Corona-Chaos in der Bundesliga: GWD-Coach Carstens plant ohne Knorr Marcus Riechmann Minden. Wer darf spielen? Wer nicht? Welche Spiele finden überhaupt statt? Viele Fragen überschatten den aktuellen Spieltag der Handball-Bundesliga. Die Corona-Krise hat die Liga sechs Wochen nach dem Saisonstart voll erwischt und stellt auch das heutige Heimspiel von GWD Minden gegen den Bergischen HC (19 Uhr/Lübbecke) in ein besonderes Licht. Man bangt bei GWD um den Einsatz von Juri Knorr. Ausgerechnet die Nationalmannschaft hat das Virus in die Liga getragen. Nach den EM-Qualifikationsspielen gegen Bosnien-Herzegowina und in Estland wurde erst der positive Test von Torwart Johannes Bitter bekannt, nun folgte die Meldung, dass sich auch der ehemalige GWD-Spieler Marian Michalczik von den Füchsen Berlin mit Covid -19 angesteckt hat. Unmittelbare Folge der Corona-Situation der Nationalspieler sind Spielabsagen. Gestern wurde das Gastspiel der MT Melsungen (mit immerhin gleich sechs Nationalspielern) in Flensburg abgesagt, die bereits angereisten Hessen fuhren direkt mit dem Bus zurück. „Die Lehrgangswoche der Nationalmannschaft kann dazu führen, dass die gesamte Liga lahmgelegt wird“, sorgt sich Melsungens Manager Axel Geerken gegenüber dem Sport-Informationsdienst SID. Heute wurden die Partien der Füchse in Kiel sowie die Begegnungen zwischen Leipzig und Essen und Hannover gegen Göppingen abgesagt. Leipzig kämpft seit Wochen mit einer Corona-Welle im Team, bei Göppingen gründet sich die Absage aus der besonderen Nähe zweier Nationalspieler zum Stuttgarter Jogi Bitter. Die Stuttgarter selbst durften hingegen spielen, und auch Uwe Gensheimer, in der DHB-Auswahl Zimmerkollege Bitters, durfte gestern in der Partei der Rhein-Neckar Löwen beim SC Magdeburg mitwirken. Die Unkenntnis über die Infektionswege bei den DHB-Spielern sorgt für große Verunsicherung: Erst als die Nationalspieler schon wieder in ihren Bundesliga-Mannschaften angekommen waren, stellten sich die Corona-Infektionen bei Bitter und Michalczik heraus. „Das ist eine extrem schwierige Lage“ sagt Frank von Behren. Der Geschäftsführer Sport bei GWD Minden versucht in der Causa Juri Knorr den Spagat: Einerseits der Verantwortung für die Gesundheit aller Spieler gerecht werden, andererseits sportlich möglichst wettbewerbsfähig sein. Man habe den jungen Spielmacher nach seinen ersten beiden Länderspielen Montag und Dienstag in häuslicher Isolation belassen und Tests (PCR und Schnelltests) durchgeführt. „Alles negativ“, berichtet von Behren. Heute werde erneut ein PCR-Test und ein Schnelltest vor dem Spiel gemacht. „Wir versuchen, größte Vorsicht walten zu lassen. Wir testen so viel es geht. Das ist letztlich das einzige Mittel, um Sicherheit zu erhalten“, berichtet von Behren. Man habe das Vorgehen eng mit dem Kreisgesundheitsamt und Dr. Peter Witte, dem Chefarzt für Hygiene an den Mühlenkreiskliniken, abgestimmt. „Vorbehaltlich der letzten Testergebnisse wird Juri gegen den BHC spielen können. Es gibt derzeit keinen Grund anders zu entscheiden. Genau das ist ja der Sinn der Testungen“, berichtet der GWD-Sportmanager. Allein eine Rückmeldung des Stuttgarter Gesundheitsamts könnte die Situation ändern, falls Knorr im Fall Bitter noch als Kontaktperson 1. Grades klassifiziert wird sich in Quarantäne begeben muss. GWD-Trainer Frank Carstens will sich mit all diesen Unsicherheiten nicht belasten. Er plant ohne Knorr und hat die Vorbereitung auf das Heimspiel gegen den BHC entsprechend angelegt. „Wir haben die Länderspielwoche genutzt, um Aliaksandr Padshyvalau und Simon Strakeljahn auf der Mitte einzuspielen“, sagt der Trainer. Auch Miljan Pusica habe gezieltes Angriffstraining im linken Rückraum erhalten. „Wir werden ein gutes Team aufstellen“, kündigt Carstens an. Eine gute Nachricht: Kreisläufer Joshua Thiele hat die Verletzung am Syndesmoseband auskuriert und das Teamtraining aufgenommen. „Wenn es gut läuft, kann er vielleicht schon ein wenig mitspielen“, erhofft sich Carstens ein Stärkung der Abwehr gegen den ausgebufften BHC. Das exzellente Tempospiel der Gäste verhindern, das Spiel über den Kreis unterbinden – Carstens’ Matchplan steht. Den Faktor Knorr preist der Trainer noch nicht ein: „Wenn Juri spielen darf, ist er ein Plus für uns“, sagt Carstens: „Juri ist unser Joker.“

Corona-Chaos in der Bundesliga: GWD-Coach Carstens plant ohne Knorr

Auf ihn kommt es an: Aliaksandr Padshyvalau, hier im Spiel gegen die HSG Wetzlar, soll heute das Mindener Angriffsspiel führen. Foto: Noah Wedel © Noah Wedel

Minden. Wer darf spielen? Wer nicht? Welche Spiele finden überhaupt statt? Viele Fragen überschatten den aktuellen Spieltag der Handball-Bundesliga. Die Corona-Krise hat die Liga sechs Wochen nach dem Saisonstart voll erwischt und stellt auch das heutige Heimspiel von GWD Minden gegen den Bergischen HC (19 Uhr/Lübbecke) in ein besonderes Licht. Man bangt bei GWD um den Einsatz von Juri Knorr.

