Der GWD-Kapitän im Interview: Pieczkowski über Privates, das Derby und den Störfaktor Kampa-Halle Astrid Plaßhenrich Minden. Auf ihn wird es an diesem Samstagabend ankommen. Das weiß Niclas Pieczkowski. Und der Kapitän des Handball-Bundesligisten GWD Minden weiß, wie sich das Derby zwischen den Grün-Weißen und dem TuS N-Lübbecke anfühlt. Denn der Spielmacher hat die Duelle bereits miterlebt. Allerdings trug der Mittelmann in der Saison 2014/2015 noch das Trikot des TuS N-Lübbecke. Pieczkowski hat damals beide Duelle mit dem TuS verloren – trotzdem waren es die Mindener, die abstiegen. Lübbecke blieb erstklassig. Das ist Geschichte. Zeit für ein neues Kapitel. „Meine ersten beiden Derbys waren sehr emotional", sagt Pieczkowski, „aber es war nicht mehr ganz so heiß umkämpft wie die Jahre zuvor." Trotzdem seien es immer sehr besondere Spiele – damals wie heute. Der 31-Jährige war nicht der einzige Spieler, der jetzt für GWD aufläuft, in der Mindener Abstiegssaison aber für Lübbecke spielte. Malte Semisch stand ebenfalls beim TuS unter Vertrag. Am Samstag wird der Torwart verletzungsbedingt aber wohl passen müssen. Dagegen wird Pieczkowski die Grün-Weißen in die Kampa-Halle führen. Die Kapitänsrolle, die GWD-Trainer Frank Carsten ihm übertragen hat, ist neu für ihn, auch wenn er in Leipzig für eine kurze Übergangszeit das Amt inne hatte: „Ich habe damit auch nicht gerechnet. Aber ich hatte mit Frank sehr gute Gespräche geführt und gemerkt, dass er mich als Person wahnsinnig schätzt." Pieczkowski scheut sich nicht vor der Verantwortung: „Am Anfang musste ich mich aber erst einfinden, musste viele Ansagen machen, durfte dabei aber meine eigene Leistung und Torgefährlichkeit nicht vergessen." Die Spannung auf das Derby steigerte sich von Tag zu Tag. Allein die Plakate, die überall in der Stadt hängen und die der 31-Jährige auf jedem Weg zum Training sieht, motivieren. „Aber da wir erst noch am Dienstag im DHB-Pokal gespielt haben, mussten die Emotionen von dem Spiel erst sacken. Ich brauche dafür immer einen Tag", erzählt der Rechtshänder. Der 24:23-Pokalsieg bei den Eulen Ludwigshafen habe dem gesamten Team nach dem 0:10-Punkte-Start in der Bundesliga gut getan. „Das war ganz wichtig für unser Selbstbewusstsein und Balsam für die Seele", meint Pieczkowski. Es sei auch egal gewesen, ob es gegen einen Erst- oder Zweitligisten gegangen ist. Das Gefühl des Sieges war entscheidend. Das wollen die Mindener nun auch in der Meisterschaft erleben. Da kommen jetzt richtungsweisende Spiele gegen den TuS, beim Aufsteiger HSV Hamburg, zu Hause gegen den TVB Lemgo und auswärts beim TSV Hannover-Burgdorf auf GWD zu. Der Kapitän ist sich über die Bedeutung der kommenden Aufgaben bewusst: „Jetzt geht es darum Punkte zu sammeln, da ist es egal, ob man gut oder schlecht spielt, mit einem oder fünf Toren gewinnt." Der zweifache Familienvater ist zuversichtlich, dass das gelingt. Die Mannschaft habe gute Fortschritte gemacht, auch wenn die Niederlagen in Kiel (25:34), gegen Berlin (25:31) oder in Erlangen (25:31) hoch waren. „Wir haben stark an unserem Zweikampfverhalten gearbeitet", sagt der Mittelmann. Zudem habe sich auch das Zusammenspiel im Angriff erheblich verbessert. Es fehlten in den ersten Spielen die Automatismen, da der Rückraum mit Nikola Jukic, Amine Darmoul und eben ihm neu besetzt ist. Darmoul, der immer wieder für überraschende Momente im GWD-Angriff sorgt, wird aufgrund einer Stauchung im linken Fuß gegen Lübbecke nicht auflaufen können. Niclas Pieczkowski ist aber sicher, dass die Mindener den Ausfall des Torjägers kompensieren können. Miro Schluroff oder der zuletzt erkrankte Jan Grebenc sind Optionen. „Die Schulter von Max Janke wird auch immer besser. Auch er könnte einspringen", meint Pieczkowski, der mit dem Mindener Abwehrspezialisten bereits viereinhalb Jahre zusammen in Leipzig spielte. Dass die Mannschaft am vergangenen Freitag aufgrund der kurzfristigen Schließung der Kampa-Halle das Training abrupt beenden mussten, haben die Spieler zum einen mit einem Lächeln, zum anderen mit Unverständnis hingenommen. „Aber", sagt Pieczkowski, „das sind keine guten Bedingungen für Leistungssportler, wenn man nie zu 100 Prozent weiß, ob man über einen längeren Zeitraum an einem Ort trainieren kann." Die Mannschaft müsse sich immer auf Änderungen einstellen. „Das funktioniert irgendwie, sind aber Störfaktoren, die nicht da sein müssen." Am Samstagabend zählt das aber alles nicht. Da zählt nur der Sieg und die ersten Punkte. Pieczkowski glaubt an seine Mannschaft: „Es wird eine ganz spannende Kiste, aber wir gewinnen mit einem Tor."

