68. Kreisderby: GWD unter Druck - das Spiel gegen Lübbecke wird richtungsweisend Sebastian Külbel Minden. Für den TuS N-Lübbecke ist die Rückschau auf das letzte Derby gegen GWD Minden der Blick in eine andere Zeit. Kein Spieler des aktuellen Kaders hat bislang das traditionsreiche Kreisduell als Spieler erlebt. Dessen 68. Auflage kommt also ohne die ganz große Brisanz früherer Tage aus. Genug Druck ist dennoch in der Begegnung des Tabellenletzten der Handball-Bundesliga gegen den Drittletzten. Und der liegt diesmal vor allem beim Gastgeber. GWD braucht nicht nur dringend Punkte gegen den Abstieg, sondern auch ein Signal, dass die neu zusammengestellte Mannschaft konkurrenzfähig ist. Diesen Nachweis blieben die Mindener in ihren fünf Ligaspielen bislang schuldig, in der zweiten DHB-Pokalrunde schafften sie immerhin beim Zweitligisten Eulen Ludwigshafen am Dienstag den ersten Saisonsieg. Das soll jetzt auch in der Bundesliga gelingen, und Trainer Frank Carstens geht diese Aufgabe voller Vorfreude an: „Derbyzeit ist für uns eine geile Zeit. Da zählt nicht, was auf dem Papier steht, da kann alles passieren, da ist Thermik in der Halle. Es gibt ja nichts Schlimmeres, als das Quietschen der Schuhe auf dem Spielfeld zu hören.“ Diese Gefahr besteht am Samstagabend ab 20.30 Uhr in der Kampa-Halle wohl nicht. Denn für beide Teams geht es um viel. Vor allem GWD muss endlich ankommen in einer bislang missratenen Saison, um im Kampf um den Klassenerhalt nicht früh den Anschluss zu verlieren. 0:10 Punkte sind ein deutlich schwereres Gepäck als beim TuS, der mit dem Heimsieg gegen Balingen und weiteren guten Auftritten bislang seine Hausaufgaben erledigt hat. „Sie sind als Aufsteiger sehr gut gestartet, haben mit Ausnahme der klaren Niederlage gegen Flensburg immer ihr Leistung gebracht und ihre Chancen gehabt“, lobt Carstens. Er sieht beim Gegner eine gute Spielsteuerung durch Mittelmann Benas Petreikis, verweist auf die gefährlichen Rückraumspieler Valentin Spohn und Florian Baumgärtner sowie die starke Abwehr: „Das ist eine runde Truppe und durch das gemeinsame Zweitligajahr auch gut eingespielt.“ Genau das fehlt den Grün-Weißen noch. Am Dienstag fügten sie die positiven Puzzleteile der bisherigen Spiele aber erstmals passend zusammen. „Wir haben vor allem in der Deckung Ludwigshafens Rückraumschützen klein gehalten, das ist auch gegen Lübbecke der Ansatz“, erklärt Carstens. Sein TuS-Kollege Emir Kurtagic will derweil zum Gegner nicht viel sagen: „Wir fahren gut damit, uns auf unser Spiel zu konzentrieren.“ Auch das Mindener Personaltableau interessiert ihn nur am Rande, wenngleich es durchaus relevant ist. In Keeper Malte Semisch und Torjäger Amine Darmoul fallen zwei Leistungsträger aus, auch Routinier Christian Zeitz ist noch verletzt. Kurtagic hatte allerdings am Donnerstag betont, dass er von einem Darmoul-Einsatz ausgehe. Entschieden werde das Spiel aber ohnehin über die Abwehrreihen, glaubt Lübbeckes Trainer. Und Carstens fügt einen weiteren Aspekt hinzu: „Im Derby geht es vor allem darum, wer an dem Tag in der besseren mentalen Verfassung ist, um den Kampf anzunehmen.“

