Debakel in Essen: GWD verliert das Abstiegsduell deutlich Astrid Plaßhenrich Essen. Das war ein ganz kläglicher Auftritt: Handball-Bundesligist GWD Minden verlor das Abstiegsspiel gegen TuSEM Essen deutlich mit 20:29 (9:15). "Wir waren in allen Belangen unterlegen. Es war katastrophal", gab GWD-Trainer Frank Carstens unumwunden zu. Während die Essener mit zunehmender Spielzeit über sich hinauswuchsen, ergaben sich die Mindener ihrem Schicksal. Bei GWD lief nichts zusammen. "Das Hauptproblem ist, dass wir uns vorne nicht bewegen", sagte Frank Carstens während der ersten Auszeit. Die nahm der GWD-Trainer bereits nach zehn Minuten. Bis dahin hatte sein Team noch kein (!) einziges Tor erzielt. Stattdessen führten die Essener mit 4:0. Das verrückte an der Geschichte: Die Mindener hatten bereits in der Anfangsphase eine Reihe von ausgezeichneten Chancen, aber Christoffer Rambo, Mats Korte oder Kevin Gulliksen scheiterten an TuSEM-Torwart Sebastian Bliß, der mit herausragenden Paraden GWD zur Verzweiflung brachte. Erst kurz nach der Auszeit traf Gulliksen zum 1:4. Aber auch danach ging bei den Mindenern so gut wie nichts. Die Ladehemmung war eklatant. Wenn der überragende Bliß den Ball nicht zu fassen bekam, klatschte dieser entweder ans Aluminium oder landete weit neben dem Tor. Drei Treffer in der ersten Viertelstunde - das spricht Bände. Die Essener drückten dagegen permanent aufs Tempo. Davon schien GWD komplett überrumpelt. Nach einem Tor von Noah Beyer führte TuSEM 9:3 (17.). Die Gastgeber aus dem Ruhrgebiet nahmen dem Abstiegskampf beherzt an, riskierten viel und wurden belohnt. In der Defensive übte der Aufsteiger mit stoischer Beharrlichkeit Druck auf die Mindener Angreifer aus, packten mit der im Abstiegskampf nötigen Aggressivität zu. Das hatte zur Folge, dass GWD immer wieder falsche Entscheidungen traf. Neben der Effizienz im Angriff fehlte auch die Passsicherheit. Als Juri Knorr zum 7:11 getroffen hatte (25.), waren die Grün-Weißen immerhin in Schlagdistanz. Essen machte längst nicht alles richtig, aber die Mindener konnten daraus kein Kapital schlagen. Es war eine Vorstellung ohne Selbstvertrauen. Mit einem Sechs-Tore-Rückstand (9:15) gingen die Mindener in die Pause. Und auch nach dem Wechsel wurde es aus GWD-Sicht nicht besser. Die Essener bauten ihren Vorsprung auf 21:12 aus (42.). Einziger Lichtblick war der unbekümmerte Auftritt von A-Jugendspieler Florian Kranzmann, der den glücklosen Mats Korte auf Linksaußen ersetzte. Joscha Ritterbach war erst gar nicht mit ins Ruhrgebiet gefahren. Wie bereits bei den Rhein-Neckar Löwen setzte Frank Carsten eine Viertelstunde vor Schluss auf eine deutlich offensivere Deckung. Aber auch das brachte keinen Erfolg. TuSEM hatte sich zu dem Zeitpunkt bereits in eine Rausch gespielt. Obwohl Essens Trainer Naji Jamal kaum wechselte, schienen die Kräfte bei seinen Mannen nicht zu schwinden. Während in den vergangenen Spielen die kämpferische Einstellung wenigstens immer stimmte, gaben sich die Mindener früh auf. Neun Minuten vor Spielende führte der Aufsteiger mit zehn Toren (16:26). Es war selten so einfach, gegen die GWD-Abwehr zu treffen. TuSEM schaukelte den Heimsieg in den letzten Minuten locker nach Hause und darf nach dieser Leistung wieder an den Klassenerhalt glauben. Für GWD war das Debakel ein gewaltiger Schuss vor den Bug - hoffentlich zur rechten Zeit.

