Dicht an der Sensation vorbei: GWD Minden verliert 28:29 in Magdeburg Jörg Wehling Magdeburg (mt). Von Verunsicherung der letzten Wochen war nichts zu sehen, stattdessen gab es einen couragierten Auftritt des Handball-Bundesligisten GWD Minden in Magdeburg. Am Ende fehlten wenige Momente zur Sensation in einer dramatischen Schlussphase. Die Mannschaft von Trainer Frank Carstens führte zur Pause noch mit 17:16. Nach einer spannenden zweiten Halbzeit hieß es dann am Ende 28:29. Der letzte Wurf von Christopher Rambo ging vorbei. Zuvor hatten die Mindener 32 Sekunden Zeit für den letzten Angriff und der möglichen Sensation. "Wir haben es im letzten Angriff nicht hinbekommen. Da sind wir uns über den Haufen gelaufen. So sind wir jetzt natürlich alle traurig, dass wir mit leeren Händen dastehen. Immerhin fahren wir mit einem besseren Gefühl nach Hause, weil wir ein gutes Spiel gezeigt haben,“ sagt Juri Knorr. GWD Minden zeigte eine formidable erste Halbzeit und war nach den jüngsten Rückschlägen wie zuletzt gegen Balingen und den Bergischen HC nicht wiederzuerkennen. Die Abwehr stand sicher und in der Offensive wurde viel konzentrierter als zuletzt abgeschlossen. Im Angriff lief auf Linksaußen Joshua Ritterbach für Mats Korte auf. Und Ritterbach sorgte gleich mit seinen ersten beiden Treffern für eine GWD-Führung. Der gelungene Auftakt war alles andere als ein Strohfeuer. Zwar gingen die heimstarken Gastgeber nach sieben Minuten zum ersten Mal in Führung. Doch die Gäste behielten kühlen Kopf. Justus Richtzenhain glich zum 5:5 aus. Und wenig später sorgten Christopher Rambo und Kevin Gulliksen für eine 8:6-Führung. Nach 18 Minuten lagen die Mindener zwar mit 9:10 zurück. Doch in der Auszeit lobte Trainer Frank Carstens seine Spieler trotz des Rückstandes. "Wir haben drei oder vier Bälle abgefangen. Das ist super. Macht weiter so", sagte der GWD-Coach. Und das machten die Mindener auch. Doruk Pehlivan und Justus Richtzenhain trafen für die spielfreudigen Mindener zum 13:11. Und so musste SCM-Trainer Bennet Wiegert reagieren und nahm eine Auszeit. Die Partie blieb bis zur Pause ausgeglichen. Den letzten Ball hatten die Mindener. Und Christopher Rambo netzte vier Sekunden vor der Pause zum 17:16 ein. In der zweiten Halbzeit erwischten die Gastgeber den besseren Start und zogen zunächst an Minden vorbei. Aber die Gäste behielten die Ruhe und konterten geschickt. So sorgte Kevin Gulliksen für die 19:18-Führung (36.). Bei Magdeburg stand mittlerweile Tobias Thulin zwischen den Pfosten. Dieser führte sich gleich mit zwei gehaltenen Siebenmetern gegen Juri Knorr und Mats Korte (39.) ein. Und der schwedische Torwart sollte letztendlich der Matchwinner für sein Team werden. Besonders im Positionsangriff machten es die Mindener den Magdeburgern schwer. Einen Tempogegenstoß nutzte Christopher Rambo zum 20:20. Beim 21:20 hatten die Gastgeber sogar Glück. Omar Magnusson verwandelte den Siebenmeter erst im Nachwurf (40.). Aber auch die Grün-Weißen nutzten ihre starke Defensivleistung zu einfachen Toren. Mit zwei Treffern ins leere Tor führten sie wieder mit 22:21. Magdeburg musste im Angriff mehr reagieren und spielte mit einem siebten Feldspieler. Doch dieses Risiko half den Gastgebern zunächst nicht. Eine Viertelstunde vor Schluss führten die Grün-Weißen mit 23:22. Ab Minute 46 gab es ein Wiedersehen mit dem ehemaligen Mindener Magnus Gullerud, der nun fortan für Magdeburg spielte. In der gleichen Minute sorgte Miro Schluroff für die 24:23-Führung. Doch im Gegenzug holte sich Schluroff auch eine Zeitstrafe ab. Die Partie wog nun hin und her. Kein Team konnte sich entscheidend absetzen. In der 49. Minute lagen wieder die Gastgeber mit 25:24 in Führung, wenig später erhöhte Magnus Gullerud sogar auf 26:24. Frank Carstens nahm eine Auszeit und stellte seine Jungs neu ein. Er beruhigte seine Spieler dabei und erinnerte an ihre Stärken. "Zwei Tore hinten. Das haben wir heute schon mal gelöst." In der 51. Minute scheiterte Justus Richtzenhain am Kreis, bekam aber einen Siebenmeter. Weil Korte und Knorr zuvor verworfen hatten, schnappte sich Rambo den Ball und verkürzte auf 25:26. Und Minden blieb dran. Beim Tempogegenstoß unterlief Joshua Ritterbach aber ein Fangfehler. So war der eroberte Ball wieder beim Gegner. Sechs Minuten vor Schluss hieß es dann 27:27 durch einen Treffer von Doruk Pehlivan. Und es blieb spannend. Magdeburg nahm seine Auszeit. "Crunchtime, das ist unsere Zeit", sagte Trainer Bennet Wiegert und machte seinen Spielern damit Mut. Und aus GWD-Sicht behielt der SCM-Coach recht. Als Malte Semisch einen Wurf von O Sullivan hält, verpasst zunächst Dork Pehlivan die erneute Führung. Weil aber auch beim nächsten Magdeburger Angriff Semisch zur Stelle, wechselte der Ballbesitz. Ein GWD-Ballverlust nutzte Mertens zum 28:27 (57.). Den nächsten Angriff spielten die Mindener. Doruk Pehlivan holte in einer Eins-Gegen-Eins-Situation einen Siebenmeter heraus. Doch Christopher Rambo scheiterte am Magdeburger Tobias Thulin (58.). Und der Norweger sollte so etwas wie der tragische Held werden. Nach einer weiteren Parade traf Gulliksen per Gegenstoß zwar zum 28:28. Aber nach dem 29:28 für Magdeburg hatte GWD noch ausreichend Zeit, um wenigstens einen Punkt zu retten. Die letzten 32 Sekunden der Partie verflogen, zu dem geplanten Abschluss kam es nicht mehr, obwohl Carstens noch einmal eine Auszeit nahm und den Spielzug ansagte. "Machen wir das Tor, laufen alle zurück. Und dann blockieren wir aus neun Metern", sagte Carstens. Doch dazu kam es nicht mehr. Rambo musste es direkt versuchen, weil die Zeit abgelaufen war. Doch Rambo kam aus halbrechter Position zwar an der Magdeburger Mauer vorbei, verfehlte das Tor damit aber deutlich.

