Auf dem Silbertablett - Remis gegen Balingen bringt GWD Frust und Zuversicht Sebastian Külbel Minden. Zwei Tore Führung eine Minute vor Schluss, Ausgleich und dann doch noch den Siegtreffer mit dem letzten Wurf per Siebenmeter in der Hand: Allein die finalen Sekunden des Kellerduells gegen HBW Balingen-Weilstetten lieferte GWD Mindens Fans ausreichend Anlass zum Haareraufen. Trotzdem standen am Ende nur ein 23:23 (11:12)-Unentschieden und der letzte Platz zur EM-Pause der Handball-Bundesliga – eine Kombination, die nur auf den ersten Blick niederschmetternd wirkt. Am Ende war es Tomas Urban, der die aufmunternden Worte seiner Kollegen für den vergebenen letzten Wurf entgegen nahm. Ebenso gut hätten sie Miro Schluroff trösten können für seinen Ballverlust gegen die offene Balinger Deckung 15 Sekunden vor Schluss. Oder auch Amine Darmoul, der in der 54. Minute erst den Ball vertändelte und im nächsten Angriff ein Stürmerfoul beging.So aber stand der einzige EM-Teilnehmer der Mindener im Fokus. Tomas Urban wählte für seinen letzten Wurf von der Linie einen Aufsetzer, der jedoch über die Latte strich. „In so einer Situation ist man entweder König oder umgekehrt. Heute war es der schlechte Fall“, sagte der Slowake gefasst. Vorwürfe aus dem Team gab es nicht. „Er hat den kompletten Respekt von allen. Es gibt nicht viele, die sich da hinstellen“, sagte Trainer Frank Carstens. Der vergebene Siebenmeter zum Sieg passte dennoch ganz gut zum Abend von Tomas Urban und der gesamten GWD-Offensive. Denn genauso wie der beste Torschütze im Kader diesmal nur einen Treffer beisteuerte, vergaben die Gastgeber den Sieg im Spiel nach vorne. Obwohl die Fehlerquote des Gegners kaum geringer war, wogen Mindens Mängel schwerer. „Wir machen die blöderen Fehler“, fasste Coach Carstens das zusammen, was sich in der letzten Minute zum frustrierenden Ende steigerte. „Diese Punkte dürfen wir nicht liegen lassen, es ist ein bisschen peinlich“, kommentierte der wieder einmal stark haltende Torwart Malte Semisch am TV-Mikrofon: „Der Sieg lag auf dem Silbertablett, wir mussten nur zugreifen.“ Diese Bewertung war am Ende genauso berechtigt wie die Einschätzung von Mitspieler Max Staar, der das Positive betonte: „Wir haben einen Riesenschritt als Mannschaft gemacht. Natürlich wollen wir gewinnen, aber wir sind auf dem richtigen Weg.“ Dieser Weg hat GWD am zweiten Weihnachtstag bei allem Frust in der Mannschaft und unter den 1.421 Zuschauern auf den Rängen einen Punkt näher an den ersten Nichtabstiegsplatz gebracht. Auf diesem steht der TVB Stuttgart und ist genauso wie der Vorletzte Balingen zwei Zähler entfernt.Diese Ausgangsposition haben sich die Mindener auch gestern wieder dank einer starken Abwehrleistung hart erarbeitet. Denn genauso unglücklich wie das Ende verlief phasenweise auch das Spiel gegen den direkten Konkurrenten. 6:10 lag GWD in der ersten Halbzeit schon zurück, weil im Angriff viel zu wenig klappte. Zu allem Überfluss musste auch noch Maximilian Janke schon früh vom Feld, nachdem er bei einem Wurf einen Schlag auf die Hand bekommen hatte. Erster Verdacht ist ein Mittelhandbruch, der zwei Monate Pause bedeuten würde. Gestützt auf Semischs Paraden schafften dessen Vorderleute aber die 11:10-Führung (27.) und hatten auch auf die nächsten Rückstände eine Antwort, bis sie nach 50 Minuten sogar 20:17 vorne waren. Das lag vor allem daran, dass Darmoul und Niclas Pieczkowski im Rückraum jetzt den zuvor vermissten Druck erzeugten. Als Schluroff per Distanz-Kracher und Semisch mit einem Wurf ins leere Balinger Tor nach dem erneuten Ausgleich zum 23:21 getroffen hatten, tobte die Halle. Zwei Auszeiten und eine Spielminute später breitete sich eine schockierte Stille aus. Einen letzten Applaus für die tapfer kämpfenden Mindener Profis gab es dann aber doch noch.

