Aufarbeitung des Derbys tat weh: GWD-Profis sind über sich selbst erschrocken Jörg Wehling Minden. Wenn Wiedergutmachung über Einsicht und Trainingsfleiß definierbar wäre, dann müsste es beim Handball-Bundesligisten GWD Minden nach der blamablen 18:23-Derbyniederlage gegen den Aufsteiger TuS N-Lübbecke im nun folgenden Auswärtsspiel beim HSV Hamburg besser werden. Natürlich war die Pleite in der ersten Hälfte der Trainingswoche ein großes Thema, eine intensive Fehleranalyse per Video war für die gesamte Mannschaft unausweichlich. „Es gab reichlich Anschauungsmaterial. Die Spieler waren selbst erschrocken, als sie gesehen haben, wie sie gegen den TuS aufgetreten sind“, sagt GWD-Trainer Frank Carstens im Rückblick. Der Mindener Coach sprach von einer harten Woche, in der es galt, in vielen Gesprächen die Spieler wieder aufzurichten. Der Grundtenor der Selbsterkenntnis: „Wir können es deutlich besser. Und müssen es nun nicht nur im Training, sondern auch im Spiel zeigen.“ Der Wille und der Einsatz stimmten zumindest in der zweiten Halbzeit des Derbys, obwohl auch hier einige Defizite bei den Grün-Weißen signifikant auftraten. Doch trotz allen Bemühens war man am Ende chancenlos und stand zum sechsten Mal in dieser Saison mit leeren Händen da. Den Frust aus dem Derby in positive Energie umwandeln, war nur eine von vielen Arbeitskärtchen in den vergangenen Tagen. Der Wille, es besser zu machen, war für Carstens jedenfalls klar erkennbar. Mit Trainingsfleiß soll die lange Mängelliste schnellstmöglich deutlich verkürzt werden. Besseres Entscheidungsverhalten in der Offensive und konsequenteres Arbeiten im Deckungsverbund standen ebenfalls auf dem Plan. Was dem neu zusammengestellten Team weiterhin fehlt ist aber die Zeit, um Automatismen zu verinnerlichen. „Was nützt allerdings der beste Trainingseinsatz, wenn die Punkte ausbleiben?“, fragt sich Carstens zurecht. Die personelle Situation war jedenfalls schon vor dem Derby gegen den TuS N-Lübbecke deutlich angespannter, als vermutet. Bei dem angeschlagenen Malte Semisch ging man ein gewisses Risiko ein und ließ den Torwartriesen dennoch spielen. Auch Nikola Jukic war nicht im Vollbesitz seiner Kräfte und spielte trotz einer Blessur. Die Fersenprellung behinderte den Rückraumrechten insbesondere beim Absprung. Die Verletzung hatte sich Jukic im Pokalspiel bei den Eulen Ludwigshafen zugezogen. Schmerzlich vermisst gegen den TuS N-Lübbecke wurde auch Spielmacher Amine Darmoul. Immerhin unternahm der Tunesier am Mittwoch erste leichte Laufversuche, mehr aber auch nicht. Dass Darmoul schon eine Option für die Auswärtspartie in Hamburg wäre, dass glaubt der GWD-Trainer Carstens ganz und gar nicht: „Aufgrund seiner Spielweise kann er uns nur dann helfen, wenn er wieder bei einhundert Prozent ist. So weit ist er aber noch nicht.“ Grundsätzlich gilt es für die Mindener Spieler sich im Training das Selbstvertrauen und Erfolgserlebnisse zu holen, um auch in den anstehenden Spielen mehr Sicherheit zu bekommen. Seit gestern richtet sich der Fokus nun auf die Partie gegen den bisher starken Aufsteiger HSV Hamburg. Die Derby-Niederlage soll für die GWD-Spieler dann endgültig abgehakt sein. Frank von Behren, Geschäftsführer Sport bei GWD Minden, erwartet von der Mannschaft, dass sie Verantwortung übernimmt und im kommenden Auswärtsspiel gegen den HSV Wiedergutmachung betreibt. „Die Mannschaft steht jetzt in der Pflicht“, sagt von Behren. Er selber setzte sich mit dem Mannschaftsrat zusammen und betrieb ebenfalls eine schonungslose Fehleranalyse. Insbesondere das Abwehrverhalten in der ersten Halbzeit hatte ihn mächtig geärgert. „Das war nicht einmal auf Zweitliga-Niveau“, monierte von Behren, der die Mannschaft aber weiterhin für stark genug hält, um sich in der Bundesliga durchzusetzen. Ob die Aussprache und klare Fehleranalyse bereits gegen den HSV Hamburg seine Wirkung zeigt, bleibt allerdings abzuwarten. „Wir müssen jetzt einfach in den Quark kommen, egal wie die Gegner auch heißen mögen“, sagt von Behren.