68. Kreisderby: GWD unter Druck - das Spiel gegen Lübbecke wird richtungsweisend

Beim Spielo-Cup gewann Mats Korte mit GWD 27:25 gegen Lübbecke. Im heutigen Duell zählt das nicht mehr. Foto: Noah Wedel © Noah Wedel

Minden. Für den TuS N-Lübbecke ist die Rückschau auf das letzte Derby gegen GWD Minden der Blick in eine andere Zeit. Kein Spieler des aktuellen Kaders hat bislang das traditionsreiche Kreisduell als Spieler erlebt. Dessen 68. Auflage kommt also ohne die ganz große Brisanz früherer Tage aus. Genug Druck ist dennoch in der Begegnung des Tabellenletzten der Handball-Bundesliga gegen den Drittletzten. Und der liegt diesmal vor allem beim Gastgeber.

GWD braucht nicht nur dringend Punkte gegen den Abstieg, sondern auch ein Signal, dass die neu zusammengestellte Mannschaft konkurrenzfähig ist. Diesen Nachweis blieben die Mindener in ihren fünf Ligaspielen bislang schuldig, in der zweiten DHB-Pokalrunde schafften sie immerhin beim Zweitligisten Eulen Ludwigshafen am Dienstag den ersten Saisonsieg.

Das soll jetzt auch in der Bundesliga gelingen, und Trainer Frank Carstens geht diese Aufgabe voller Vorfreude an: „Derbyzeit ist für uns eine geile Zeit. Da zählt nicht, was auf dem Papier steht, da kann alles passieren, da ist Thermik in der Halle. Es gibt ja nichts Schlimmeres, als das Quietschen der Schuhe auf dem Spielfeld zu hören.“

Diese Gefahr besteht am Samstagabend ab 20.30 Uhr in der Kampa-Halle wohl nicht. Denn für beide Teams geht es um viel. Vor allem GWD muss endlich ankommen in einer bislang missratenen Saison, um im Kampf um den Klassenerhalt nicht früh den Anschluss zu verlieren. 0:10 Punkte sind ein deutlich schwereres Gepäck als beim TuS, der mit dem Heimsieg gegen Balingen und weiteren guten Auftritten bislang seine Hausaufgaben erledigt hat.

„Sie sind als Aufsteiger sehr gut gestartet, haben mit Ausnahme der klaren Niederlage gegen Flensburg immer ihr Leistung gebracht und ihre Chancen gehabt“, lobt Carstens. Er sieht beim Gegner eine gute Spielsteuerung durch Mittelmann Benas Petreikis, verweist auf die gefährlichen Rückraumspieler Valentin Spohn und Florian Baumgärtner sowie die starke Abwehr: „Das ist eine runde Truppe und durch das gemeinsame Zweitligajahr auch gut eingespielt.“

Genau das fehlt den Grün-Weißen noch. Am Dienstag fügten sie die positiven Puzzleteile der bisherigen Spiele aber erstmals passend zusammen. „Wir haben vor allem in der Deckung Ludwigshafens Rückraumschützen klein gehalten, das ist auch gegen Lübbecke der Ansatz“, erklärt Carstens.

Sein TuS-Kollege Emir Kurtagic will derweil zum Gegner nicht viel sagen: „Wir fahren gut damit, uns auf unser Spiel zu konzentrieren.“ Auch das Mindener Personaltableau interessiert ihn nur am Rande, wenngleich es durchaus relevant ist. In Keeper Malte Semisch und Torjäger Amine Darmoul fallen zwei Leistungsträger aus, auch Routinier Christian Zeitz ist noch verletzt. Kurtagic hatte allerdings am Donnerstag betont, dass er von einem Darmoul-Einsatz ausgehe.

Entschieden werde das Spiel aber ohnehin über die Abwehrreihen, glaubt Lübbeckes Trainer. Und Carstens fügt einen weiteren Aspekt hinzu: „Im Derby geht es vor allem darum, wer an dem Tag in der besseren mentalen Verfassung ist, um den Kampf anzunehmen.“

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