Der Lohn bleibt aus: GWD zeigt beim 28:29 in Magdeburg einen starken Auftritt Jörg Wehling Magdeburg. Historisches war für den Handball-Bundesligisten GWD Minden gestern in Magdeburg möglich. Ein Sieg wie zuletzt 1996 oder ein Unentschieden wie 2002, als Frank Carstens noch als Spieler mitwirkte. Am Ende reichte es für die Grün-Weißen trotz einer taktischen Meisterleistung nicht zu etwas Zählbaren. Mit 28:29 (17:16) verlor der abstiegsbedrohte Bundesligist gegen den heimstarken SC Magdeburg. Entsprechend groß war die Enttäuschung bei Spielern und allen Beteiligten aus dem GWD-Tross. 32 Sekunden hatten die Mindener Zeit, um wenigstens einen Punkt mit an die Weser zu nehmen. Im Handball eine kleine Ewigkeit. Doch die kostbare Zeit verann. Kevin Gulliksen sollte von Außen werfen und am besten auch treffen. Doch der Ball kam nicht an. „Die Passqualität hat in diesem Moment nicht gestimmt. Der Ball kam nicht dahin, wo er eigentlich hin sollte“, sagte Trainer Frank Carstens anschließend. Christopher Rambo übernahm die Verantwortung, wurde beim ersten Wurfversuch aber gefoult. Nach der Schlusssirene blieb nur noch der Direktwurf. Der Ball flog zwar an der Magdeburger Mauer vorbei, aber eben auch am SCM-Tor. „Wir haben es im letzten Angriff nicht hinbekommen. Da sind wir uns über den Haufen gelaufen“, ärgerte sich Juri Knorr zurecht. So bleibt den Mindenern nur viel Lob vom Gegner und die Tatsache, eine Leistung abgeliefert zu haben, die Mut macht für die kommenden Aufgaben gegen Nordhorn und Coburg. In Magdeburg hatte Carstens bereits vor dem Anwurf ein gutes Gefühl. „Warum soll man hier nicht eine Überraschung schaffen, sowie es uns auch schon einmal in Kiel gelungen ist“, fragte er den erstaunten TV-Reporter. Und Carstens sollte zunächst recht behalten. Mit der taktischen Variante auf beiden Halbpositionen offensiver zu decken, brachten sie die Gastgeber aus dem Takt. Von Beginn an waren die Grün-Weißen sowohl in der Abwehr als auch in der Offensive hellwach. Linksaußen Joscha Ritterbach markierte die ersten beiden Treffer für Minden. Und die überrascht wirkenden Gastgeber fanden nicht in den Tritt. Magdeburg führte zwar nach neun Minuten mit 4:3, doch GWD drehte den Spieß wieder um. Beim 8:6 (13.) war Minden vorne, beim 10:9 wieder die Hausherren (18.). Frank Carstens nahm eine Auszeit und unterstrich noch einmal, dass das taktische Gerüst gut stehen würde. „Wir haben schon drei oder vier Bälle abgefangen“. Das ist stark“, gab Carstens seinen Spielern für die letzten zehn Minuten der ersten Halbzeit mit auf dem Weg. Nach 9:11-Rückstand erarbeiteten sie sich eine 13:11-Führung und gingen mit dem knappen Vorsprung von 17:16 in die Kabine. Magdeburgs Spielmacher Marko Bezjak saß zeitweilig etwas konsterniert und enttäuscht ob seiner Leistung auf der Bank. Im zweiten Durchgang erwischten die Hausherren den besseren Start. „Vielleicht haben uns da einige leichte Fehler am Ende das Genick gebrochen“, sagte Carstens rückblickend, obwohl es danach bis in die Schlussphase hinein nicht aussah. Die Mindener hatten fast bis zum Schluss eine Antwort auf das nun besser funktionierende SCM-Spiel. Ursächlich war aber auch, dass Magdeburg seine Siebenmeter durch Omar Ingi Magnusson fast alle (9/10) verwandelte, während GWD drei von fünf Siebenmeter durch Juri Knorr, Mats Korte und Christopher Rambo ausließ. Ein Matchwinner hätte dabei durchaus GWD-Torwart Malte Semisch werden können, der seine Mannschaft mit insgesamt neun Paraden im Spiel hielt. „Er war ein toller Rückhalt für uns von der ersten Minute an“, bekam der GWD-Torwartriese dann auch verdientes Lob von seinem Trainer. Doch auch sein Gegenüber Tobias Thulin war kaum schlechter als Semisch mit acht Paraden. Und so entwickelte sich eine Begegnung, in der beide Mannschaften gute Chancen hatten, die Partie zu ihren Gunsten zu entschieden. Aber vor allem die Torhüter hatten da etwas gegen. Beim 22:21 hatte GWD die Möglichkeit sich weiter abzusetzen, und auf der Gegenseite führte Magdeburg nach 51 Minuten mit 27:25. Doch es kam anders: Bis zum 28:28 entwickelte sich der offene Schlagabtausch, der dann schließlich in dem tragischen Ausgang für GWD Minden mündete. SC Magdeburg - TSV GWD Minden 29:28 (16:17)Tore für Magdeburg: Magnusson (11/9), Bezjak (5), Pettersson (3), O'Sullivan (3), Mertens (3), Kristjansson (2), Preuss (1), Gullerud (1).Tore für GWD Minden: Ritterbach (5), Gullisken (5), Rambo (5/1), Richtzenhain (3), Knorr (2), Thiele (1), Schluroff (1).

