Aktion statt Reaktion: Mindens Winter-Zugang Max Janke spricht über seine Philosophie von Abwehrspiel Marcus Riechmann Minden. Seit gut zwei Wochen ist Max Janke in der Stadt. Eine richtige Wohnung sucht er noch, seinen Platz in der neuen Mannschaft hat er bereits gefunden: Mitten im Getümmel, dort, wo es schon mal kracht, ist Janke zuhause. Im Abwehrinnenblock hat der Winter-Zugang beim Handball-Bundesligisten GWD Minden am Sonntag gegen den SC Magdeburg ein erstes Mal aufgezeigt, dass er eine Verstärkung sein kann. Und auch heute, im Heimspiel gegen die HSG Nordhorn-Lingen will der 27-Jährige hinten dicht machen. Sein Weg zu GWD war kurz. „Wir waren uns schnell einig“, sagt er über den Wechsel vom SC DHfK Leipzig nach Ostwestfalen. Der Kontakt zu Frank Carstens, einst sein Coach beim SC Magdeburg, als er im Jahr 2013 den Durchbruch in die Bundesliga schaffte, habe die Entscheidung erleichtert: „Das hatte nicht unerheblichen Anteil am Wechsel“, erzählt Janke. Bis auf einen 20-minütigen Stau auf der Anreise ging alles ganz schnell. Am Dienstag, 2. Februar, unterzeichnete er mittags seinen Vertrag bis Juni 2023 in der GWD-Geschäftsstelle, nachmittags trainierte Janke mit dem Team und vier Tage darauf feierte er im Heimspiel gegen die HBW Balingen-Weilstetten beim 20:27 seine wenig erfreuliche Premiere im grün-weißen Trikot mit der Nummer 14. Drei Niederlagen hat er seitdem mit seinem neuen Team gesammelt. Ein guter Start sieht anders aus. Doch nach Kurzeinsätzen hatte Janke am Sonntag erstmals eine größere Rolle und erlebte ein deutlich verbessertes Team. „Das war nicht schlecht“, befand der angehende Wirtschaftsingenieur über die Leistung beim 28:29. Trotz seiner auf 1,95 Meter verteilten 94 Kilo Kampfgewicht ist Janke leichtfüßig unterwegs. „Ich versuche, die Angreifer mit schnellen Beinen unter Druck zu setzen“, beschreibt er seine Art, Abwehr zu spielen: Aktion statt Reaktion. Er studiert die Bewegungsmuster seiner Gegenspieler, will ihnen keine Routinen im Zweikampf gönnen, sondern immer neue Aufgaben stellen. Und er genießt es, einen gewissen Grad an Freiheit auszuleben. „Sonntag war die Aufgabe klar: Du hast Bezjak“, berichtet Janke vom Duell mit dem Magdeburger Spielmacher, dem er immer wieder im Zweikampf clever den Schwung nahm. „Max hat seine Feuertaufe bestanden“, lobte Coach Carstens. Stück für Stück findet sich Janke nach sechs Jahren in Leipzig in der GWD-Abwehrzentrale zurecht. „Im Angriff ist es komplexer“, erzählt er. Die Auslösehandlungen besäßen andere Namen berichtet er von „Vokabellernen“ und erinnert sich: „Einige Namen kommen mir noch aus Magdeburg bekannt vor.“ Doch noch sieht er sich nicht im Angriff in tragender Rolle. Die im Sommer operierte Schulter sei noch nicht soweit. In der Abwehr ist Janke zunächst mal ausreichend gefordert, auch heute gegen die HSG aus Nordhorn und Lingen. „Das ist ein Team, das mit allerhöchstem Einsatz spielt und sehr gut organisiert ist“, sagt GWD-Coach Carstens über den Tabellen-16., der zwei Punkte hinter GWD liegt. Stärken sieht er im Kreisläuferspiel über den 116-Kilo-Mann Dominik Kalafut und im Tempogegenstoß: „Die beiden Außen sind extrem schnell weg“, lenkt der Trainer das Augenmerk seiner Spieler auf die HSG-Routiniers und Torjäger Robert Weber (Rechtsaußen/35 Jahre/103 Saisontore) und Pavel Mickal (Linksaußen/37 Jahre/36 Tore). Wie die ihren Rhythmus suchenden Magdeburger legen auch die heutigen Gäste nach der WM-Pause einen Kaltstart in die Saison hin. Seit dem 23. Dezember, damals gelang ein 29:27-Heimsieg gegen Balingen-Weilstetten, hat Nordhorn-Lingen kein Pflichtspiel mehr absolviert. Die Männer von Coach Daniel Kubes müssen erst wieder in den Wettkampfbetrieb finden. „Das kann so sein, aber ich würde mich nicht drauf verlassen“, sagt Janke und mahnt: „Wir müssen auf uns schauen. Das zählt.“

Aktion statt Reaktion: Mindens Winter-Zugang Max Janke spricht über seine Philosophie von Abwehrspiel

