Big Points für den Klassenerhalt: GWD Minden besiegt Göppingen 24:23 Marcus Riechmann Lübbecke. Das war ein großer Schritt zum rettenden Ufer. Handball-Bundesligist GWD Minden erkämpfte im Heimspiel gegen Frisch Auf Göppingen am Sonntagnachmittag einen 24:23 (11:12)-Heimsieg und legte im Dreikampf um den Klassenerhalt vor. Mit einer Energieleistung holten sich die Mindener zwei wichtige Punkte und gleichzeitig den erhofften Rückenwind für das „Abstiegsendspiel" am kommenden Donnerstag gegen die Eulen Ludwigshafen. Drei Punkte liegt GWD zwei Spieltage vor dem Saisonende vor den Eulen und ist wieder punktgleich mit  HBW Balingen-Weilstetten. Balingen hatte am Samstag 30:36 bei den Füchsen Berlin verloren, Ludwigshafen unterlag Sonntagmittag dem THW Kiel 20:29. GWD kam vor gut 500 Zuschauern in der Kreissporthalle Lübbecke gut in die Partie, machte Tempo und legte eine 4:2-Führung vor, die Kevin Gulliksen nach fünf Minuten per Gegenstoß erzielte. Doch richtig ins Rollen kam der Mindener Angriff nicht. Ohne Doruk Pehlivan, der mit einer Knieverletzung wahrscheinlich auch in den kommenden Spielen ausfallen wird, fehlte in linken Rückraum ein wichtiger Akteur. Und so spielte Minden zunächst mit Christoffer Rambo, Juri Knorr und Simon Strakeljahn im Rückraum. Die Gastgeber mussten für ihre Tore arbeiten, doch das fiel zunehmend schwer, weil der Angriff in seinen Möglichkeiten limitiert war und zudem beste Chancen ausgelassen wurden. Gulliksen ließ einen Strafwurf beim 5:5 und auch eine Gelegenheit von Rechtsaußen verstreichen, Christoffer Rambo vergab frei vor und Routinier Christian Zeitz sah mit einem Dreher gegen Gäste-Torwart Urh Kastelic nicht gut aus. Szenen wie diese zehrten gleichermaßen an den Nerven von Spielern wie Fans in der Lübbecker Kreissporthalle. Vor allem Rambo, der zum 3:2 getroffen hatte, wollte das 1115. Tor in seiner GWD-Geschichte einfach nicht gelingen. Der Norweger wurde gut von der FAG-Deckung abgeschirmt, den Torrekord von Dalibor Doder konnte er in der ersten Halbzeit nicht egalisieren. Wie wichtig seine Aktionen aber für GWD sind, machte Trainer Frank Carstens in einer Auszeit deutlich: „Weiterwerfen, egal was passiert", gab er dem Linkshänder mit auf den Weg. Besser wurde es im Angriff nicht, folgerichtig übernahm Göppingen die Führung nach dem 5:5. Aber trotz der Probleme blieb GWD an den Gästen dran, weil die Deckung gut funktionierte und auch Torwart Malte Semisch Stück für Stück zu besserer Form fand. Justus Richtzenhain belebte das Kreisläuferspiel, Miro Schluroff brachte mehr Dynamik in den Rückraum. Doch vor allem lebte das Angriffsspiel von Juri Knorr, der exzellent aufspielte und beim 11:11 mit seinem dritten Tor für den Ausgleich sorgte. Mit einem wuchtigen Freiwurf netzte Sebastian Heymann exakt mit dem Pausenpfiff zur Göppinger 12:11-Halbzeitführung ein. In Halbzeit zwei kamen die Hausherren endlich in Fahrt. Sie kämpften um jeden Ball und bauten sich die emotionale Welle auf, die sie im Kampf um den Klassenerhalt brauchen. Malte Semisch zeigte starke Paraden, Minden setzte das in Konterspiel und in Tore um. Aus dem 14:16 machten die Männer in Grün zum 18:16 erstmals wieder eine Zwei-Tore-Führung. Zum 15:16 und dann zum 17:16 traf Rambo und sicherte sich damit den Eintrag in die Geschichtsbücher: Mit den Treffern 1115 und 1116 überholte er Dalibor Doder als besten Torschützen der GWD-Historie. Die Mindener Spieler pushten sich nach vorn, die Fans gaben Gas von den Rängen. Das zeigte Wirkung: Die Gäste produzierten Fehler und verloren den Faden. Beim 21:19 drängte die GWD-Deckung Göppingen ins Zeitspiel und holte sich schließlich den Ball. Die Drei-Tore-Führung war in Blickweite. Doch Knorr und Rambo vertändelten den Ball, Göppingens Marcel Schiller traf per Konter zum 21:20 (50.). Carstens nahm sofort eine Auszeit und beruhigte seine Spieler: „Bleibt cool, atmet durch." Und seine Spieler blieben cool. Zwar gelang FAG über Rechtsaußen Josip Bozic der Ausgleich, aber Gulliksen antwortete acht Minuten vor dem Abpfiff zum 22:21. Der Fight bog auf die Zielgerade ein. Längst war das mühsame Spiel der ersten Halbzeit zu einer rassigen Auseinandersetzung mit Chancen auf beiden Seiten geworden. GWD legte vor: Miro Schluroff ging auf der rechten Seite mit voller Power in die Schnittstelle und holte einen Strafwurf sowie eine Zeitstrafe gegen Schiller heraus. Knorr, heute sicherer Vollstrecker von der Linie, traf mit seinem achten Tor des Tages zum 23:22. Danach erzwang die Abwehr einen Fehler von FAG-Spielmacher Tim Kneule und Gulliksen legte mit einem Konter und seinem siebten Treffer ins leere Göppinger Tor zum 24:22 nach. Doch damit war die Partie längst nicht entschieden. Axel Goller vertrat den seine Strafzeit abbrummenden Schiller beim Siebenmeter blendend und verkürzte gegen Carsten Lichtlein zum 24:23. Die letzte Minute wurde dann zum Ritt auf der Rasierklinge. GWD nahm Zeit von der Uhr, doch als dann Miro Schluroff mit einem Wurf an Daniel Rebmann scheiterte, herrschte Alarmstufe Rot. Göppingen brachte im letzten Angriff natürlich Mr. Buzzer-Beater Heymann in Position. Doch anders als am Ende der ersten Halbzeit traf der FAG-Rückraumschütze dieses Mal aus rund zwölf Metern nicht ins Ziel. Über den Scheitel von 2,08-Meter-Mann Semisch touchierte Heymanns Wurf nur die Latte. Damit war der Sieg für GWD perfekt. GWD Minden – FA Göppingen 24:23 (11:12) GWD Minden: Semisch, Lichtlein – Meister 1, Brand n.e., Ritterbach, Richtzenhain 2, Zeitz, Rambo 3, Korte n.e., Thiele, Janke, Schluroff 2, Strakeljahn 1, Knorr 8/3, Staar, Gulliksen 7/1. FA Göppingen: Kastelic, Rebmann – Theilinger, Kneule 3, Heymann 5, Bagerstedt, Ellebaek 1, Jonsson 1, Schiller 7/4, Goller 1/1, Bozic 1, Hermann, Zelenovic 3, Kozina 1.

