Defizite überwiegen erneut - GWD in angespannter Situation Kassel/Minden (kül). Lichtblicke gab es zwar auch, die Defizite überwogen jedoch einmal mehr. Im sechsten Testspiel der Saisonvorbereitung kassierten GWD Mindens Handball-Profis mit dem 23:28 (11:15) beim Bundesliga-Kontrahenten MT Melsungen die vierte Niederlage. Trainer Frank Carstens betonte anschließend den Ernst der Lage. „Es ist schon eine angespannte Situation. Wir haben noch viel Arbeit vor uns, um die guten Dinge mal zusammen auf die Platte zu bringen“, bilanzierte der Coach den lehrreichen Ausflug nach Kassel. In der dortigen Rothenbach-Halle war erneut der Angriff das größte Problem. 24 Fehlwürfe standen am Ende auf dem GWD-Statistikzettel, „zehn davon waren richtig gute Chancen“, schilderte Carstens. Seine Mannschaft verwandelte etwa nur zwei von fünf Siebenmetern, und vor allem von den Außenpositionen blieben viele freie Bälle ungenutzt. „Das ist nicht die Qualität, die wir kannten, denn bisher waren die Außen unsere stabilsten Spieler“, sagte der Trainer. Diesmal jedoch kam von der linken Seite nur ein Tor von Mats Korte, Joscha Ritterbach ging bei fünf Versuchen leer aus. Rechts trafen Max Staar ein- und Kevin Gulliksen immerhin dreimal. „Aber auch Kevin hat viel verschossen“, so Carstens. In der Abwehr zeigte sein Team ebenfalls Schwächen: „Wir haben zu viele Zweikämpfe verloren und hätten es dem Gegner schwerer machen müssen.“ Allerdings kassierten die Mindener schon nach fünf Minuten den nächsten personellen Rückschlag. Kapitän Miljan Pusica, bester Verteidiger im Kader, schied früh mit einer Muskelverletzung im Adduktorenbereich aus, und das hat die Abwehr entscheidend geschwächt. Gar nicht erst zum Einsatz kamen am Samstag Torwart Malte Semisch (Rückenprobleme) und Rückraumakteur Simon Strakeljahn (Hüftprellung). Nur bis zum 6:6 gestalteten die Gäste das Spiel ausgeglichen, dann setzte sich Melsungen langsam ab und führte beim 12:8 erstmals mit vier Toren. Dieser Vorsprung wuchs in der zweiten Halbzeit sogar auf bis zu sieben Treffer, am souveränen Sieg der ambitionierten Hessen bestand nie ein Zweifel. Dennoch nahm Carstens auch einige positive Beobachtungen aus Kassel mit. Doruk Pehlivan zeigte als bester Mindener Torschütze sein zweites gutes Spiel in Folge, „er braucht aber noch zu viel Raum für seine Aktionen“, urteilte sein Trainer. Der sah auch beim zuletzt enttäuschenden Christoffer Rambo „einen deutlichen Schritt nach vorne“ und attestierte zudem Juri Knorr eine „gute Spielsteuerung“. Insgesamt blickt der 48-Jährige aber durchaus mit Sorgen auf die nächsten Wochen: „Die Mannschaft ist noch nicht gefestigt, nicht jedem Spieler ist seine Rolle so klar, wie das von uns erwartet wird.“ Umso wichtiger sind für Team und Trainer die letzten drei Testspiele am nächsten Wochenende beim Spielo-Cup sowie danach zu Hause gegen Emsdetten: „Wir haben noch drei Chancen, uns zu finden, ohne dabei Punkte zu verlieren.“ GWD Minden: Lichtlein (1. - 53.), Grabitz (53. - 60.) - Pehlivan 5, Knorr 4, Rambo 4, Gulliksen 3, Meister 3, Korte 1, Padshyvalau 1, Staar 1, Thiele 1, Pusica, Ritterbach, Brand.