Endstation: Immer wieder stoppte Max Janke (links) am Sonntag die Angreifer des SC Magdeburg, wie hier den Spielmacher Marko Bezjak. Heute ist der GWD-Zugang gegen die HSG Nordhorn-Lingen gefordert. Foto: Noah Wedel © Noah Wedel

Minden. Seit gut zwei Wochen ist Max Janke in der Stadt. Eine richtige Wohnung sucht er noch, seinen Platz in der neuen Mannschaft hat er bereits gefunden: Mitten im Getümmel, dort, wo es schon mal kracht, ist Janke zuhause. Im Abwehrinnenblock hat der Winter-Zugang beim Handball-Bundesligisten GWD Minden am Sonntag gegen den SC Magdeburg ein erstes Mal aufgezeigt, dass er eine Verstärkung sein kann. Und auch heute, im Heimspiel gegen die HSG Nordhorn-Lingen will der 27-Jährige hinten dicht machen.

Sein Weg zu GWD war kurz. „Wir waren uns schnell einig“, sagt er über den Wechsel vom SC DHfK Leipzig nach Ostwestfalen. Der Kontakt zu Frank Carstens, einst sein Coach beim SC Magdeburg, als er im Jahr 2013 den Durchbruch in die Bundesliga schaffte, habe die Entscheidung erleichtert: „Das hatte nicht unerheblichen Anteil am Wechsel“, erzählt Janke. Bis auf einen 20-minütigen Stau auf der Anreise ging alles ganz schnell. Am Dienstag, 2. Februar, unterzeichnete er mittags seinen Vertrag bis Juni 2023 in der GWD-Geschäftsstelle, nachmittags trainierte Janke mit dem Team und vier Tage darauf feierte er im Heimspiel gegen die HBW Balingen-Weilstetten beim 20:27 seine wenig erfreuliche Premiere im grün-weißen Trikot mit der Nummer 14.

Drei Niederlagen hat er seitdem mit seinem neuen Team gesammelt. Ein guter Start sieht anders aus. Doch nach Kurzeinsätzen hatte Janke am Sonntag erstmals eine größere Rolle und erlebte ein deutlich verbessertes Team. „Das war nicht schlecht“, befand der angehende Wirtschaftsingenieur über die Leistung beim 28:29. Trotz seiner auf 1,95 Meter verteilten 94 Kilo Kampfgewicht ist Janke leichtfüßig unterwegs. „Ich versuche, die Angreifer mit schnellen Beinen unter Druck zu setzen“, beschreibt er seine Art, Abwehr zu spielen: Aktion statt Reaktion. Er studiert die Bewegungsmuster seiner Gegenspieler, will ihnen keine Routinen im Zweikampf gönnen, sondern immer neue Aufgaben stellen. Und er genießt es, einen gewissen Grad an Freiheit auszuleben. „Sonntag war die Aufgabe klar: Du hast Bezjak“, berichtet Janke vom Duell mit dem Magdeburger Spielmacher, dem er immer wieder im Zweikampf clever den Schwung nahm. „Max hat seine Feuertaufe bestanden“, lobte Coach Carstens.

Stück für Stück findet sich Janke nach sechs Jahren in Leipzig in der GWD-Abwehrzentrale zurecht. „Im Angriff ist es komplexer“, erzählt er. Die Auslösehandlungen besäßen andere Namen berichtet er von „Vokabellernen“ und erinnert sich: „Einige Namen kommen mir noch aus Magdeburg bekannt vor.“ Doch noch sieht er sich nicht im Angriff in tragender Rolle. Die im Sommer operierte Schulter sei noch nicht soweit.

In der Abwehr ist Janke zunächst mal ausreichend gefordert, auch heute gegen die HSG aus Nordhorn und Lingen. „Das ist ein Team, das mit allerhöchstem Einsatz spielt und sehr gut organisiert ist“, sagt GWD-Coach Carstens über den Tabellen-16., der zwei Punkte hinter GWD liegt. Stärken sieht er im Kreisläuferspiel über den 116-Kilo-Mann Dominik Kalafut und im Tempogegenstoß: „Die beiden Außen sind extrem schnell weg“, lenkt der Trainer das Augenmerk seiner Spieler auf die HSG-Routiniers und Torjäger Robert Weber (Rechtsaußen/35 Jahre/103 Saisontore) und Pavel Mickal (Linksaußen/37 Jahre/36 Tore).

Wie die ihren Rhythmus suchenden Magdeburger legen auch die heutigen Gäste nach der WM-Pause einen Kaltstart in die Saison hin. Seit dem 23. Dezember, damals gelang ein 29:27-Heimsieg gegen Balingen-Weilstetten, hat Nordhorn-Lingen kein Pflichtspiel mehr absolviert. Die Männer von Coach Daniel Kubes müssen erst wieder in den Wettkampfbetrieb finden. „Das kann so sein, aber ich würde mich nicht drauf verlassen“, sagt Janke und mahnt: „Wir müssen auf uns schauen. Das zählt.“

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