„Das wird ein völlig neues Spiel“: In Balingen will GWD am mentalen Muskel arbeiten Marcus Riechmann Minden. Bereits nach dem ersten Spieltag sieht die Tabelle der Handball-Bundesliga so aus, wie sich so manche Experten auch das Finale vorstellen: GWD Minden und die HBW Balingen stehen unten drin. Einträchtig zieren die beiden im Abstiegskampf des vergangenen Jahres gestählten Teams das Tabellenende. Das soll und wird sich heute Abend ändern, denn in der Balinger Sparkassen-Arena treffen die Kellerklubs aufeinander. Auf dem Spiel liegt schon früh in der Saison Druck: Beide Teams wollen sich Selbstvertrauen und Punkte holen, um etwas gelassener in die kommenden Wochen zu gehen. Überraschend ist der aktuelle Tabellenstand nicht, denn beide Klubs haben es zum Auftakt mit den beiden üblichen Titelanwärtern zu tun gehabt. GWD kassierte in der heimischen Kampa-Halle gegen die SG Flensburg-Handewitt eine 18:31-Packung und Balingen war mit 24:33 beim THW Kiel nach gutem Start am Ende ebenfalls chancenlos. Doch die Gefühlslage bei beiden Trainern war nach den Auftaktniederlagen unterschiedlich. Während Frank Carstens bei GWD von Ernüchterung und einem ängstlich-zögerlichen Auftritt sprach, wirkte HBW-Coach Jens Bürkle nach dem Spiel in der Kieler Wunderino-Arena vor 9.000 nicht unzufrieden. „Wir haben 45 Minuten lang wirklich gut gespielt. Die Deckung war gut und hat uns viel Sicherheit gegeben. Ich habe viele gute Dinge gesehen, aber auch viele Dinge, die wir besser machen können", sagte der 40-Jährige gegenüber dem „Schwarzwälder Boten." Er nimmt vor den Mühlenkreis-Woche – mit dem Spiel gegen GWD heute und dann beim TuS N-Lübbecke am Sonntag darauf – Rückenwind mit aus Kiel, immerhin hat sein Team die Partie bis zum 19:19 in der 42. Minute offen gehalten. Diesen Rückenwind muss man sich bei GWD noch erarbeiten. Selbstvertrauen und Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten müsse sein umfangreich neu komponiertes Team entwickeln, wünscht sich Trainer Carstens: „Das hat uns gegen Flensburg am meisten gefehlt." Vom mageren Auftritt der Mindener im ersten Spiel will sich HBW-Coach Bürkle nicht blenden lassen. „Das wird ein völlig neues Spiel. Minden hat eine sehr robuste Abwehr, und obwohl es einige Änderungen in der Mannschaft gab, wirkt sie sehr eingespielt. Ich dachte zunächst, dass der Umbruch für GWD schwer werden würde, aber in der Vorbereitung hat das gut ausgesehen." „Dass wir Handball spielen können, haben wir in der Vorbereitung gezeigt", bestätigt Carstens die Einschätzung seines Kollegen. Doch beim Erstkontakt mit echter Bundesliga-Härte habe seine Mannschaft zu früh den Mut verloren. „Aber wir brauchen in der Bundesliga die Fähigkeit, dagegen zu halten, wenn es schlecht läuft", sagt der Coach und steigt in das aktuelle Kernproblem ein. „Fehler passieren. Die Frage ist: Wie geht man damit um?", fragt der 49-Jährige Master-Coach und antwortet: Seine Profis müssen Fehlertoleranz entwickeln, für sich selbst und für die Mitspieler. Die Spieler brauchen Zutrauen in ihr Tun. Von „maximaler Überzeugung" spricht Carstens: „Da darf der Kopf nicht runtergehen." Nicht aufgeben, an sich glauben, dem Plan vertrauen. Diese Bausteine zeichneten GWD in den vergangenen Jahren aus. „Umgang mit Fehlern ist eine Stärke der Mannschaft gewesen", sagt Carstens. Diese Mentalität will er auch in der neuen Mannschaft entwickeln – und am besten schon heute sehen. „Das ist das Schöne am Spielplan: Wir bekommen sofort die Gelegenheit, zu zeigen, dass wir es besser können." Gegen das kampfstarke Balinger Team wird Minden maximal gefordert. „Das wird ein intensives Spiel", erwartet Carstens. Eine Stärke der Gastgeber ist die Wurfkraft aus dem Rückraum. Dort agieren in Vladan Lipovina, Jona Schoch, Jonas Saueressig und Björn Zintel gestanden Profis. Ergänzt wird die Reihe um den neuen isländischen Spielmacher Daniel Ingason. GWD wird in der Abwehr offensiv agieren müssen, zugleich gilt es die Räume zuzustellen, um die Anspiele auf Kreisläufer Wiederstein zu unterbinden. „Wir müssen den richtigen Mix finden", meint der Coach. Vor allem aber die nötige Überzeugung.