Dicht an der Sensation vorbei: GWD Minden verliert 28:29 in Magdeburg

Pure Enttäuschung verrät dieser Blick von GWD Mindens Rechtsaußen Kevin Gulliksen.
Foto: Noah Wedel
© Noah Wedel

Magdeburg (mt). Von Verunsicherung der letzten Wochen war nichts zu sehen, stattdessen gab es einen couragierten Auftritt des Handball-Bundesligisten GWD Minden in Magdeburg. Am Ende fehlten wenige Momente zur Sensation in einer dramatischen Schlussphase. Die Mannschaft von Trainer Frank Carstens führte zur Pause noch mit 17:16. Nach einer spannenden zweiten Halbzeit hieß es dann am Ende 28:29. Der letzte Wurf von Christopher Rambo ging vorbei. Zuvor hatten die Mindener 32 Sekunden Zeit für den letzten Angriff und der möglichen Sensation.

"Wir haben es im letzten Angriff nicht hinbekommen. Da sind wir uns über den Haufen gelaufen. So sind wir jetzt natürlich alle traurig, dass wir mit leeren Händen dastehen. Immerhin fahren wir mit einem besseren Gefühl nach Hause, weil wir ein gutes Spiel gezeigt haben,“ sagt Juri Knorr.

GWD Minden zeigte eine formidable erste Halbzeit und war nach den jüngsten Rückschlägen wie zuletzt gegen Balingen und den Bergischen HC nicht wiederzuerkennen. Die Abwehr stand sicher und in der Offensive wurde viel konzentrierter als zuletzt abgeschlossen. Im Angriff lief auf Linksaußen Joshua Ritterbach für Mats Korte auf. Und Ritterbach sorgte gleich mit seinen ersten beiden Treffern für eine GWD-Führung.

Joshua Thiele (2.v.rechts) und Justus Richtzenhain stoppen einen Magdeburger Angriff. Foto: Noah Wedel - © jwehling
Joshua Thiele (2.v.rechts) und Justus Richtzenhain stoppen einen Magdeburger Angriff. Foto: Noah Wedel - © jwehling

Der gelungene Auftakt war alles andere als ein Strohfeuer. Zwar gingen die heimstarken Gastgeber nach sieben Minuten zum ersten Mal in Führung. Doch die Gäste behielten kühlen Kopf. Justus Richtzenhain glich zum 5:5 aus. Und wenig später sorgten Christopher Rambo und Kevin Gulliksen für eine 8:6-Führung. Nach 18 Minuten lagen die Mindener zwar mit 9:10 zurück. Doch in der Auszeit lobte Trainer Frank Carstens seine Spieler trotz des Rückstandes. "Wir haben drei oder vier Bälle abgefangen. Das ist super. Macht weiter so", sagte der GWD-Coach. Und das machten die Mindener auch. Doruk Pehlivan und Justus Richtzenhain trafen für die spielfreudigen Mindener zum 13:11. Und so musste SCM-Trainer Bennet Wiegert reagieren und nahm eine Auszeit. Die Partie blieb bis zur Pause ausgeglichen. Den letzten Ball hatten die Mindener. Und Christopher Rambo netzte vier Sekunden vor der Pause zum 17:16 ein.