Aufarbeitung des Derbys tat weh: GWD-Profis sind über sich selbst erschrocken

Auf der Suche nach eine Lücke in der Lübbecker Abwehr ist GWD Mindens Halblinker Jan Grebenc (am Ball). Hier windet er sich um den TuS-Abwehrhünen Tin Kontrec. ©Angela Metge

Minden. Wenn Wiedergutmachung über Einsicht und Trainingsfleiß definierbar wäre, dann müsste es beim Handball-Bundesligisten GWD Minden nach der blamablen 18:23-Derbyniederlage gegen den Aufsteiger TuS N-Lübbecke im nun folgenden Auswärtsspiel beim HSV Hamburg besser werden. Natürlich war die Pleite in der ersten Hälfte der Trainingswoche ein großes Thema, eine intensive Fehleranalyse per Video war für die gesamte Mannschaft unausweichlich.

„Es gab reichlich Anschauungsmaterial. Die Spieler waren selbst erschrocken, als sie gesehen haben, wie sie gegen den TuS aufgetreten sind“, sagt GWD-Trainer Frank Carstens im Rückblick. Der Mindener Coach sprach von einer harten Woche, in der es galt, in vielen Gesprächen die Spieler wieder aufzurichten. Der Grundtenor der Selbsterkenntnis: „Wir können es deutlich besser. Und müssen es nun nicht nur im Training, sondern auch im Spiel zeigen.“

Der Wille und der Einsatz stimmten zumindest in der zweiten Halbzeit des Derbys, obwohl auch hier einige Defizite bei den Grün-Weißen signifikant auftraten. Doch trotz allen Bemühens war man am Ende chancenlos und stand zum sechsten Mal in dieser Saison mit leeren Händen da.

Den Frust aus dem Derby in positive Energie umwandeln, war nur eine von vielen Arbeitskärtchen in den vergangenen Tagen. Der Wille, es besser zu machen, war für Carstens jedenfalls klar erkennbar. Mit Trainingsfleiß soll die lange Mängelliste schnellstmöglich deutlich verkürzt werden. Besseres Entscheidungsverhalten in der Offensive und konsequenteres Arbeiten im Deckungsverbund standen ebenfalls auf dem Plan. Was dem neu zusammengestellten Team weiterhin fehlt ist aber die Zeit, um Automatismen zu verinnerlichen. „Was nützt allerdings der beste Trainingseinsatz, wenn die Punkte ausbleiben?“, fragt sich Carstens zurecht.

Die personelle Situation war jedenfalls schon vor dem Derby gegen den TuS N-Lübbecke deutlich angespannter, als vermutet. Bei dem angeschlagenen Malte Semisch ging man ein gewisses Risiko ein und ließ den Torwartriesen dennoch spielen. Auch Nikola Jukic war nicht im Vollbesitz seiner Kräfte und spielte trotz einer Blessur. Die Fersenprellung behinderte den Rückraumrechten insbesondere beim Absprung. Die Verletzung hatte sich Jukic im Pokalspiel bei den Eulen Ludwigshafen zugezogen.

Schmerzlich vermisst gegen den TuS N-Lübbecke wurde auch Spielmacher Amine Darmoul. Immerhin unternahm der Tunesier am Mittwoch erste leichte Laufversuche, mehr aber auch nicht. Dass Darmoul schon eine Option für die Auswärtspartie in Hamburg wäre, dass glaubt der GWD-Trainer Carstens ganz und gar nicht: „Aufgrund seiner Spielweise kann er uns nur dann helfen, wenn er wieder bei einhundert Prozent ist. So weit ist er aber noch nicht.“

Grundsätzlich gilt es für die Mindener Spieler sich im Training das Selbstvertrauen und Erfolgserlebnisse zu holen, um auch in den anstehenden Spielen mehr Sicherheit zu bekommen. Seit gestern richtet sich der Fokus nun auf die Partie gegen den bisher starken Aufsteiger HSV Hamburg. Die Derby-Niederlage soll für die GWD-Spieler dann endgültig abgehakt sein.

Frank von Behren, Geschäftsführer Sport bei GWD Minden, erwartet von der Mannschaft, dass sie Verantwortung übernimmt und im kommenden Auswärtsspiel gegen den HSV Wiedergutmachung betreibt. „Die Mannschaft steht jetzt in der Pflicht“, sagt von Behren. Er selber setzte sich mit dem Mannschaftsrat zusammen und betrieb ebenfalls eine schonungslose Fehleranalyse. Insbesondere das Abwehrverhalten in der ersten Halbzeit hatte ihn mächtig geärgert. „Das war nicht einmal auf Zweitliga-Niveau“, monierte von Behren, der die Mannschaft aber weiterhin für stark genug hält, um sich in der Bundesliga durchzusetzen.

Ob die Aussprache und klare Fehleranalyse bereits gegen den HSV Hamburg seine Wirkung zeigt, bleibt allerdings abzuwarten. „Wir müssen jetzt einfach in den Quark kommen, egal wie die Gegner auch heißen mögen“, sagt von Behren.

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