Auf neuen Wegen - Joshua Thiele macht bei GWD den nächsten Schritt Marcus Riechmann Minden. Die neue Heimat hat es ihm angetan. „Das ist eine echt schöne Ecke hier“, sagt Joshua Thiele über die Fischerstadt. Dort, direkt an der Weser, hat der neue Kreisläufer des Handball-Bundesligisten GWD Minden bereits Mitte Juni sein Domizil bezogen. Seit ein paar Tagen ist sogar die neue Küche eingebaut. „Richtig kochen können ist ein Fortschritt. Bis dahin war es ein bisschen camping-mäßig“, erzählt der 22-Jährige. Ein paar Tage Sommerurlaub liegen hinter ihm. Nichts Großes. Freunde treffen, die Eltern in Buxtehude besuchen. Und ein paar Tage hat er mit seiner Schwester und ihrem Freund im Schwarzwald entspannt. Die lange Handballpause der Corona-Zeit hat Thiele vor allem dem Fernstudium zum Wirtschaftsingenieur gewidmet. Und trainiert hat er natürlich. Allein oder auch mit seinem Freund Jannes Krone. Mit dem Linkshänder hat Thiele bei der TSV Hannover-Burgdorf gespielt und gemeinsam in einer WG gelebt. Nun wagt der Kreisläufer mit dem Wechsel zu GWD den nächsten Schritt. Raus aus der Kumpel-WG und künftig eine gute halbe Stunde Bahnfahrt entfernt von Freundin Carolin. Nach sieben Jahren bei den „Recken“ aus der niedersächsischen Landeshauptstadt will sich Thiele in Minden als Bundesligaspieler etablieren. Auf den sportlichen Start mit dem Trainingsauftakt am 14. Juli muss der 1,93 Meter große Kreisläufer noch ein paar Tage warten. Mit seiner neuen Heimat rund um die Fischerstadt hat er sich bereits vertraut gemacht. Die verwinkelten Gassen des mittelalterlichen Quartiers gefallen ihm ebenso wie der Blick über den Fluss. „Ich wusste nicht viel von Minden und war nur mal hier, wenn ich Max Staar zu DHB-Lehrgängen eingesammelt habe. Ich bin ehrlich gesagt überrascht, wie schön die Innenstadt ist“, erzählt Thiele und ergänzt: „Die Nachbarn sind auch nett.“ Soweit passt es schon mal. Seit dem 1. Juli steht der Jungprofi bei GWD unter Vertrag – als einer von drei Neuen neben Torhüter Carsten Lichtlein und Rückraumspieler Doruk Pehlivan. Er tritt in die großen Fußstapfen des Norwegers Magnus Gullerud, der nach vier Mindener Jahren zum SC Magdeburg gewechselt ist. Bei GWD wird Thiele am Kreis mit dem fast gleichaltrigen Schweizer Nationalspieler Lucas Meister (wird im August 24 Jahre) das neue Duo bilden. In der Deckung ist er ebenfalls als Gullerud-Nachfolger für den Innenblock vorgesehen. Im Abwehrspiel bringt Thiele bereits eine Menge Erstliga-Erfahrung mit, offensiv hatte er es in Hannover als Nummer drei hinter den Routiniers Evgeni Pevnov und Ilija Brozovic schwer. Das war auch ein Grund für den Wechsel zu GWD. „Ich will mehr Spielpraxis sammeln“, erzählt Thiele. Das Konzept von GWD-Trainer Frank Carstens, mit jungen Spielern zu arbeiten und ihnen Entwicklungsraum zu geben hat ihn überzeugt: „Ich denke, ich bin hier gut aufgehoben.“ Auch die tiefe Verwurzlung des Handballsports in Minden und die große Tradition von GWD gefällt ihm: „Ich freue mich, künftig ein Teil davon zu sein.“ Ein paar Kontakte ins Team hat der Hobby-Taucher bereits. Torwart Malte Semisch kennt er noch aus gemeinsam Hannoveraner Trainingstagen, mit Max Staar und Juri Knorr verbindet ihn die gemeinsame Zeit in den Jugend-Nationalteams. Die weiteren GWD-Mitspieler kennt er nur aus den Liga-Spielen. Kurz nachdem sein Wechsel zu GWD bekannt geworden war, durfte Thiele auch noch einmal in der Kampa-Halle spielen. Beim GWD-Abschied aus der jahrzehntelangen Heimspielstätte war Thiele mit den Recken am 30. Dezember 2019 der finale Gegner. „Das war ein versöhnliches Ergebnis“ sagt Thiele über das 32:32 und seinen ersten großen Auftritt vor den Mindener Fans. Die neue GWD-Mannschaft mit ihrer Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern bezeichnet Thiele als „interessanten Haufen“. Er vermutet: „Das wird spannend.“ Ziele mit dem Team will er sich noch nicht setzen. Und auch plakative eigene Ziele kann Thiele, der 2013 im zarten Alter von 15 Jahren Buxtehude verließ, sich der TSV Hannover-Burgdorf anschloss und sich dort in die Junioren-Nationalmannschaft und ins Bundesligateam hocharbeitete, nicht nennen. „Die Freude am Handball treibt mich an“, sagt Thiele und erläutert mit Blick auf modernes Mentaltraining augenzwinkernd: „Ich weiß, einfach nur Spaß zu haben ist eigentlich nicht das klassische Mind-Set, aber das funktioniert bei mir bisher ganz gut.“

Auf neuen Wegen - Joshua Thiele macht bei GWD den nächsten Schritt

Die noch handballfreie Zeit nutzt Joshua Thiele, um sich mit seiner neuen Heimat vertraut zu machen. Hier streift er durch die schmalen Gassen der Mindener Fischerstadt. © Foto: pr

Minden. Die neue Heimat hat es ihm angetan. „Das ist eine echt schöne Ecke hier“, sagt Joshua Thiele über die Fischerstadt. Dort, direkt an der Weser, hat der neue Kreisläufer des Handball-Bundesligisten GWD Minden bereits Mitte Juni sein Domizil bezogen. Seit ein paar Tagen ist sogar die neue Küche eingebaut. „Richtig kochen können ist ein Fortschritt. Bis dahin war es ein bisschen camping-mäßig“, erzählt der 22-Jährige.

