Das alte Leid der schweren Hypothek: GWD Minden verliert auch bei den Rhein-Neckar Löwen Marcus Riechmann Mannheim. Neues Spiel, altes Leid: Auch bei den Rhein-Neckar Löwen gestern Abend verbauten sich die Handballer von GWD Minden mit einer Fülle von technischen Fehlern den Weg zum zweiten Saisonsieg. Am Ende stand für das Bundesliga-Schlusslicht im ersten Spiel nach der Trennung von Sportgeschäftsführer Frank von Behren eine 27:31 (9:15)-Niederlage bei den Rhein-Neckar Löwen. „Wir machen am Anfang zu viele Fehler. Wir kommen dann später besser ins Spiel, aber es bricht uns das Genick, dass wir die Anfangsphase verpennen“, nannte Rückraumspieler Miro Schluroff den ganz offensichtlichen Grund für die elfte Saisonpleite. Sowohl die Menge als auch die Art der groben Schnitzer der GWD-Profis bei der Ausübung ihrer Arbeit war haarsträubend. Die Hypothek, mit der die Männer in Grün sich in der ersten Halbzeit belasteten, war dann zu groß, als dass die Mindener sie mit einer verbesserten Leistung im zweiten Abschnitt hätten zurückzahlen können. „Ich glaube, wir werfen in der ersten Halbzeit zwölf Bälle weg und kriegen dadurch fünf schnelle Tore“, hatte Schluroff ganz richtig mitgezählt. Sein nüchternes Ergebnis in der kleinen Rechnung: „Am Ende verlieren wir mit vier.“ Der erst gegen Ende der ersten Halbzeit eingewechselte und nach dem Seitenwechsel sechsmal erfolgreiche Rückraumschütze ärgerte sich: „Das sind immer dieselben Fehler, die wir machen. Und es sind einfach zu viele. Der Gegner macht halt gerade mal die Hälfte, wenn nicht weniger.“ Da half es wenig, dass die Rhein-Neckar Löwen ihr Niveau in der zweiten Halbzeit absenkten und ihren Teil zum niedrigen Spielniveau beisteuerten. In der Summe reichte es für GWD wie schon beim letzten Heimspiel gegen FA Göppingen nicht.Auch zwei personelle Schläge musste die Mannschaft von Trainer Frank Carstens verkraften: Wie befürchtet, konnte Abwehrchef Max Janke wegen seiner Ellenbogenverletzung nicht mitspielen. Zudem fehlte die Power von Niclas Pieczkowski. Dem abwehrstarken Spielmacher hatte ein grippaler Infekt derart zugesetzt, dass er lediglich wenige Minuten in der ersten Halbzeit mitspielte und sodann ganz auf der Bank blieb.Jankes Ausfall tat vor allem in den Anfangsminuten weh. Ehe sich Lucas Meister und Joshua Thiele im Mindener Innenblock richtig gefunden hatten, waren die Löwen bereits auf 6:1 enteilt. Regisseur Andy Schmid und Kreisläufer Jannik Kohlbacher zauberten nach Belieben – exakt davor hatte Trainer Carstens gewarnt. Als sich dann die Defensive stabilisierte, leisteten sich die Gäste im Angriff Patzer in Fülle. „Wir müssen zu Spielbeginn emotional auf ein anderes Level kommen. Das war gegen Göppingen schon so. Das müssen wir einfach besser machen“, ärgerte sich Carstens über den erneuten Fehlstart. Der insgesamt unauffällig agierende Jung-Löwe Juri Knorr musste Minden in seinem ersten Spiel gegen GWD nach seinem Wechsel nicht wehtun: Das erledigten seine ehemaligen Teamkollegen selbst. Den Rest besorgte Benjamin Helander: Der Mannheimer Wirbelwind traf nicht nur von Linksaußen wie am Fließband und kam schließlich auf zehn Treffer. In der zweiten Halbzeit spielte GWD stabiler. Gegen die offensive Mannheimer 5:1-Abwehr agierten vor allem Tomas Urban und Miro Schluroff besser, auch Amine Darmoul nutzte die Freiräume mehrmals gut aus. Auf 15:19 verkürzten die Gäste. Doch in einem Spiel, das keinen Schönheitspreis verdient hatte, blieben die Löwen dank ihrer Offensiv-Qualitäten deutlich vorn. Erst auf der Zielgeraden rückte Minden dem Löwen auf den Pelz. Doch näher als 26:29 kamen sie nicht heran.Rhein-Neckar Löwen - GWD Minden 31:27 (15:9). Tore für Rhein-Neckar Löwen: Helander (10/3), Kohlbacher (6), Schmid (5/4), Lagergren (3), Diocou Soumare (3), Ahouansou (1), Groetzki (1), Kirkelokke (1), Nilsson (1). Tore für GWD Minden: Urban (8/4), Schluroff (6), Darmoul (4), Korte (3), Meister (3), Grebenc (1), Jukic (1), Kranzmann (1). Zuschauer: 2.901.