Big Points für den Klassenerhalt: GWD Minden besiegt Göppingen 24:23

Mindens Kreisläufer Justus Richtzenhain hat sich gegen Sebastian Heymann durchgesetzt und wirft einen seiner beiden Treffer. Foto: Noah Wedel © Noah Wedel

Lübbecke. Das war ein großer Schritt zum rettenden Ufer. Handball-Bundesligist GWD Minden erkämpfte im Heimspiel gegen Frisch Auf Göppingen am Sonntagnachmittag einen 24:23 (11:12)-Heimsieg und legte im Dreikampf um den Klassenerhalt vor. Mit einer Energieleistung holten sich die Mindener zwei wichtige Punkte und gleichzeitig den erhofften Rückenwind für das „Abstiegsendspiel" am kommenden Donnerstag gegen die Eulen Ludwigshafen. Drei Punkte liegt GWD zwei Spieltage vor dem Saisonende vor den Eulen und ist wieder punktgleich mit  HBW Balingen-Weilstetten. Balingen hatte am Samstag 30:36 bei den Füchsen Berlin verloren, Ludwigshafen unterlag Sonntagmittag dem THW Kiel 20:29.

GWD kam vor gut 500 Zuschauern in der Kreissporthalle Lübbecke gut in die Partie, machte Tempo und legte eine 4:2-Führung vor, die Kevin Gulliksen nach fünf Minuten per Gegenstoß erzielte. Doch richtig ins Rollen kam der Mindener Angriff nicht. Ohne Doruk Pehlivan, der mit einer Knieverletzung wahrscheinlich auch in den kommenden Spielen ausfallen wird, fehlte in linken Rückraum ein wichtiger Akteur. Und so spielte Minden zunächst mit Christoffer Rambo, Juri Knorr und Simon Strakeljahn im Rückraum.

Die Gastgeber mussten für ihre Tore arbeiten, doch das fiel zunehmend schwer, weil der Angriff in seinen Möglichkeiten limitiert war und zudem beste Chancen ausgelassen wurden. Gulliksen ließ einen Strafwurf beim 5:5 und auch eine Gelegenheit von Rechtsaußen verstreichen, Christoffer Rambo vergab frei vor und Routinier Christian Zeitz sah mit einem Dreher gegen Gäste-Torwart Urh Kastelic nicht gut aus. Szenen wie diese zehrten gleichermaßen an den Nerven von Spielern wie Fans in der Lübbecker Kreissporthalle.