Der GWD-Kapitän im Interview: Pieczkowski über Privates, das Derby und den Störfaktor Kampa-Halle

Geht voran: GWD-Kapitän Niclas Pieczkowski will die Mannschaft führen, seine eigene Leistung und Torgefahr darüber hinaus aber nicht vergessen. © Copyright 2021 Angela Metge – All rights reserved

Minden. Auf ihn wird es an diesem Samstagabend ankommen. Das weiß Niclas Pieczkowski. Und der Kapitän des Handball-Bundesligisten GWD Minden weiß, wie sich das Derby zwischen den Grün-Weißen und dem TuS N-Lübbecke anfühlt. Denn der Spielmacher hat die Duelle bereits miterlebt. Allerdings trug der Mittelmann in der Saison 2014/2015 noch das Trikot des TuS N-Lübbecke. Pieczkowski hat damals beide Duelle mit dem TuS verloren – trotzdem waren es die Mindener, die abstiegen. Lübbecke blieb erstklassig. Das ist Geschichte. Zeit für ein neues Kapitel.

„Meine ersten beiden Derbys waren sehr emotional", sagt Pieczkowski, „aber es war nicht mehr ganz so heiß umkämpft wie die Jahre zuvor." Trotzdem seien es immer sehr besondere Spiele – damals wie heute.

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Der 31-Jährige war nicht der einzige Spieler, der jetzt für GWD aufläuft, in der Mindener Abstiegssaison aber für Lübbecke spielte. Malte Semisch stand ebenfalls beim TuS unter Vertrag. Am Samstag wird der Torwart verletzungsbedingt aber wohl passen müssen.

Dagegen wird Pieczkowski die Grün-Weißen in die Kampa-Halle führen. Die Kapitänsrolle, die GWD-Trainer Frank Carsten ihm übertragen hat, ist neu für ihn, auch wenn er in Leipzig für eine kurze Übergangszeit das Amt inne hatte: „Ich habe damit auch nicht gerechnet. Aber ich hatte mit Frank sehr gute Gespräche geführt und gemerkt, dass er mich als Person wahnsinnig schätzt." Pieczkowski scheut sich nicht vor der Verantwortung: „Am Anfang musste ich mich aber erst einfinden, musste viele Ansagen machen, durfte dabei aber meine eigene Leistung und Torgefährlichkeit nicht vergessen."

Die Spannung auf das Derby steigerte sich von Tag zu Tag. Allein die Plakate, die überall in der Stadt hängen und die der 31-Jährige auf jedem Weg zum Training sieht, motivieren. „Aber da wir erst noch am Dienstag im DHB-Pokal gespielt haben, mussten die Emotionen von dem Spiel erst sacken. Ich brauche dafür immer einen Tag", erzählt der Rechtshänder.

Der 24:23-Pokalsieg bei den Eulen Ludwigshafen habe dem gesamten Team nach dem 0:10-Punkte-Start in der Bundesliga gut getan. „Das war ganz wichtig für unser Selbstbewusstsein und Balsam für die Seele", meint Pieczkowski. Es sei auch egal gewesen, ob es gegen einen Erst- oder Zweitligisten gegangen ist. Das Gefühl des Sieges war entscheidend.

Das wollen die Mindener nun auch in der Meisterschaft erleben. Da kommen jetzt richtungsweisende Spiele gegen den TuS, beim Aufsteiger HSV Hamburg, zu Hause gegen den TVB Lemgo und auswärts beim TSV Hannover-Burgdorf auf GWD zu. Der Kapitän ist sich über die Bedeutung der kommenden Aufgaben bewusst: „Jetzt geht es darum Punkte zu sammeln, da ist es egal, ob man gut oder schlecht spielt, mit einem oder fünf Toren gewinnt."

Der zweifache Familienvater ist zuversichtlich, dass das gelingt. Die Mannschaft habe gute Fortschritte gemacht, auch wenn die Niederlagen in Kiel (25:34), gegen Berlin (25:31) oder in Erlangen (25:31) hoch waren. „Wir haben stark an unserem Zweikampfverhalten gearbeitet", sagt der Mittelmann. Zudem habe sich auch das Zusammenspiel im Angriff erheblich verbessert. Es fehlten in den ersten Spielen die Automatismen, da der Rückraum mit Nikola Jukic, Amine Darmoul und eben ihm neu besetzt ist.

Darmoul, der immer wieder für überraschende Momente im GWD-Angriff sorgt, wird aufgrund einer Stauchung im linken Fuß gegen Lübbecke nicht auflaufen können. Niclas Pieczkowski ist aber sicher, dass die Mindener den Ausfall des Torjägers kompensieren können. Miro Schluroff oder der zuletzt erkrankte Jan Grebenc sind Optionen. „Die Schulter von Max Janke wird auch immer besser. Auch er könnte einspringen", meint Pieczkowski, der mit dem Mindener Abwehrspezialisten bereits viereinhalb Jahre zusammen in Leipzig spielte.

Dass die Mannschaft am vergangenen Freitag aufgrund der kurzfristigen Schließung der Kampa-Halle das Training abrupt beenden mussten, haben die Spieler zum einen mit einem Lächeln, zum anderen mit Unverständnis hingenommen. „Aber", sagt Pieczkowski, „das sind keine guten Bedingungen für Leistungssportler, wenn man nie zu 100 Prozent weiß, ob man über einen längeren Zeitraum an einem Ort trainieren kann." Die Mannschaft müsse sich immer auf Änderungen einstellen. „Das funktioniert irgendwie, sind aber Störfaktoren, die nicht da sein müssen."

Am Samstagabend zählt das aber alles nicht. Da zählt nur der Sieg und die ersten Punkte. Pieczkowski glaubt an seine Mannschaft: „Es wird eine ganz spannende Kiste, aber wir gewinnen mit einem Tor."

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