Der Schreibtisch liegt voll: Nach der Beurlaubung von Frank von Behren hat Trainer Frank Carstens viel zu tun Marcus Riechmann Minden. Terminabsprachen enthalten bei Frank Carstens aktuell einen Zusatz: „Kann sein, dass ich dann gerade telefoniere. Dann melde ich mich sofort danach“, kündigt er neuerdings an. Daraus lässt sich schließen, was er auch bestätigt: Der Arbeitsalltag des Trainers hat sich verändert, seitdem die GWD Minden Bundesliga GmbH und Co. KG am vergangenen Dienstag die Beurlaubung von Sportgeschäftsführer Frank von Behren ausgesprochen hat. Vieles, was bis dahin auf von Behrens Schreibtisch gelandet war, ist nun faktisch dem Trainer zugefallen. „Die Anrufe der Spielerberater laufen bei mir auf“, beschreibt Carstens eine Veränderung. In der Branche weiß man, dass man beim Bundesliga-Schlusslicht wohl Bedarf an neuem Personal hat, und man weiß auch, dass längst die Planungsphase für die kommende Saison begonnen hat. Und so bieten die Vermittler ihre Dienste und ihre Klienten an. Doch so recht wissen sie nicht, wem. Und so kontaktieren sie den Trainer. „Klar fragen sie nach einem Ansprechpartner“, sagt Carstens, der sich zunächst darauf beschränkt, die Offerten der Berater anzunehmen: „Viel mehr kann ich im Moment nicht machen.“ Seine künftigen Kompetenzen in diesem Bereich seien noch im Begriff der Klärung. Es muss sich noch finden, wer im Mindener Bundesligabetrieb künftig für die bisherigen Aufgabenbereiche von Behrens zuständig ist. Klar zugewiesen wurde Carstens bisher nur eine Aufgabe: Er soll ein Profil formulieren für die von den Gesellschaftern in Aussicht gestellten Nachverpflichtungen. Die Suche nach einem Spieler – oder derer zwei –, der GWD in der aktuellen Situation weiterhelfen kann, besitzt erste Priorität. Erst im Anschluss sei es zeitlich möglich, sich um die Planung für die kommende Spielzeit zu kümmern. Das sind klassische Aufgaben eines Sportlichen Leiters, den GWD derzeit aber nicht hat. Er würde Signale an die Spieler im Team senden, mit denen er für die nächste Saison plant, sagt Carstens. Für mehr fehlen ihm bislang Zeit und ein Mandat.Nicht nur bei der Personalplanung drängt die Uhr. In der vierten Corona-Welle sind auch die Schutz- und Hygienemaßnahmen im Team eilig anzupassen. So wird die Zahl der Testungen über das vorgeschriebene Maß erhöht. Infektionen sollen möglichst frühzeitig erkannt und erkrankte Spieler identifiziert und isoliert werden. Zum einen gehe es darum, die Ansteckungsgefahr im Team zu minimieren. Ein anderer Aspekt sei der Schutz der infizierten Handballprofis selbst. „Es kann sein, dass ein geimpfter Spieler symptomfrei erkrankt“, sagt Carstens und erläutert das Problem: Niemand kenne die gesundheitlichen Auswirkungen, wenn ein solcher betroffener Spieler unter voller Belastung trainiert. Dieser Gefahr wolle man bei GWD mit vermehrten Testungen vorbeugen.Auch das fällt zusätzlich neben dem täglichen Training und der weiteren sportlichen Arbeit an: Die Besprechungen mit den künftigen Gegnern müssen erledigt werden. So tauscht sich Carstens in diesen Tagen mit den Vertretern des SC Magdeburg aus, der am Sonntag um 16 Uhr nächster Gegner von GWD in der Kampa-Halle sein wird. Das Virus hat den Bundesliga-Spitzenreiter voll erwischt. Sechs Spieler des SCM haben sich infiziert, das Heimspiel gegen den TuS N-Lübbecke wurde ebenso abgesagt wie das Europapokalspiel beim schwedischen Klub IK Sävehof am Dienstagabend. Carstens, der sich vor allem mit SCM-Coach Bennet Wiegert austauscht, ist jedoch zuversichtlich, dass am Sonntag in Minden wie geplant gespielt werden kann. Die personelle Perspektive für das Duell mit dem aktuell besten Team der Liga ist gut: Die verletzten und kranken Spieler sind ins Training zurückgekehrt. Mannschaftskapitän und Spielmacher Niclas Pieczkowski hat seine Erkältung überwunden, auch Max Janke ist wieder fit. Nach seiner Ellenbogenverletzung hat der Abwehrchef die Trainingsfreigabe erhalten. „Jetzt müssen wir sehen, wie gut es funktioniert“, sagt Carstens.Das gilt auch für die aktuellen Trainingsschwerpunkte: Zweikampfschulung in der Defensive und technische Qualität im Angriff. Man will die bei der 28:32-Niederlage bei den Rhein-Neckar Löwen aufgetretene eklatante Fehlerzahl im Zusammenspiel unbedingt reduzieren. Denn sonst bekommt GWD gegen die konterstarken Magdeburger ein Problem. Und davon hat man bei GWD aktuell eigentlich genug.