Auf dem Silbertablett - Remis gegen Balingen bringt GWD Frust und Zuversicht

Die Einsamkeit des Siebenmeterschützen: Während die Balinger feiern, muss Mindens Tomas Urban seinen finalen Fehlwurf verarbeiten. Foto: Angela Metge

Minden. Zwei Tore Führung eine Minute vor Schluss, Ausgleich und dann doch noch den Siegtreffer mit dem letzten Wurf per Siebenmeter in der Hand: Allein die finalen Sekunden des Kellerduells gegen HBW Balingen-Weilstetten lieferte GWD Mindens Fans ausreichend Anlass zum Haareraufen. Trotzdem standen am Ende nur ein 23:23 (11:12)-Unentschieden und der letzte Platz zur EM-Pause der Handball-Bundesliga – eine Kombination, die nur auf den ersten Blick niederschmetternd wirkt.

Am Ende war es Tomas Urban, der die aufmunternden Worte seiner Kollegen für den vergebenen letzten Wurf entgegen nahm. Ebenso gut hätten sie Miro Schluroff trösten können für seinen Ballverlust gegen die offene Balinger Deckung 15 Sekunden vor Schluss. Oder auch Amine Darmoul, der in der 54. Minute erst den Ball vertändelte und im nächsten Angriff ein Stürmerfoul beging.

So aber stand der einzige EM-Teilnehmer der Mindener im Fokus. Tomas Urban wählte für seinen letzten Wurf von der Linie einen Aufsetzer, der jedoch über die Latte strich. „In so einer Situation ist man entweder König oder umgekehrt. Heute war es der schlechte Fall“, sagte der Slowake gefasst. Vorwürfe aus dem Team gab es nicht. „Er hat den kompletten Respekt von allen. Es gibt nicht viele, die sich da hinstellen“, sagte Trainer Frank Carstens.

Der vergebene Siebenmeter zum Sieg passte dennoch ganz gut zum Abend von Tomas Urban und der gesamten GWD-Offensive. Denn genauso wie der beste Torschütze im Kader diesmal nur einen Treffer beisteuerte, vergaben die Gastgeber den Sieg im Spiel nach vorne. Obwohl die Fehlerquote des Gegners kaum geringer war, wogen Mindens Mängel schwerer. „Wir machen die blöderen Fehler“, fasste Coach Carstens das zusammen, was sich in der letzten Minute zum frustrierenden Ende steigerte. „Diese Punkte dürfen wir nicht liegen lassen, es ist ein bisschen peinlich“, kommentierte der wieder einmal stark haltende Torwart Malte Semisch am TV-Mikrofon: „Der Sieg lag auf dem Silbertablett, wir mussten nur zugreifen.“

Diese Bewertung war am Ende genauso berechtigt wie die Einschätzung von Mitspieler Max Staar, der das Positive betonte: „Wir haben einen Riesenschritt als Mannschaft gemacht. Natürlich wollen wir gewinnen, aber wir sind auf dem richtigen Weg.“ Dieser Weg hat GWD am zweiten Weihnachtstag bei allem Frust in der Mannschaft und unter den 1.421 Zuschauern auf den Rängen einen Punkt näher an den ersten Nichtabstiegsplatz gebracht. Auf diesem steht der TVB Stuttgart und ist genauso wie der Vorletzte Balingen zwei Zähler entfernt.

Diese Ausgangsposition haben sich die Mindener auch gestern wieder dank einer starken Abwehrleistung hart erarbeitet. Denn genauso unglücklich wie das Ende verlief phasenweise auch das Spiel gegen den direkten Konkurrenten. 6:10 lag GWD in der ersten Halbzeit schon zurück, weil im Angriff viel zu wenig klappte. Zu allem Überfluss musste auch noch Maximilian Janke schon früh vom Feld, nachdem er bei einem Wurf einen Schlag auf die Hand bekommen hatte. Erster Verdacht ist ein Mittelhandbruch, der zwei Monate Pause bedeuten würde.

Gestützt auf Semischs Paraden schafften dessen Vorderleute aber die 11:10-Führung (27.) und hatten auch auf die nächsten Rückstände eine Antwort, bis sie nach 50 Minuten sogar 20:17 vorne waren. Das lag vor allem daran, dass Darmoul und Niclas Pieczkowski im Rückraum jetzt den zuvor vermissten Druck erzeugten. Als Schluroff per Distanz-Kracher und Semisch mit einem Wurf ins leere Balinger Tor nach dem erneuten Ausgleich zum 23:21 getroffen hatten, tobte die Halle. Zwei Auszeiten und eine Spielminute später breitete sich eine schockierte Stille aus. Einen letzten Applaus für die tapfer kämpfenden Mindener Profis gab es dann aber doch noch.

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