Die Chance des Außenseiters: GWD Minden empfängt den Spitzenreiter aus Flensburg Astrid Plaßhenrich Minden. Den Reisestress haben dieses Mal die anderen. Während GWD Minden die komfortable Situation mit sieben Tage Pause zwischen zwei Spielen zur Regeneration und intensiven Vorbereitung auf die SG Flensburg-Handewitt nutzte, kämpfte der Champions-League-Starter noch am Donnerstagabend bei Vive Kielce um den Gruppensieg. Den holten die Flensburger mit einem 31:28-Sieg. Dass der Spitzenreiter der Handball-Bundesliga bei dem Auftritt in Polen Körner gelassen hat, glaubt Frank Carstens aber nicht: „Die Flensburger haben einfach eine sehr geile Mentalität. Man hat nie das Gefühl, dass sie auch nur ein Spiel leichtfertig angehen und legen immer den unbedingten Willen an den Tag, gewinnen zu wollen.“ Die Mindener machen sich am Sonntag in der Lübbecker Kreissporthalle (13.30 Uhr) also auf einen Nordsturm gefasst. Und wie bei jedem Orkan gilt es, jede Ritze zu schließen. Der Mindener Deckungsverbund, der beim Unentschieden gegen die Rhein-Neckar Löwen, hervorragend arbeitete, muss gegen die Flensburger noch ein paar Prozent drauflegen – noch besser im Kollektiv funktionieren. Denn die Aufgabe, die den grün-weißen Abwehrrecken gestellt wird, ist noch anspruchsvoller. Während das Spiel der Löwen spitz auf ihren Regisseur Andy Schmid zugeschnitten ist, agiert der Spitzenreiter variabler. „Das ist auch ein Grund, warum die Flensburger höher stehen als die Löwen“, meint GWD-Trainer Frank Carstens und gibt einen kleinen Einblick in die Strategie: „Wir werden sicherlich nicht die Flensburger im Eins gegen eins verteidigen, das ist wenig erfolgversprechend. Für mich ist das die zweikampfstärkste Mannschaft der Liga.“ Flankiert von Göran Johannessen, Magnus Röd und Johannes Golla bleibt Jim Gottfriedsson bei der SG der zentrale Mann. Der Schwede trug auch gegen Kielce die Angriffe druckvoll nach vorne und fand seine Nebenleute. Nutznießer war vor allem Hampus Wanne, der sich seit Wochen in bestechender Form präsentiert und gegen den polnischen Meister elfmal traf. Zehn Tore gelangen dem flinken Linksaußen in der ersten Halbzeit. In Topform ist auch SG-Torwart Benjamin Buric. Der 30-Jährige mit dem Spitznamen „Smiling Killer“ brillierte Donnerstag mit 20 Paraden. Dass der Spitzenreiter aber keine unverwundbare Rüstung trägt, hat der TBV Lemgo in diesem Jahr bereits bewiesen. Vor zwei Wochen erkämpften sich die Lipper mit einem leidenschaftlichen Auftritt in der Flens-Arena ein hochverdientes 27:27. Für die Flensburger war es nach 44 (!) Heimsiegen in Folge der erste Punktverlust in eigener Halle seit dem 26. Dezember 2017. Damals lautete das Ergebnis gegen Hannover ebenfalls 27:27. Lemgo hat seine Außenseiterchance genutzt – und genau das will auch GWD. „Wir sind uns unserer Rolle bewusst. Wir werden sie annehmen, uns aber nicht in ihr ergeben, sondern unsere Chance suchen“, sagt Carstens. Dass seine GWD-Mannen das können, haben gegen die Rhein-Neckar Löwen gezeigt. „Wir können nicht nur lange mithalten, sondern auch punkten“, erklärt der GWD-Trainer, gibt aber zu bedenken: „Wir müssen uns im Nachgang auch klar machen, wie wir dahin gekommen sind.“ Carstens kann den gleichen Kader aufbieten wie zuletzt gegen die Mannheimer. Christian Zeitz wird weiterhin mit Achillessehnenproblemen fehlen, so dass Max Staar wieder auf der Halbposition decken wird, um Christoffer Rambo die nötigen Pausen zu ermöglichen. „Das hat in Coburg gut geklappt, das hat gegen die Löwen gut geklappt“, sieht Carstens keinen Grund von dem System abzurücken. ZUM THEMA: Christoph Reißky ist auf einem guten Weg Christoph Reißky ist nach knapp sieben Monaten teilweise wieder ins Mannschaftstraining zurückgekehrt. Der Linkshänder musste sich Mitte September eine Operation der Wurfschulter unterziehen. Die Supraspinatussehne war angerissen. Seitdem arbeitet der Halbrechte an seinem Comeback. „Christoph kann bereits weite Teile des Trainings mitmachen, aber längst noch nicht alles“, sagt GWD-Trainer Frank Carstens. Nach der langen Verletzungspause wird Reißky nach und nach aufgebaut, um die Bundesligahärte wiederzuerlangen. Insgesamt sieht Carstens den 25-Jährigen auf einem stabilen, konstanten Weg. Es habe in der Vergangenheit aber auch Momente gegeben, in denen der Prozess ins Stocken geraten war, zeitweise galt eine Rückkehr ins Teamtraining im Mai als wahrscheinlich. „Es geht in kleinen Schritten vorwärts, aber es nicht absehbar, wann Christoph an einem Spieltag wieder zum Kader gehören wird“, sagt der GWD-Trainer.