„Das wird ein völlig neues Spiel“: In Balingen will GWD am mentalen Muskel arbeiten

Ein wichtiger Schritt zu mehr Sicherheit: Der frisch verpflichtete Rechtsaußen Tomas Urban verwandelte im ersten Spiel für GWD Minden beide Siebenmeter gegen die SG Flensburg-Handewitt souverän. Foto: Noah Wedel © Noah Wedel

Minden. Bereits nach dem ersten Spieltag sieht die Tabelle der Handball-Bundesliga so aus, wie sich so manche Experten auch das Finale vorstellen: GWD Minden und die HBW Balingen stehen unten drin. Einträchtig zieren die beiden im Abstiegskampf des vergangenen Jahres gestählten Teams das Tabellenende. Das soll und wird sich heute Abend ändern, denn in der Balinger Sparkassen-Arena treffen die Kellerklubs aufeinander. Auf dem Spiel liegt schon früh in der Saison Druck: Beide Teams wollen sich Selbstvertrauen und Punkte holen, um etwas gelassener in die kommenden Wochen zu gehen.

Überraschend ist der aktuelle Tabellenstand nicht, denn beide Klubs haben es zum Auftakt mit den beiden üblichen Titelanwärtern zu tun gehabt. GWD kassierte in der heimischen Kampa-Halle gegen die SG Flensburg-Handewitt eine 18:31-Packung und Balingen war mit 24:33 beim THW Kiel nach gutem Start am Ende ebenfalls chancenlos.

Doch die Gefühlslage bei beiden Trainern war nach den Auftaktniederlagen unterschiedlich. Während Frank Carstens bei GWD von Ernüchterung und einem ängstlich-zögerlichen Auftritt sprach, wirkte HBW-Coach Jens Bürkle nach dem Spiel in der Kieler Wunderino-Arena vor 9.000 nicht unzufrieden.

„Wir haben 45 Minuten lang wirklich gut gespielt. Die Deckung war gut und hat uns viel Sicherheit gegeben. Ich habe viele gute Dinge gesehen, aber auch viele Dinge, die wir besser machen können", sagte der 40-Jährige gegenüber dem „Schwarzwälder Boten." Er nimmt vor den Mühlenkreis-Woche – mit dem Spiel gegen GWD heute und dann beim TuS N-Lübbecke am Sonntag darauf – Rückenwind mit aus Kiel, immerhin hat sein Team die Partie bis zum 19:19 in der 42. Minute offen gehalten.

Diesen Rückenwind muss man sich bei GWD noch erarbeiten. Selbstvertrauen und Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten müsse sein umfangreich neu komponiertes Team entwickeln, wünscht sich Trainer Carstens: „Das hat uns gegen Flensburg am meisten gefehlt."

Vom mageren Auftritt der Mindener im ersten Spiel will sich HBW-Coach Bürkle nicht blenden lassen. „Das wird ein völlig neues Spiel. Minden hat eine sehr robuste Abwehr, und obwohl es einige Änderungen in der Mannschaft gab, wirkt sie sehr eingespielt. Ich dachte zunächst, dass der Umbruch für GWD schwer werden würde, aber in der Vorbereitung hat das gut ausgesehen."

„Dass wir Handball spielen können, haben wir in der Vorbereitung gezeigt", bestätigt Carstens die Einschätzung seines Kollegen. Doch beim Erstkontakt mit echter Bundesliga-Härte habe seine Mannschaft zu früh den Mut verloren. „Aber wir brauchen in der Bundesliga die Fähigkeit, dagegen zu halten, wenn es schlecht läuft", sagt der Coach und steigt in das aktuelle Kernproblem ein. „Fehler passieren. Die Frage ist: Wie geht man damit um?", fragt der 49-Jährige Master-Coach und antwortet: Seine Profis müssen Fehlertoleranz entwickeln, für sich selbst und für die Mitspieler. Die Spieler brauchen Zutrauen in ihr Tun. Von „maximaler Überzeugung" spricht Carstens: „Da darf der Kopf nicht runtergehen."

Nicht aufgeben, an sich glauben, dem Plan vertrauen. Diese Bausteine zeichneten GWD in den vergangenen Jahren aus. „Umgang mit Fehlern ist eine Stärke der Mannschaft gewesen", sagt Carstens. Diese Mentalität will er auch in der neuen Mannschaft entwickeln – und am besten schon heute sehen. „Das ist das Schöne am Spielplan: Wir bekommen sofort die Gelegenheit, zu zeigen, dass wir es besser können."

Gegen das kampfstarke Balinger Team wird Minden maximal gefordert. „Das wird ein intensives Spiel", erwartet Carstens. Eine Stärke der Gastgeber ist die Wurfkraft aus dem Rückraum. Dort agieren in Vladan Lipovina, Jona Schoch, Jonas Saueressig und Björn Zintel gestanden Profis. Ergänzt wird die Reihe um den neuen isländischen Spielmacher Daniel Ingason. GWD wird in der Abwehr offensiv agieren müssen, zugleich gilt es die Räume zuzustellen, um die Anspiele auf Kreisläufer Wiederstein zu unterbinden. „Wir müssen den richtigen Mix finden", meint der Coach. Vor allem aber die nötige Überzeugung.

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