Ausgerechnet die Nationalmannschaft hat das Virus in die Liga getragen. Nach den EM-Qualifikationsspielen gegen Bosnien-Herzegowina und in Estland wurde erst der positive Test von Torwart Johannes Bitter bekannt, nun folgte die Meldung, dass sich auch der ehemalige GWD-Spieler Marian Michalczik von den Füchsen Berlin mit Covid -19 angesteckt hat.

Unmittelbare Folge der Corona-Situation der Nationalspieler sind Spielabsagen. Gestern wurde das Gastspiel der MT Melsungen (mit immerhin gleich sechs Nationalspielern) in Flensburg abgesagt, die bereits angereisten Hessen fuhren direkt mit dem Bus zurück. „Die Lehrgangswoche der Nationalmannschaft kann dazu führen, dass die gesamte Liga lahmgelegt wird“, sorgt sich Melsungens Manager Axel Geerken gegenüber dem Sport-Informationsdienst SID.

Heute wurden die Partien der Füchse in Kiel sowie die Begegnungen zwischen Leipzig und Essen und Hannover gegen Göppingen abgesagt. Leipzig kämpft seit Wochen mit einer Corona-Welle im Team, bei Göppingen gründet sich die Absage aus der besonderen Nähe zweier Nationalspieler zum Stuttgarter Jogi Bitter. Die Stuttgarter selbst durften hingegen spielen, und auch Uwe Gensheimer, in der DHB-Auswahl Zimmerkollege Bitters, durfte gestern in der Partei der Rhein-Neckar Löwen beim SC Magdeburg mitwirken. Die Unkenntnis über die Infektionswege bei den DHB-Spielern sorgt für große Verunsicherung: Erst als die Nationalspieler schon wieder in ihren Bundesliga-Mannschaften angekommen waren, stellten sich die Corona-Infektionen bei Bitter und Michalczik heraus.

„Das ist eine extrem schwierige Lage“ sagt Frank von Behren. Der Geschäftsführer Sport bei GWD Minden versucht in der Causa Juri Knorr den Spagat: Einerseits der Verantwortung für die Gesundheit aller Spieler gerecht werden, andererseits sportlich möglichst wettbewerbsfähig sein.

Man habe den jungen Spielmacher nach seinen ersten beiden Länderspielen Montag und Dienstag in häuslicher Isolation belassen und Tests (PCR und Schnelltests) durchgeführt. „Alles negativ“, berichtet von Behren. Heute werde erneut ein PCR-Test und ein Schnelltest vor dem Spiel gemacht. „Wir versuchen, größte Vorsicht walten zu lassen. Wir testen so viel es geht. Das ist letztlich das einzige Mittel, um Sicherheit zu erhalten“, berichtet von Behren. Man habe das Vorgehen eng mit dem Kreisgesundheitsamt und Dr. Peter Witte, dem Chefarzt für Hygiene an den Mühlenkreiskliniken, abgestimmt. „Vorbehaltlich der letzten Testergebnisse wird Juri gegen den BHC spielen können. Es gibt derzeit keinen Grund anders zu entscheiden. Genau das ist ja der Sinn der Testungen“, berichtet der GWD-Sportmanager. Allein eine Rückmeldung des Stuttgarter Gesundheitsamts könnte die Situation ändern, falls Knorr im Fall Bitter noch als Kontaktperson 1. Grades klassifiziert wird sich in Quarantäne begeben muss.

GWD-Trainer Frank Carstens will sich mit all diesen Unsicherheiten nicht belasten. Er plant ohne Knorr und hat die Vorbereitung auf das Heimspiel gegen den BHC entsprechend angelegt. „Wir haben die Länderspielwoche genutzt, um Aliaksandr Padshyvalau und Simon Strakeljahn auf der Mitte einzuspielen“, sagt der Trainer. Auch Miljan Pusica habe gezieltes Angriffstraining im linken Rückraum erhalten. „Wir werden ein gutes Team aufstellen“, kündigt Carstens an. Eine gute Nachricht: Kreisläufer Joshua Thiele hat die Verletzung am Syndesmoseband auskuriert und das Teamtraining aufgenommen. „Wenn es gut läuft, kann er vielleicht schon ein wenig mitspielen“, erhofft sich Carstens ein Stärkung der Abwehr gegen den ausgebufften BHC. Das exzellente Tempospiel der Gäste verhindern, das Spiel über den Kreis unterbinden – Carstens’ Matchplan steht. Den Faktor Knorr preist der Trainer noch nicht ein: „Wenn Juri spielen darf, ist er ein Plus für uns“, sagt Carstens: „Juri ist unser Joker.“

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