Die Chance des Außenseiters: GWD Minden empfängt den Spitzenreiter aus Flensburg

Mindens Doruk Pehlivan (links), hier im Duell mit den beiden Nordhornern Philipp Vorlicek (Mitte) und Nils Torbrügge, traf im Hinspiel gegen Flensburg sechsmal. GWD verlor im Oktober nach einem engagierten Auftritt mit 24:29 in der Flens-Arena. Foto: Noah Wedel © Noah Wedel

Minden. Den Reisestress haben dieses Mal die anderen. Während GWD Minden die komfortable Situation mit sieben Tage Pause zwischen zwei Spielen zur Regeneration und intensiven Vorbereitung auf die SG Flensburg-Handewitt nutzte, kämpfte der Champions-League-Starter noch am Donnerstagabend bei Vive Kielce um den Gruppensieg. Den holten die Flensburger mit einem 31:28-Sieg. Dass der Spitzenreiter der Handball-Bundesliga bei dem Auftritt in Polen Körner gelassen hat, glaubt Frank Carstens aber nicht: „Die Flensburger haben einfach eine sehr geile Mentalität. Man hat nie das Gefühl, dass sie auch nur ein Spiel leichtfertig angehen und legen immer den unbedingten Willen an den Tag, gewinnen zu wollen.“

Die Mindener machen sich am Sonntag in der Lübbecker Kreissporthalle (13.30 Uhr) also auf einen Nordsturm gefasst. Und wie bei jedem Orkan gilt es, jede Ritze zu schließen. Der Mindener Deckungsverbund, der beim Unentschieden gegen die Rhein-Neckar Löwen, hervorragend arbeitete, muss gegen die Flensburger noch ein paar Prozent drauflegen – noch besser im Kollektiv funktionieren.

Denn die Aufgabe, die den grün-weißen Abwehrrecken gestellt wird, ist noch anspruchsvoller. Während das Spiel der Löwen spitz auf ihren Regisseur Andy Schmid zugeschnitten ist, agiert der Spitzenreiter variabler. „Das ist auch ein Grund, warum die Flensburger höher stehen als die Löwen“, meint GWD-Trainer Frank Carstens und gibt einen kleinen Einblick in die Strategie: „Wir werden sicherlich nicht die Flensburger im Eins gegen eins verteidigen, das ist wenig erfolgversprechend. Für mich ist das die zweikampfstärkste Mannschaft der Liga.“

Flankiert von Göran Johannessen, Magnus Röd und Johannes Golla bleibt Jim Gottfriedsson bei der SG der zentrale Mann. Der Schwede trug auch gegen Kielce die Angriffe druckvoll nach vorne und fand seine Nebenleute. Nutznießer war vor allem Hampus Wanne, der sich seit Wochen in bestechender Form präsentiert und gegen den polnischen Meister elfmal traf. Zehn Tore gelangen dem flinken Linksaußen in der ersten Halbzeit. In Topform ist auch SG-Torwart Benjamin Buric. Der 30-Jährige mit dem Spitznamen „Smiling Killer“ brillierte Donnerstag mit 20 Paraden.

Dass der Spitzenreiter aber keine unverwundbare Rüstung trägt, hat der TBV Lemgo in diesem Jahr bereits bewiesen. Vor zwei Wochen erkämpften sich die Lipper mit einem leidenschaftlichen Auftritt in der Flens-Arena ein hochverdientes 27:27. Für die Flensburger war es nach 44 (!) Heimsiegen in Folge der erste Punktverlust in eigener Halle seit dem 26. Dezember 2017. Damals lautete das Ergebnis gegen Hannover ebenfalls 27:27.

Lemgo hat seine Außenseiterchance genutzt – und genau das will auch GWD. „Wir sind uns unserer Rolle bewusst. Wir werden sie annehmen, uns aber nicht in ihr ergeben, sondern unsere Chance suchen“, sagt Carstens. Dass seine GWD-Mannen das können, haben gegen die Rhein-Neckar Löwen gezeigt. „Wir können nicht nur lange mithalten, sondern auch punkten“, erklärt der GWD-Trainer, gibt aber zu bedenken: „Wir müssen uns im Nachgang auch klar machen, wie wir dahin gekommen sind.“

Carstens kann den gleichen Kader aufbieten wie zuletzt gegen die Mannheimer. Christian Zeitz wird weiterhin mit Achillessehnenproblemen fehlen, so dass Max Staar wieder auf der Halbposition decken wird, um Christoffer Rambo die nötigen Pausen zu ermöglichen. „Das hat in Coburg gut geklappt, das hat gegen die Löwen gut geklappt“, sieht Carstens keinen Grund von dem System abzurücken.

ZUM THEMA: Christoph Reißky ist auf einem guten Weg

Christoph Reißky ist nach knapp sieben Monaten teilweise wieder ins Mannschaftstraining zurückgekehrt. Der Linkshänder musste sich Mitte September eine Operation der Wurfschulter unterziehen. Die Supraspinatussehne war angerissen. Seitdem arbeitet der Halbrechte an seinem Comeback.

„Christoph kann bereits weite Teile des Trainings mitmachen, aber längst noch nicht alles“, sagt GWD-Trainer Frank Carstens. Nach der langen Verletzungspause wird Reißky nach und nach aufgebaut, um die Bundesligahärte wiederzuerlangen.

Insgesamt sieht Carstens den 25-Jährigen auf einem stabilen, konstanten Weg. Es habe in der Vergangenheit aber auch Momente gegeben, in denen der Prozess ins Stocken geraten war, zeitweise galt eine Rückkehr ins Teamtraining im Mai als wahrscheinlich. „Es geht in kleinen Schritten vorwärts, aber es nicht absehbar, wann Christoph an einem Spieltag wieder zum Kader gehören wird“, sagt der GWD-Trainer.

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