„Die verdammte Null“: Das OWL-Derby gegen TBV Lemgo ist für GWD die nächste Chance auf den ersten Punkt Marcus Riechmann Minden. Es ist gerade mal zwei Monate her. In der Sporthalle in Stemmer trotzte GWD Minden dem TBV Lemgo Lippe mit 29:29 (16:16) ein Unentschieden ab und holte sich im letzten Testspiel vor heimischer Kulisse Schwung und Selbstvertrauen für den Saisonstart der Handball-Bundesliga. Kurz vor Schluss hatte Minden seinerzeit sogar noch 28:24 geführt, doch die Gäste holten den Rückstand auf, und Jonathan Carlsbogard schnappte den Gastgebern mit dem letzten Wurf des Tages noch das Erfolgserlebnis weg. Das ärgerte seinerzeit GWD-Coach Frank Carstens. „Wir wollen immer gewinnen“, kritisierte er nach den etwas unkonzentrierten Schlussminuten seiner Handball-Profis das verpasste Plus an Selbstbewusstsein. Vor dem neuerlichen Duell der beiden OWL-Kontrahenten am Sonntag um 16 Uhr in der Mindener Kampa-Halle hat sich die Wortwahl des Mindener Trainers geändert: „Wir wollen endlich gewinnen“, wünscht sich der 50-jährige Mastercoach eine Ende der Niederlagenserie. Auch ein erneutes 29:29 nähme er gerne an: „Lieber sind mir zwei Punkte. Aber ob es nun ein Punkt ist oder zwei sind ist fast egal. Hauptsache wir punkten“, will Carstens im OWL-Klassiker die Möglichkeit nutzen, „um endlich die verdammte Null wegzukriegen.“ Wie erwähnt: Gerade mal zwei Monate ist es her, dass sich die beiden Bundesligisten auf Augenhöhe begegneten. Zwei Monate, die sich anfühlen wie eine kleine Ewigkeit. Zwei Monate, in denen die Entwicklung der beiden Teams mit dem Wechsel von Testspiel- in Wettkampfmodus auseinandergedriftet ist: GWD Minden hat in sieben Bundesligaspielen 0:14 Punkte gesammelt, war in bisher keinem Spiel ernsthaft konkurrenzfähig und hängt als einziges punktloses Team auf dem letzten Tabellenplatz fest. Der TBV Lemgo hingegen liegt mit sechs Zählern auf dem Mittelfeldplatz 9. Nach 1:5 Punkten zum Start hat sich die Mannschaft von Trainer Florian Kehrmann stabilisiert. Beim HC Erlangen überraschte der TBV Anfang Oktober mit einem 28:24-Auswärtssieg. Am vergangenen Wochenende knöpfte der TBV dann dem THW Kiel mit 21:21 einen Punkt ab und war über weite Strecken der Partie dem Sieg näher als der Deutsche Meister. „Der TBV hat eine gute bis sehr gute Effektivität in allen Mannschaftsteilen“, lobt Carstens das gewachsene Lipper Team und zugleich die Arbeit von Coach Florian Kehrmann: „Die spielen ein klares System, alle beherrschen das“, sagt Carstens anerkennend: „Auch die neuen Spieler wie Simak oder Hutecek haben ihren Platz gefunden.“ Nicht nur tabellarisch klafft zwischen den OWL-Nachbarn eine große Lücke. Nach der starken letzten Saison mit Platz neun in der Liga und dem Pokaltriumph gegen den Lieblingsgegner aus Kiel sowie dem Finalerfolg gegen MT Melsungen spielt der TBV erstmals seit zwölf Jahren wieder im Europapokal auf internationaler Bühne. GWD hingegen sicherte erst mit einem Kraftakt im Saisonendspurt den Klassenerhalt. Heimat des TBV ist die 2018 Phoenix Contact Arena getaufte Lipperlandhalle, eine 2005 umfassend umgebaute 5000 Zuschauer fassende multifunktionale Sport- und Kulturarena. GWD spielt in der in die Jahre gekommenen Kampa-Halle und ist von einer modernen Heimspielstätte so weit entfernt wie von der Tabellenspitze. Auch die personelle Kontinuität auf zentralen Positionen des Teams unterscheidet das mal wieder runderneuerte GWD-Team und Lemgo: Der TBV wird im vierten Jahr in Folge angeführt vom spielstarken und von anderen Klubs umworbenen schwedischen Nationalspieler Jonathan Carlsbogard. Der zuletzt von Verletzungen zurückgeworfene Spielmacher Tim Suton steht seit 2016 unter Vertrag, Andrej Kogut als sein Partner auf der Rückraummitte spielt sogar schon seine siebte Saison im blauen Trikot. Der spanische Abwehrchef Isaias Guardiola hält bereits seit fünf Jahren die Deckung zusammen und wird dabei mittlerweile von seinem ebenfalls zwei Meter großen und deutlich über 100 Kilogramm schweren Zwillingsbruder Gedeon unterstützt. Allein an einer Stelle liegen GWD und der TBV gleichauf: Die beiden Trainer sind in beiden Klubs eine stabile Größe. Der einstige Linksaußen Frank Carstens führt GWD seit Februar 2015, der mit 44 sechs Jahre jüngere frühere Rechtsaußen Florian Kehrmann coacht den TBV seit Dezember 2014.