Das alte Leid der schweren Hypothek: GWD Minden verliert auch bei den Rhein-Neckar Löwen

Mindens Tomas Urban, hier eine Etage über Mannheims Bejamin Helander, zeigte gute Aktionen und warf acht Tore. Doch auch dem Slowaken unterliefen gegen die Löwen Fehler. Foto: Michaela Kösegi/Pix-Sportfotos

Mannheim. Neues Spiel, altes Leid: Auch bei den Rhein-Neckar Löwen gestern Abend verbauten sich die Handballer von GWD Minden mit einer Fülle von technischen Fehlern den Weg zum zweiten Saisonsieg. Am Ende stand für das Bundesliga-Schlusslicht im ersten Spiel nach der Trennung von Sportgeschäftsführer Frank von Behren eine 27:31 (9:15)-Niederlage bei den Rhein-Neckar Löwen.

„Wir machen am Anfang zu viele Fehler. Wir kommen dann später besser ins Spiel, aber es bricht uns das Genick, dass wir die Anfangsphase verpennen“, nannte Rückraumspieler Miro Schluroff den ganz offensichtlichen Grund für die elfte Saisonpleite. Sowohl die Menge als auch die Art der groben Schnitzer der GWD-Profis bei der Ausübung ihrer Arbeit war haarsträubend. Die Hypothek, mit der die Männer in Grün sich in der ersten Halbzeit belasteten, war dann zu groß, als dass die Mindener sie mit einer verbesserten Leistung im zweiten Abschnitt hätten zurückzahlen können.

„Ich glaube, wir werfen in der ersten Halbzeit zwölf Bälle weg und kriegen dadurch fünf schnelle Tore“, hatte Schluroff ganz richtig mitgezählt. Sein nüchternes Ergebnis in der kleinen Rechnung: „Am Ende verlieren wir mit vier.“

Der erst gegen Ende der ersten Halbzeit eingewechselte und nach dem Seitenwechsel sechsmal erfolgreiche Rückraumschütze ärgerte sich: „Das sind immer dieselben Fehler, die wir machen. Und es sind einfach zu viele. Der Gegner macht halt gerade mal die Hälfte, wenn nicht weniger.“ Da half es wenig, dass die Rhein-Neckar Löwen ihr Niveau in der zweiten Halbzeit absenkten und ihren Teil zum niedrigen Spielniveau beisteuerten. In der Summe reichte es für GWD wie schon beim letzten Heimspiel gegen FA Göppingen nicht.

Auch zwei personelle Schläge musste die Mannschaft von Trainer Frank Carstens verkraften: Wie befürchtet, konnte Abwehrchef Max Janke wegen seiner Ellenbogenverletzung nicht mitspielen. Zudem fehlte die Power von Niclas Pieczkowski. Dem abwehrstarken Spielmacher hatte ein grippaler Infekt derart zugesetzt, dass er lediglich wenige Minuten in der ersten Halbzeit mitspielte und sodann ganz auf der Bank blieb.

Jankes Ausfall tat vor allem in den Anfangsminuten weh. Ehe sich Lucas Meister und Joshua Thiele im Mindener Innenblock richtig gefunden hatten, waren die Löwen bereits auf 6:1 enteilt. Regisseur Andy Schmid und Kreisläufer Jannik Kohlbacher zauberten nach Belieben – exakt davor hatte Trainer Carstens gewarnt. Als sich dann die Defensive stabilisierte, leisteten sich die Gäste im Angriff Patzer in Fülle. „Wir müssen zu Spielbeginn emotional auf ein anderes Level kommen. Das war gegen Göppingen schon so. Das müssen wir einfach besser machen“, ärgerte sich Carstens über den erneuten Fehlstart. Der insgesamt unauffällig agierende Jung-Löwe Juri Knorr musste Minden in seinem ersten Spiel gegen GWD nach seinem Wechsel nicht wehtun: Das erledigten seine ehemaligen Teamkollegen selbst. Den Rest besorgte Benjamin Helander: Der Mannheimer Wirbelwind traf nicht nur von Linksaußen wie am Fließband und kam schließlich auf zehn Treffer.

In der zweiten Halbzeit spielte GWD stabiler. Gegen die offensive Mannheimer 5:1-Abwehr agierten vor allem Tomas Urban und Miro Schluroff besser, auch Amine Darmoul nutzte die Freiräume mehrmals gut aus. Auf 15:19 verkürzten die Gäste. Doch in einem Spiel, das keinen Schönheitspreis verdient hatte, blieben die Löwen dank ihrer Offensiv-Qualitäten deutlich vorn. Erst auf der Zielgeraden rückte Minden dem Löwen auf den Pelz. Doch näher als 26:29 kamen sie nicht heran.

Rhein-Neckar Löwen - GWD Minden 31:27 (15:9).

Tore für Rhein-Neckar Löwen: Helander (10/3), Kohlbacher (6), Schmid (5/4), Lagergren (3), Diocou Soumare (3), Ahouansou (1), Groetzki (1), Kirkelokke (1), Nilsson (1).

Tore für GWD Minden: Urban (8/4), Schluroff (6), Darmoul (4), Korte (3), Meister (3), Grebenc (1), Jukic (1), Kranzmann (1).

Zuschauer: 2.901.

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