In der zweiten Halbzeit erwischten die Gastgeber den besseren Start und zogen zunächst an Minden vorbei. Aber die Gäste behielten die Ruhe und konterten geschickt. So sorgte Kevin Gulliksen für die 19:18-Führung (36.).

Bei Magdeburg stand mittlerweile Tobias Thulin zwischen den Pfosten. Dieser führte sich gleich mit zwei gehaltenen Siebenmetern gegen Juri Knorr und Mats Korte (39.) ein. Und der schwedische Torwart sollte letztendlich der Matchwinner für sein Team werden. Besonders im Positionsangriff machten es die Mindener den Magdeburgern schwer. Einen Tempogegenstoß nutzte Christopher Rambo zum 20:20. Beim 21:20 hatten die Gastgeber sogar Glück. Omar Magnusson verwandelte den Siebenmeter erst im Nachwurf (40.).

Aber auch die Grün-Weißen nutzten ihre starke Defensivleistung zu einfachen Toren. Mit zwei Treffern ins leere Tor führten sie wieder mit 22:21. Magdeburg musste im Angriff mehr reagieren und spielte mit einem siebten Feldspieler. Doch dieses Risiko half den Gastgebern zunächst nicht. Eine Viertelstunde vor Schluss führten die Grün-Weißen mit 23:22.

Ab Minute 46 gab es ein Wiedersehen mit dem ehemaligen Mindener Magnus Gullerud, der nun fortan für Magdeburg spielte. In der gleichen Minute sorgte Miro Schluroff für die 24:23-Führung. Doch im Gegenzug holte sich Schluroff auch eine Zeitstrafe ab.

Die Partie wog nun hin und her. Kein Team konnte sich entscheidend absetzen. In der 49. Minute lagen wieder die Gastgeber mit 25:24 in Führung, wenig später erhöhte Magnus Gullerud sogar auf 26:24. Frank Carstens nahm eine Auszeit und stellte seine Jungs neu ein. Er beruhigte seine Spieler dabei und erinnerte an ihre Stärken. "Zwei Tore hinten. Das haben wir heute schon mal gelöst."

In der 51. Minute scheiterte Justus Richtzenhain am Kreis, bekam aber einen Siebenmeter. Weil Korte und Knorr zuvor verworfen hatten, schnappte sich Rambo den Ball und verkürzte auf 25:26. Und Minden blieb dran. Beim Tempogegenstoß unterlief Joshua Ritterbach aber ein Fangfehler. So war der eroberte Ball wieder beim Gegner. Sechs Minuten vor Schluss hieß es dann 27:27 durch einen Treffer von Doruk Pehlivan.

Und es blieb spannend. Magdeburg nahm seine Auszeit. "Crunchtime, das ist unsere Zeit", sagte Trainer Bennet Wiegert und machte seinen Spielern damit Mut. Und aus GWD-Sicht behielt der SCM-Coach recht.

Als Malte Semisch einen Wurf von O Sullivan hält, verpasst zunächst Dork Pehlivan die erneute Führung. Weil aber auch beim nächsten Magdeburger Angriff Semisch zur Stelle, wechselte der Ballbesitz. Ein GWD-Ballverlust nutzte Mertens zum 28:27 (57.). Den nächsten Angriff spielten die Mindener. Doruk Pehlivan holte in einer Eins-Gegen-Eins-Situation einen Siebenmeter heraus. Doch Christopher Rambo scheiterte am Magdeburger Tobias Thulin (58.).

Und der Norweger sollte so etwas wie der tragische Held werden. Nach einer weiteren Parade traf Gulliksen per Gegenstoß zwar zum 28:28. Aber nach dem 29:28 für Magdeburg hatte GWD noch ausreichend Zeit, um wenigstens einen Punkt zu retten. Die letzten 32 Sekunden der Partie verflogen, zu dem geplanten Abschluss kam es nicht mehr, obwohl Carstens noch einmal eine Auszeit nahm und den Spielzug ansagte. "Machen wir das Tor, laufen alle zurück. Und dann blockieren wir aus neun Metern", sagte Carstens. Doch dazu kam es nicht mehr. Rambo musste es direkt versuchen, weil die Zeit abgelaufen war. Doch Rambo kam aus halbrechter Position zwar an der Magdeburger Mauer vorbei, verfehlte das Tor damit aber deutlich.

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