„Die verdammte Null“: Das OWL-Derby gegen TBV Lemgo ist für GWD die nächste Chance auf den ersten Punkt

Szene aus dem Testspiel am 25. August: Lemgos Kreisläufer Marcel Timm will sich den Weg bahnen zwischen den GWD-Abwehrmännern Lucas Meister (links) und Nikola Jukic. Foto: Noah Wedel

Minden. Es ist gerade mal zwei Monate her. In der Sporthalle in Stemmer trotzte GWD Minden dem TBV Lemgo Lippe mit 29:29 (16:16) ein Unentschieden ab und holte sich im letzten Testspiel vor heimischer Kulisse Schwung und Selbstvertrauen für den Saisonstart der Handball-Bundesliga.

Kurz vor Schluss hatte Minden seinerzeit sogar noch 28:24 geführt, doch die Gäste holten den Rückstand auf, und Jonathan Carlsbogard schnappte den Gastgebern mit dem letzten Wurf des Tages noch das Erfolgserlebnis weg. Das ärgerte seinerzeit GWD-Coach Frank Carstens. „Wir wollen immer gewinnen“, kritisierte er nach den etwas unkonzentrierten Schlussminuten seiner Handball-Profis das verpasste Plus an Selbstbewusstsein. Vor dem neuerlichen Duell der beiden OWL-Kontrahenten am Sonntag um 16 Uhr in der Mindener Kampa-Halle hat sich die Wortwahl des Mindener Trainers geändert: „Wir wollen endlich gewinnen“, wünscht sich der 50-jährige Mastercoach eine Ende der Niederlagenserie. Auch ein erneutes 29:29 nähme er gerne an: „Lieber sind mir zwei Punkte. Aber ob es nun ein Punkt ist oder zwei sind ist fast egal. Hauptsache wir punkten“, will Carstens im OWL-Klassiker die Möglichkeit nutzen, „um endlich die verdammte Null wegzukriegen.“

Wie erwähnt: Gerade mal zwei Monate ist es her, dass sich die beiden Bundesligisten auf Augenhöhe begegneten. Zwei Monate, die sich anfühlen wie eine kleine Ewigkeit. Zwei Monate, in denen die Entwicklung der beiden Teams mit dem Wechsel von Testspiel- in Wettkampfmodus auseinandergedriftet ist: GWD Minden hat in sieben Bundesligaspielen 0:14 Punkte gesammelt, war in bisher keinem Spiel ernsthaft konkurrenzfähig und hängt als einziges punktloses Team auf dem letzten Tabellenplatz fest.

Der TBV Lemgo hingegen liegt mit sechs Zählern auf dem Mittelfeldplatz 9. Nach 1:5 Punkten zum Start hat sich die Mannschaft von Trainer Florian Kehrmann stabilisiert. Beim HC Erlangen überraschte der TBV Anfang Oktober mit einem 28:24-Auswärtssieg. Am vergangenen Wochenende knöpfte der TBV dann dem THW Kiel mit 21:21 einen Punkt ab und war über weite Strecken der Partie dem Sieg näher als der Deutsche Meister.

„Der TBV hat eine gute bis sehr gute Effektivität in allen Mannschaftsteilen“, lobt Carstens das gewachsene Lipper Team und zugleich die Arbeit von Coach Florian Kehrmann: „Die spielen ein klares System, alle beherrschen das“, sagt Carstens anerkennend: „Auch die neuen Spieler wie Simak oder Hutecek haben ihren Platz gefunden.“

Nicht nur tabellarisch klafft zwischen den OWL-Nachbarn eine große Lücke. Nach der starken letzten Saison mit Platz neun in der Liga und dem Pokaltriumph gegen den Lieblingsgegner aus Kiel sowie dem Finalerfolg gegen MT Melsungen spielt der TBV erstmals seit zwölf Jahren wieder im Europapokal auf internationaler Bühne. GWD hingegen sicherte erst mit einem Kraftakt im Saisonendspurt den Klassenerhalt.

Heimat des TBV ist die 2018 Phoenix Contact Arena getaufte Lipperlandhalle, eine 2005 umfassend umgebaute 5000 Zuschauer fassende multifunktionale Sport- und Kulturarena. GWD spielt in der in die Jahre gekommenen Kampa-Halle und ist von einer modernen Heimspielstätte so weit entfernt wie von der Tabellenspitze.

Auch die personelle Kontinuität auf zentralen Positionen des Teams unterscheidet das mal wieder runderneuerte GWD-Team und Lemgo: Der TBV wird im vierten Jahr in Folge angeführt vom spielstarken und von anderen Klubs umworbenen schwedischen Nationalspieler Jonathan Carlsbogard. Der zuletzt von Verletzungen zurückgeworfene Spielmacher Tim Suton steht seit 2016 unter Vertrag, Andrej Kogut als sein Partner auf der Rückraummitte spielt sogar schon seine siebte Saison im blauen Trikot. Der spanische Abwehrchef Isaias Guardiola hält bereits seit fünf Jahren die Deckung zusammen und wird dabei mittlerweile von seinem ebenfalls zwei Meter großen und deutlich über 100 Kilogramm schweren Zwillingsbruder Gedeon unterstützt.

Allein an einer Stelle liegen GWD und der TBV gleichauf: Die beiden Trainer sind in beiden Klubs eine stabile Größe. Der einstige Linksaußen Frank Carstens führt GWD seit Februar 2015, der mit 44 sechs Jahre jüngere frühere Rechtsaußen Florian Kehrmann coacht den TBV seit Dezember 2014.

Copyright © Mindener Tageblatt 2021
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in GWD Minden