Der Lohn bleibt aus: GWD zeigt beim 28:29 in Magdeburg einen starken Auftritt

Den Kopf zum Boden gerichtet verlässt Christopher Rambo das Spielfeld. Im Hintergrund steht Aliaksandr Padshyvalau. Foto: Noah Wedel © Noah Wedel

Magdeburg. Historisches war für den Handball-Bundesligisten GWD Minden gestern in Magdeburg möglich. Ein Sieg wie zuletzt 1996 oder ein Unentschieden wie 2002, als Frank Carstens noch als Spieler mitwirkte. Am Ende reichte es für die Grün-Weißen trotz einer taktischen Meisterleistung nicht zu etwas Zählbaren. Mit 28:29 (17:16) verlor der abstiegsbedrohte Bundesligist gegen den heimstarken SC Magdeburg. Entsprechend groß war die Enttäuschung bei Spielern und allen Beteiligten aus dem GWD-Tross.

32 Sekunden hatten die Mindener Zeit, um wenigstens einen Punkt mit an die Weser zu nehmen. Im Handball eine kleine Ewigkeit. Doch die kostbare Zeit verann. Kevin Gulliksen sollte von Außen werfen und am besten auch treffen. Doch der Ball kam nicht an. „Die Passqualität hat in diesem Moment nicht gestimmt. Der Ball kam nicht dahin, wo er eigentlich hin sollte“, sagte Trainer Frank Carstens anschließend. Christopher Rambo übernahm die Verantwortung, wurde beim ersten Wurfversuch aber gefoult. Nach der Schlusssirene blieb nur noch der Direktwurf. Der Ball flog zwar an der Magdeburger Mauer vorbei, aber eben auch am SCM-Tor. „Wir haben es im letzten Angriff nicht hinbekommen. Da sind wir uns über den Haufen gelaufen“, ärgerte sich Juri Knorr zurecht. So bleibt den Mindenern nur viel Lob vom Gegner und die Tatsache, eine Leistung abgeliefert zu haben, die Mut macht für die kommenden Aufgaben gegen Nordhorn und Coburg.

In Magdeburg hatte Carstens bereits vor dem Anwurf ein gutes Gefühl. „Warum soll man hier nicht eine Überraschung schaffen, sowie es uns auch schon einmal in Kiel gelungen ist“, fragte er den erstaunten TV-Reporter.

Und Carstens sollte zunächst recht behalten. Mit der taktischen Variante auf beiden Halbpositionen offensiver zu decken, brachten sie die Gastgeber aus dem Takt. Von Beginn an waren die Grün-Weißen sowohl in der Abwehr als auch in der Offensive hellwach. Linksaußen Joscha Ritterbach markierte die ersten beiden Treffer für Minden. Und die überrascht wirkenden Gastgeber fanden nicht in den Tritt. Magdeburg führte zwar nach neun Minuten mit 4:3, doch GWD drehte den Spieß wieder um. Beim 8:6 (13.) war Minden vorne, beim 10:9 wieder die Hausherren (18.). Frank Carstens nahm eine Auszeit und unterstrich noch einmal, dass das taktische Gerüst gut stehen würde. „Wir haben schon drei oder vier Bälle abgefangen“. Das ist stark“, gab Carstens seinen Spielern für die letzten zehn Minuten der ersten Halbzeit mit auf dem Weg. Nach 9:11-Rückstand erarbeiteten sie sich eine 13:11-Führung und gingen mit dem knappen Vorsprung von 17:16 in die Kabine. Magdeburgs Spielmacher Marko Bezjak saß zeitweilig etwas konsterniert und enttäuscht ob seiner Leistung auf der Bank.

Im zweiten Durchgang erwischten die Hausherren den besseren Start. „Vielleicht haben uns da einige leichte Fehler am Ende das Genick gebrochen“, sagte Carstens rückblickend, obwohl es danach bis in die Schlussphase hinein nicht aussah. Die Mindener hatten fast bis zum Schluss eine Antwort auf das nun besser funktionierende SCM-Spiel. Ursächlich war aber auch, dass Magdeburg seine Siebenmeter durch Omar Ingi Magnusson fast alle (9/10) verwandelte, während GWD drei von fünf Siebenmeter durch Juri Knorr, Mats Korte und Christopher Rambo ausließ.

Ein Matchwinner hätte dabei durchaus GWD-Torwart Malte Semisch werden können, der seine Mannschaft mit insgesamt neun Paraden im Spiel hielt. „Er war ein toller Rückhalt für uns von der ersten Minute an“, bekam der GWD-Torwartriese dann auch verdientes Lob von seinem Trainer.

Doch auch sein Gegenüber Tobias Thulin war kaum schlechter als Semisch mit acht Paraden. Und so entwickelte sich eine Begegnung, in der beide Mannschaften gute Chancen hatten, die Partie zu ihren Gunsten zu entschieden. Aber vor allem die Torhüter hatten da etwas gegen.

Beim 22:21 hatte GWD die Möglichkeit sich weiter abzusetzen, und auf der Gegenseite führte Magdeburg nach 51 Minuten mit 27:25. Doch es kam anders: Bis zum 28:28 entwickelte sich der offene Schlagabtausch, der dann schließlich in dem tragischen Ausgang für GWD Minden mündete.

SC Magdeburg - TSV GWD Minden 29:28 (16:17)Tore für Magdeburg: Magnusson (11/9), Bezjak (5), Pettersson (3), O'Sullivan (3), Mertens (3),
Kristjansson (2), Preuss (1), Gullerud (1).Tore für GWD Minden: Ritterbach (5), Gullisken (5), Rambo (5/1), Richtzenhain (3), Knorr
(2), Thiele (1), Schluroff (1).

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