„Das tut unfassbar gut“: GWD Minden genießt die befreiende Wirkung des ersten Siegs Marcus Riechmann Minden. Die Mannschaft von GWD Minden saß mit den Punkten im Gepäck bereits eine Stunde im Bus, als sich auch Sportgeschäftsführer Frank von Behren gemeinsam mit Rückraumspieler Amine Darmoul in Kassel auf den Weg in die Heimat machte. Der Tunesier war nach dem 29:25-Sieg gegen die MT Melsungen zur Dopingprobe ausgelost worden. Von Behren gewann der lästigen Wartezeit in der Rothenbach-Halle eine humorvolle Note ab: „Da gewinnen wir mal, und schon werden wir auf Doping untersucht.“ Mit unerlaubten leistungsfördernden Mitteln hatte der Coup aber nichts zu tun. Vielmehr empfanden die Männer in Grün den ersten Saisonsieg als Belohnung unzähliger Trainingseinheiten. „Das ist kein Umbruchspiel“, wollte beispielsweise Niclas Pieczkowski den Sieg nicht zu hoch hängen. Doch das trotz zweier Monate voller Niederlagen ruhige und stete Wirken von Trainer Frank Carstens hob er hervor: „Heute hat sich die Kontinuität unserer Arbeit gezeigt.“ Niclas Pieczkowski gelingt die perfekte Quote Er selbst steht im Zentrum der Mindener Entwicklung. Der im Sommer vom SC Leipzig zu GWD gewechselte Mittelmann ist seit Wochen eine verlässliche Größe im Team. Der 31-Jährige übernimmt Verantwortung, steht stabil in der Abwehr auf der Halbposition und überzeugt auch als Torjäger. Mit sieben Treffern aus sieben Versuchen erreichte er gegen Melsungen einen perfekten Wert, der beispielhaft für eine Mindener Stärke am Mittwochabend stand. „Wir haben eine Wurfeffektivität von über 70 Prozent gehabt“, stellte Coach Carstens eine besondere und nicht alltägliche Qualität des Angriffs hervor.Dort stach neben Pieczkowski (Carstens: „Er hat eine Riesenspiel gemacht.“) auch Nikola Jukic hervor. Der 27-jährige Kroate, der zuletzt wegen seiner Fußverletzung nicht frei aufspielen konnte und die letzten beiden Spiele ganz pausieren musste, erzielte acht Tore aus zehn Versuchen. Der Rambo-Nachfolger im rechten Rückraum übernahm wie Pieczkowski auch dann Verantwortung, wenn das Angriffsspiel stockte. Das Glück, das einigen Würfen innewohnte, hatte sich der Sommerzugang redlich verdient.Linker Rückraum bleibt die Schwäche der Mindener Als Jukic die Melsunger Abwehr „wundgeschossen“ hatte (Zitat Carstens) brachte der Trainer Mitte der zweiten Halbzeit gegen die offensiver stehende MT-Deckung den wendigen Tomas Urban. Auch diese Maßnahme fruchtete. Der erfahrene Slowake, der erst eine Woche vor dem Saisonstart aus der 2. Liga vom TV Emsdetten zu GWD gewechselt war, hat sich in kürzester Zeit zu einer Stütze im bunt gemischten Mindener Team entwickelt – und als gelernter Rechtsaußen zu einer echten Alternative im Rückraum. Als Jukic-Ersatz gelangen ihm, der das Alter von Trainer Carstens als Nummer auf dem Trikot trägt, in den beiden knapp verlorenen Spielen gegen Lemgo und Hannover jeweils zehn Tore, gegen Melsungen waren es sechs.So, wie „Pietsche“, Jukic und Urban funktionierten, griff am Mittwochabend ein Rädchen im GWD-Getriebe in das nächste. Vieles funktionierte und so überspielte die leidenschaftlich kämpfende Mannschaft auch die Schwächen im linken Rückraum. Dort hat der Slowene Jan Grebenc noch nicht zur erhofften Leistung gefunden, auch der junge Miro Schluroff hängt in einem Formtief und pausierte in den letzte Spielen. „Er hat in den vergangenen Wochen hart gearbeitet und zeigt aufsteigende Tendenz“, stellt der Trainer dem wurfstarken Schluroff einen Einsatz bereits im Spiel gegen Frisch Auf Göppingen am Samstag in Aussicht. In diese nächste Aufgabe „nehmen wir Schwung mit“, sagte Pieczkowski nach dem ersten Saisonsieg. „Das tut einfach unfassbar gut“, genoss er nach 0:18 Punkten die Erkenntnis, dass Minden doch gewinnen kann. „Es gab ein paar harte Schläge“, blickt Carstens zurück. Doch nun habe die Mannschaft die Bestätigung erhalten: „Wir gehören hierhin, wir können das schaffen.“ Team der MT Melsungen entschuldigt sich Der MT Melsungen haftet kein guter Ruf an: Der edel und teuer besetzte Kader läuft seit Jahren den stets hohen Erwartungen hinterher. Nach dem frühen Trainertausch von Gudmundur Gudmundsson zu Roberto Parrondo schien sich das Team zu stabilisieren.Doch auch der spanische Handballlehrer war am Mittwoch machtlos, als seine Mannschaft gegen leidenschaftlich verteidigende Mindener kapitulierte und als erstes Team der Liga gegen GWD verlor. Als die Gäste jubelten, wurden die MT-Stars von den 2.500 Fans ausgepfiffen. Direkt nach dem Spiel erhielten die Spieler eine Standpauke in der Kabine. Gestern dann bat die Mannschaft des Tabellenelften öffentlich um Verzeihung. Bei den Fans entschuldigte sich Teamkapitän Kai Häfner, aber „vor allem auch beim Verein und bei unserem Trainer, die wir in diesem Spiel enttäuscht haben.“