Ein paar Tage Sommerurlaub liegen hinter ihm. Nichts Großes. Freunde treffen, die Eltern in Buxtehude besuchen. Und ein paar Tage hat er mit seiner Schwester und ihrem Freund im Schwarzwald entspannt. Die lange Handballpause der Corona-Zeit hat Thiele vor allem dem Fernstudium zum Wirtschaftsingenieur gewidmet. Und trainiert hat er natürlich. Allein oder auch mit seinem Freund Jannes Krone. Mit dem Linkshänder hat Thiele bei der TSV Hannover-Burgdorf gespielt und gemeinsam in einer WG gelebt. Nun wagt der Kreisläufer mit dem Wechsel zu GWD den nächsten Schritt. Raus aus der Kumpel-WG und künftig eine gute halbe Stunde Bahnfahrt entfernt von Freundin Carolin. Nach sieben Jahren bei den „Recken“ aus der niedersächsischen Landeshauptstadt will sich Thiele in Minden als Bundesligaspieler etablieren.

Auf den sportlichen Start mit dem Trainingsauftakt am 14. Juli muss der 1,93 Meter große Kreisläufer noch ein paar Tage warten. Mit seiner neuen Heimat rund um die Fischerstadt hat er sich bereits vertraut gemacht. Die verwinkelten Gassen des mittelalterlichen Quartiers gefallen ihm ebenso wie der Blick über den Fluss. „Ich wusste nicht viel von Minden und war nur mal hier, wenn ich Max Staar zu DHB-Lehrgängen eingesammelt habe. Ich bin ehrlich gesagt überrascht, wie schön die Innenstadt ist“, erzählt Thiele und ergänzt: „Die Nachbarn sind auch nett.“ Soweit passt es schon mal.

Seit dem 1. Juli steht der Jungprofi bei GWD unter Vertrag – als einer von drei Neuen neben Torhüter Carsten Lichtlein und Rückraumspieler Doruk Pehlivan. Er tritt in die großen Fußstapfen des Norwegers Magnus Gullerud, der nach vier Mindener Jahren zum SC Magdeburg gewechselt ist. Bei GWD wird Thiele am Kreis mit dem fast gleichaltrigen Schweizer Nationalspieler Lucas Meister (wird im August 24 Jahre) das neue Duo bilden. In der Deckung ist er ebenfalls als Gullerud-Nachfolger für den Innenblock vorgesehen. Im Abwehrspiel bringt Thiele bereits eine Menge Erstliga-Erfahrung mit, offensiv hatte er es in Hannover als Nummer drei hinter den Routiniers Evgeni Pevnov und Ilija Brozovic schwer. Das war auch ein Grund für den Wechsel zu GWD. „Ich will mehr Spielpraxis sammeln“, erzählt Thiele. Das Konzept von GWD-Trainer Frank Carstens, mit jungen Spielern zu arbeiten und ihnen Entwicklungsraum zu geben hat ihn überzeugt: „Ich denke, ich bin hier gut aufgehoben.“ Auch die tiefe Verwurzlung des Handballsports in Minden und die große Tradition von GWD gefällt ihm: „Ich freue mich, künftig ein Teil davon zu sein.“

Ein paar Kontakte ins Team hat der Hobby-Taucher bereits. Torwart Malte Semisch kennt er noch aus gemeinsam Hannoveraner Trainingstagen, mit Max Staar und Juri Knorr verbindet ihn die gemeinsame Zeit in den Jugend-Nationalteams. Die weiteren GWD-Mitspieler kennt er nur aus den Liga-Spielen. Kurz nachdem sein Wechsel zu GWD bekannt geworden war, durfte Thiele auch noch einmal in der Kampa-Halle spielen. Beim GWD-Abschied aus der jahrzehntelangen Heimspielstätte war Thiele mit den Recken am 30. Dezember 2019 der finale Gegner. „Das war ein versöhnliches Ergebnis“ sagt Thiele über das 32:32 und seinen ersten großen Auftritt vor den Mindener Fans.

Die neue GWD-Mannschaft mit ihrer Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern bezeichnet Thiele als „interessanten Haufen“. Er vermutet: „Das wird spannend.“ Ziele mit dem Team will er sich noch nicht setzen. Und auch plakative eigene Ziele kann Thiele, der 2013 im zarten Alter von 15 Jahren Buxtehude verließ, sich der TSV Hannover-Burgdorf anschloss und sich dort in die Junioren-Nationalmannschaft und ins Bundesligateam hocharbeitete, nicht nennen. „Die Freude am Handball treibt mich an“, sagt Thiele und erläutert mit Blick auf modernes Mentaltraining augenzwinkernd: „Ich weiß, einfach nur Spaß zu haben ist eigentlich nicht das klassische Mind-Set, aber das funktioniert bei mir bisher ganz gut.“

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