefrei ist. „Das ist ein richtig gutes Zeichen“, meint der 25-Jährige. Zusammen mit Pusica zieht er in der Praxis von Philipp Roessler das Reha-Programm durch. „Im Moment geht viel über Krafttraining. Ich hoffe, bald wieder mit Laufübungen anzufangen“, sagt Reißky. Der Heilungsverlauf entspricht bislang dem Plan. Der Rückraumrechte hat sich Ende April vom Kniespezialisten Dr. Sven Scheffler im Sporthopaedicum in Berlin operieren lassen. Mit dieser Entscheidung ist er nach wie vor zufrieden: „Es war der richtige Weg. Ich freue mich, dass mich sowohl der Operateur als auch der Physiotherapeut weiterhin begleiten.“ Dazu steht die medizinische Abteilung der Mindener mit der aus Berlin im engen Kontakt. Der GWD-Profi fährt noch regelmäßig für Untersuchungen in die Hauptstadt. „Die Abstände zwischen den Terminen werden jetzt aber immer größer“, sagt Christoph Reißky. Das gibt Mut. Optimistisch gibt sich auch Pusica. „Ich bin endlich wieder auf Null und kann mich auf meine Arbeit konzentrieren“, sagt der Zwei-Meter-Mann, der seit Dezember auch aufgrund einer bakteriellen Entzündung fünf Operationen am verletzten Gelenk hinter sich hat. Kniespezialist Dr. Ulrich Boenisch, der Pusica in Augsburg operierte, zeigte sich laut dessen Schilderung optimistisch, dass er wieder spielen könne. Und Physiotherapeut Roessler merkte gestern an, dass sein Patient keineswegs bei Null, sondern bei 60 Prozent starte. Pusica hat nach leidvollen Monaten voller Komplikationen nun sein Ziel im Blick: „Ich werde hundertprozentig wieder spielen.“

Dreimal Knie-OP: GWD-Profis schuften für das Comeback

GWD-Profi Miljan Pusica ist seit November zum Zuschauen gezwungen. Der Abwehrspezialist musste in den vergangenen Monaten fünf Knieoperationen über sich ergehen lassen. Foto: Noah Wedel © Noah Wedel

Minden. Für die meisten Handballprofis ist die Sommerpause Urlaubszeit, für zwei Spieler von GWD Minden dagegen Operationszeit. Während Doruk Pehlivan noch auf die Behebung seines Knorpelschadens wartet, hat Miljan Pusica am vorigen Mittwoch zum zweiten Mal ein neues Kreuzband erhalten – und ist erleichtert.

„Jetzt ist alles gut, ich hoffe, es war die letzte OP“, sagte der 30-jährige Serbe gestern im MT-Gespräch, das er passenderweise während einer Behandlung bei Physiotherapeut Philipp Roessler führte. In dessen Praxis arbeitet Pusica zurzeit täglich, um irgendwann wieder Handball spielen zu können. „Acht bis zehn Monate“ soll seiner Einschätzung nach die Reha dauern, dann will er wieder ins Training einsteigen.

Ob er das dann bei GWD tut, ist jedoch offen. Sein Vertrag wurde zwar trotz Verletzung verlängert, nach Auskunft von Pusica aber nur bis Februar: „Dann gucke ich, was passiert.“ Vorerst ist er dankbar über das Entgegenkommen des Vereins: „Der Vertrag ist wichtig für mein Visum.“ GWD Mindens Sport-Geschäftsführer Frank von Behren sieht die Verlängerung auch als Zeichen an den verdienten Spieler: „Er hat viel für GWD geleistet, wir wollen ihn in dieser Situation nicht im Stich lassen.“ Dennoch ist Pusica aufgrund seiner schweren Verletzung in der aktuellen Kaderplanung nur eine Randfigur: „Wir gehen nicht davon aus, dass er in dieser Saison für uns spielen wird.“

Der serbische Abwehrspezialist ist nicht der einzige GWD-Angestellte, dessen Rückkehr ungewiss ist. Doruk Pehlivan erlitt in der Rückrunde einen Knorpelschaden im Knie, ist aber noch nicht operiert. Der türkische Nationalspieler hat sich in den vergangenen Wochen bei verschiedenen Spezialisten vorgestellt. „Es ging darum, die für mich beste Behandlungsmöglichkeit ausfindig zu machen“, sagt der 23-Jährige. Jetzt wird Pehlivan Anfang August bei Dr. Wolfgang Zinser in Dinslaken operiert. Der Orthopäde ist zertifizierter Knorpelspezialist.

„Ich war in der vergangenen Woche dort, es wurden einige Untersuchungen vorgenommen“, erzählt der Rückraumlinke, „Knorpelschaden ist immer eine komplizierte Verletzung.“ Über eine Rückkehr in die Halle denkt er momentan nicht nach, er will einen Schritt nach dem anderen machen. Von Behren geht allerdings mindestens von einem halben Jahr Pause aus. Für sein Comeback verzichtete der Türke auch auf seinen Urlaub. „Ich war nur für ein paar Tage in der Türkei, um meinen Pass zu verlängern“, sagt Pehlivan: „Ich fokussiere mich darauf, wieder fit zu werden.“ Er weiß, dass die kommenden Wochen für ihn entscheidend sind.

Etwas weiter ist da schon Christoph Reißky, der sich im ersten Training nach seiner acht Monate andauernden Schulterverletzung einen Kreuzbandriss im rechten Knie zuzog und ebenfalls in der Reha für seine Rückkehr ins Mannschaftstraining schuftet. „Bei ihm haben wir die Hoffnung, dass er im Februar wieder dabei ist“, sagt von Behren. Reißky selbst will sich allerdings nicht unter Druck setzen: „Ich lasse es auf mich zukommen.“ Der Linkshänder freut sich erst einmal, dass er im Alltag beschwerdefrei ist. „Das ist ein richtig gutes Zeichen“, meint der 25-Jährige. Zusammen mit Pusica zieht er in der Praxis von Philipp Roessler das Reha-Programm durch. „Im Moment geht viel über Krafttraining. Ich hoffe, bald wieder mit Laufübungen anzufangen“, sagt Reißky.

Der Heilungsverlauf entspricht bislang dem Plan. Der Rückraumrechte hat sich Ende April vom Kniespezialisten Dr. Sven Scheffler im Sporthopaedicum in Berlin operieren lassen. Mit dieser Entscheidung ist er nach wie vor zufrieden: „Es war der richtige Weg. Ich freue mich, dass mich sowohl der Operateur als auch der Physiotherapeut weiterhin begleiten.“ Dazu steht die medizinische Abteilung der Mindener mit der aus Berlin im engen Kontakt. Der GWD-Profi fährt noch regelmäßig für Untersuchungen in die Hauptstadt. „Die Abstände zwischen den Terminen werden jetzt aber immer größer“, sagt Christoph Reißky. Das gibt Mut.

Optimistisch gibt sich auch Pusica. „Ich bin endlich wieder auf Null und kann mich auf meine Arbeit konzentrieren“, sagt der Zwei-Meter-Mann, der seit Dezember auch aufgrund einer bakteriellen Entzündung fünf Operationen am verletzten Gelenk hinter sich hat. Kniespezialist Dr. Ulrich Boenisch, der Pusica in Augsburg operierte, zeigte sich laut dessen Schilderung optimistisch, dass er wieder spielen könne. Und Physiotherapeut Roessler merkte gestern an, dass sein Patient keineswegs bei Null, sondern bei 60 Prozent starte. Pusica hat nach leidvollen Monaten voller Komplikationen nun sein Ziel im Blick: „Ich werde hundertprozentig wieder spielen.“

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