Der Schreibtisch liegt voll: Nach der Beurlaubung von Frank von Behren hat Trainer Frank Carstens viel zu tun

Hoch konzentriert bei der Arbeit: Neben der Betreuung der Bundesliga-Mannschaft fallen für GWD-Trainer Frank Carstens derzeit zahlreiche weitere Aufgaben an. Foto: Noah Wedel

Minden. Terminabsprachen enthalten bei Frank Carstens aktuell einen Zusatz: „Kann sein, dass ich dann gerade telefoniere. Dann melde ich mich sofort danach“, kündigt er neuerdings an. Daraus lässt sich schließen, was er auch bestätigt: Der Arbeitsalltag des Trainers hat sich verändert, seitdem die GWD Minden Bundesliga GmbH und Co. KG am vergangenen Dienstag die Beurlaubung von Sportgeschäftsführer Frank von Behren ausgesprochen hat. Vieles, was bis dahin auf von Behrens Schreibtisch gelandet war, ist nun faktisch dem Trainer zugefallen.

„Die Anrufe der Spielerberater laufen bei mir auf“, beschreibt Carstens eine Veränderung. In der Branche weiß man, dass man beim Bundesliga-Schlusslicht wohl Bedarf an neuem Personal hat, und man weiß auch, dass längst die Planungsphase für die kommende Saison begonnen hat. Und so bieten die Vermittler ihre Dienste und ihre Klienten an. Doch so recht wissen sie nicht, wem. Und so kontaktieren sie den Trainer. „Klar fragen sie nach einem Ansprechpartner“, sagt Carstens, der sich zunächst darauf beschränkt, die Offerten der Berater anzunehmen: „Viel mehr kann ich im Moment nicht machen.“ Seine künftigen Kompetenzen in diesem Bereich seien noch im Begriff der Klärung.

Es muss sich noch finden, wer im Mindener Bundesligabetrieb künftig für die bisherigen Aufgabenbereiche von Behrens zuständig ist. Klar zugewiesen wurde Carstens bisher nur eine Aufgabe: Er soll ein Profil formulieren für die von den Gesellschaftern in Aussicht gestellten Nachverpflichtungen. Die Suche nach einem Spieler – oder derer zwei –, der GWD in der aktuellen Situation weiterhelfen kann, besitzt erste Priorität. Erst im Anschluss sei es zeitlich möglich, sich um die Planung für die kommende Spielzeit zu kümmern. Das sind klassische Aufgaben eines Sportlichen Leiters, den GWD derzeit aber nicht hat. Er würde Signale an die Spieler im Team senden, mit denen er für die nächste Saison plant, sagt Carstens. Für mehr fehlen ihm bislang Zeit und ein Mandat.

Nicht nur bei der Personalplanung drängt die Uhr. In der vierten Corona-Welle sind auch die Schutz- und Hygienemaßnahmen im Team eilig anzupassen. So wird die Zahl der Testungen über das vorgeschriebene Maß erhöht. Infektionen sollen möglichst frühzeitig erkannt und erkrankte Spieler identifiziert und isoliert werden. Zum einen gehe es darum, die Ansteckungsgefahr im Team zu minimieren. Ein anderer Aspekt sei der Schutz der infizierten Handballprofis selbst. „Es kann sein, dass ein geimpfter Spieler symptomfrei erkrankt“, sagt Carstens und erläutert das Problem: Niemand kenne die gesundheitlichen Auswirkungen, wenn ein solcher betroffener Spieler unter voller Belastung trainiert. Dieser Gefahr wolle man bei GWD mit vermehrten Testungen vorbeugen.

Auch das fällt zusätzlich neben dem täglichen Training und der weiteren sportlichen Arbeit an: Die Besprechungen mit den künftigen Gegnern müssen erledigt werden. So tauscht sich Carstens in diesen Tagen mit den Vertretern des SC Magdeburg aus, der am Sonntag um 16 Uhr nächster Gegner von GWD in der Kampa-Halle sein wird. Das Virus hat den Bundesliga-Spitzenreiter voll erwischt. Sechs Spieler des SCM haben sich infiziert, das Heimspiel gegen den TuS N-Lübbecke wurde ebenso abgesagt wie das Europapokalspiel beim schwedischen Klub IK Sävehof am Dienstagabend. Carstens, der sich vor allem mit SCM-Coach Bennet Wiegert austauscht, ist jedoch zuversichtlich, dass am Sonntag in Minden wie geplant gespielt werden kann.

Die personelle Perspektive für das Duell mit dem aktuell besten Team der Liga ist gut: Die verletzten und kranken Spieler sind ins Training zurückgekehrt. Mannschaftskapitän und Spielmacher Niclas Pieczkowski hat seine Erkältung überwunden, auch Max Janke ist wieder fit. Nach seiner Ellenbogenverletzung hat der Abwehrchef die Trainingsfreigabe erhalten. „Jetzt müssen wir sehen, wie gut es funktioniert“, sagt Carstens.

Das gilt auch für die aktuellen Trainingsschwerpunkte: Zweikampfschulung in der Defensive und technische Qualität im Angriff. Man will die bei der 28:32-Niederlage bei den Rhein-Neckar Löwen aufgetretene eklatante Fehlerzahl im Zusammenspiel unbedingt reduzieren. Denn sonst bekommt GWD gegen die konterstarken Magdeburger ein Problem. Und davon hat man bei GWD aktuell eigentlich genug.

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