„Das tut unfassbar gut“: GWD Minden genießt die befreiende Wirkung des ersten Siegs

Zu einem kleinen Jubeltänzchen reichte es bei GWD nach dem Abpfiff doch noch: Während die Mindener den ersten Saisonsieg feierten, bedachten die Fans in der Halle die Verlierer der MT Melsungen mit Pfiffen. Foto: Roland Sippel/Eibner–Pressefoto

Minden. Die Mannschaft von GWD Minden saß mit den Punkten im Gepäck bereits eine Stunde im Bus, als sich auch Sportgeschäftsführer Frank von Behren gemeinsam mit Rückraumspieler Amine Darmoul in Kassel auf den Weg in die Heimat machte. Der Tunesier war nach dem 29:25-Sieg gegen die MT Melsungen zur Dopingprobe ausgelost worden. Von Behren gewann der lästigen Wartezeit in der Rothenbach-Halle eine humorvolle Note ab: „Da gewinnen wir mal, und schon werden wir auf Doping untersucht.“

Mit unerlaubten leistungsfördernden Mitteln hatte der Coup aber nichts zu tun. Vielmehr empfanden die Männer in Grün den ersten Saisonsieg als Belohnung unzähliger Trainingseinheiten. „Das ist kein Umbruchspiel“, wollte beispielsweise Niclas Pieczkowski den Sieg nicht zu hoch hängen. Doch das trotz zweier Monate voller Niederlagen ruhige und stete Wirken von Trainer Frank Carstens hob er hervor: „Heute hat sich die Kontinuität unserer Arbeit gezeigt.“

Niclas Pieczkowski gelingt die perfekte Quote

Er selbst steht im Zentrum der Mindener Entwicklung. Der im Sommer vom SC Leipzig zu GWD gewechselte Mittelmann ist seit Wochen eine verlässliche Größe im Team. Der 31-Jährige übernimmt Verantwortung, steht stabil in der Abwehr auf der Halbposition und überzeugt auch als Torjäger. Mit sieben Treffern aus sieben Versuchen erreichte er gegen Melsungen einen perfekten Wert, der beispielhaft für eine Mindener Stärke am Mittwochabend stand. „Wir haben eine Wurfeffektivität von über 70 Prozent gehabt“, stellte Coach Carstens eine besondere und nicht alltägliche Qualität des Angriffs hervor.