Vor allem Rambo, der zum 3:2 getroffen hatte, wollte das 1115. Tor in seiner GWD-Geschichte einfach nicht gelingen. Der Norweger wurde gut von der FAG-Deckung abgeschirmt, den Torrekord von Dalibor Doder konnte er in der ersten Halbzeit nicht egalisieren. Wie wichtig seine Aktionen aber für GWD sind, machte Trainer Frank Carstens in einer Auszeit deutlich: „Weiterwerfen, egal was passiert", gab er dem Linkshänder mit auf den Weg.

Besser wurde es im Angriff nicht, folgerichtig übernahm Göppingen die Führung nach dem 5:5. Aber trotz der Probleme blieb GWD an den Gästen dran, weil die Deckung gut funktionierte und auch Torwart Malte Semisch Stück für Stück zu besserer Form fand. Justus Richtzenhain belebte das Kreisläuferspiel, Miro Schluroff brachte mehr Dynamik in den Rückraum. Doch vor allem lebte das Angriffsspiel von Juri Knorr, der exzellent aufspielte und beim 11:11 mit seinem dritten Tor für den Ausgleich sorgte. Mit einem wuchtigen Freiwurf netzte Sebastian Heymann exakt mit dem Pausenpfiff zur Göppinger 12:11-Halbzeitführung ein.

In Halbzeit zwei kamen die Hausherren endlich in Fahrt. Sie kämpften um jeden Ball und bauten sich die emotionale Welle auf, die sie im Kampf um den Klassenerhalt brauchen. Malte Semisch zeigte starke Paraden, Minden setzte das in Konterspiel und in Tore um. Aus dem 14:16 machten die Männer in Grün zum 18:16 erstmals wieder eine Zwei-Tore-Führung. Zum 15:16 und dann zum 17:16 traf Rambo und sicherte sich damit den Eintrag in die Geschichtsbücher: Mit den Treffern 1115 und 1116 überholte er Dalibor Doder als besten Torschützen der GWD-Historie.

Die Mindener Spieler pushten sich nach vorn, die Fans gaben Gas von den Rängen. Das zeigte Wirkung: Die Gäste produzierten Fehler und verloren den Faden. Beim 21:19 drängte die GWD-Deckung Göppingen ins Zeitspiel und holte sich schließlich den Ball. Die Drei-Tore-Führung war in Blickweite. Doch Knorr und Rambo vertändelten den Ball, Göppingens Marcel Schiller traf per Konter zum 21:20 (50.). Carstens nahm sofort eine Auszeit und beruhigte seine Spieler: „Bleibt cool, atmet durch."

Und seine Spieler blieben cool. Zwar gelang FAG über Rechtsaußen Josip Bozic der Ausgleich, aber Gulliksen antwortete acht Minuten vor dem Abpfiff zum 22:21. Der Fight bog auf die Zielgerade ein. Längst war das mühsame Spiel der ersten Halbzeit zu einer rassigen Auseinandersetzung mit Chancen auf beiden Seiten geworden.

GWD legte vor: Miro Schluroff ging auf der rechten Seite mit voller Power in die Schnittstelle und holte einen Strafwurf sowie eine Zeitstrafe gegen Schiller heraus. Knorr, heute sicherer Vollstrecker von der Linie, traf mit seinem achten Tor des Tages zum 23:22. Danach erzwang die Abwehr einen Fehler von FAG-Spielmacher Tim Kneule und Gulliksen legte mit einem Konter und seinem siebten Treffer ins leere Göppinger Tor zum 24:22 nach. Doch damit war die Partie längst nicht entschieden. Axel Goller vertrat den seine Strafzeit abbrummenden Schiller beim Siebenmeter blendend und verkürzte gegen Carsten Lichtlein zum 24:23.

Die letzte Minute wurde dann zum Ritt auf der Rasierklinge. GWD nahm Zeit von der Uhr, doch als dann Miro Schluroff mit einem Wurf an Daniel Rebmann scheiterte, herrschte Alarmstufe Rot. Göppingen brachte im letzten Angriff natürlich Mr. Buzzer-Beater Heymann in Position. Doch anders als am Ende der ersten Halbzeit traf der FAG-Rückraumschütze dieses Mal aus rund zwölf Metern nicht ins Ziel. Über den Scheitel von 2,08-Meter-Mann Semisch touchierte Heymanns Wurf nur die Latte. Damit war der Sieg für GWD perfekt.

GWD Minden – FA Göppingen 24:23 (11:12)

GWD Minden: Semisch, Lichtlein – Meister 1, Brand n.e., Ritterbach, Richtzenhain 2, Zeitz, Rambo 3, Korte n.e., Thiele, Janke, Schluroff 2, Strakeljahn 1, Knorr 8/3, Staar, Gulliksen 7/1.

FA Göppingen: Kastelic, Rebmann – Theilinger, Kneule 3, Heymann 5, Bagerstedt, Ellebaek 1, Jonsson 1, Schiller 7/4, Goller 1/1, Bozic 1, Hermann, Zelenovic 3, Kozina 1.

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