Defizite überwiegen erneut - GWD in angespannter Situation

Joscha Ritterbach und die anderen Mindener Außen hatten bei der Niederlage in Kassel keinen guten Tag erwischt. MT-Archivfoto: Riechmann

Kassel/Minden (kül). Lichtblicke gab es zwar auch, die Defizite überwogen jedoch einmal mehr. Im sechsten Testspiel der Saisonvorbereitung kassierten GWD Mindens Handball-Profis mit dem 23:28 (11:15) beim Bundesliga-Kontrahenten MT Melsungen die vierte Niederlage. Trainer Frank Carstens betonte anschließend den Ernst der Lage.

„Es ist schon eine angespannte Situation. Wir haben noch viel Arbeit vor uns, um die guten Dinge mal zusammen auf die Platte zu bringen“, bilanzierte der Coach den lehrreichen Ausflug nach Kassel. In der dortigen Rothenbach-Halle war erneut der Angriff das größte Problem. 24 Fehlwürfe standen am Ende auf dem GWD-Statistikzettel, „zehn davon waren richtig gute Chancen“, schilderte Carstens. Seine Mannschaft verwandelte etwa nur zwei von fünf Siebenmetern, und vor allem von den Außenpositionen blieben viele freie Bälle ungenutzt.

„Das ist nicht die Qualität, die wir kannten, denn bisher waren die Außen unsere stabilsten Spieler“, sagte der Trainer. Diesmal jedoch kam von der linken Seite nur ein Tor von Mats Korte, Joscha Ritterbach ging bei fünf Versuchen leer aus. Rechts trafen Max Staar ein- und Kevin Gulliksen immerhin dreimal. „Aber auch Kevin hat viel verschossen“, so Carstens.

In der Abwehr zeigte sein Team ebenfalls Schwächen: „Wir haben zu viele Zweikämpfe verloren und hätten es dem Gegner schwerer machen müssen.“ Allerdings kassierten die Mindener schon nach fünf Minuten den nächsten personellen Rückschlag. Kapitän Miljan Pusica, bester Verteidiger im Kader, schied früh mit einer Muskelverletzung im Adduktorenbereich aus, und das hat die Abwehr entscheidend geschwächt. Gar nicht erst zum Einsatz kamen am Samstag Torwart Malte Semisch (Rückenprobleme) und Rückraumakteur Simon Strakeljahn (Hüftprellung).

Nur bis zum 6:6 gestalteten die Gäste das Spiel ausgeglichen, dann setzte sich Melsungen langsam ab und führte beim 12:8 erstmals mit vier Toren. Dieser Vorsprung wuchs in der zweiten Halbzeit sogar auf bis zu sieben Treffer, am souveränen Sieg der ambitionierten Hessen bestand nie ein Zweifel.

Dennoch nahm Carstens auch einige positive Beobachtungen aus Kassel mit. Doruk Pehlivan zeigte als bester Mindener Torschütze sein zweites gutes Spiel in Folge, „er braucht aber noch zu viel Raum für seine Aktionen“, urteilte sein Trainer. Der sah auch beim zuletzt enttäuschenden Christoffer Rambo „einen deutlichen Schritt nach vorne“ und attestierte zudem Juri Knorr eine „gute Spielsteuerung“.

Insgesamt blickt der 48-Jährige aber durchaus mit Sorgen auf die nächsten Wochen: „Die Mannschaft ist noch nicht gefestigt, nicht jedem Spieler ist seine Rolle so klar, wie das von uns erwartet wird.“ Umso wichtiger sind für Team und Trainer die letzten drei Testspiele am nächsten Wochenende beim Spielo-Cup sowie danach zu Hause gegen Emsdetten: „Wir haben noch drei Chancen, uns zu finden, ohne dabei Punkte zu verlieren.“

GWD Minden: Lichtlein (1. - 53.), Grabitz (53. - 60.) - Pehlivan 5, Knorr 4, Rambo 4, Gulliksen 3, Meister 3, Korte 1, Padshyvalau 1, Staar 1, Thiele 1, Pusica, Ritterbach, Brand.

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