Dort stach neben Pieczkowski (Carstens: „Er hat eine Riesenspiel gemacht.“) auch Nikola Jukic hervor. Der 27-jährige Kroate, der zuletzt wegen seiner Fußverletzung nicht frei aufspielen konnte und die letzten beiden Spiele ganz pausieren musste, erzielte acht Tore aus zehn Versuchen. Der Rambo-Nachfolger im rechten Rückraum übernahm wie Pieczkowski auch dann Verantwortung, wenn das Angriffsspiel stockte. Das Glück, das einigen Würfen innewohnte, hatte sich der Sommerzugang redlich verdient.

Linker Rückraum bleibt die Schwäche der Mindener

Als Jukic die Melsunger Abwehr „wundgeschossen“ hatte (Zitat Carstens) brachte der Trainer Mitte der zweiten Halbzeit gegen die offensiver stehende MT-Deckung den wendigen Tomas Urban. Auch diese Maßnahme fruchtete. Der erfahrene Slowake, der erst eine Woche vor dem Saisonstart aus der 2. Liga vom TV Emsdetten zu GWD gewechselt war, hat sich in kürzester Zeit zu einer Stütze im bunt gemischten Mindener Team entwickelt – und als gelernter Rechtsaußen zu einer echten Alternative im Rückraum. Als Jukic-Ersatz gelangen ihm, der das Alter von Trainer Carstens als Nummer auf dem Trikot trägt, in den beiden knapp verlorenen Spielen gegen Lemgo und Hannover jeweils zehn Tore, gegen Melsungen waren es sechs.

So, wie „Pietsche“, Jukic und Urban funktionierten, griff am Mittwochabend ein Rädchen im GWD-Getriebe in das nächste. Vieles funktionierte und so überspielte die leidenschaftlich kämpfende Mannschaft auch die Schwächen im linken Rückraum. Dort hat der Slowene Jan Grebenc noch nicht zur erhofften Leistung gefunden, auch der junge Miro Schluroff hängt in einem Formtief und pausierte in den letzte Spielen. „Er hat in den vergangenen Wochen hart gearbeitet und zeigt aufsteigende Tendenz“, stellt der Trainer dem wurfstarken Schluroff einen Einsatz bereits im Spiel gegen Frisch Auf Göppingen am Samstag in Aussicht.

In diese nächste Aufgabe „nehmen wir Schwung mit“, sagte Pieczkowski nach dem ersten Saisonsieg. „Das tut einfach unfassbar gut“, genoss er nach 0:18 Punkten die Erkenntnis, dass Minden doch gewinnen kann. „Es gab ein paar harte Schläge“, blickt Carstens zurück. Doch nun habe die Mannschaft die Bestätigung erhalten: „Wir gehören hierhin, wir können das schaffen.“

Team der MT Melsungen entschuldigt sich

Der MT Melsungen haftet kein guter Ruf an: Der edel und teuer besetzte Kader läuft seit Jahren den stets hohen Erwartungen hinterher. Nach dem frühen Trainertausch von Gudmundur Gudmundsson zu Roberto Parrondo schien sich das Team zu stabilisieren.

Doch auch der spanische Handballlehrer war am Mittwoch machtlos, als seine Mannschaft gegen leidenschaftlich verteidigende Mindener kapitulierte und als erstes Team der Liga gegen GWD verlor. Als die Gäste jubelten, wurden die MT-Stars von den 2.500 Fans ausgepfiffen. Direkt nach dem Spiel erhielten die Spieler eine Standpauke in der Kabine. Gestern dann bat die Mannschaft des Tabellenelften öffentlich um Verzeihung. Bei den Fans entschuldigte sich Teamkapitän Kai Häfner, aber „vor allem auch beim Verein und bei unserem Trainer, die wir in diesem Spiel enttäuscht haben.“

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