Debakel in Essen: GWD verliert das Abstiegsduell deutlich

Mit gesenkten Köpfen verließen Mats Korte und seine Mindener Kollegen die Essener Sporthalle "Am Hallo". © imago images/RHR-Foto

Essen. Das war ein ganz kläglicher Auftritt: Handball-Bundesligist GWD Minden verlor das Abstiegsspiel gegen TuSEM Essen deutlich mit 20:29 (9:15). "Wir waren in allen Belangen unterlegen. Es war katastrophal", gab GWD-Trainer Frank Carstens unumwunden zu. Während die Essener mit zunehmender Spielzeit über sich hinauswuchsen, ergaben sich die Mindener ihrem Schicksal. Bei GWD lief nichts zusammen.

"Das Hauptproblem ist, dass wir uns vorne nicht bewegen", sagte Frank Carstens während der ersten Auszeit. Die nahm der GWD-Trainer bereits nach zehn Minuten. Bis dahin hatte sein Team noch kein (!) einziges Tor erzielt. Stattdessen führten die Essener mit 4:0. Das verrückte an der Geschichte: Die Mindener hatten bereits in der Anfangsphase eine Reihe von ausgezeichneten Chancen, aber Christoffer Rambo, Mats Korte oder Kevin Gulliksen scheiterten an TuSEM-Torwart Sebastian Bliß, der mit herausragenden Paraden GWD zur Verzweiflung brachte.

Erst kurz nach der Auszeit traf Gulliksen zum 1:4. Aber auch danach ging bei den Mindenern so gut wie nichts. Die Ladehemmung war eklatant. Wenn der überragende Bliß den Ball nicht zu fassen bekam, klatschte dieser entweder ans Aluminium oder landete weit neben dem Tor. Drei Treffer in der ersten Viertelstunde - das spricht Bände.

Die Essener drückten dagegen permanent aufs Tempo. Davon schien GWD komplett überrumpelt. Nach einem Tor von Noah Beyer führte TuSEM 9:3 (17.). Die Gastgeber aus dem Ruhrgebiet nahmen dem Abstiegskampf beherzt an, riskierten viel und wurden belohnt. In der Defensive übte der Aufsteiger mit stoischer Beharrlichkeit Druck auf die Mindener Angreifer aus, packten mit der im Abstiegskampf nötigen Aggressivität zu. Das hatte zur Folge, dass GWD immer wieder falsche Entscheidungen traf. Neben der Effizienz im Angriff fehlte auch die Passsicherheit.

Als Juri Knorr zum 7:11 getroffen hatte (25.), waren die Grün-Weißen immerhin in Schlagdistanz. Essen machte längst nicht alles richtig, aber die Mindener konnten daraus kein Kapital schlagen. Es war eine Vorstellung ohne Selbstvertrauen. Mit einem Sechs-Tore-Rückstand (9:15) gingen die Mindener in die Pause.

Und auch nach dem Wechsel wurde es aus GWD-Sicht nicht besser. Die Essener bauten ihren Vorsprung auf 21:12 aus (42.). Einziger Lichtblick war der unbekümmerte Auftritt von A-Jugendspieler Florian Kranzmann, der den glücklosen Mats Korte auf Linksaußen ersetzte. Joscha Ritterbach war erst gar nicht mit ins Ruhrgebiet gefahren.

Wie bereits bei den Rhein-Neckar Löwen setzte Frank Carsten eine Viertelstunde vor Schluss auf eine deutlich offensivere Deckung. Aber auch das brachte keinen Erfolg. TuSEM hatte sich zu dem Zeitpunkt bereits in eine Rausch gespielt. Obwohl Essens Trainer Naji Jamal kaum wechselte, schienen die Kräfte bei seinen Mannen nicht zu schwinden.

Während in den vergangenen Spielen die kämpferische Einstellung wenigstens immer stimmte, gaben sich die Mindener früh auf. Neun Minuten vor Spielende führte der Aufsteiger mit zehn Toren (16:26). Es war selten so einfach, gegen die GWD-Abwehr zu treffen. TuSEM schaukelte den Heimsieg in den letzten Minuten locker nach Hause und darf nach dieser Leistung wieder an den Klassenerhalt glauben. Für GWD war das Debakel ein gewaltiger Schuss vor den Bug - hoffentlich zur rechten Zeit.

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